{"id":2789,"date":"2011-08-27T05:57:09","date_gmt":"2011-08-27T05:57:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.agoff.de\/?p=2789"},"modified":"2023-02-23T22:20:32","modified_gmt":"2023-02-23T21:20:32","slug":"geschichte-der-kirchengemeinde-kalisz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=2789","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Kalisch"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der r&ouml;mische Historiker Caius Plinius d. J. erw&auml;hnt in seiner &#8222;Historia Mundi&#8223; im i. Jahrh. n. Chr. den Ort &#8222;Calisia&#8223;. Ebenso nennt ihn im 2. Jahrh. der griechische Geograph Claudius Ptolom&auml;us aus Alexandrien. Die sogen. Bernsteinstra&#223;e (Handelsstra&#223;e) f&uuml;hrte vom S&uuml;den zur Ostsee &uuml;ber Kalisch, der &auml;ltesten Stadt Polens. Jahrhundertelang beherbergte sie deutsche B&uuml;rger; auch war sie von einem Kranz deutscher D&ouml;rfer umgeben. Im 16. und 17. Jahrh. bestanden im Kalischer Lande zahlreiche reformierte Gemeinden. Bis auf Zychlin bei Konin gingen alle kalvinischen Parochien wieder ein.<br>\r\nDen aus dem 17. oder gar schon 16. Jahrh. stammenden und auf einer Anh&ouml;he liegenden evangelischen Friedhof in Kalisch wurde seit altersher &#8222;lutherischer Berg&#8223; geannnt. Am 26. September 1790 erhielten ihn die dort ans&auml;ssigen Evangelischen wieder zur&uuml;ck.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1793 fiel die Stadt an Preu&#223;en. Es wanderten in sie evangelische Milit&auml;rpersonen, Kaufleute, Handwerker u. a. ein, f&uuml;r die am 3. September 1795 die &#8222;Konzession zur Errichtung eines eigenen evangelischen Kirchensystems zu Kalisch&#8223; erteilt wurde. Zum Pastor berief man Karl Michael Christian Sienell. Papst Pius VI., bei dem die preu&#223;ische Regierung vorstellig geworden war, &uuml;berlie&#223; am 27. August 1797 den Kalischer Evangelischen die seit 1773 leerstehende Jesuitenkirche. Am 1. Pfingstfeiertag 1798 weihte Pastor Sienell das Gotteshaus nach evangelischem Ritus ein. In die neue Parochie wurden au&#223;er Kalisch noch Opat&#243;wek, D&#281;by, Ko&#378;minek und vor&uuml;bergehend auch Sieradz eingemeindet. 1798 verlegte man das s&uuml;dpreu&#223;ische Konsistorium aus Petrikau Tryb. nach Kalisch.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Von 1798-1810 leitete als Rektor die Kalischer evangelische Schule Pastor Karl Gottlieb Bartsch. Im Jahr 1826 erwarb das Kirchenkollegium ein ger&auml;umiges Haus a. d. Piekarska-Str. mit Lokalit&auml;ten f&uuml;r die evang. Schule sowie Wohnungen f&uuml;r Pastor, Vikar, Lehrer, K&uuml;ster und Gl&ouml;ckner. 1834 erfolgte die Umwandlung der Schule in eine Elementarschule, an der die Lehrer Schr&ouml;ter, Rasch, Ecke und F&ouml;rster t&auml;tig waren. Im Jahr 1857 entstand der evangelische Gesangchor.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vier Jahrzehnte wirkte hier Pastor, Sup. und Konsistorialrat von Modl (gest. 1860). Zu seiner Zeit, und zwar am 20. November 1858, baten mehrere Kalischer Gemeindeglieder das Konsistorium um Einf&uuml;hrung polnischer Gottesdienste jeweils am 2. oder 3. Sonntag des Monats. In Ber&uuml;cksichtigung dieses Ersuchens wurden polnische Gottesdienste nach dem 1. des Monats vormittags und am 1. Weihnachts- und Osterfeiertag nachmittags sowie Beicht- und Abendmahlsfeiern am Gr&uuml;ndonnerstag gehalten. In den Jahren 1877 und 1882 wurde die Kirche renoviert die Kirche.<br>\r\nIm Jahr 1903 hielt Pastor Eduard Heinrich Wende zum 1. Male die Konfirmation auch in polnischer Sprache. 1906 wurde der Gesangchor als &#8222;Kalischer Gesangverein&#8223; als Verein eingetragen. Am 1. Januar 1907 wurde das Kantorat Ko&#378;minek von Kalisch getrennt und an das n&auml;hergelegene Pra&#380;uchy angegliedert. 1908-1909 wurde unter Pastor Wende das Greisenheim errichtet. Die Gemeindeversammlung vom 1. Dezember 1912 beschlo&#223;, das alte Pfarrhaus zu ver&auml;u&#223;ern und ein neues a. d. Niecalastr. Nr. 8 zu errichten. Es wurde am 8. September 1913 eingeweiht. Namhafte Spenden zu den Baukosten wurden u. a. vorn fr&uuml;heren Kalischer Industriellen Emil Repphan, zuletzt in Berlin, aufgebracht. In den Augusttagen 1914 des Ersten Weltkrieges wurde Kalisch von den deutschen Truppen stark zerst&ouml;rt. Durch die Verlegung der Grenze verlor es nach 1918 seine fr&uuml;here wirtschaftliche Bedeutung. Im Jahr 1922 wurde die Kirche renoviert und 1930 drei neue Glocken an Stelle der im Kriege requirierten angeschafft.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Jahren 1915-1918 und 1919-1924 war Pfarrer Wende Vorsitzender des Kalischer Stadtrats. Seit 1915 bekleidete er auch das Amt des Superintendenten der Kaliseher Di&ouml;zese. Von 1929 an besa&#223; die Christliche Gemeinschaft einen neuen eigenen Saal a. d. Mariariskastr. Nr. 4. Ihr geh&ouml;rten ein Jugendbund E. C., eine Sonntagsschule und ein Gesangchor an. Am 4. Dezember 1932 beging der Kalischer Gesangverein sein 75j&auml;hriges Jubil&auml;um. Am 5. Februar 1939 weihte Pastor Wende das neuerbaute Haus des Evangelischen Gesangvereins ein. Um den Bau hatte sich der Industrielle Theodor M&uuml;ller verdient gemacht. Nach 1945 &uuml;bernahm die katholische Kirche die evangelische Kirche in ihren Besitz.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=2787\">Evangelische Kirchengemeinde Kalisch<\/a><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der r&ouml;mische Historiker Caius Plinius d. J. erw&auml;hnt in seiner &#8222;Historia Mundi&#8223; im i. Jahrh. n. Chr. den Ort &#8222;Calisia&#8223;. 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