{"id":106290,"date":"2022-12-25T16:17:52","date_gmt":"2022-12-25T15:17:52","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=106290"},"modified":"2022-12-25T16:17:52","modified_gmt":"2022-12-25T15:17:52","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-krotoschin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=106290","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Krotoschin"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stadt Krotoschin (<em>Krotoszyn<\/em>) ist Stammsitz einer mittlerweile ausgestorbenen angesehenen Familie Krotowski, die sich gr&ouml;&#223;tenteils der Reformation zuwandte. Im 16. Jahrhundert geh&ouml;rte die Stadt der Familie Rozdrarzewski. Johann Rozdrarzewski &uuml;bergab, nachdem er sich im Jahr 1592 mit einer Leszczynska welche den B&ouml;hmischen Br&uuml;dern zugetan war, verheiratet hatte, die dortige Hospitalkirche der Unit&auml;tsgemeinde. Diese behielt sie aber nur kurze Zeit, denn der genannte Grundherr starb 1601, und seine zweite Gemahlin, die katholisch war, nahm diese f&uuml;r die Katholiken in Beschlag, und ihr Sohn bedr&auml;ngte die Gemeine auf vielfache Weise. Wenig sp&auml;ter war von den B&ouml;hmischen Br&uuml;dern keine Spur mehr in Krotoschin vorhanden. Die Geistlichen der B&ouml;hmischen Br&uuml;der waren gewesen: Paul Orlicz der nachherige Unit&auml;tsprediger in Posen und Johann Turnowski, Senior und sp&auml;ter Pfarrer in Lobsens.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Herrschaft Krotoschin Eigentum der k&ouml;niglich preu&#223;ischen Seehandlungs-Soziet&auml;t geworden war und gleichzeitig der Hofgerichtsrat von Husarszewski in Bromberg Erbherr von Krotoschin war, trugen die evangelisch-lutherischen Deutschen, die sich schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts besonders von Schlesien aus dort niedergelassen und eine Schule gegr&uuml;ndet hatten, bei der Soziet&auml;t vor, ihnen bei der Errichtung eines Kirchspiels behilflich zu sein. Mit daf&uuml;r ein weiterer Grund war wohl die Tatsache, dass die Kirche von Zduny 1789 abbrannte, wohin sie sich bislang gehalten hatten. Nachdem die Fraust&auml;dter Synode schon 1788 keine Einw&auml;nde hatte, schenkte von Husarszewski der Gemeinde den Grund und Boden zu einer Kirche, einem Pfarr- und Schulhaus und die Soziet&auml;t lie&#223; f&uuml;r 18.000 Mark eine massive Kirche erbauen, welche Summe wiederzuerstatten die Gemeinde sich verpflichten musste. Der Kirchenbau wurde 1790 vollendet, und Anfang 1792 wurden Kirche, Pfarre und Schule der Gemeinde &uuml;bereignet. Glocken konnten erst 1818 beschafft werden. Allerdings war die arme Gemeinde nicht im Stande, die Bausumme aufzubringen. Auf wiederholte Bitten und nachdem die Herrschaft Krotoschin eine k&ouml;nigliche Dom&auml;ne geworden war, erlie&#223;en erst Friedrich Wilhelm II die eine, und sp&auml;ter Friedrich Wilhelm III die andere H&auml;lfte der Kirchenbaukosten. Patron wurde der F&uuml;rst von Thurn und Taxis, der die Herrschaft Krotoschin 1819 f&uuml;r seine Verluste an Post-Eink&uuml;nften in der Rheinprovinz als preu&#223;isches Thronlehen erhielt.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1846 wurde ein neues Pfarrhaus erbaut, und die Kirche von 1884 bis 1885 vollst&auml;ndig renoviert und um eine Vorhalle und zwei T&uuml;rme erg&auml;nzt. 1891 errichte die Gemeinde ein Siechenhaus, wof&uuml;r sie 38 Jahre lang Geld gesammelt hatte. F&uuml;r die Errichtung einer zweiten Pfarrstelle gab 1875 der K&ouml;nig ein Kapital von 12.000 Mark an die Gemeinde.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ausgedehnte Parochie umfa&#223;te neben der Stadt, das Schlo&#223; Krotoschin, die f&uuml;rstlichen Vorwerke Ba&#223;yn, Benitz, Brzoza, Carlstein, Chwaliszewo II, D\u0105browo, Dzielice, Gorzupia, Kobierno, Lutogniewo, Mathildenhof, Neu Bozaczyn, Neu Vorwerk, Orpiszewo, Raciborowo, Rozdrarzewo, Sophienh&ouml;h, Smoszew, Swinkow, Theresienstein, Tomnitz, Ustkow, Ugrzelle und Wrozew und einige f&uuml;rstliche F&ouml;rstereien, ferner die Gutsbezirke und D&ouml;rfer Konarzewo mit Szerkow, Dzierzanow und Starygrod nebst Biadki, Bozacin, Durzyn, Friedrichsfeld, Jakow, Alt-Krotoschin, Ojusz, Romanow, Rozki,  Rozdrarzewo und Trzemesno. Dann geh&ouml;rten hierher auch die Kolonien Hellefeld, wo monatlich im Schulhaus ein Filialgottesdienst stattfand, Haugfeld, Heinrichsfeld, Rosenfeld und Richtershof. <\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kirchspiel z&auml;hlte um 1898 5.168 und 1937 1.137  Gemeindeglieder.<\/p>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Abschrift und Bearbeitung des Textes aus Werner\/Steffani, &Uuml;berarbeitung und Erg&auml;nzung: Jutta Grube im Dezember 2022<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br\/>\r\nGolon, Arnold und Steffani, Johannes: Posener Evangelische Kirche. Ihre Gemeinden und Pfarrer von 1548 bis 1945, 1967<br>\r\nWerner, Albert u. Steffani, Johannes: Geschichte der evangelischen Parochien in der Provinz Posen, Posen 1898, Seite 168-170<br>\r\n<br>\r\nArtikel in Wikipedia <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unierte_Evangelische_Kirche_in_Polen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unierte Evangelische Kirche in Polen<\/a> (zuletzt besucht am 17.11.2022)<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<hr \/>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=105219\">Evangelische Kirchengemeinde Krotoschin<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt Krotoschin (Krotoszyn) ist Stammsitz einer mittlerweile ausgestorbenen angesehenen Familie Krotowski, die sich gr&ouml;&#223;tenteils der Reformation zuwandte. Im 16. Jahrhundert geh&ouml;rte die Stadt der Familie Rozdrarzewski. Johann Rozdrarzewski &uuml;bergab, nachdem er sich im Jahr 1592 mit einer Leszczynska welche den B&ouml;hmischen Br&uuml;dern zugetan war, verheiratet hatte, die dortige Hospitalkirche der Unit&auml;tsgemeinde. 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