{"id":4050,"date":"2011-10-22T19:11:12","date_gmt":"2011-10-22T19:11:12","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.agoff.de\/?p=4050"},"modified":"2014-03-16T11:16:38","modified_gmt":"2014-03-16T10:16:38","slug":"regionaltreffen-brandenburg-am-04-juni-2011-in-potsdam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=4050","title":{"rendered":"Regionaltreffen Brandenburg am 4. Juni 2011 in Potsdam"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center\">6. Regionaltreffen Brandenburg in Potsdam<\/h4>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Nach umfangreicher Vorbereitung fand in diesem Jahr wieder ein Regionaltreffen Brandenburg statt. Traditionell am ersten Wochenende im Juni kamen wieder viele Besucher aus Nah und Fern in den Treffpunkt Freizeit in Potsdam. Tr&auml;ger der Veranstaltung waren die Brandenburgische Genealogische Gesellschaft Roter Adler, der Verein f&uuml;r Computergenealogie, der HEROLD, die AG Magdeburg sowie der Treffpunkt Freizeit Potsdam.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Das Themenspektrum des Regionaltreffens reichte von Wanderungsbewegungen &uuml;ber die Deutung verschiedener Symbole auf Kirchen bis zum Auffinden von alten Orten und W&uuml;stungen. Folgende Referate bereicherten die diesj&auml;hrige Veranstaltung.<\/p>\r\n<ul>\r\n\t<li><strong>Des Ersten Tod, des Zweiten Not, des Dritten Brot \u2013 Migrationstypen und Wanderwege im fr&uuml;hneuzeitlichen Alten Reich (16. bis 18. Jh.) von Prof. Dr. Matthias Asche:<\/strong> Leider konnte der Referent wegen einer kurzfristigen Erkrankung nicht anreisen. So ist es Dr.  Peter Bahl zu danken, der das per FAX &uuml;bermittelte Manuskript fachkundig vortrug. Nicht nur dem erfahrenen Genealogen und Familienforscher ist gut bekannt, da&#223; die traditionelle Vorstellung von der Immobilit&auml;t der vormodernen Gesellschaft nicht zutrifft. Vielmehr mu&#223; von hoher Mobilit&auml;t innerhalb der Altst&auml;ndischen Gesellschaft ausgegangen werden \u2013 einer sozialen und einer r&auml;umlich-geographischen. Die Neigung, den Heimatort oder gar das Heimatland zu verlassen, war st&auml;rker verbreitet als bisher angenommen. Bei aller L&uuml;ckenhaftigkeit der zur Verf&uuml;gung stehenden Quellen des \u201eVorstatistischen Zeitalters\u201c zeigen vorsichtige Sch&auml;tzungen, dass ein Drittel oder gar die H&auml;lfte der deutschsprachigen Bev&ouml;lkerung im 18. Jahrhundert mindestens einmal im Leben den Wohnort gewechselt hat. Dennoch nahmen sich \u2013 verglichen mit den Massenwanderungen des 19. und 20. Jahrhunderts \u2013 freilich selbst die gro&#223;en Migrationsbewegungen des vorindustriellen Zeitalters quantitativ marginal aus. Aus der immensen Spannbreite fr&uuml;hneuzeitlicher Wanderungsformen von und nach Deutschland wurden exemplarische Ausschnitte pr&auml;sentiert. Es gibt eine Vielzahl von Modellen zur Typologisierung des historischen Wanderungsgeschehens. Diese Modelle fragen nach den ausl&ouml;senden Faktoren f&uuml;r Aus- und Einwanderung, nach der regionalen und sozialen Zusammensetzung der Migrantengruppen, nach den unterschiedlichen Rahmenbedingungen von Nah- und Fernwanderungen, nach obrigkeitlichen Unterst&uuml;tzungen f&uuml;r Neusiedler (Privilegienpolitik) sowie nach dem mit dem Problem der Integration zusammenh&auml;ngenden Grad der Fremdheitserfahrung von Einwanderergruppen. Zur Vereinfachung wurden drei Haupttypen fr&uuml;hneuzeitlicher