{"id":18806,"date":"2013-07-28T10:53:43","date_gmt":"2013-07-28T10:53:43","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.agoff.de\/?p=18806"},"modified":"2023-02-12T21:20:14","modified_gmt":"2023-02-12T20:20:14","slug":"geschichte-der-kirchengemeinde-paproc-duza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=18806","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Papro\u0107 Du\u017ca"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 1800 wurden von mecklenburgischen Kolonisten die Siedlungen K&ouml;nigshuld-Papro&#x0107; Du&#x017C;a oder Gro&#223; Papro&#x0107;, Luisenau, Wilhelmsdorf und Mecklenburg gegr&uuml;ndet. Die schulischen und kirchlichen Verh&auml;ltnisse waren in den Jahren des Se&#223;haftwerdens und der Einwurzelung primitiv und ungeordnet. Die Jugend unterrichtete, wer gerade von dieser oder jener Kolonie als Lehrer angenommen wurde. Nicht besser war es um die religi&ouml;se Versorgung der Ansiedler bestellt. Unregelm&auml;&#223;ig bereisten die Prediger von Chmiel&#x00F3;wka-Suwalki und Wengrow die D&ouml;rfer der K&ouml;nigshulder Sprachinsel. Erst durch die Bildung der Gemeinde im J. 1837 und die Berufung des ersten Pfr. Theodor K&uuml;ntzel besserten sich die Verh&auml;ltnisse. Pastor Schlicke, K&uuml;ntzels Nachfolger, erbaute 1841 die massive Kirche in Papro&#x0107; Du&#x017C;a. Die Errichtung eines h&ouml;lzernen Pfarrhauses bewerkstelligte man gleichfalls. Schlicke verwaltete auch zeitweilig &#x0141;om&#x017C;a und das 11 Meilen vom Pfarrort entfernte Filial Szczuczyn, das anscheinend seine Kr&auml;fte &uuml;berforderte. Vikar Karl Wagner und Pastor Julius Mrongovius blieben nur kurz hier, weil das h&ouml;lzerne Pfarrhaus sich in einem sehr schlechten Zustande befand. Deswegen siedelte Mrongovius nach &#x0141;om&#x017C;a &uuml;ber und verwaltete von dort aus weiter K&ouml;nigshuld. Im J. 1856 erbaute das Kirchspiel ein steinernes Pfarrhaus, was Pfr. Mrongovius veranla&#223;te, 1859 nach Papro&#x0107; Du&#x017C;a wieder zur&uuml;ckzukehren, um so mehr als er viel Interesse f&uuml;r die Landwirtschaft hatte und das Pfarrland selbst bewirtschaftete. 1866 &uuml;bernahm er die Pfarrstelle zu Suwa&#x0142;ki, worauf dann die Prediger von &#x0141;om&#x017C;a und Wengrow die verwaiste Parochie administrierten. Im J. 1883 wurde Karl Doll Ortspastor, der mit den Eingepfarrten umzugehen und ihr Vertrauen zu gewinnen verstand. Von 1886 bis 1926 verwaltete von &#x0141;om&#x017C;a aus Pastor Kaspar Mikulski die Parochie. Am 15. Juli 1899 traute er (Trauakt Nr. 7\/1899) in Papro&#x0107; den sp&auml;teren Marschall Polens Pi&#x0142;sudski mit Maria Kazimiera Juszkiewicz geb. Koplewska. Im Ersten Weltkrieg wurden die Gemeindeglieder nach Innenru&#223;land verbannt. Durch Kriegshandlungen blieben au&#223;er dem Pfarrhause nur drei H&auml;user erhalten. Auch die Kirche wollten die Russen ein&auml;schern, was aber noch im letzten Augenblick verhindert werden konnte. 