{"id":36536,"date":"2015-06-25T09:33:10","date_gmt":"2015-06-25T07:33:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=36536"},"modified":"2023-02-20T20:30:06","modified_gmt":"2023-02-20T19:30:06","slug":"geschichte-der-juedischen-gemeinde-dobra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=36536","title":{"rendered":"Geschichte der j\u00fcdischen Gemeinde Dobra"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Die erste Erw&auml;hnung von Juden in Dobra (Hebr. &#1491;&#1493;&#1489;&#1512;&#1492;) findet sich im <em>Liber Beneficiorum<\/em> von Jan &#321;aski aus dem Jahr 1521. Nachweisbar ist die Existenz einer j&uuml;dischen Gemeinde in Dobra ab Beginn des 17. Jahrhunderts. 1793 hatte sie 481 Mitglieder. Sie war f&uuml;r lange Zeit neben Turek eine der gr&ouml;&szlig;ten j&uuml;dischen Gemeinden der Umgebung. Die Gemeindeoberh&auml;upter waren an den Aktivit&auml;ten der so genannten Vierl&auml;nder-Synode<sup>[<a href=\"#1\">1<\/a>]<\/sup> (Hebr. <em>wa&#702;ad &#703;arba&#702; &#703;arazot<\/em>, &#1493;&#1506;&#1491; &#1488;&#1512;&#1489;&#1506; &#1488;&#1512;&#1510;&#1493;&#1514;, &quot;Ausschuss der vier L&auml;nder&quot;) beteiligt. Die wichtigste Existenzgrundlage der Juden bildete der Handel. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in Dobra 3 Schankwirte, 3 Branntweinbrenner, 11 Schneider, 4 K&uuml;rschner, 2 <em>shmuklers<\/em> (Jidd. &#1513;&#1502;&#1493;&#1511;&#1500;&#1506;&#1512;&#1505;, &quot;Spitzenkl&ouml;ppler&quot;), 2 Glaser, 2 Metzger und 3 Barbiere. Die j&uuml;dische Gemeinde besch&auml;ftigte zu dieser Zeit 3 Synagogendiener (Hebr. <em>schamaschim<\/em>, &#1513;&#1502;&#1513;&#1497;&#1501;) und unterhielt ein so genanntes <em>Heqdesch<\/em> (Hebr. &#1492;&#1511;&#1491;&#1513;, &quot;Geweihtes&quot;; veraltete Bezeichnung f&uuml;r eine Mischung aus Krankenhaus, Altersheim, Armenhaus und Herberge f&uuml;r durchreisende Glaubensgenossen).<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Im 19. Jahrhundert waren ortsans&auml;ssige Juden an der Etablierung der Textilindustrie in Dobra beteiligt. In j&uuml;discher Hand waren gegen Ende des Jahrhunderts au&szlig;erdem Getreidem&uuml;hlen und kleinere &Ouml;lmanufakturen. Die Juden waren ebenso in der Gerberei, in der Textilmanufaktur und im Handwerk t&auml;tig. Die Einrichtungen der j&uuml;dischen Gemeinde entstanden Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Rabbi Hersch B(a)er wurde 1850 zum Rabbiner der Gemeinde gew&auml;hlt und war in dieser Funktion &uuml;ber 20 Jahre t&auml;tig. In Dobra gab es zudem chassidische Gruppen<sup>[<a href=\"#2\">2<\/a>]<\/sup> mit eigenen Gebetsgemeinschaften (Hebr. <em>minjanim<\/em>, &#1502;&#1504;&#1497;&#1497;&#1504;&#1497;&#1501;) und Gebetsr&auml;umen, <em>shtiblekh<\/em> (Jidd. &#1513;&#1496;&#1497;&#1489;&#1500;&#1506;&#1498;; <em>shtibl<\/em> = &quot;kleiner Raum&quot;, &quot;kleine Stube&quot;) oder <em>klayzlekh<\/em> (Jidd. &#1511;&#1500;&#64287;&#1494;&#1500;&#1506;&#1498;; <em>klayzl<\/em> = &quot;kleines Konventikel&quot;, &quot;kleine Gruppe Gleichgesinnter&quot;) genannt. 1897 lebten in Dobra 1185 Juden und bildeten somit 41,5 Prozent der Gesamtbev&ouml;lkerung des Ortes. Zwischen Polen und Juden herrschte im Allgemeinen ein gutes nachbarschaftliches Verh&auml;ltnis. 