{"id":106286,"date":"2022-12-25T14:49:20","date_gmt":"2022-12-25T13:49:20","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=106286"},"modified":"2022-12-25T14:51:48","modified_gmt":"2022-12-25T13:51:48","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-kobylin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=106286","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Kobylin"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das evangelische Kirchenwesen in der Stadt Kobylin, welche schon im 13. Jahrhundert bestand und zu Beginn des 15. Jahrhunderts von K&ouml;nig W&#322;adys&#322;aw II. Jagie&#322;&#322;o mit Magdeburgischem Recht versehen wurde, verdankt seine Entstehung dem Erbherrn Abraham von Lachowiec-Sienuta. Dieser legte in der ersten H&auml;lfte des 17. Jahrhunderts einen besonderen Stadtteil f&uuml;r deutsche Ansiedler an und lie&#223; dort eine Kirche erbauen, welche er Anfang 1632  unter dem Namen &#8222;Schifflein Christi&#8220; den Evangelisch-Lutherischen &uuml;bergab. Den Ansiedlern, gr&ouml;&#223;tenteils fl&uuml;chtige schlesische Protestanten, erlie&#223; er alle Angaben und stellte ihnen die einzige Bedingung, dass sie f&uuml;r die empfangenen Grundst&uuml;cke einen j&auml;hrlichen Zins entrichten sollten. Schon 1689 brannte aber diese Kirche zusammen mit einem Gro&#223;teil der Stadt ab. Die Gemeinde erbaute sich aber bis 1692 eine neue Kirche. Lange war diese das einzige evangelische Gotteshaus weit und breit, weshalb hier stets sehr viele Evangelische zur Andacht kamen. 1693 wurden die kirchlichen Privilegien durch den Wojewoden und desssen Sohn best&auml;tigt.<br>\r\nDennoch wurde die Gemeinde durch die katholische Geistlichkeit in ihren Rechten beschr&auml;nkt. Es visitierte z.B. der Offizial von Kalisch 1719 die evangelische Kirche, solche Revisionen waren meist f&uuml;r die betroffenen Gemeinden sehr kostspielig. Dann wurden evangelische Amtshandlungen vom katholischen Ortsgeistlichen, der die Rechte des eigentlichen parochus beanspruchte, akribisch &uuml;berwacht, eingeengt und durften schlie&#223;lich nur nach Zahlung von 200 Tymfe zu ca. 65 Pfennigen j&auml;hrlich vollzogen werden. Es existierte eine strenge Kirchenordnung mit genauen Vorschriften, bis wann Neugeborene zu taufen waren, und wie viele Paten zugelassen waren, wie Brautleute sich mit ihren Zeugen zur Kopulation einzufinden hatten, &uuml;ber das Wegbleiben vom Abendmahl und  &uuml;ber liederlichen Lebenswandel. Zuwiderhandlungen wurden mit geharnischten Strafen belegt.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 1. Juni 1763 brannte erneut gr&ouml;&#223;tenteils die Stadt nieder, darunter auch die Kirche mit Pfarr- und Schulgeb&auml;uden. Daraufhin erbaute sich die Gemeinde eine dritte Kirche, welche schon im Herbst 1764 geweiht wurde. 1772 best&auml;tigte der damalige Grundherr die fr&uuml;heren Privilegien, und bald darauf gelangte sie zu voller Selbst&auml;ndigkeit.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Kirchspiel geh&ouml;rten, nachdem 1853 Pogorzela abgezweigt wurde, au&#223;er der Stadt 45 l&auml;ndliche Ortschaften. Ab Juli 1893 waren die Evangelischen in Zalesie (<em>Gro&#223; Salesche<\/em>) Dorf und Gut, Lischkowo Dorf und Gut, Klein Salesche Dorf und Gut, Josefowo zu einer mit Kobylin unter einem Pfarramt verbundenen Mutterkirche vereint. Daf&uuml;r wurde 1895 in Zalesie ein neues Bethaus errichtet. <\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kirchspiel z&auml;hlte um 1898 1.695 und 1937 930 Gemeindeglieder.<\/p>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Abschrift und Bearbeitung des Textes aus Werner\/Steffani, &Uuml;berarbeitung und Erg&auml;nzung: Jutta Grube im Dezember 2022<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br\/>\r\nGolon, Arnold und Steffani, Johannes: Posener Evangelische Kirche. Ihre Gemeinden und Pfarrer von 1548 bis 1945, 1967<br>\r\nWerner, Albert u. Steffani, Johannes: Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen, Posen 1898, Seite 146-148<br>\r\n<br>\r\nArtikel in Wikipedia <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unierte_Evangelische_Kirche_in_Polen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unierte Evangelische Kirche in Polen<\/a> (zuletzt besucht am 17.11.2022)<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<hr \/>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=105215\">Evangelische Kirchengemeinde Kobylin<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das evangelische Kirchenwesen in der Stadt Kobylin, welche schon im 13. Jahrhundert bestand und zu Beginn des 15. Jahrhunderts von K&ouml;nig W&#322;adys&#322;aw II. Jagie&#322;&#322;o mit Magdeburgischem Recht versehen wurde, verdankt seine Entstehung dem Erbherrn Abraham von Lachowiec-Sienuta. Dieser legte in der ersten H&auml;lfte des 17. 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