{"id":87497,"date":"2017-03-28T08:43:00","date_gmt":"2017-03-28T06:43:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=87497"},"modified":"2017-03-28T19:49:48","modified_gmt":"2017-03-28T17:49:48","slug":"das-schweidnitzer-gymnasialblatt-als-genealogische-quelle-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=87497","title":{"rendered":"Dr. Konrad von Studt"},"content":{"rendered":"<h4>Was aus einem Schweidnitzer Kinde alles werden kann<\/h4>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Man schrieb den 26. M&auml;rz 1856. Unser liebes Schweidnitz trug noch sein schweres, beengendes Festungsgewand; wo heut unsre sch&ouml;nen Promenaden die Stadt umgeben, sagen Glacis und Sternschanzen; in der Linie von Moltke-, Margareten-, Wilhelm- und Breslauer Stra&#223;e zog sich der innere Wall. Der Bahnhof war aber schon seit einem Jahr, bei Verl&auml;ngerung der Strecke von hier nach Reichenbach, vom Ende der Vorwerkstra&#223;e auf den jetzigen Platz verlegt worden, wo das &#8222;interimistische&#8223; Geb&auml;ude dann 50 Jahre gestanden hat. Auch das Gymnasium hatte schon sein jetziges, als Schulgeb&auml;ude nicht gerade vorbildliches Heim auf der K&ouml;ppenstra&#223;e bezogen. Aus diesem st&uuml;rmten gegen Abend des genannten Tages sieben frische junge Leute vergn&uuml;gt heraus; sie hatten soeben die Reifepr&uuml;fung bestanden! Wie verhext war es damit gewesen, als ob alle b&ouml;sen M&auml;chte sich gegen sie verschworen h&auml;tten! Im Vorjahr war der g&uuml;tige alte Konsistorial- und Schulrat Menzel gestorben, und an seine Stelle war der gestrenge Provinzialschulrat Dr. Scheibert getreten, der gleich mit einer f&uuml;nft&auml;gigen Revision der Anstalt seine T&auml;tigkeit er&ouml;ffnete und dann ein solche F&uuml;lle grundst&uuml;rzender Neuerungen einf&uuml;hrte, da&#223; der Direktor Held die &#8222;Chronik&#8223; des Jahres mit dem Sto&#223;seuzfzer schlie&#223;t, Gott m&ouml;ge den Lehrern Kraft geben, alle die neuen Weisungen in Ausf&uuml;hrung zu bringen. Die schriftliche Pr&uuml;fung war ja ganz nett vor&uuml;bergegangen. Freilich verlautete insgeheim, eine mathematische Arbeit (Zirkel) und ein lateinisches Skriptum (Seiffert) seien &#8222;nicht befriedigend&#8223; genannt worden; wie kann man aber auch &#8222;reliquitur&#8223; schreiben! Dahingegen seien aber auch wieder recht viele Leistungen &#8222;gut&#8223; gewesen! Am 26. Februar sollte die m&uuml;ndliche Pr&uuml;fung stattfinden! (Befreiung von derselben gab\u00b4s damals noch nicht!) Welch herrliche Zeit dann bis zum 20. M&auml;rz, f&uuml;r den der Beginn der Osterferien angesetzt war! Da erkrankte der Direktor, der Termin musste verschoben werden. Unerh&ouml;rt! Man legte ihn fast an den Schlu&#223; der Freizeit, auf den 26. M&auml;rz! Aber nun war auch dieser Tag gl&uuml;cklich vor&uuml;ber! Alle sieben hatten bestanden! Sechs davon waren Ausw&auml;rtige; nur einer stammte aus Schweidnitz, Konrad Studt, mit 17 \u00bd Jahren (er war am 5. Oktober 1838 geboren) einer die J&uuml;ngsten von allen. Sein Vater war der Rechtsanwalt Gustav Adolf Studt, der sich 1832 in Schweidnitz niedergelassen und sich mit Christiane Weinbrich, aus einer Breslauer Patrizierfamilie stammend, verm&auml;hlt hatte. Aus dieser Ehe waren au&#223;er zwei T&ouml;chtern vier S&ouml;hne hervorgegangen, deren &auml;ltester Konrad war. Als &Auml;ltester hatte er dem Vater immer besonders nahegestanden. Von ihm, der einst als Student in Breslau ein ber&uuml;hmter Fechter, Schwimmer und Turner gewesen war, hatte sein Stammhalter die Freude an k&ouml;rperlichen &Uuml;bungen geerbt, von ihm aber auch die Liebe zur Natur. Ist doch die einzige Erinnerung aus fr&uuml;hester Kindheit, die die &#8222;Vita&#8223; des Abiturienten zu melden wei&#223;, die, da&#223; ein sch&ouml;ner ger&auml;umiger Garten beim Hause sich befand, in dem er und seine Geschwister sich nach Herzenslust tummeln durften. Ein vom Vater erworbenes Landgut bot einen herrlichen Ferienaufenthalt, und als vor einigen Jahren Kr&auml;nklichkeit ihn zur Aufgabe seiner Berufst&auml;tigkeit zwang, da war die Familie aus der bedr&uuml;ckenden Enge der Festung hinausgezogen nach dem jetzigen Hause Bahnhofstra&#223;e 12. Von einer Reise nach Italien im Jahre 1845 hatte der alte Studt manche naturgeschichtlichen Merkw&uuml;rdigkeiten mitgebracht; das spornte den Sohn zur Anlegung planm&auml;&#223;iger Sammlungen an, die er auch wissenschaftlich zu ordnen beflissen war. Dieses Interesse hat ihn bis ins hohe Alter nicht verlassen. Es kam ihm zustatten, als 1854 das Gymnasium von der alten St&auml;tte seines Wirkens, dem jetzigen Lutherheim, auf die K&ouml;ppenstra&#223;e verlegt wurde; da war Studt den Lehrern ein sachkundiger Gehilfe, der die Umr&auml;umung der Sammlungen mit drei anderen Sekundanern und ebensoviel Primanern besorgte. Als Primaner hat er dann selbst Reisen machen d&uuml;rfen, so ins Riesengebirge und in die s&auml;chsische Schweiz; nat&uuml;rlich vers&auml;umte er bei letzterer Gelegenheit auch nicht, die einzigartigen Kunstsch&auml;tze Dresdens geb&uuml;hrend zu bewundern.