{"id":113867,"date":"2025-05-26T14:14:10","date_gmt":"2025-05-26T12:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=113867"},"modified":"2025-05-26T14:56:15","modified_gmt":"2025-05-26T12:56:15","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-rypin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=113867","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Rypin"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Rypin war bis 1938 mit der Gemeinde Micha&#322;ki verbunden. In diesem Jahr wurde die Parochie in die beiden selbst\u00e4ndigen Kirchspiele Micha&#322;ki und Rypin geteilt. Die Bestrebungen zur Verselbst\u00e4ndigung Rypins datierten bereits in die zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts. Sie setzten einerseits damit ein, da\u00df die 1864 geplante Verlegung des Pfarrsitzes von Micha&#322;ki nach Rypin 1888 durchgef\u00fchrt wurde. Andererseits wies in die gleiche Richtung einer Trennung von Micha&#322;ki der im Jahr 1888 fertiggestellte Bau der evangelischen Kirche in Rypin. Da die traditionsbewu\u00dften und auf ihr seit 1784 bestehendes Kirchenwesen bedachten Michalker Gemeindeglieder den Rypiner Glaubensgenossen nicht nachstehen wollten, errichteten sie 1935-1937 eine neue Kirche und auch ein neues Pfarrhaus. Und so brachte es die Entwicklung mit sich, da\u00df sich die Tochtergemeinde Rypin von ihrer Muttergemeinde Micha&#322;ki l\u00f6sen und mit Ernst Waldemar Krusche als Pastor verselbst\u00e4ndigen konnte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter den D\u00f6rfern der Rypiner Parochie nahm das 12 km vom Pfarrort entfernte, im Jahr 1770 gegr\u00fcndete Oborki mit seinem Lehrer und Kantor Gustav Prill einen besonderen Platz ein. Von 1719 Kantoratsschule und seit 1893 staatliche Elementarschule, hatte Prill in den Jahren 1922-1926 um ihren evangelischen und deutschen Charakter zu k\u00e4mpfen. Dank seines Einsatzes konnte die gef\u00e4hrdete Schule gerettet und eine Kapelle sowie ein neues Schulgeb\u00e4ude erbaut werden. Mit eigenen Mitteln \u2014 die Schulgemeinde Oborki besteuerte sich mit 15 Z&#322; vom Morgen \u2014 und ausw\u00e4rtigen Spenden kam der ansehnliche Betrag von 60.234 Z&#322; zusammen. Der Nobelpreistr\u00e4ger Thomas Mann, an den sich Prill auch wandte, \u00fcberwies 2.000 Z&#322; zum Schulbau und f\u00fcgte sein Bild mit einer Widmung bei. Nach Vollendung des Schulbaues hing im Klassenzimmer u.a. das Bild Thomas Manns, wozu der Schulinspektor seine Erlaubnis gegeben hatte. Am 25. Oktober 1931 wurde in Oborki das Glaubenswerk des evangelischen Lehrers und Kantors Prill unter Beteiligung von etwa l.000 Personen eingeweiht. Die Schule hie\u00df fortan die &#8222;Schule mit dem Nobelpreis&#8220;. Erst als 1939 das Dobriner Land dem Gau Danzig-Westpreu\u00dfen angegliedert wurde, mu\u00dfte Prill auf Befehl der deutschen Beh\u00f6rden das Bild Thomas Manns entfernen. Au\u00dfer Oborki lagen im Bereich der ehem. Kirchengemeinde Micha&#322;ki-Rypin noch 29 evang. Schulen. Nach der Teilung verblieben bei Rypin: Cetki, Somsiory, Skudzawy, Tomaszewo, Trombin und Zbojenko.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon seit 1801 war der Wunsch nach einer Kirche in Rypin lebendig. Doch erst die am 12. Oktober 1879 stattgefundene Gemeindeversammlung in Micha&#322;ki fa\u00dfte den Beschlu\u00df \u00fcber die Erbauung einer Kirche in Rypin. Am 26. Januar 1878 kaufte man den sogenannten Garten des Templerordens, 5 Morgen und 95 Quadratruten gro\u00df, zum Kirchbauplatz. Au\u00dferdem erwarb die Gemeinde noch zur Abrundung des Platzes 18 Quadratruten f\u00fcr 640 Rbl. Die Grundsteinlegung des Gotteshauses fand am 31. Mai 1882 und seine Einweihung durch Bischof von Everth am 10. Juni 1888 statt. Der Kirchbau dauerte sechs Jahre. Nach Verlegung des Pfarrsitzes von Micha&#322;ki nach Rypin im Jahre 1888 wohnten hier die Pastoren. Seit Januar 1895 wurden die Standesamtsb\u00fccher in Rypin, vordem in Micha&#322;ki, gef\u00fchrt. 1901\/02 erbaute Pfarrer Robert Gregor Gundlach das Pfarrhaus. Als Bauplatz zum Pastorat kaufte die Gemeinde schon im Jahre 1893 ein neben der Kirche gelegenes Grundst\u00fcck mit Geb\u00e4uden, die vor\u00fcbergehend als Pfarrhaus u. a. gedient hatten. 1911 spendete Michael Wunsch aus Trombin 1.000 Rbl f\u00fcr eine Kirchenuhr, die aus Prag bezogen wurde. Letzter Pastor von Micha&#322;ki-Rypin vor 1939 und erster der selbst\u00e4ndigen Gemeinde Rypin war Ernst Waldemar Krusche. Unter seiner Leitung beging die Rypiner Parochie am 12. Juni 1938 das 50j\u00e4hrige Jubil\u00e4um ihrer Kirche. Ebenso widmete er sich mit ganzer Tatkraft der Errichtung des neuen Gotteshauses in Micha&#322;ki, das 1935-1937 erbaut und am 18. Oktober 1937 eingeweiht wurde.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erweckungsbewegung in der Rypiner Gegend ging auf den sehr ernsten und frommen Lehrer Adam Skowroriski zur\u00fcck, der zu Beginn des Ersten Weltkrieges starb. Die sogenannten Pfingstler hatten ihren Mittelpunkt im Dorfe Przyrowa mit Kapelle, Friedhof und Wohnung f\u00fcr den Prediger. Die Baptisten besa\u00dfen bereits 1888 zwei Bets\u00e4le \u2014 in Rypin und Wrzeszewo. Im Jahre 1895 errichteten sie statt in Rypin eine Kapelle in Glowinsk. Zuletzt verschob sich das Zentrum der Baptistengemeinde nach Tomaszewo, wo im Ersten Weltkrieg eine gro\u00dfe Kapelle mit einer Wohnung f\u00fcr den Prediger erstellt wurde. Letzter Pastor in Rypin war vom 1. M\u00e4rz 1940 Hugo Schmidt, der bis zum Zusammenbruch 1945 der Gemeinde mit Liebe und Besonnenheit gedient hat. 1969 wurde auf dem Treffen der Rypiner Landsleute in Hannover ein Heimatkreisausschuss, zun\u00e4chst f\u00fcr den Kreis Rypin, gebildet.<\/p>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gemeinde geh&ouml;rten im Jahr 1938 nach der Teilung mit Micha&#322;ki 5.000 Seelen an.<\/p>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<p><a href=\"?p=113863\">Evangelische Kirchengemeinde Rypin<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rypin war bis 1938 mit der Gemeinde Micha&#322;ki verbunden. 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