1901 wurde ein Wohlt&auml;tigkeitsfonds geschaffen. Eine Vereinigung zur Unterst&uuml;tzung der Armen und Versorgung der Kranken war zu Beginn des 20. Jahrhunderts t&auml;tig. Ebenso existierte zu dieser Zeit ein so genannter <em>Cheder<\/em> (aschkenasisches Hebr. &#1495;&#1491;&#1512;, Jidd. <em>kheyder<\/em>, &quot;Zimmer&quot;, &quot;Stube&quot;; im Hebr. auch Talmud-Tora-Schule genannt, &#1514;&#1500;&#1502;&#1493;&#1491; &#1514;&#1493;&#1512;&#1492;). Ein <em>Cheder<\/em> ist eine traditionelle j&uuml;disch-religi&ouml;se Elementarschule f&uuml;r Jungen im Alter zwischen drei und dreizehn bzw. vierzehn Jahren, an der diese Hebr&auml;isch lesen und &uuml;bersetzen und verschiedene hebr&auml;ische Gebete mit der jeweiligen jiddischen &Uuml;bersetzung lernten sowie die Tora und den Talmud studierten. Der Unterricht fand im Haus des Lehrers statt. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges, als die deutschen Beh&ouml;rden Gemeindeaktivit&auml;ten zulie&szlig;en, wurde in Dobra eine zionistische Jugendorganisation (Hebr. <em>&#703;agudat ze&#702;ire zijon<\/em>, &#1488;&#1490;&#1493;&#1491;&#1514; &#1510;&#1506;&#1497;&#1512;&#1497; &#1510;&#1497;&#1493;&#1503;) gegr&uuml;ndet, die im Jahr 1918 70 Mitglieder z&auml;hlte. Neben dieser Organisation existierte eine Bibliothek, die Anlaufpunkt f&uuml;r viele junge Juden war.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Infolge der Wirtschaftskrise und des Ersten Weltkrieges ging die Zahl der Juden in Dobra deutlich zur&uuml;ck. Bei einer Volksz&auml;hlung im Jahr 1921 gaben 1207 Einwohner an, j&uuml;dischen Glaubens zu sein, was 39,5 Prozent der Gesamtbev&ouml;lkerung des Ortes ausmachte. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage der Juden weiter. Der Wohlt&auml;tigkeitsfonds nahm nach einer mehrj&auml;hrigen Pause seine T&auml;tigkeit wieder auf und leistete den H&auml;ndlern und Handwerkern Unterst&uuml;tzung, die infolge des Wirtschaftsboykotts Polens verarmt waren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Die streng orthodoxen j&uuml;dischen Gruppen, die unter dem Einfluss der streng orthodoxen Partei <em>Agudat Jisra&#8217;el<\/em><sup>[<a href=\"#3\">3<\/a>]<\/sup> (Hebr. &#1488;&#1490;&#1493;&#1491;&#1514; &#1497;&#1513;&#1512;&#1488;&#1500;, Jidd. <em>Agudas Yisroel<\/em>, &quot;Bund Israels&quot;) standen, kontrollierten die Einrichtungen der j&uuml;dischen Gemeinde. Die zionistischen Gruppen in Dobra wurden haupts&auml;chlich von der Regionalleitung in Kalisz verwaltet. Bis zu 50 Delegierte wurden zu den ab 1897 stattgefundenen Zionistenkongressen gesandt. Die Zionisten von Dobra geh&ouml;rten im Wesentlichen der Bewegung der Allgemeinen Zionisten (Hebr. <em>ha-zijonim ha-klalijim<\/em>, &#1492;&#1510;&#1497;&#1493;&#1504;&#1497;&#1501; &#1492;&#1499;&#1500;&#1500;&#1497;&#1497;&#1501;), der sozialistisch-zionistischen Arbeiterbewegung &quot;Liga f&uuml;r das arbeitende Pal&auml;stina&quot; (Hebr. <em>ha-ligah lema&#702;an &#703;erez jisra&#703;el ha-&#702;owedet<\/em>, &#1492;&#1500;&#1497;&#1490;&#1492; &#1500;&#1502;&#1506;&#1503; &#1488;&quot;&#1497; &#1492;&#1506;&#1493;&#1489;&#1491;&#1514;), der religi&ouml;s-zionistischen Partei &quot;Misrachi&quot; (Hebr. &#1502;&#1494;&#1512;&#1495;&#1497;; &quot;nach Osten&quot; und auch Akronym f&uuml;r &quot;geistiges Zentrum&quot;) und der revisionistischen Bewegung (Hebr. <em>ha-tnu&#702;ah ha-rewisjonistit<\/em>, &#1492;&#1514;&#1504;&#1493;&#1506;&#1492; &#1492;&#1512;&#1493;&#1493;&#1497;&#1494;&#1497;&#1493;&#1504;&#1497;&#1505;&#1496;&#1497;&#1514;) an. Dar&uuml;ber