{"id":49406,"date":"2015-08-08T13:57:49","date_gmt":"2015-08-08T11:57:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=49406"},"modified":"2017-01-06T18:58:11","modified_gmt":"2017-01-06T17:58:11","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-suwalki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=49406","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Suwa\u0142ki"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<h4>Gemeinde Suwa&#322;ki<\/h4>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1793 wanderten aus wirtschaftlichen Gr&uuml;nden 40 masurisch-ostpreu&#223;ische Familien in den Bezirk von Suwa&#322;ki ein. Sie siedelten sich in dem 14 km von Suwa&#322;ki entfernten Dorfe Chmiel&#243;wka an. Der Kammerherr Stanis&#322;aw Eismunt, selbst Protestant, gab den Kolonisten 3 Morgen Land litauischen Ma&#223;es zur Schule. Am 21. November 1793 schenkte K&ouml;nig Stanis&#322;aw August Poniatowski zum Unterhalt der zu bildenden Gemeinde in Chmiel&#243;wka 3 Hufen Land litauischen Ma&#223;es, sowohl Ackerland als auch Wiesen. 1793 galt daher als das Gr&uuml;ndungsjahr der Parochie zu Chieml&#243;wka, die in Andreas Wilhelm Grabowski auch ihren ersten Pfarrer erhielt. Offiziell erfolgte die Gr&uuml;ndung hier 1802. Am 1. Juli 1838 verlegte man den Pfarrsitz nach Suwa&#322;ki, wo 1840 ein steinernes Pfarrhaus und 1841 eine massive Kirche erbaut wurden. Auf Andreas Wilhelm Grabowski folgte 1827 dessen Sohn Friedrich Wilhelm Grabowski. Die Gemeinde, in der zuletzt in polnischer Sprache amtiert wurde, z&auml;hlte um 1867 3660 Seelen, wovon &uuml;ber 3000 polnischer und 600 deutscher Nationalit&auml;t waren. Zu dieser Zeit bestanden in Suwa&#322;ki und Przero&#347;l Elementarschulen und in Chmiel&#243;wka und Rutka Kantoratsschulen. Im Jahr 1842 organisierte sich das Filial Augustowo und 1844 das zu Sejny. Um 1867 betrug das Gehalt des Ortspastors 421 Rbl 50 Kop. j&auml;hrlich, dazu noch 150 Rbl als Ertrag von 5 Hufen Pfarrland und Brennholz aus den Staatsforsten. Hinzu kamen noch die Einnahmen f&uuml;r Amtshandlungen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1923 gab es 564 Kontribuenten und im Jahr 1929 wurden 144 Taufen, 60 Konfirmanden, 30 Trauungen, 86 Todesf&auml;lle und 2400 Kommunikanten gez&auml;hlt.<br> Am 1. September 1939 z&auml;hlte die Kirchengemeinde &uuml;ber 4000 Seelen. Ihr letzter Pfarrer war Wilhelm Arthur Borkenhagen, der von 1924-1943 die Parochie versehen hat. Zu seiner Amtszeit wurden Kirche und Pfarrhaus renoviert sowie Friedhofskapellen in Suwa&#322;ki, Chmiel&#243;wka und Zielony Kr&#243;lewski errichtet. Bezeichnend f&uuml;r die guten finanziellen Verh&auml;ltnisse der Gemeinde war die Tatsache, da&#223; es nie ein festes Gehalt des Stelleninhabers gegeben hat. Dies hing mit dem Landbesitz der Pfarrei zusammen. Diese verf&uuml;gte nicht nur &uuml;ber eine Kirche und ein Pfarrhaus mit Wirtschaftsgeb&auml;uden sondern in Chmielowka &uuml;ber ein Vorwerk ohne Wirtschaftsgeb&auml;ude von 149 Morgen. Nach 1945 blieben nur 500 Gemeindeglieder in ihren Wohnorten zur&uuml;ck. Alle &uuml;brigen verlie&#223;en ihre Heimat, weil sie im Besitz der Deutschen Volksliste (auch der Ortspastor) waren und deswegen Repressalien polnischerseits wegen Volksverrats (als Polen) bef&uuml;rchteten. Die Nachkriegszeit zerstreute sie in der ganzen Welt. Die nach 1945 den Evangelischen enteignete Kirche in Suwa&#322;ki wurde ihnen 1952 wieder zur&uuml;ckgegeben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h4>Filial Augustow<\/h4>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Filial wurde 1842 ins Leben gerufen und im gleichen Jahr mit einer h&ouml;lzernen Kirche mitsamt einem Morgen Land ausgestattet. Die Geldmittel zum Kirchbau erhielt die Filialgemeinde durch eine ihr von der Regierung gew&auml;hrte Entsch&auml;digung f&uuml;r erlittene Verluste im Revolutionsjahr 1830 (ausgebranntes Gemeindemagazin). August&#243;w wurde von Suwa&#322;ki aus administriert. Im Filial \u2014 es war klein und besa&#223; keine Entwicklungsm&ouml;glichkeiten \u2014 gab es keine evangelischen Schulen. F&uuml;r dessen Verwaltung erhielt der Pastor 60 Rbl j&auml;hrlich Gehalt und die anfallenden Stolgeb&uuml;hren.<br>\r\nIm Jahr 1880 wurden 478 Seelen in 134 Familien gez&auml;hlt, im Jahr 1938 waren es 250. Im Jahr 1923 z&auml;hlte das Filial 8 Taufen, 4 deutsche und 4 polnische, 3 Trauungen (poln.), 5 Todesf&auml;lle, 102 deutsche und 90 polnische Kommunikanten.<\/p>\r\n\r\n\r\n<h4>Filial Sejny<\/h4>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Filial organisierte sich im Jahr 1844. Es erhielt von der russischen Kaiserin Alexandra Feodorowna als Geschenk 500 Rbl und konnte sp&auml;ter ein steinernes Bethaus, zwei Holzh&auml;user und 1,5 Morgen Gartenland erwerben. Die im eigenen Geb&auml;ude lozierte Elementarschule besuchten um 1867 nur 8 evangelische Kinder. Die Zahl der r&ouml;misch-katholischen u.a. wurde nicht genannt. Die Zahl der evangelischen Deutschen betrug zwei Drittel und die der evangelischen Polen ein Drittel, d. h. im Jahr 1880 bei einer Seelenzahl von 721 (151 Familien) 480 Deutsche und 241 Polen, dazu noch eine Anzahl evangelischer Litauer. Die Verwaltung des Filials hatte der jeweilige Pastor von Suwa&#322;ki inne, der daf&uuml;r 75 Rbl Gehalt j&auml;hrlich und Stolgeb&uuml;hren erhielt.<br>\r\nIm Jahr 1923 z&auml;hlte das Filial 16 Taufen, 14 deutsche und 2 polnische, 4 Trauungen, davon 1 polnische, 7 Todesf&auml;lle, 250 deutsche (1913: 483) und 63 polnische (1913: 140) Kommunikanten. Im Jahr 1938 wurden 400 Seelen gez&auml;hlt.<\/p>\r\n \r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<p><a href=\"?p=49402\">Evangelische Kirchengemeinde Suwa&#322;ki<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinde Suwa&#322;ki Im Jahr 1793 wanderten aus wirtschaftlichen Gr&uuml;nden 40 masurisch-ostpreu&#223;ische Familien in den Bezirk von Suwa&#322;ki ein. Sie siedelten sich in dem 14 km von Suwa&#322;ki entfernten Dorfe Chmiel&#243;wka an. 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