{"id":100002,"date":"2020-11-17T18:53:19","date_gmt":"2020-11-17T17:53:19","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=100002"},"modified":"2020-11-17T18:53:19","modified_gmt":"2020-11-17T17:53:19","slug":"geschichte-der-katholischen-kirchengemeinde-zippnow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=100002","title":{"rendered":"Geschichte der katholischen Kirchengemeinde Zippnow"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Kirche, deren Gr&uuml;ndungsjahr und Stiftung unbekannt sind, wurde nach dem 30j&auml;hrigen Krieg als Filiale zu Rederitz geschlagen. 1669 wurde sie von Adalbert von Goraj-Breza neu errichtet und dotiert und mit Best&auml;tigung von Bischof und Landesherr 1690 zur Pfarrkirche erhoben. Rederitz mit 6 Filialen wurde ihr unterstellt. 1835 bis 1837 wurde eine massive Kirche auf Kosten des Patrons uund der Gl&auml;ubigen gebaut und im September 1837 vom Offizial Anton Perzynski geweiht.<br>Quellen, die nach dem Ende des II. Weltkrieges erstellt wurden, bezeichnen Zippnow Mari&auml; Geburt als zugeh&ouml;rig zur Di&ouml;zese Schneidem&uuml;hl und zum Dekanat Deutsch Krone. Der letzte deutsche Seelsorger war Hermann Litfin.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zippnow (Sypniewo) k&ouml;nnte gem&auml;&#223; der Quelle L&uuml;dtke bereits 1450 von zwei Br&uuml;dern namens Spangenberg angelegt worden sein. Zippnow soll aber sicher wohl 1570 durch den Starosten Andreas II. G&#243;rka gegr&uuml;ndet und vom Deutsch Kroner  B&uuml;rgermeister Horn angelegt worden sein. An einer Heerstra&#223;e gelegen, durfte Zippnow Br&uuml;ckenzoll erheben und erlangte einige Bedeutung.<br> \r\nEin sch&ouml;ner Barock-Hochaltar stammte aus dem s&auml;kularisierten Klarissenkloster in Bromberg, wurde 1650 angefertigt. Die Zahl der Pr&ouml;pste der Pfarrei Rederitz-Zippnow betrug seit 1669 f&uuml;nfzehn. Fast ein Jahrhundert wirkten dort zwei Seelsorger, n&auml;mlich Offizial Christian Nicolaus Sydow von 1828 bis 1863, und von 1863 bis 1911 Pr&auml;lat, Offizial, Ehrendomherr von Posen, Martin Athanasium Friske, der von ab 1854 Vikar dort gewesen war. Zahl der Vikare war 62.<\/p> \r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Filialkirchen<ul>\r\n<li>Briesenitz<br>\r\nEine alte Pfarrkirche unbekannten Ursprungs, in der Reformation protestantisch, 1619 wieder katholisch, wurde nach 1628 in den Di&ouml;zesanakten als Pfarrkirche aufgef&uuml;hrt. 1639 wirkte dort der &#8222;ehrw&uuml;rdige Pater Baltasar Fuchsius&#8223;. Die Vorkriegs-Fachwerkkirche wurde anstelle einer alten Holzkirche erbaut und 1869 untermauert. In jenem Jahr wurde sie auch vom Offizial Habisch geweiht. \r\nDie urspr&uuml;ngliche Dorfanlage verk&uuml;mmerte, so da&#223; Starost Andreas G&#243;rka 1577 ein neues deutsches Dorf ansetzte. Das Briesenitzer Privileg war das &auml;lteste im Deutsch Kroner Land und diente f&uuml;r alle folgenden als Muster. Das Dorf brannte 1612 nieder, litt unter den Verw&uuml;stungen durch die Konf&ouml;derierten, war aber bei &Uuml;bernahme des Kreises durch Preu&#223;en eines der bl&uuml;hendsten im Deutsch Kroner Land.