Migration vorgestellt:<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<table class=\"table_1_spalte\" cellspacing=\"3\" cellpadding=\"3\">\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td class=\"noborder\">\r\n<ul style=\"text-align: left\">\r\n\t<li style=\"text-align: left\">markt- und lebensweltbedingte Migration (u.a. Heiratswanderungen, Kriegsfl&uuml;chtlinge, dauerhafte oder saisonale Arbeitsmigranten),<\/li>\r\n\t<li style=\"text-align: left\">erzwungene und unfreiwillige Emigration (u.a. religi&ouml;s bedingte Zwangswanderungen, etwa der Juden, Hugenotten, Salzburger und Herrnhuter),<\/li>\r\n\t<li style=\"text-align: left\">gef&ouml;rderte und gelenkte Immigration (u.a. Binnenkolonisationsma&#223;nahmen in Preu&#223;en, Ru&#223;land und an der habsburgischen Milit&auml;rgrenze in Ungarn und Siebenb&uuml;rgen, Neub&uuml;rger bei Stadterweiterungen und Stadtgr&uuml;ndungen, Amerika-Auswanderung).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<ul style=\"text-align: justify\">\r\n\t<li>\r\n<h5 style=\"text-align: left\"><strong>Die Mitmach-Projekte bei genealogy.net \u2013 insbesondere in ihrem Bezug zum heutigen und historischen Brandenburg von Dr. Uwe Baumbach: <\/strong>Unter der technischen und in den meisten Teilen auch inhaltlichen Betreuung durch den \u201eVerein f&uuml;r Computergenealogie e.V.\u201c laufen seit einigen Jahren eine Vielzahl so genannter Mitmach-Projekte. Sie verfolgen das Ziel, vielf&auml;ltige genealogisch interessante und relevante Informationen m&ouml;glichst strukturiert und untereinander abgestimmt\/vernetzt den suchenden Familienforschern zur Verf&uuml;gung zu stellen. Dabei werden diese Quellen nicht durch eine kleine Fachredaktion, sondern &uuml;berwiegend durch Hobby-, aber auch zum Teil durch Berufs-Genealogen, -Historiker, -Geografen usw. gespeist. Im Vortrag wurden die &uuml;ber das Internet erreichbaren Projekte einzeln vorgestellt, ihr Bezug zur genealogischen Forschung im Bereich des heutigen und des historischen Gebietes Brandenburg dargestellt, ein Ausblick auf deren weitere Entwicklung gegeben und vor allem Motive bzw. Formen einer aktiven Teilnahme dargestellt.<\/h5>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<ul style=\"text-align: justify\">\r\n\t<li>\r\n<h5><strong>Theodor Fontanes Vorfahren \u2013 Ergebnisse und Probleme genealogisch-historischer Forschungen von Dr. Manfred Horlitz: <\/strong> In diesem einst&uuml;ndigen Vortrag konnten nur einige Aspekte der Forschungsergebnisse dargestellt werden: 1. Gr&uuml;nde und Motive der Forschungen. 2. Einige Probleme der Ansiedlung der hugenottischen Vorfahren des Schriftstellers Th. Fontane im 17. Jh. in Brandenburg-Preu&#223;en. 3. Zur allm&auml;hlichen Integration der Fontaneschen Vorfahren m&uuml;tterlicher- u. v&auml;terlicherseits in Preu&#223;en. 4. Theodor Fontanes Position zu seinen Vorfahren. 5. Forschungsergebnisse und Defizite.