{"id":107231,"date":"2023-02-10T21:43:22","date_gmt":"2023-02-10T20:43:22","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=107231"},"modified":"2024-05-02T20:39:00","modified_gmt":"2024-05-02T18:39:00","slug":"geschichte-des-filials-bledow-der-evangelischen-kirchengemeinde-rawa-mazowiecki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=107231","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Stara Iwiczna \u2013 Filial B\u0142\u0119d\u00f3w"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Um 1790 entstanden die Rodungsd&ouml;rfer J&#243;zef&#243;w, Przyluski, Chod&#243;w und Kazimierz. Die Siedler waren vorwiegend schw&auml;bischer Herkunft, nur in Janki und Wilchelm&#243;w hatten sich ihnen auch Einwanderer vom Niederrhein hinzugesellt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1839 gr&uuml;ndeten sie das Filial Blendow (<em>B&#322;&#281;d&#243;w<\/em>), das der Rawaer Pastor zw&ouml;lfmal im Jahr bediente. Kraft der Schenkungsurkunde vom 7. November 1830 &uuml;bereignete der Blendower Gutsbesitzer Karl Zag&#243;rski den Evangelischen das Bet- und Schulhaus, das auf dem ger&auml;umigen Marktplatz neben der r&ouml;misch-katholischen Kirche lag. Damals z&auml;hlte das Filial 277 deutsch-evangelische Familien, rund 1000 Seelen.<br>\r\nDoch die Bev&ouml;lkerung fluktuierte, teils kamen neue Einwanderer, teils zogen die alten wieder fort, so z. B. nach Zyrard&#243;w, wo sie in dem Textilwerk von Hille und Dittrich bessere Verdienst- und Aufstiegsm&ouml;glichkeiten fanden. Der deutsche Bev&ouml;lkerungsanteil war betr&auml;chtlich. So betrug anfangs die Zahl der evangelischen Schulkinder 139, sp&auml;ter dann 79. In Blendow soll eine deutsche Sch&uuml;tzengilde, eine Handwerkerzunft und ein Gesangverein bestanden haben.Langsam setzte jedoch der Niedergang des Filials ein. Um 1875 wanderten von hier die Evangelischen nach Wolhynien oder in andere Parochien aus. W&auml;hrend die Zahl der Geburten nach 1839 bis auf 114 anstieg, verringerte sie sich vor 1914 bis auf 20 bzw. 30.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ersten Weltkrieg wurden bis auf eine Familie alle Filialmitglieder nach Ru&#223;land verbannt. Auch nach deren R&uuml;ckkehr hielt die Abw&auml;rtsentwicklung des Filials weiter an. Neben einem gemischten Gesangchor wurde 1931 auch ein Posaunenchor gegr&uuml;ndet. Das Bethaus baute man zu einer Kirche um, wof&uuml;r auch nach Detroit ausgewanderte Gemeindeglieder einen ansehnlichen Betrag spendeten. Im Jahr 1926 wurde die evangelische Schule und das Filial beschritt den Klageweg. Im Herbst 1930 entschied das Warschauer H&ouml;chste Gericht zugunsten des Filials. Im Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Glocken von den deutschen Besatzungsbeh&ouml;rden requiriert. Als letzter Lehrer und Kantor war hier bis zuletzt Herbert Badke t&auml;tig.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Filial geh&ouml;rten die St&auml;dte Gr&#243;jec, Mszczon&#243;w und 10 D&ouml;rfer. In der Kreisstadt Gr&#243;jec befand sich nur ein kleines evangelisches Kantorat mit 40 Familien (fr&uuml;her 199). An der Hauptstra&#223;e der Stadt lag das Bethaus, auch als Schule bis 1918 genutzt. Es wurde 1885 erbaut und fasste etwa 60 Sitzpl&auml;tze. Die deutsche Schule wurde sp&auml;ter in einem neuen Geb&auml;ude untergebracht. Der 1928 verstorbene Reinhold Engel wirkte mit gro&#223;er Hingabe von 1886 bis 1906 als Lehrer und Kantor in seinem Geburtsort B&#322;&#281;d&#243;w, dann bis 1918 in &#321;owicz. Gab es noch um 1867 4 deutsch-evangelische Schulen, so blieb von ihnen nach 1918 keine &uuml;brig. Das Filial befand sich bereits vor 1939 in fortschreitender Aufl&ouml;sung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Filial geh&ouml;rten 1839 1 Kirche, 1 Betsaal und 2 Friedh&ouml;f. Die Administratoren waren durchweg ausw&auml;rtige Pfarrer.<br>Im Jahr 1923 20 Taufen (davon 11 in polnischer und 9 in deutscher Sprache), 5 Trauungen und 11 Todesf&auml;lle.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<h3 style=\"text-align: center;\">Die Pfarrer des  Filials B&#322;&#281;d&#243;w<\/h3>\r\n<p>&nbsp;<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Ausw&auml;rtige Administratoren<\/b><br>\r\n<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p> \r\n<h3 style=\"text-align: center;\">Die Kantoren des  Filials B&#322;&#281;d&#243;w<\/h3>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Reinhold Engel, 1886-1906<\/b><br>\r\nLehrer und Kantor in Stara Iwiczna von 1866-1906, anschlie&#223;end bis 1918 in &#321;owicz wo er 1918 verstarb.<\/p>   \r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\t\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<a href=\"#top\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a>\r\n<hr \/>\r\n\r\n<p><a href=\"?p=94211\">Zur&uuml;ck zur evangelischen Kirchengemeinde Stara Iwiczna &#8211; Filial B&#322;&#281;d&#243;w<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um 1790 entstanden die Rodungsd&ouml;rfer J&#243;zef&#243;w, Przyluski, Chod&#243;w und Kazimierz. 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