<\/li>\r\n<li>Jagdhaus<br>\r\nAn Stelle einer alten Holzkirche unbekannten Alaters errichten Patron und Gemeinde 1858 eine Kirche, die Offizal Habisch in jenem Jahr weihte. Jagdhaus geh&ouml;rte zu den &auml;lteren D&ouml;rfern des Deutsch Kroner Landes und wurde bereits 1574 erw&auml;hnt. Urspr&uuml;nglich k&ouml;nigliches Starosteidorf kam es sp&auml;ter zu Neuhof.<\/li><\/ul>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ortschaften:<ul>\r\n\t<li>Briesenitz, Jagdhaus, Sch&ouml;neiche (Gut), Westfalenhof, Zippnow.<\/li><\/ul>\r\n\t\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchenb&uuml;cher:<ul>\r\nKirchenb&uuml;cher\r\n\t<li>* \/ oo seit 1669;<\/li>\r\n\t<li>&#8224; seit  1729.<\/li><\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Gl&uuml;cklicherweise ist ein Gro&#223;teil der B&uuml;cher erhalten und wird im Di&ouml;zesanarchiv K&ouml;slin aufbewahrt.<br>\r\nDuplikat-Kirchenb&uuml;cher, die dem Amtsgericht Jastrow zur Aufbewahrung &uuml;bergeben wurden, werden als verloren betrachtet.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr&uuml;her geh&ouml;rten zu der weit ausgedehnten Pfarrei auch die Filialgemeinden Doderlage (Dudylany), Freudenfier (Szwecja), Klawittersdorf (Glowaczewo), Rederitz (Nadarzyce) und Stabitz (Zdbice). Dies erkl&auml;rt warum sich in den &auml;ltesten Kirchenb&uuml;chern laut Quelle Volkmann u.a. folgende Familiennamen auch f&uuml;r andere Orte finden, so:<ul>\r\n<li>f&uuml;r Zippnow<br>\r\nAlbrecht, Bark, Berg, Begger (Beyer), Bigalke, B&ouml;rger, Bl&uuml;mke, Burmeister, Dikow, Doberstein, D&ouml;ge, Draheim, Freyer, Frie, Fried (Frind), Gucki, G&uuml;nterberg, Grott, Ha&#223;, Hins, Hoffmann, Hohenk (Hohnke), Holc, Holstein, Jaster, J&ouml;hen, Jost, Kadric (Katritzke), Kamp, Klopiske, Kluk, Knak, K&ouml;ppe, Kregengelt, Kr&ouml;gel, Kr&uuml;ger, Lazar, Leemann, Lens, Litfin, L&uuml;dke, Mahlke, Manthey, Mareinke (Marczynski), Mellentin, Mittelstedt, Myrow, Olbriter, Ollenberg, Omnus, Passoth, Ponath, Pranke, Preignoth, Rahn, Rehbeer (Rehbein), Rehbronn, Rihs, R&ouml;nspet (Ronspeter, R&ouml;nspies), Rusch, Sack, Schule, Schwans, Siewerth, Spikier, Steffen, Strek (Streich), Sydow, Szmet (Schmidt), Tetzlaw, Wadelmann, Wandrey, Wendland, Winter, Wise, Witt, Wolfram, Zank, Zdzionski, Zediowski, Zobelinski;<\/li>\r\n<li>f&uuml;r Freudenfier<br>\r\nBach, Bambogen, Beck, Boht, Bries, Bruhn, Buk, Buke, B&uuml;rger, Busse, Cado (Zado), Delert, Donner (Dreger oder Dreyer), Eckstedt, Ertmann, Ewert, Ewolt (Ewalt), Feldt (Zeldt), Gleming, Fosh auch Bosh, Friske, Garlap, Gartzki,  Geert, Gehrt, Glemenbogen, Frams (Gramse), Gr&uuml;tmeker, Hagedorn, Haymann, Henke, Hoffmann, Horn, Jahn, Klawitter, Klensk, Klohke, K&ouml;rbitz, Kollin (K&ouml;rlin), Kroll, Kr&uuml;ger, Kuhen (K&uuml;hn), Kumbier, Kutz, Kwant, Langhanc, Lesnik, L&ouml;bke, L&ouml;g, Mank, Manke, Milski, Pa&#223;, Patzke, Pribe, Radac, Rahn, Repke, Sa&#223;, Schinfeld, Schoenfeldt, Schur, Splettst&ouml;&#223;er