{"id":115246,"date":"2025-08-15T14:34:03","date_gmt":"2025-08-15T12:34:03","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=115246"},"modified":"2025-08-15T16:09:21","modified_gmt":"2025-08-15T14:09:21","slug":"die-evangelische-kirche-in-boehmen-maehren-und-oesterreichisch-schlesien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=115246","title":{"rendered":"Die Evangelische Kirche in B\u00f6hmen, M\u00e4hren und \u00d6sterreichisch Schlesien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im &ouml;sterreichischen Teil des Heiligen R&ouml;mischen Reiches deutscher Nation, zu dem B&ouml;hmen, M&auml;hren und auch Schlesien geh&ouml;rten, verbreiteten sich reformatorische Bestrebungen sehr schnell. Die Schriften Martin Luthers wurden wenige Jahre nach ihrer Ver&ouml;ffentlichung hier schon nachgedruckt, wobei vor allem Breslau und Wien die Hauptzentren daf&uuml;r waren. Andererseits waren die Protestanten z.T. auch starken Verfolgungen ausgesetzt.<br>\r\nDurch den 1555 geschlossenen Augsburger Religionsfrieden wurden die Rechte der Evangelischen gest&auml;rkt, allerdings hing es vom Landesherrn ab, ob die Reformation eingef&uuml;hrt wurde. Die Gegenreformation verst&auml;rkte ihre Bem&uuml;hungen den Prozess aufzuhalten und die katholische Lehre als allein zul&auml;ssige zu festigen. Reformatorische Schriften wurden ab 1600 immer wieder verbrannt und Gl&auml;ubige von ihren Grundherren zur Teilnahme am katholischen Gottesdienst gezwungen.<br>\r\nNach Beginn des Drei&#223;igj&auml;hrigen Krieges waren sowohl die Niederlage in der Schlacht am Wei&#223;en Berg 1620 als auch der Ober&ouml;sterreichische Bauernkrieg die Ursachen daf&uuml;r, dass die evangelische Lehre, in den Untergrund gedr&auml;ngt, nur noch dort fortleben konnte. Gleichzeitig wurden dadurch Auswanderungswellen ausgel&ouml;st.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Ende des Drei&#223;igj&auml;hrigen Krieges 1648 wurden die Rekatholisierungsbestrebungen noch einmal verst&auml;rkt und es gab nur die M&ouml;glichkeit der Auswanderung, wenn man zur katholischen Lehre nicht mehr zur&uuml;ck wollte. Gerade im Grenzgebiet zu Sachsen nutzten viele diese M&ouml;glichkeit, sofern es ihnen gelang unbemerkt das Land zu verlassen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst das 1781 durch Joseph II. erlassene  Toleranzpatent erm&ouml;glichte die Gr&uuml;ndung von Gemeinden f&uuml;r die Evangelischen Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses. Allerdings galten einige Einschr&auml;nkungen. So musste die Gemeinde mindestens 500 Personen oder 100 Familien umfassen und die Beth&auml;user turmlos bleiben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das 19. Jahrhundert brachte die schrittweise Gleichstellung der evangelischen Gemeinden. Zun&auml;chst durften sie weitere Schulen, Krankenh&auml;user und Kirchen errichten, letztere ab 1848 auch mit Turm. In diesem Jahr kam das Recht hinzu eigene Matrikel zu f&uuml;hren. Und Das 1861 durch Franz Joseph I. erlassene Protestantenpatent schuf nun eine weitgehende rechtliche Gleichstellung.<br>\r\nNach dem Zusammenbruch der Monarchie teilte sich die evangelische Kirche auf die Nachfolgestaaten auf.<\/p>\r\nGliederung\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die evangelische Kirche in &Ouml;sterreich wurde 1784 in Di&ouml;zesen aufgeteilt.<br>F&uuml;r B&ouml;hmen, M&auml;hren und &Ouml;sterreichisch Schlesien waren das die <ul>\r\n\t<li>Evangelische Superintendentur A.B. B&ouml;hmen mit dem Prager, dem N&ouml;rdlichen und dem S&uuml;dlichen Seniorat,<\/li>\r\n\t<li>die Evangelische Superintendentur A.B. M&auml;hren und Schlesien und<\/li>\r\n\t<li>die 1869 gegr&uuml;ndete Evangelische Superintendentur A.B. Asch.<br>\r\n\tVorher bildeten die evangelischen Gemeinden des Ascher L&auml;ndchens ein eigenst&auml;ndiges Inspektorat, das der Statthalterei in Prag direkt unterstellt und von den Grafen von Zedtwitz bestellt wurde.<\/li><\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zusammenhang mit der Zuspitzung des Konfliktes zwischen den Nationalit&auml;ten in &Ouml;sterreich-Ungarn versch&auml;rfte sich auch der Gegensatz zwischen deutschsprachigen und tschechischsprachigen Lutheranern, in deren Folge die Evangelische Superintendentur A.B. B&ouml;hmen geteilt wurde,<ul>\r\n\t<li>das weitgehend tschechischsprachige &ouml;stliche Seniorat wurde die Evangelische Superintendentur A.B. Ostb&ouml;hmen und<\/li><li>das weitgehend deutschsprachige westliche Seniorat die Evangelische Superintendentur A.B. Westb&ouml;hmen.<\/li><li>Das Evangelische Seniorat A.B. Asch blieb weiterhin selbst&auml;ndig<\/li><\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Gr&uuml;ndung der Tschechischen Republik und dem Verbot, die bisherigen Beziehungen zu &Ouml;sterreich beizubehalten, wurde am 25.Oktober 1919 die Deutsche Evangelische Kirche in B&ouml;hmen, M&auml;hren und Schlesien gegr&uuml;ndet. Durch ein Dekret von Pr&auml;sident Bene&#353; wurde diese am 6. Mai 1945 aufgel&ouml;st.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<table class=\"tableGliederungDioezese\">\r\n<thead>\r\n    <tr>\r\n     <td colspan=\"2\">Die Evangelischen Superintendenturen<\/td>\r\n     <\/tr>\r\n<\/thead>\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td><a href=\"?p=115252\">A.B. Westb&ouml;hmen<\/a><\/td>\r\n      <td><a href=\"?p=115257\">A.B. Ostb&ouml;hmen<\/a><\/td>\r\n<\/tr><tr>\r\n      <td><a href=\"?p=115262\">A.B. M&auml;hren und Schlesien<\/a><\/td>\r\n      <td><a href=\"?p=115268\">A.B. Asch<\/a><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\t \r\n\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<p>gehe zu <a href=\"?p=7409\">Forschungsstelle Sudetenland<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im &ouml;sterreichischen Teil des Heiligen R&ouml;mischen Reiches deutscher Nation, zu dem B&ouml;hmen, M&auml;hren und auch Schlesien geh&ouml;rten, verbreiteten sich reformatorische Bestrebungen sehr schnell. Die Schriften Martin Luthers wurden wenige Jahre nach ihrer Ver&ouml;ffentlichung hier schon nachgedruckt, wobei vor allem Breslau und Wien die Hauptzentren daf&uuml;r waren. 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