{"id":110778,"date":"2024-04-01T00:30:08","date_gmt":"2024-03-31T22:30:08","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=110778"},"modified":"2025-12-05T17:00:43","modified_gmt":"2025-12-05T16:00:43","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-ilow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=110778","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde I\u0142\u00f3w"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">I&#322;&#243;w war die Muttergemeinde der evangelischen Parochien in der Weichselniederung und dar&uuml;ber hinaus das Kirchspiel, dessen Pastoren ihren Bereisungsbezirk bis in die Tiefe des Lodzer Raumes ausdehnten. Als Dorf namens Gylau-I&#322;&#243;w gegr&uuml;ndet, wurde es im Jahre 1506 zum Marktflecken erhoben. Mit der deutschen Kolonisationsbewegung des 18. Jahrhunderts, die die Weichselniederung kr&auml;ftig erfa&#223;te und zahlreiche deutsch-evangelische D&ouml;rfer hervorbrachte, gewann I&#322;&#243;w in dem ihm von der Zeit und den Umst&auml;nden zugemessenen Rahmen an Einflu&#223; und Bedeutung. 1775 stiftete der Kastellan Adam von Lasocki die Gemeinde I&#322;&#243;w und dotierte sie mit 45 Morgen kulmischen Ma&#223;es, 90 Talern zum Unterhalt des Pastors und freiem Brennholz. Die Fundationsurkunde wurde 1855 noch um 10 Morgen erg&auml;nzt, im ganzen also die Schenkung auf 55 Morgen erh&ouml;ht. Eine schlichte Holzkirche d&uuml;rften die Evangelischen hier schon vor 1775 besessen haben, denn 1785 wurde sie repariert. Im Laufe der Zeit aber war sie derart bauf&auml;llig geworden, da&#223; sie 1860 abgetragen werden mu&#223;te. 1860\/61 errichtete man ein neues steinernes Gotteshaus und weihte es am 1. Advent 1861 ein. Da sich das kleine, defekte h&ouml;lzerne Pastorat nicht mehr eignete, schenkte die Regierung im Jahr 1855 der Parochie das vom ehemaligen Kastellan von Lasocki fr&uuml;her bewohnte Gutshaus. Bis in die 60er Jahre des 19. Jahrhunderts war I&#322;&#243;w eine Patronatsgemeinde. Der Pfarrer wurde &#8220;im Namen Sr. Majest&auml;t des Kaisers von der Verwaltung des F&uuml;rstentums Lowicz pr&auml;sentiert, von der Gemeinde gew&auml;hlt und von der Krone best&auml;tigt&#8221;.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als erster Prediger wird Heinrich Gottlob Seifert genannt. Nach ihm amtierte Daniel Bleibtreu G. Wille, der, 1779 aus Wengrow entfernt, noch im gleichen Jahr in I&#322;&#243;w auftauchte und 1785 wegen seines unsittlichen Lebenswandels abgesetzt wurde. Die drei weiteren Pastoren \u2014 B&uuml;cher, Witthold und Haak \u2014 wurden durch ihre weiten Bereisungen bekannt. B&uuml;cher bediente die evangelischen D&ouml;rfer in der Lodzer Gegend, und man nannte ihn respektvoll &#8220;Seelsorger und Beichtvater von Bru&#380;yca&#8221;. W&auml;hrend er sich selbst als Synodalrat titulierte, gebrauchte Witthold f&uuml;r seine Stellung in dem von ihm religi&ouml;s verwalteten Bezirk das Pr&auml;dikat &#8220;Superintendent&#8221;. Von Haak wird berichtet, er sei an den Folgen seiner beschwerlichen Reisen erkrankt und bald darauf auch verstorben. Den langj&auml;hrigen Pfarrer Peter (Petrus) Beczkowski behielten die Eingepfarrten in guter Erinnerung. Seine Leutseligkeit, Kontaktfreudigkeit und Schlichtheit gewannen ihm die Herzen vieler. Zu seiner Zeit z&auml;hlte man in der Parochie 11 evangelische Schulen mit 11 Lehrern und 529 Kindern.<br>Vor 1914 emigrierten Gemeindeglieder nach Amerika. W&auml;hrend des Ersten Weltkrieges wurde das Kirchendach durch Gesch&uuml;tzfeuer zerst&ouml;rt. Das Schul- und Bethaus in Neudorf brannten die Russen nieder.<br>Die evang. Wirte in &#321;&#281;g-Suchod&#243;l, z. T. in Pieczysko und Januszew, f&uuml;hrten einen jahrzehntelangen Kampf mit der Weichsel, die m&auml;chtige Landst&uuml;cke untersp&uuml;lte und wegschwemmte. Von 1888-1938 behielt Suchod&#243;l, das einst 269 Morgen z&auml;hlte, nur knapp 60 Morgen. Aus den Erdmassen in der Weichsel formierte sich die Karoliner K&auml;mpe, wo 1938 sechs deutsche Wirte ans&auml;ssig waren. Zum Kantorat Januszew geh&ouml;rte das erw&auml;hnte Dorf mit 65 Familien, Bieniew mit 13 Familien und noch eine kleine K&auml;mpe. Das Amt des Kantors versah der Wirt Ferdinand Wiese.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1929 wurden 102 Taufen, 49 Konfirmationen und 38 Trauungen durchgef&uuml;hrt, es gab 77 Todesf&auml;lle und 1.370 Kommunikanten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gemeinde unterhielt 1 Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Bethaus und ein Haus f&uuml;r Bedienstete sowie Wirtschaftsgeb&auml;ude, 4 Kantorate, und 11 Friedh&ouml;fe. Im Jahr 1939 geh&ouml;rten ihr 3.200 Seelen an.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br\/>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n<a href=\"#top\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=97756\">Evangelische Kirchengemeinde I&#322;&#243;w<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I&#322;&#243;w war die Muttergemeinde der evangelischen Parochien in der Weichselniederung und dar&uuml;ber hinaus das Kirchspiel, dessen Pastoren ihren Bereisungsbezirk bis in die Tiefe des Lodzer Raumes ausdehnten. 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