hinaus existierte in Dobra ein Ableger der zionistischen Jugendorganisation <em>Betar<\/em> (Hebr. &#1489;&#1497;&#1514;&quot;&#1512;; Abk&uuml;rzung f&uuml;r <em><span style=\"color: #0090E0\">b<\/span>rit ha-no&#702;ar ha-&#702;iwri &#702;al schem <span style=\"color: #0090E0\">j<\/span>osef <span style=\"color: #0090E0\">t<\/span>rumpeldo<span style=\"color: #0090E0\">r<\/span><\/em>, <span style=\"color: #0090E0\">&#1489;<\/span>&#1512;&#1497;&#1514; &#1492;&#1504;&#1493;&#1506;&#1512; &#1492;&#1506;&#1489;&#1512;&#1497; &#1506;&#1500; &#1513;&#1501; <span style=\"color: #0090E0\">&#1497;<\/span>&#1493;&#1505;&#1507; <span style=\"color: #0090E0\">&#1514;<\/span>&#1512;&#1493;&#1502;&#1508;&#1500;&#1491;&#1493;<span style=\"color: #0090E0\">&#1512;<\/span>; &quot;Hebr&auml;ischer Jugendbund Joseph Trumpeldor&quot;).<sup>[<a href=\"#4\">4<\/a>]<\/sup><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">In den 1930er Jahren versch&auml;rfte sich der Antisemitismus in Polen und erreichte seinen H&ouml;hepunkt im Juni 1937, als Gruppen polnischer Antisemiten j&uuml;dische Kaufleute &uuml;berfielen, deren Verkaufsst&auml;nde verw&uuml;steten und die Waren zerst&ouml;rten. 1939 lebten etwa 1000 Juden in Dobra, was etwa ein Drittel der Gesamtbev&ouml;lkerung des Ortes ausmachte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Unmittelbar nach der deutschen Besetzung der Stadt Anfang September 1939 wurden den Juden Zwangsabgaben auferlegt. Ebenso wurden sie zur Zwangsarbeit verschleppt, die sie unter brutalen Schl&auml;gen verrichten mussten. Ein so genannter Judenrat, der unter dem Vorsitz von Mordechai Franzos stand, wurde im Dezember 1939 geschaffen, der unter anderem damit beauftragt wurde, die Vermittlung der Zwangsarbeiter zu koordinieren und, gem&auml;&szlig; der Anweisungen der deutschen Besatzer, die Registrierung der j&uuml;dischen Bev&ouml;lkerung durchzuf&uuml;hren. Als Judenrat, oder auch &Auml;ltestenrat, werden die Zwangsk&ouml;rperschaften der Juden bezeichnet, die von den Nationalsozialisten in den besetzten L&auml;ndern gegr&uuml;ndet wurden mit dem Ziel, ein Instrument zur Kontrolle der Juden zu schaffen, um sie von der Au&szlig;enwelt zu isolieren und um sicherzustellen, dass sie die erlassenen Vorschriften einhalten. Im Dezember 1940 entstand in Dobra ein Ghetto<sup>[<a href=\"#5\">5<\/a>]<\/sup>, in dem etwa 250 j&uuml;dische Familien in einigen wenigen zweist&ouml;ckigen Geb&auml;uden auf einer Fl&auml;che von 480 Quadratmetern untergebracht wurden. Leiter des Ghettos war ein Deutscher namens Willi Kr&uuml;ger. Nach Monaten von Unterdr&uuml;ckung, Hunger und Krankheit wurden die Juden im Oktober 1941, unter ihnen der letzte Rabbiner der j&uuml;dischen Gemeinde von Dobra, Rabbi Dow B(a)er Issachar, in das Dorfghetto Czachulec (Hebr. &#1490;&#1497;&#1496;&#1493; &#1492;&#1499;&#1508;&#1512;&#1497; &#1510;&#8217;&#1495;&#1493;&#1500;&#1509;) in der N&auml;he von Kowale Pa&#324;skie (Hebr. &#1511;&#1493;&#1489;&#1500;&#1492; &#1508;&#1504;&#1505;&#1511;&#1497;&#1492;, Jidd. &#1511;&#64303;&#1493;&#1493;&#64302;&#1500;&#1506; &#64324;&#64302;&#1504;&#1505;&#1511;&#1497;&#1506;) deportiert. Den etwa 12 Kilometer langen Weg zwischen beiden Ghettos mussten die Juden zu Fu&szlig; zur&uuml;cklegen und es wurde ihnen nur gestattet, Handgep&auml;ck mitzunehmen. In das Dorfghetto Czachulec, das von den deutschen