{"id":30469,"date":"2015-06-12T13:41:26","date_gmt":"2015-06-12T11:41:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=30469"},"modified":"2023-02-12T22:43:34","modified_gmt":"2023-02-12T21:43:34","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-wyszogrod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=30469","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Wyszogr\u00f3d"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Schwaben aus W&uuml;rttemberg und Schlesier, die weichselw&auml;rts in die Niederungen, vornehmlich in der zweiten H&auml;lfte des 18. Jh. vordrangen, besiedelten im weiten Umkreis die D&ouml;rfer um Wyszogr&#243;d. Au&#223;er Wyszogr&#243;d, a. d. M&uuml;ndung des Bzura-Flusses in die Weichsel gelegen, erfa&#223;te die Kolonisationsbewegung noch die St&auml;dte Bodzanow, Czerwinsk und zahlreiche D&ouml;rfer. In den 60er Jahren des 19. Jh. gab es nur 17 von Evangelischen geschlossen bewohnte Kolonien, von denen die wichtigsten waren: &#346;lad&#243;w, K&ouml;nigsdorf-Wiciejewo, Rak&#243;w, K&#281;pa Niemiecka, Drwa&#322;y, Bulkowo und Boguszyn. W&auml;hrend die Schlesier a. d. Weichsel von den I&#322;ower Pastoren bedient wurden, war die religi&ouml;se Versorgung der vom Flu&#223; entfernt wohnenden Schwaben (&#8222;der auf der H&ouml;he&#8223;) schlecht. Im Jahr 1805 gr&uuml;ndete der preu&#223;ische K&ouml;nig Friedrich Wilhelm III. die Gemeinde Wyszogr&#243;d. Als Gotteshaus erhielt sie die ehem. Franziskanerkirche. Mangels eines Pfarrhauses wohnten die Prediger anfangs zur Miete, d.h. sie erhielten Wohnungsgeld j&auml;hrlich (sp&auml;ter 300 Z&#322;oty) und suchten sich ein Quartier in den Wyszagr&#243;der Bauernh&auml;usern. Zum Unterhalt des Gemeindewesens bestimmte die Regierung aus den Einnahmen der kgl. &Auml;mter Sielec und M&#261;kolin 96 Taler und 41 Gr und aus der K&auml;mmereikasse zu Wyszogr&#243;d 30 Taler j&auml;hrlich. Statt der erw&auml;hnten Beihilfen zahlte die Krone im Jahr 1858 25 Rubel j&auml;hrlich an die Gemeinde und letztere brachte 45 Rubel auf. Au&#223;erdem dotierten die preu&#223;ischen Beh&ouml;rden die Pfarre mit 4 Magdeburger Hufen Land.<br>\r\nAuf die beiden ersten Pastoren \u2014 Christian Mielke und Ignatius Karl Wilhelm Boerner \u2014 folgte 1837 Pfarrer Wilhelm Alberti. Er erfreute sich keines guten Leumundes, wor&uuml;ber sich in den Akten des Konsistoriums Berichte finden sollen. Darum wollte ein betr&auml;chtlicher Teil der Eingepfarrten seine Berufung nach Wyszogr&#243;d verhindern. Trotzdem w&auml;hlte ihn die Mehrheit des Kirchspiels auf einer st&uuml;rmisch verlaufenen Parochialversammlung. &#8222;Alte Gemeindeglieder entsinnen sich seiner noch gut als eines strengen Mannes, der seine Gemeinde mit fester Hand leitete.&#8223; Zu seiner Zeit wurde 1843 das steinerne Pfarrhaus errichtet. 1847 erhielt die Kirche einen neuen Dachstuhl. Die beiden Filialen Secymin und P&#322;o&#324;sk wurden von Wyszogr&#243;d getrennt, was die religi&ouml;se Betreuung der r&auml;umlich gro&#223;en Parochie erleichterte.<br>\r\nIm Jahr 1807 &uuml;bernahm Pastor Edmund Alberti das Wyszogr&#243;der Pfarramt. In aller Stille und Treue tat er hier trotz jahrzehntelanger Kr&auml;nklichkeit seinen Dienst. Im Gegensatz zu seinem Vater war er sehr beliebt und gesch&auml;tzt. Durch Auswanderung nach Wolhynien und das Innere von Ru&#223;land verlor das Kirchspiel zahlreiche Glieder. In mehreren Kolonien, deren deutsche Bauern ihre sichere Existenz mit einer ungewissen Zukunft in den Weiten des Ostens vertauschten, gingen bl&uuml;hende Wirtschaften von zwei bis f&uuml;nf Hufen in andere H&auml;nde &uuml;ber. Viele der Auswanderer \u2014 so h&ouml;rte man sp&auml;ter \u2014 haben den &uuml;bereilten, unbedachten Schritt bereut. Edmund Albertis Nachfolger, Pfarrer Peter Hodel, mu&#223;te nach dreij&auml;hrigem Wirken als &ouml;sterreichischer Staatsangeh&ouml;riger die Parochie und das russische Reich verlassen. Die n&auml;heren Gr&uuml;nde dieser Ma&#223;nahme sind bisher unbekannt. Im September 1905 beging die Parochie das 100j&auml;hrige Jubil&auml;um ihres Bestehens. Im Ersten Weltkrieg wurden vier Beth&auml;user zerst&ouml;rt, andere besch&auml;digt und gepl&uuml;ndert. Von den 2000 Gemeindegliedern wurde das Gros bis auf 350 Personen nach Ru&#223;land deportiert. Der d&auml;nischgesinnte reichsdeutsche Pfarrverweser Lousen verwaltete Wyszogr&#243;d und die ihm angeschlossenen, gleichfalls durch die Deportation dezimierten Filialen Secymin und P&#322;o&#324;sk. Im August 1918 besuchte der damalige Generalgouverneur von Beseler die Gemeinde Wyszogr&#243;d. Sie war die einzige in der augsburgischen Kirche, der er einen Besuch abstattete. 1930 war Michael Bleich aus Gniewniewice 40 Jahre Kirchenvorsteher. In der Schwabenkolonie K&ouml;nigsdorf war seit 1937 Lehrer und Kantor Bomert t&auml;tig.<\/p>\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nHeike, Otto: 150 Jahre Schwabensiedlungen in Polen 1795 &#8211; 1945, 4. Aufl., M&ouml;nchengladbach 1991<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<br>\r\nohne Angabe: Wyszogr&#243;d, in Hausfreund Volks-Kalender f&uuml;r das Jahr 1907, XXVIII Jahrgang, Warschau 1907, S. 73-77<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<p><a href=\"?p=29438\">Evangelische Kirchengemeinde Wyszogr&#243;d<\/a><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwaben aus W&uuml;rttemberg und Schlesier, die weichselw&auml;rts in die Niederungen, vornehmlich in der zweiten H&auml;lfte des 18. 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