Stim, Tetzlaff, Filmann, Fimmermann, Timm, Tom, Tym, Wryske (Friske), Zado (Cado);<\/li>\r\n<li>f&uuml;r Rederitz<br>\r\nB&ouml;hk, Bros, Celmer (Zellmer), Challen (Chollen), C&uuml;ls, Czaken,  Detmer, D&ouml;ge, Dolmer, Duwe, Gluth, Guczmer, Gusike, Guttknecht, Heidekr&uuml;ger, Heik, Hinkelmann, Hintz, Hohensee, Holstein, Jost, Kalek, Kalke, Kentep, Klawun, Klopiski, Knuth, Korko, Lawrens, Leisko, Listko, L&uuml;dke, Malke, Mellentin, Mildes, v. Mi\u0105skowski, Mundt, Neulap, Pranke, Piostecki, Remer, Riemer, Rhinos, Rohde, Schew, Sch&ouml;nk, Stiem, Stoik, Strek (Streich), Tesmer, Wandrey, Wegner, Went, Wille, Wolframm;<\/li>\r\n<li>f&uuml;r Briesenitz<br>\r\nAffelt, Blek, B&ouml;hk, Bork, B&uuml;hlke, B&uuml;s, B&uuml;k, B&uuml;ke, B&uuml;nger, Busse, Cassen, Dal&uuml;g, D&ouml;rr, Draheim, Drews, D&uuml;nke, Falkenberg, Fric, Gacke, Heyse (Heese), Horn, Jahnke, Jeske, Juhnke, Kadow, Klawiter, Klement, Klohk, Langhans, Lewin, L&ouml;g, Mielke, M&ouml;ller, Pieske, Polley, Pon, Pop, Por, Regenk, Rohde, R&uuml;nger, Schulc, Schwank, Schwans, Schwartz, Stark, Stolp, Szmet, Tewes, Wandrey, Wenner, Winter, Wise, Wolter, Zabel;<\/li>\r\n<li>f&uuml;r Jagdhaus<br>\r\nBartig, v. Bieganski, Bush, Cemmel, Clement, Draheim, Dummer, Ewert, Fl&ouml;hrke, Golatke, Hese, Hintz, Jochimowski, Kobelarczyk, Kohntop, Kr&uuml;ger, Krus (Krause), Lenz, Manc, Markwart, Mellentin, M&ouml;ller, Polke, Pop, Quiram, Rahn, Stehenke (Steinke), St&ouml;sselk, St&ouml;hk, St&ouml;hle, Struhs, Utecht, Wegner, Wolfram, Wryske (Friske);<\/li>\r\n<li>f&uuml;r Doderlage<br>\r\nAffelt, Bahrts, B&ouml;hk, Bohrk, Bohrt, Culk, Dettmer, Doberstein, D&ouml;gs (Dox), Duwe, Druwe, Fohs, Freyer, Heik, Hinkelmann, Lawrenz, Schalop, Stoik, Wenner;<\/li>\r\n<li>f&uuml;r Klawittersdorf<br>\r\nB&ouml;lke, B&uuml;rger, Doberstein, Ewalt, Guske, H&ouml;sk, Johnlitz, Kinas, Klawiter, Modro, Mundt, Paz, Petrik, Radike, Repke, Regenke, Schr&ouml;der, Siwert, Stolp, Tidemann, Warnke;<\/li>\r\n<li>f&uuml;r Stabitz<br>\r\nBerger, B&uuml;nger, Bush, Haymann, Hoeft, Hohensee, Hoppe, Jeske, Linde, Lisko, Pahl, Prid&ouml;hl (Prod&ouml;hl), Radac, Radeke, Soenk, Sch&ouml;nrock, Sommerfeldt, Spickermann, Stehenke (Steinke), Tetzlaff, Warnke, Zanoth.<\/li><\/ul>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<table class=\"table_friedhoefe\">\r\n\t<thead>\r\n\t\t<tr>\r\n\t\t\t<td colspan=\"2\">Lokalvikarie Rederitz<\/td>\r\n\t\t<\/tr>\r\n\t<\/thead>\r\n<\/table>\t\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pfarrkirche ist alt, doch unbekannten Ursprungs, in der Reformation protestantisch, 1619 aber wieder katholisch, bis 1695 selbst&auml;ndige Pfarrkirche, von da an Filiale von Zippnow. An Stelle der in protestantischer Zeit erbauten Holzkirche wurde ab 1848 auf Kosten des Patrons und der Gl&auml;ubigen eine massive Kirche errichtet, die im Januar 1850 vom Offizial Sydow geweiht wurde.