{"id":115955,"date":"2025-12-05T17:02:32","date_gmt":"2025-12-05T16:02:32","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=115955"},"modified":"2025-12-05T17:03:38","modified_gmt":"2025-12-05T16:03:38","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-gabin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=115955","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde G\u0105bin"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stadt G&#261;bin (Gombin) liegt 17 km s&uuml;dwestlich von P&#322;ock entfernt und z&auml;hlte im Jahre 1820 nur 1.596 Bewohner, davon waren 255 Juden und 381 Christen (Polen und Deutsche). 1829 waren es schon 3.001, darunter rund 500 evangelische Deutsche (u. a. etwa 50 Tuchmacher). Um das Wachstum von G&#261;bin zu f&ouml;rdern, wurde auf der anderen Seite des Nida-Baches ein neuer Stadtteil mit Ring, Kirchplatz und Pfarrland ausgemessen.<br>Nach 1750 hatten sich in der Umgegend von G&#261;bin auch deutsche Kolonisten niedergelassen, so 1759 in Deutsch-Wi&#261;czemin, Troszyn Niem. H., Borki und K&auml;mpe Tokary, 1769 in Sady und 1772 in Deutsch-Grabie. 1776 gr&uuml;ndeten die Br&uuml;der Hilsen das Mennonitendorf Kazu&#324;, 1800 wurde die schw&auml;bische Siedlung Leonberg H. \u2014 Lw&#243;wek von der preu&#223;ischen Verwaltung angelegt.<br>\r\nIm Jahre 1829 beschlossen die Gombiner Evangelischen, die Vertreter der deutschen Weichseld&ouml;rfer und die von Leonberg, die Bildung der Kirchengemeinde G&#261;bin. Bis dahin pastorierten die Weichseld&ouml;rfer die Prediger von I&#322;ow. In G&#261;bin selbst hatten die Evangelischen bereits um 1800 einen Betsaal. Der sich sammelnden Parochie schenkte die Regierung die erforderlichen Baupl&auml;tze und zwei Morgen Gartenland. In den Jahren 1827-1829 wurde eine steinerne Kirche und ein Pfarrhaus erbaut. Den ersten Pastor Wilhelm Nathanael Ernst Bando w&auml;hlte man am 28. Juli 1830. Doch der polnische Aufstand 1830\/33, Epidemien, Niedergang des vordem bl&uuml;henden Tuchmachergewerbes, wie auch die Errichtung der Zollgrenzen zwischen Ru&#223;land und Kongre&#223;polen, verz&ouml;gerten die Besetzung der Pfarrstelle. Seine Installation, verbunden mit der Einweihung der Kirche, vollzog der P&#322;ocker Superintendent Hevelke in Gegenwart des Pfarrers Seegemund, Gostynin, und seines Bruders, des Pfarrers Heinrich Bando aus Zgierz, am 3. Juni 1832. Indessen verminderte sich die Zahl der Evangelischen in G&#261;bin durch Abwanderung der Tuchmacher nach &#321;&#243;d&#378; und in andere St&auml;dte. Vor 1939 waren keine mehr in G&#261;bin. Dagegen entwickelte sich das herrnhutische Dorf Leonberg auch wirtschaftlich gut. 1938 beabsichtigte man hier eine deutsche Privatschule zu erbauen, was aber die Beh&ouml;rden nicht gestatteten. &Auml;hnlich wie Bando, amtierte &uuml;ber 40 Jahre im Kirchspiel Pfr. und Sup. der P&#322;ocker Di&ouml;zese Theodor Kunzmann. Ihm folgte Pastor Bruno L&ouml;ffler, der den gr&ouml;&#223;ten Nachdruck auf den inneren Bau der ihm anvertrauten Gemeinde legte. In gleicher Richtung verlief das Wirken des Pfr. Bruno Gutknecht. Am 7. Juli 1929 wurden drei neue Glocken, von der Glockengie&#223;erei Karl Schwabe, Bia&#322;a, bezogen, eingeweiht. Vom 2.-5. Juni 1932 beging die Gemeinde ihr 100j&auml;hriges Jubil&auml;um. &#346;winiary bildete den Mittelpunkt der Niederungsd&ouml;rfer von G&#261;bin. Es hatte eine lutherische Kapelle (auch eine Baptistenkapelle). Wi&#261;czemin baute 1938 eine massive Kirche. Am 19. Juni 1938 wurde in Szczawin ein neues Bethaus eingeweiht. Desgleichen errichtete Troszyn 1938 ein Kirchlein. In Deutsch-Wymy&#347;le wohnten 4 lutherische und 40 mennonitische Familien friedlich zusammen. Pastor Gutknecht wurde ein Opfer der blutigen Septembertage 1939.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1923 wurden 131 Taufen, 114 Konfirmationen und 40 Trauungen durchgef&uuml;hrt, es gab 74 Todesf&auml;lle und 1.176 Kommunikanten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gemeinde unterhielt 1 Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Gemeindehaus, 2 Beth&auml;user und 11 Friedh&ouml;fe. Im Jahr 1928 geh&ouml;rten ihr 4.000 Seelen an.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br\/>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n<a href=\"#top\"><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=26333\">Evangelische Kirchengemeinde G&#261;bin<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt G&#261;bin (Gombin) liegt 17 km s&uuml;dwestlich von P&#322;ock entfernt und z&auml;hlte im Jahre 1820 nur 1.596 Bewohner, davon waren 255 Juden und 381 Christen (Polen und Deutsche). 1829 waren es schon 3.001, darunter rund 500 evangelische Deutsche (u. a. etwa 50 Tuchmacher). 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