{"id":108032,"date":"2023-04-29T20:04:19","date_gmt":"2023-04-29T18:04:19","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=108032"},"modified":"2023-06-27T21:44:17","modified_gmt":"2023-06-27T19:44:17","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-lipno","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=108032","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Lipno"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Siedlungsbewegung des 18. Jahrhunderts f&uuml;hrte zur Gr&uuml;ndung zahlreicher evangelischer D&ouml;rfer in der n&auml;heren und weiteren Umgegend von Lipno.<br>Im Jahr 1793 schlossen sie sich zur Gemeinde mit dem Pfarrsitz in dem 1,5 km s&uuml;dlich von Lipno gelegenen Bia&#322;owie&#380;yn zusammen und beriefen zu ihrem ersten Prediger Johann Gottlieb Maske. Nur sechs Jahre hielt er in den f&uuml;r ihn schwierigen und k&auml;rglichen Verh&auml;ltnissen aus.<br>Am 24. September 1799 verf&uuml;gte die preu&#223;ische Kammer zu P&#322;ock die Verlegung des Pfarrsitzes nach Lipno. Wann die Kirche erbaut wurde ist unklar, entweder 1800 oder mehrere Jahre sp&auml;ter, wobei die Einweihung am 04. Mai 1806 erfolgt sein soll. In diesem Jahr benutzten sie die Franzosen als Kriegsmagazin.<br>In der Zeit zwischen 1841-1850 nahmen &ouml;rtliche Gutsbesitzer das den Kolonisten zur Urbarmachung verpachtete Land wieder weg, wie z. B. in Grabiny u. a. und gaben es entweder an polnisch-katholische Siedler weiter oder behielten es f&uuml;r sich selbst zur Nutzung Durch den Entzug der Pachtstellen wurden die Kolonisten faktisch ausgewiesen, mu&#223;ten neues Land erkunden und sich in anderen Gemeinden niederlassen. Dies wiederum bewirkte den R&uuml;ckgang der Eingepfarrten, so von 5.000 im Jahr 1841 auf etwas &uuml;ber 4.000 nach einem Jahrzehnt.<br> Im Jahr 1858 wurden die Kantorate &#321;&#281;g (<em>Witoszyn<\/em>), Bogucin und Fabianki von der Parochie Oss&#243;wka getrennt und an Lipno angegliedert. Daf&uuml;r erhielt Oss&#243;wka die zu ihm n&auml;her gelegenen Siedlungen Brze&#378;no, Sumin, Morgowo und Lubinek. Durch diesen Austausch verlor die Parochie Lipno 100 Familien. Da die Kirche inzwischen br&uuml;chig geworden war und einzust&uuml;rzen drohte, beschlo&#223; das Kirchenkollegium die Errichtung eines neuen Gotteshauses. Die neue Kirche wurde am 08. Dezember 1868 von Pfr. Eduard Stiller, Ozorkow, eingeweiht. Dank eines Verm&auml;chtnisses der Frau Karoline Kroengel geb. Schmidt konnte 1852 eine gro&#223;e Glocke von der Warschauer Firma Petersilge bezogen werden und 1864 eine zweite von der gleichen Glockengie&#223;erei durch eine Schenkung der Eheleute Glitzke in Lipno.<br>Der Lipnoer Friedhof, 5 Morgen und 289 Ruten gro&#223;, wurde umfriedet und in Ordnung gebracht. Zu Pfr. Johann Buses Amtszeit von 1883-1895 unterzog man die Kirche einer gr&uuml;ndlichen Renovierung und zu der Pfr. Adolf Heinrich Rondthalers (1906-1913) setzte man den vom Einsturz bedrohten Kirchturm instand. Das in Barany 1870\/71 erstellte Schul- und Bethaus brannte im Jahr 1909 ab. 1910 wurde ein neues massives erbaut. &uuml;ber zwei Jahrzehnte, mit Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg, wirkte in Lipno Pastor Erich Ludwig Gustav Buse. 1924 wurde in Makowiec an Stelle des 1914 niedergebrannten Schulhauses eine neue Schule mit einem Bethaus errichtet. Elzanowo verlor durch Brandstiftung sein Schul- und Bethaus und erbaute durch Pfr. Buses Initiative f&uuml;r das 80 lutherische Familien z&auml;hlende Kantorat ein gro&#223;es privates Schulhaus, das auch als Betsaal benutzt wurde. Miodusy hatte ein Kirchlein und ein stattliches Schulhaus. Das Kantorat z&auml;hlte 53 deutsch-evangelische Familien und vorl&auml;ufiger Kantor war 1938 der Wirt Schmade. In Barany waren 110 evang. Familien ans&auml;ssig. Im Jahr 1929 erweiterte man den Friedhof in Lipno. Ferner bezog man drei Bronzeglocken von der Firma Schilling, Apolda, im Jahr 1931 wurden Kirche und Orgel instandgesetzt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1929 wurden 310 Taufen, 130 Konfirmationen und 82 Trauungen durchgef&uuml;hrt, es gab 234 Todesf&auml;lle und 4.010 Kommunikanten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1934 unterhielt die Gemeinde 5 Kantorate sowie 19 Friedh&ouml;fe, sie betrieb 9 Schulen mit evangelischen Lehrern und  ihr geh&ouml;rten rund 8.000 Seelen an. Im Jahr 1939 waren es 6.500 Seelen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 13. Oktober 1968 wurde in Lipno das 100j&auml;hrige Kirchweihjubil&auml;um begangen.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br\/>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<br>\r\nLange, Otto: Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Lipno 1793-1933, in <a href=\"?p=19076\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Volksfreund-Kalender 1934<\/a>, Seiten 83-93<\/p>\r\n\r\n<a href=\"#top\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=108011\">Evangelische Kirchengemeinde Lipno<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Siedlungsbewegung des 18. 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