Besatzern &quot;Kolonie&quot; genannte wurde, waren etwa 4000 Juden des Landkreises Turek (Russocice, Dobra, Uniej&oacute;w, Tuliszk&oacute;w, W&#322;ady&#322;aw&oacute;w, Brudzew und weitere Orte) gebracht worden. Von dort aus wurden die meisten Juden in zwei Transporten, Ende 1941 und im Juli 1942, schlie&szlig;lich in das Vernichtungslager Kulmhof (Vernichtungslager Che&#322;mno; Hebr. &#1502;&#1495;&#1504;&#1492; &#1492;&#1492;&#1513;&#1502;&#1491;&#1492; &#1495;&#1500;&#1502;&#1504;&#1493;) in Che&#322;mno nad Nerem deportiert. Die dunkle Zeit der Schoah &uuml;berlebten nur wenige.<\/p>\r\n<table class=\"table_forschungsgruppen\">\r\n<thead>\r\n<tr>\r\n<td colspan=\"3\">Bev&ouml;lkerungszahlen<sup>[<a href=\"#6\">6<\/a>]<\/sup><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/thead>\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td><strong>Jahr<\/strong><\/td>\r\n<td><strong>Gesamtbev&ouml;lkerung<\/strong><\/td>\r\n<td><strong>Juden<\/strong><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>1764\/65<\/td>\r\n<td>(?)<\/td>\r\n<td>355<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>1808<\/td>\r\n<td>908<\/td>\r\n<td>507<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>1827<\/td>\r\n<td>2120<\/td>\r\n<td>1058<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>1857<\/td>\r\n<td>2407<\/td>\r\n<td>1300<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>1897<\/td>\r\n<td>2719<\/td>\r\n<td>1185<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>1921<\/td>\r\n<td>3055<\/td>\r\n<td>1207<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>1. Sep. 1939<\/td>\r\n<td>(?)<\/td>\r\n<td>ca. 1000<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\"><sup><a name=\"1\">[1]<\/a><\/sup> Die Vierl&auml;nder-Synode bzw. der Vierl&auml;nderrat (Hebr. <em>wa&#702;ad &#703;arba&#702; &#703;arazot<\/em>, &#1493;&#1506;&#1491; &#1488;&#1512;&#1489;&#1506; &#1488;&#1512;&#1510;&#1493;&#1514;) war eine landesweite j&uuml;dische Selbstverwaltungsinstanz, die erstmals 1581 zusammentrat. Dieser Verbund autonomer j&uuml;discher Gemeinden aus den &quot;vier L&auml;ndern&quot; in Polen-Litauen (Gro&szlig;polen, Kleinpolen, Wolhynien und Podolien) garantierte bis 1764 die Regelung &uuml;berlokaler innerj&uuml;discher Streitf&auml;lle sowie ein gemeinsames Auftreten gegen&uuml;ber den Beh&ouml;rden und anderen &auml;u&szlig;eren, nicht-j&uuml;dischen Stellen. (vgl. Michael Brenner, <em>Kleine j&uuml;dische Geschichte<\/em> [M&uuml;nchen: Verlag C.H. Beck, 2012], S. 146.)<br \/>\r\n<sup><a name=\"2\">[2]<\/a><\/sup> Chassiden bzw. Chassidim (Hebr. &#1495;&#1505;&#1497;&#1491;&#1497;&#1501;, &quot;die Frommen&quot;) nennen sich die Anh&auml;nger einer urspr&uuml;nglich in Osteuropa entstandenen j&uuml;dischen Str&ouml;mung, die sich durch eine besondere Tora- und Talmudgelehrsamkeit hervorheben. Die Gr&uuml;ndung eigener chassidischer Gebetsgemeinschaften ist vermutlich darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass einzelne Chassidim wegen ihres ekstatischen Betens vom Synagogengottesdienst ausgeschlossen wurden oder sich von diesem zur&uuml;ckzogen, um ihre Gebete nach ihren Vorstellungen abhalten zu k&ouml;nnen, ohne die anderen Beter zu st&ouml;ren oder wiederum von diesen gest&ouml;rt zu werden. (F&uuml;r weitere Informationen zum Chassidismus siehe z.B. den Artikel von Yeshayahu Balog und Matthias Morgenstern, &quot;<a href=\"http:\/\/www.ieg-ego.eu\/balogy-morgensternm-2010-de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Chassidismus &ndash; eine mystische Bewegung im osteurop&auml;ischen Judentum<\/a>&quot;, in: <em>Europ&auml;ische Geschichte Online [EGO]<\/em>, Institut f&uuml;r Europ&auml;ische Geschichte [IEG] [Hrsg.], Mainz, 3. Dezember 2010 [besucht am 6. Juni 2015].)