1920 wurde die Parochie von der Gei&#223;el des polnisch-sowjetrussischen Krieges heimgesucht. Der seit 1926 nur kurz in Papro&#x0107; Du&#x017C;a amtierende Pastor Proniewicz, ein ehem. katholischer Priester, konvertierte dann wieder zu seiner fr&uuml;heren Kirche. Meist ausw&auml;rtige Prediger verwalteten von neuem K&ouml;nigshuld. Am 29. Juni 1930 wurde die reparierte Orgel wieder eingeweiht.<br>\r\n1937 &uuml;bernahm die Gemeinde Pastor Rudolf Kersten, der Bibel- und Missionsstunden u. a. m. eingef&uuml;hrt hat. Am 25. und 26. Juni 1938 feierte Gro&#223; Papro&#x0107; sein 100j&auml;hriges Jubil&auml;um. Kurz darauf, am 10. August 1938, beging der Ortspastor sein 25j&auml;hriges Amtsjubil&auml;um. Noch vor dem Ersten Weltkrieg gab es hier drei Schulen: in Gro&#223; Papro&#x0107;, Srebrny Borek und Kowal&#x00F3;wka. Nach 1918 verringerte sich deren Zahl auf zwei und schlie&#223;lich auch der Deutschunterricht auf nur vier Stunden w&ouml;chentlich. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, im September 1939, wurde die Gemeinde von den deutschen Milit&auml;rbeh&ouml;rden umgesiedelt und sp&auml;ter auf die Kreise M&#x0142;awa und Neidenburg\/Ostpr. verteilt. Durch die Katastrophe 1945 wurden die ehem. Eingepfarrten zerstreut, wobei die meisten von ihnen in Mecklenburg und Schleswig-Holstein Zuflucht fanden. Erw&auml;hnt sei noch, da&#223; die Gemeinde der augsburgischen Kirche 5 Pastoren geschenkt hat: Rudolf Gustav Gundlach, Johann Buse, Rudolf Buse, Julius David Buse und Adolf Krempin.<br \/>\r\n\r\nStatistik<br>\r\nGr&uuml;ndung der Gemeinde: 1837. Seelenzahl 1938: 1500. Kirchensprache: deutsch. 1 Kirche, Pfarrhaus, Haus f&uuml;r die Kirchenbediensteten, 1 Betsaal (Srebrny Borek), 2 Friedh&ouml;fe; Kirchen- und Posaunenchor, seit 1919. 1923: Kommunikanten 450; Kontribuenten 222. Pastoren: Theodor K&uuml;ntzel, 1837\u20141839; Johann Gottlieb (Gottlob) Schlicke, 1839\u20141848; Karl Wagner, Vikar, 1848\u20141851; Julius Mrongovius, 1852 (nur kurz), dann wieder hier von 1859\u20141867; Karl Doll, 1883\u20141886; Leopold Proniewicz, 1926\u20141927; Alexander Jehnke, vom 15. 10. bis Ende 1930; Rudolf Kersten, 1937\u20141939.<br>\r\nKantoren 1938: Fr&ouml;hlich und E. Rolof. \u2014 In Srebrny Borek wirkte als Lehrer und Kantor auch Michael Schmit, der sp&auml;tere Direktor des Lodzer deutschen M&auml;dchengymnasiums. Landbesitz: 66 polnische Morgen Pfarrland und einige Morgen Kirchenland.\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">\r\nE. Kneifel: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971, S. 29 ff.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#oben\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<p><a href=\"?p=18729\">Evangelische Kirchengemeinde Papro&#x0107; Du&#x017C;a<\/a><\/p>\r\n\r\n&nbsp;\r\n&nbsp;","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um 1800 wurden von mecklenburgischen Kolonisten die Siedlungen K&ouml;nigshuld-Papro&#x0107; Du&#x017C;a oder Gro&#223; Papro&#x0107;, Luisenau, Wilhelmsdorf und Mecklenburg gegr&uuml;ndet. Die schulischen und kirchlichen Verh&auml;ltnisse waren in den Jahren des Se&#223;haftwerdens und der Einwurzelung primitiv und ungeordnet. Die Jugend unterrichtete, wer gerade von dieser oder jener Kolonie als Lehrer angenommen wurde. 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