{"id":105849,"date":"2022-12-04T21:54:40","date_gmt":"2022-12-04T20:54:40","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=105849"},"modified":"2022-12-04T22:00:49","modified_gmt":"2022-12-04T21:00:49","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-zirke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=105849","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Zirke"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1416 verlieh der polnische K&ouml;nig W&#322;adis&#322;aw II. Jagie&#322;&#322;o der Stadt Zirke (<em>poln. Sierak&#243;w<\/em>) auf Ersuchen des damaligen Grundherrn Dobrogost das Magdeburgische Recht. Die Verleihung wurde durch die K&ouml;nige Kasimir IV im Jahr 1459 und Sigismund I im Jahr 1513 best&auml;tigt. Hieraus geht scheinbar hervor, dass  Zirke schon im 15. und 16. Jahrhundert  zahlreiche deutsche Bewohner hatte, welche durch die Lage der Stadt an der schiffbaren Warthe und durch den Handel mit der (Neu-)Mark, besonders mit Driesen,  sowohl als auch durch die Magnaten, welche in Zirke ihre Residenzen hatten, herbeigezogen sein konnten. Die Reformation mag zwar nach dem Beispiel des benachbarten Birnbaum, wo sie sich unter dem Schutz der Familie Ostror&#243;g verbreitete,  in Zirke bald Eingang gefunden haben; doch wirkte ihr sicherlich das beg&uuml;terte Franziskanerkloster entgegen. Die Zahl der deutschen Einwohner war im 17. Jahrhundert nur gering. Unter dem Grundherrn Opali&#324;ski, Kastellan von Posen,  und dessen Schwiegersohn, dem sp&auml;teren K&ouml;nig Stanis&#322;aw Leszczy&#324;ski, der eine Zeitlang dort wohnhaft war, wurde in der Zirker Herrschaft im Jahr 1692 die erste deutsche Haul&auml;nderei Bukowce gegr&uuml;ndet. Als nach R&uuml;ckkehr der s&auml;chsischen K&ouml;nigsfamilie die Zirker G&uuml;ter in den Besitz des Grafen Br&uuml;hl kamen, mehrten sich die deutschen evangelischen Ansiedler auf dem Land betr&auml;chtlich. So erhielten um 1750 die Gemeinden Radusch, Neuzattum, Bukowce, Tucholle und Eichberg die Erlaubnis, Schulen anzulegen und sich Predigtvorleser zu halten.  Die Abendmahlsfeier besuchten sie vornehmlich die Kirche in Birnbaum; die Amtshandlungen verrichtete die katholische Geistlichkeit. Im Jahr 1760 stellte Graf Heinrich v. Br&uuml;hl den Evangelischen in Zirke einen Salzschuppen zum gottesdienstlichen Gebrauch zur Verf&uuml;gung (zu polnischer Zeit bestand ein Salzmagazin am Ort), und dies ist die erste Spur des hiesigen evangelischen Kultus.<br>\r\nAls den Dissidenten Religionsfreiheit gew&auml;hrt wurde, war der Wohlstand der evangelischen Einwohnerschaft von Zirke wegen eine gro&#223;e Feuersbrunst  am 31. M&auml;rz 1770 derma&#223;en gering, dass sie an die Gr&uuml;ndung einer Pfarre nicht denken konnten.  Im Jahr 1775 ging die Herrschaft Zirke an den Freiherrn Peter Nikolaus von Gartenberg (Sadog&#243;rski) &uuml;ber, welcher selbst dem augsburgischen Glaubensbekenntnis zugetan war. Er war von Antritt des Besitzes an sehr  besorgt, seinen Glaubensgenossen eine Kirche und Pfarre zu gr&uuml;nden und ihnen im wahren Sinne des Wortes Patron zu werden. Vor einer Lokalkommission des evangelischen Konsistoriums verpflichtete er sich u.a., zur Besoldung eines Pfarrers in Zirke ein Kapital von 6000 Fl. Poln. auf seine G&uuml;ter eintragen zu lassen und f&uuml;r Gr&uuml;ndung und Erhaltung einer Kirche und Pfarre zu sorgen. Die Gemeinde steuerte ebenfalls nach Kr&auml;ften bei, und so trat durch die Kirchenmatrikel vom 16. Januar 1776 belegt die Parochie ins Leben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch im Jahr 1776 fand die Wahl des ersten Pfarrers Zeuschner statt. Inzwischen wurde der Gottesdienst in dem bereits genannten Salzschuppen fortgesetzt. Schon hatte man das von dem Patron zu einer Kirche geschenkte Bauholz zu bearbeiten begonnen, als dieser wegen zerr&uuml;tteter Verm&ouml;gensumst&auml;nde die Zirker G&uuml;ter an den Grafen Bninski zu verkaufen gezwungen war. Hierdurch geriet der Kirchenbau ins Stocken, und nur der stetigen Bem&uuml;hungen Zeuschners ist es zuzuschreiben, dass die Gemeinde, der Unterst&uuml;tzung aus nah und fern, als auch vom neuen Gutsherrn, zufloss, eine Kirche in Fachwerk, mit Mauersteinen ausgeflochten, vollenden konnte. Diese wurde am 1. Adventssonntag 1785 geweiht. Bald darauf, am 6. Januar 1786, starb der Gr&uuml;nder des Kirchspiels, Freiherr von Gartenberg,  in Driesen;  er wurde in der Kirche zu Zirke beigesetzt. Der Bau eines Pfarrhauses erfolgte 1798. Im Jahr 1817 brannte die Stadt fast g&auml;nzlich nieder. Dieser Umstand veranlasste neben anderem den Verfall der Gemeinde, von welchem sie erst nach dem Jahr 1833 sich wieder zu erholen begann.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1898 geh&ouml;rten nach Abzweigung von Radusch au&#223;er der Stadt Zirke die Haul&auml;ndergemeinden Bukowce, Neu-Zattun, Tucholle, Eichberg, Bacharzewo und die zerstreut wohnenden Evangelischen aus beinahe 50 anderen, meistens s&uuml;dlich der Warthe liegenden Ortschaften dazu. Die ganze Parochie z&auml;hlte 3500 evangelische Seelen. Evangelische Schulen waren in Zirke, Neu-Zattum, Eichberg, Bukowce, Tucholle, Gr. Chrzypsko, Marianowo und Kobusz. Patron der Pfarre war der K&ouml;nig, da die Zirker Herrschaft zu dieser Zeit Staatseigentum war. Die Gemeindeorgane w&auml;hlten den Pfarrer aus drei ihnen vom Konsistorium vorgeschlagenen Bewerbern.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Abschrift und Bearbeitung des Textes aus Werner\/Steffani, &Uuml;berarbeitung und Erg&auml;nzung: Jutta Grube im Mai 2017<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br\/>\r\nGolon, Arnold u. Steffani, Johannes: Posener Evangelische Kirche &#8211; Ihre Gemeinden und Pfarrer von 1548 bis 1945, L&uuml;neburg 1967<br>\r\nWerner, Albert u. Steffani, Johannes: Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen, Posen 1898, Seite 437 ff.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<hr \/>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=88080\">Evangelische Kirchengemeinde Zirke<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 1416 verlieh der polnische K&ouml;nig W&#322;adis&#322;aw II. Jagie&#322;&#322;o der Stadt Zirke (poln. 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