<br> \r\nRederitz ist ein altes Dorf mit deutscher Besiedlung, das 1589 neu privilegiert wurde und geh&ouml;rte zur Starostei Deutsch Krone. Die Kirche ist Mutterkirche von Zippnow gewesen.<br>Quellen, die nach dem Ende des II. Weltkrieges erstellt wurden, bezeichnen St.Laurentius in Rederitz  als zugeh&ouml;rig zur Di&ouml;zese Schneidem&uuml;hl und zum Dekanat Deutsch Krone. Der letzte deutsche Seelsorger war Aloysius Kachur.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Filialkirche<ul>\r\n<li>Die Pfarrkirche von Goreczka Wolja (H&uuml;gelkolonie), wohl uralt und unbekannten Ursprungs, wurde auch Pfarrkirche von Doderlage, war vor&uuml;bergehend protestantisch, 1605 wieder katholisch, wurde aber wohl nicht mehr als Pfarrkirche errichtet. Das Pfarrgeb&auml;ude mit dem Altarbild der Hl. Veronika verbrannte 1657 im Schwedenkrieg. 1827 wurde die Vorkriegs-Fachwerkkapelle an Stelle eines Holzbaus errichtet und vom Offizial Dalski geweiht.<\/li><\/ul>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ortschaften:<ul>\r\n<li>Birkhof (Gut), Bruchm&uuml;hl (M&uuml;hlengut), B&uuml;senheide (F&ouml;rsterei), Doderlage, Gr. Zacharin mit Heidhof, J&auml;gerthal (F&ouml;rsterei), Neu-Zippnow, Rederitz, Abbauten und F&ouml;rsterei Thurbruch.<\/li><\/ul>\r\n\t\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchenb&uuml;cher:<ul>\r\n\t<li>** \/ oo und &#8224; ab 1917<br>(bis 1917 wurden die Eintragungen in Zippnow vorgenommen)<\/li><\/ul>\r\n\t\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den &auml;lteren Original-B&uuml;chern ist noch vieles erhalten geblieben im Di&ouml;zesanarchiv in K&ouml;slin, wohingegen die Duplikat-Kirchenb&uuml;cher, die dem Amtsgericht Jastrow zur Aufbewahrung &uuml;bergeben wurden, als verloren gelten.<\/p> \r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Abgeschrieben und bearbeitet im Januar 2020<br>von Jutta Grube<\/em><\/p>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Literatur:<br\/>\r\n<ul style=\"text-align: left;\">\r\n\t<li>Handbuch &uuml;ber die katholischen Kirchenb&uuml;cher in der Ostdeutschen Kirchenprovinz &ouml;stlich von Oder und Nei&#223;e und dem Bistum Danzig, M&uuml;nchen 1962<\/li>\r\n\t<li>L&uuml;dtke, Paul, Kr&uuml;ger, Burkhard: Die Kirchen von Zippnow, Kreis Deutsch Krone, K&ouml;ln\/Hennef, 2011<\/li>\r\n\t<li>Volkmann, W.: Die Kirchenb&uuml;cher der katholischen Pfarreien in der fr&uuml;heren Provinz Grenzmark Posen-Westpreu&#223;en, Schneidem&uuml;hl 1939 (Sonderheft der Grenzm&auml;rkischen Heimatbl&auml;tter)<\/li><\/ul>\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"?p=99881\">Katholische Kirchengemeinde Zippnow<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kirche, deren Gr&uuml;ndungsjahr und Stiftung unbekannt sind, wurde nach dem 30j&auml;hrigen Krieg als Filiale zu Rederitz geschlagen. 1669 wurde sie von Adalbert von Goraj-Breza neu errichtet und dotiert und mit Best&auml;tigung von Bischof und Landesherr 1690 zur Pfarrkirche erhoben. 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