<br \/>\r\n<sup><a name=\"3\">[3]<\/a><\/sup> Die streng orthodoxe j&uuml;dische Partei <em>Agudas Yisroel<\/em> (Jidd.; Hebr. <em>&#703;Agudat Jisra&#703;el<\/em>, &#1488;&#1490;&#1493;&#1491;&#1514; &#1497;&#1513;&#1512;&#1488;&#1500;, &quot;Bund Israels&quot;) wurde 1912 in Katowice gegr&uuml;ndet. Ihr Bestreben war es, das orthodoxe Judentum bei der Einhaltung der Gebote der <em>Halacha<\/em> (Hebr. &#1492;&#1500;&#1499;&#1492;, &quot;Weg&quot;; j&uuml;disches Religionsgesetz) im t&auml;glichen und im gesellschaftlichen Leben zu unterst&uuml;tzen und als Gegengewicht zu dienen zum Fortschreiten von Reformbestrebungen, Zionismus sowie verschiedenen Str&ouml;mungen, welche die Idee der Assimilation der Juden vorantrieben (vgl. &quot;<a href=\"http:\/\/www.yadvashem.org\/yv\/he\/research\/ghettos_encyclopedia\/ghetto_details.asp?cid=219\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dobra<\/a>&quot;, Yad Vashem &ndash; Die Beh&ouml;rde zum Gedenken an die M&auml;rtyrer und Helden des Holocaust [Hrsg.] [besucht am 9. Juni 2015] [Hebr&auml;isch]).<br \/>\r\n<sup><a name=\"4\">[4]<\/a><\/sup> F&uuml;r Informationen zum Zionismus siehe zum Beispiel die Artikel &quot;<a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/internationales\/asien\/israel\/44948\/zionismus-nach-herzl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Entwicklung des politischen Zionismus nach Herzl<\/a>&quot; von Michael Brenner auf der Internetseite der Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung (besucht am 6. Juni 2015), und &quot;<a href=\"http:\/\/www.ieg-ego.eu\/armborstweihsk-2010-de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Formierung der j&uuml;dischen Nationalbewegung im transnationalen Austausch: Der Zionismus in Europa bis zum Ersten Weltkrieg<\/a>&quot; von Kerstin Armborst-Weihs, in: <em>Europ&auml;ische Geschichte Online (EGO)<\/em>, Institut f&uuml;r Europ&auml;ische Geschichte (IEG) (Hrsg.), Mainz, 3. Dezember 2010 (besucht am 14. Juni 2015).<br \/>\r\n<sup><a name=\"5\">[5]<\/a><\/sup> Das Ghetto in Dobra wird in den Memoiren von Benjamin Jacobs mit dem Titel <em>The Dentist of Auschwitz: A Memoir<\/em> (Lexington: University Press of Kentucky, 1994) beschrieben (siehe Kapitel 5: &quot;<a href=\"http:\/\/www.nizkor.org\/features\/dentist\/chapter-05.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Ghetto in Dobra<\/a>&quot; [besucht am 14. Juni 2015]) &ndash; deutscher Titel: <em>Zahnarzt in Auschwitz. H&auml;ftling 141129 berichtet<\/em> (Baden-Baden: Deutscher Wissenschafts-Verlag, 2001).<br \/>\r\n<sup><a name=\"6\">[6]<\/a><\/sup> Danuta D&#261;browska und Abraham Wein (Hrsg.), <em>Pinqas ha-qehillot Polin: &#703;entsiqlopedyah shel ha-yishuvim ha-yehudiyim le-min hivasdam ve-&#702;ad le-&#703;ahar sho&#703;at milkhemet ha-&#702;olam ha-shniyah [Pinkas HaKehillot Poland: Encyclopaedia of Jewish Communities]<\/em>, Bd. 1: <em>Lodz ve-ha-galil [The Communities of Lodz and its Region]<\/em> (Jerusalem: Yad Vashem, 1976), S. 85 [Hebr&auml;isch].