<\/h5>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<ul style=\"text-align: justify\">\r\n\t<li>\r\n<h5 style=\"text-align: left\"><strong>Die Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e.V., begr. 1927 \u2013 Forschungsm&ouml;glichkeiten im &ouml;stlichen Europa von J&uuml;rgen Frantz: <\/strong> Der Vorsitzende stellte den Verein vor und beschrieb kurz dessen Geschichte und Wurzeln. Es folgte eine geraffte Darstellung der Forschungsgebiete und der dort t&auml;tigen Forschungsstellen. Auch die derzeit laufenden und sich in Planung befindenden Projekte wurden in einem Ausblick dargestellt. Anhand der sich seit der Wende in Polen ge&auml;nderten archivalischen Situation schilderte er konkret  sich nun ergebende Forschungsm&ouml;glichkeiten am Beispiel der Notariatsakten im Archiv in Kalisz. Er pl&auml;dierte f&uuml;r eine intensive Forschung am vorhandenen Urkundenmaterial. Ebenso appellierte er an die Zuh&ouml;rer, bereits geleistete Forschungen nicht zu vergessen und deren in den einschl&auml;gigen Vereinsarchiven lagernden Arbeiten und Sammlungen auszuwerten und auch daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass die eigenen Forschungen \u2013 ob klassisch papierbezogen oder aktuell It-bezogen \u2013 der interessierten &Ouml;ffentlichkeit durch geeignete Publikationen vorgestellt und so gesichert werden.<\/h5>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<ul style=\"text-align: justify\">\r\n\t<li>\r\n<h5 style=\"text-align: left\"><strong>Die Auswanderung preu&#223;ischer Lutheraner nach Australien von Gerd-Christian Treutler: <\/strong> Der Referent trug vor, dass zur komplexen Darstellung der Auswanderung der preu&#223;ischen Lutheraner in den 1830er bis 1840er Jahren mehrere Quellen miteinander kombiniert werden m&uuml;ssten. Einerseits sch&auml;rfen die r&uuml;ckblickenden Darstellungen der Auswanderernachkommen den Blick f&uuml;r die historische Situation, andererseits werden mit der &uuml;berarbeiteten und aus weiteren Quellen erg&auml;nzten &Uuml;bersicht der Auswandererfamilien nach Iwans &#8222;Um des Glaubens willen nach Australien&#8223; von 1931 Fakten benannt. Der Schwerpunkt dieser religi&ouml;s motivierten Auswanderung lag im S&uuml;dosten Brandenburgs und im Norden Niederschlesiens, weshalb eine Beschr&auml;nkung auf damalige brandenburgische Orte nicht sinnvoll ist. Man kann die Auswanderungsgeschichte aus den Herkunftskreisen Crossen und Z&uuml;llichau in Brandenburg und den angrenzenden schlesischen Kreisen Glogau, Gr&uuml;nberg, Liegnitz, L&uuml;ben und Freystadt sowie den Posener Kreisen Birnbaum, Bomst, Meseritz, Neutomischel und Samter als wesentlich f&uuml;r diese Auswanderung ansehen. Die genaue Beschreibung der geplanten Reise von insgesamt 82 Auswandererfamilien auf dem Schiff &#8222;Skjold&#8223; im Jahre 1841 nach Port Adelaide in die Kolonie S&uuml;daustralien gab einen eindrucksvollen und repr&auml;sentativen Einblick in die Umst&auml;nde eines solchen Unternehmens und &ouml;ffnete ein Fenster zum Verst&auml;ndnis unserer Geschichte. Erg&auml;nzt wurde der Vortrag mit kurzen Darstellungen der religionsgeschichtlichen Hintergr&uuml;nde und der ersten Ansiedlungen in S&uuml;daustralien.<\/h5>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<ul style=\"text-align: justify\">\r\n\t<li>\r\n<h5 style=\"text-align: left\"><strong>Genealogie und Landesgeschichte \u2013 Quellen, Literatur und Forschungsm&ouml;glichkeiten in <\/strong>\r\n<strong> Bibliothek und Archiv der Landesgeschichtlichen Vereinigung f&uuml;r die Mark Brandenburg e.V. von Dr. Peter Bahl<\/strong>: Der Vorsitzende und Archivar der Landesgeschichtlichen Vereinigung informierte &uuml;ber die im Geb&auml;udekomplex der Zentral- und Landesbibliothek Berlin befindlichen, aber von der Vereinigung selbst betreuten Sammlungen zur Orts- und Landesgeschichte Brandenburgs und Berlins. Dabei legte er den Schwerpunkt seiner Darlegungen auf personen- und familiengeschichtliche Fragestellungen und bot zugleich einen &Uuml;berblick &uuml;ber relevante Quelleneditionen.