<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>Text: Karsten Mettendorf<\/p>\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<\/p>\r\n<li>Michael Alberti, <em>Die Verfolgung und Vernichtung der Juden im Reichsgau Wartheland 1939&ndash;1945<\/em> (Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2006), S. 202&ndash;203.<\/li>\r\n<li>Krzysztof Bielawski und Leon Weintraub, &quot;<a href=\"http:\/\/www.kirkuty.xip.pl\/dobra.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dobra<\/a>&quot;, <em>Kirkuty<\/em>, Krzysztof Bielawski (Hrsg.) (besucht am 9. Juni 2015) [Polnisch].<\/li>\r\n<li>Danuta D&#261;browska und Abraham Wein (Hrsg.), <em>Pinqas ha-qehillot Polin: &#703;entsiqlopedyah shel ha-yishuvim ha-yehudiyim le-min hivasdam ve-&#702;ad le-&#703;ahar sho&#703;at milkhemet ha-&#702;olam ha-shniyah [Pinkas HaKehillot Poland: Encyclopaedia of Jewish Communities]<\/em>, Bd. 1: <em>Lodz ve-ha-galil [The Communities of Lodz and its Region]<\/em> (Jerusalem: Yad Vashem, 1976), S. 85&ndash;86 [Hebr&auml;isch].<\/li>\r\n<li>&quot;<a href=\"http:\/\/www.yadvashem.org\/yv\/he\/research\/ghettos_encyclopedia\/ghetto_details.asp?cid=219\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dobra<\/a>&quot;, Yad Vashem &ndash; Die Beh&ouml;rde zum Gedenken an die M&auml;rtyrer und Helden des Holocaust (Hrsg.) (besucht am 9. Juni 2015) [Hebr&auml;isch].<\/li>\r\n<li>&quot;<a href=\"http:\/\/www.sztetl.org.pl\/pl\/article\/dobra-1871\/5,historia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dobra (woj. wielkopolskie): Spo&#322;eczno&#347;&#263; &#380;ydowska przed 1989: Historia<\/a>&quot;, &uuml;berarbeitet von Micha&#322; Czajka und Adam Dylewski, <em>Projekt Virtuelles Schtetl<\/em>, Warschau: POLIN Museum f&uuml;r die Geschichte der Polnischen Juden (Hrsg.) (besucht am 9. Juni 2015) [Polnisch].<\/li>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n<hr \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<p><a href=\"?p=36527\">J&uuml;dische Gemeinde Dobra<\/a><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Erw&auml;hnung von Juden in Dobra (Hebr. &#1491;&#1493;&#1489;&#1512;&#1492;) findet sich im Liber Beneficiorum von Jan &#321;aski aus dem Jahr 1521. Nachweisbar ist die Existenz einer j&uuml;dischen Gemeinde in Dobra ab Beginn des 17. Jahrhunderts. 1793 hatte sie 481 Mitglieder. Sie war f&uuml;r lange Zeit neben Turek eine der gr&ouml;&szlig;ten j&uuml;dischen Gemeinden der Umgebung. Die <a href=\"https:\/\/agoff.de\/?p=36536\" class=\"more-link\">\u2026\u00a0<span class=\"screen-reader-text\">  Geschichte der j\u00fcdischen Gemeinde Dobra<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":75,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[],"tags":[3096],"class_list":["post-36536","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","tag-dobra-jued-gemeinde"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36536","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/75"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=36536"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36536\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":107407,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/36536\/revisions\/107407"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=36536"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=36536"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=36536"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}