<\/h5>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<ul style=\"text-align: justify\">\r\n\t<li>\r\n<h5 style=\"text-align: left\"><strong>Sterne auf Kirchturmspitzen und D&auml;chern repr&auml;sentativer Geb&auml;ude im 17.\/18. Jahrhundert.<\/strong>\r\n<strong> Beliebiges Zierelement oder mehr? Thesen zu einem befragenswerten Architekturemblem von Dr. Hannelore Lehmann:<\/strong> Ausgangs- und Schwerpunkt der Untersuchung und des Vortrages bildete die Mark Brandenburg. Die Referentin erl&auml;uterte an zahlreichen Beispielen die Forschungsschwerpunkte. Den Zeitrahmen bildeten Reformation und &Uuml;bertritt der Hohenzollern zum Kalvinismus. Als Objekte beschrieb sie Klostergut, Dom&auml;ne, Kirchenpatronat, Schl&ouml;sser und St&auml;dte.<\/h5>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<ul style=\"text-align: justify\">\r\n\t<li>\r\n<h5 style=\"text-align: left\"><strong>Orte suchen und finden. \u2013 Verw&uuml;stet, geschleift, devastiert, geflutet oder umbenannt? von J&ouml;rg Schnadt:<\/strong> Wer seine Vorfahren erforschen will, muss wissen, wo sie gelebt haben. In der Regel ist die Ortssuche ein Kinderspiel. Es gibt Postleitzahlenverzeichnisse, Landkarten, Atlanten, Adressb&uuml;cher und andere Ortsverzeichnisse, h&auml;ufig sogar digital im Internet. Was aber ist, wenn man dort nicht f&uuml;ndig wird? Der Referent erl&auml;uterte, was die Ortssuche erschwert und wie man, wenn man die Gr&uuml;nde kennt, in der Regel dennoch zum Ziel kommt.<\/h5>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<ul>\r\n\t<li>\r\n<h5 style=\"text-align: justify\"><strong>Salzburger Exulanten auf ihrer Wanderung durch Brandenburg im Jahre 1732 von Bruno Berger:<\/strong> Der Referent beschrieb Salzburger Exulanten auf ihrer Wanderung durch Brandenburg im Jahre 1732 und ihre Ansiedlung in Preu&#223;isch-Litauen, dem Reg.-Bez. Gumbinnen der Provinz Ostpreu&#223;en \u2013 eine logistische Meisterleistung jener Zeit. In seinem Beitrag schilderte er die Hintergr&uuml;nde f&uuml;r die Auswanderung der evangelischen Salzburger und die Voraussetzungen f&uuml;r ihre Integration in der neuen Heimat.<\/h5>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Das Regionaltreffen war wieder eine gelungene Veranstaltung, bei der jeder Teilnehmer interessante Hinweise nicht nur f&uuml;r Forschungen in Brandenburg mitnehmen konnte. Wir freuen uns auf das n&auml;chste Treffen im kommenden Jahr.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify\">Mario Seifert<\/p>\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n<hr \/>\r\n\r\n<a href=\"?p=3358\">Zur&uuml;ck zu Vereinsleben<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6. Regionaltreffen Brandenburg in Potsdam Nach umfangreicher Vorbereitung fand in diesem Jahr wieder ein Regionaltreffen Brandenburg statt. Traditionell am ersten Wochenende im Juni kamen wieder viele Besucher aus Nah und Fern in den Treffpunkt Freizeit in Potsdam. Tr&auml;ger der Veranstaltung waren die Brandenburgische Genealogische Gesellschaft Roter Adler, der Verein f&uuml;r Computergenealogie, der HEROLD, die AG <a href=\"https:\/\/agoff.de\/?p=4050\" class=\"more-link\">\u2026\u00a0<span class=\"screen-reader-text\">  Regionaltreffen Brandenburg am 4. 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