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber kehren wir zu seiner Kinderzeit zur&uuml;ck! Als Rechtsanwalt hatte Studts Vater vielfach Wagenfahrten zu den vor 1848 bestehenden gutsherrlichen Patrimonialgerichten zu machen. Dabei pflegte er Konrad mitzunehmen und k&uuml;rzte die Langeweile der Fahrt, um ihm den ersten Unterricht zu erteilen. Lesestunden und Religionsunterricht f&ouml;rderten den Knaben so, da&#223; er nach kurzer Vorbereitung Michaelis 1846 in die 3. Klasse der ev. Volksschule eintreten konnte, die er dann durchmachte. Wiederum durch Privatunterricht gef&ouml;rdert, erlangte er Pfingsten 1848 die Aufnahme nach Quinta des Gymnasiums, dessen Klassen er dann regelrecht absolvierte. Mit besonderer Liebe hing er, wie alle seine Mitsch&uuml;ler, an dem Prorektor Br&uuml;ckner, dessen Tod am 21. Januar 1853 ihm &uuml;beraus tief zu Herzen ging. Sekunda und Prima setzten dem verehrten Lehrer im Herbst des Jahres ein Grabdenkmal. In der obersten Klasse geno&#223; Studt den besonders anregenden und sorgf&auml;ltigen Unterricht des Direktors Held, der ein Menschenalter hindurch die Anstalt geleitet hat. Von 31 Wochenstunden gab er allein 17. Im Griechischen unterrichtete Guttmann, der ein Jahr sp&auml;ter als Direktor nach Brieg kam. Mathematik lehrte T&uuml;rkheim, der verdienstvolle Gr&uuml;nder unseres Gewerbevereins, der &uuml;brigens ganz kurz nach der Reifepr&uuml;fung Studts, am 7. April, auf dem Schulwege pl&ouml;tzlich durch einen Schlaganfall seinen Tod fand. Geschichte und Erdkunde vertrat Konrektor Dr. Schmidt, ein Verwandter Studts. Sprachen fielen Studt besonders leicht. Vom Latein bezeugt das Held bei seiner Beurteilung der Pr&uuml;fungsarbeiten; im Griechischen und Franz&ouml;sischem f&uuml;hlte es Studt selbst, in letzterer Sprache umsomehr, als seine Eltern sich ihrer im t&auml;glichen Gespr&auml;ch gew&ouml;hnlich bedienten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun war das Ziel erreicht! Es ging zur Universit&auml;t! Konrad w&auml;hlte die Wissenschaft seines hochverehrten Vaters, die Rechtskunde. In Breslau trat er, durch den gro&#223;en heimischen Verwandtenkreis an Geselligkeit gew&ouml;hnt, in das Korps Borussia ein. Auch als er Ostern 1857 nach Bonn ging, wurde er Mitglied der Saxonia dort. In ihr, wie nach seiner R&uuml;ckkehr nach Breslau in der heimischen Verbindung, hat er Chargiertenposten bekleidet. Das hinderte aber ein rechtzeitiges Erledigen der ersten der drei damaligen Staatspr&uuml;fungen nicht; aber noch ehe der frischbackene Auskulator den Staatsdienst antrat, begann er die Ableistung des Milit&auml;rjahres. Am 1. April 1859 wurde er Einj&auml;hrigfreiwilliger der 5. Kompanie 11. Grenadier-Regiments. In eben der Kompanie hatte einst 1824 sein Vater als Fl&uuml;gelmann gestanden. Die weitherzige damalige Dienstauffassung machte es Studt m&ouml;glich, am 8. Juni desselben Jahres beim Schweidnitzer Kreisgericht in den Staatsdienst einzutreten. Als der sp&auml;tere Kaiser Friedrich in dieser Zeit das Regiment zu besichtigen kam, bezog Konrad nebst seinem gleichfalls bei der Kompanie dienenden Bruder den Ehrendoppelposten beim Empfang des hohen Herrn. Im Mai 1861 wurde Studt Referendar, blieb aber noch bis November hierorts, um dann an das Stadtgericht und Appellationsgericht in Breslau versetzt zu werden. Als 1863 der polnische Aufstand uns zum Besetzen der russischen Grenze zwang, kommandierte man ihn zum 50. Infanterie-Regiment als Landwehrleutnant. Diese Einziehung kostete ihm ein Jahr; denn es schlo&#223; sich der Krieg um Schleswig-Holstein daran, der ihn nach J&uuml;tland f&uuml;hrte. Trotzdem bestand er schon im Fr&uuml;hjahr 1865 die dritte und letzte, die Assessorpr&uuml;fung mit &#8222;gut&#8223; und wurde auf den 15. Januar des Jahres vorpatentiert. Beim Breslauer Stadtgericht, dessen Zivilprpoze&#223;abteilung er &uuml;berwiesen wurde, sollte er nicht lange verbleiben; der Krieg gegen &Ouml;sterreich rief ihn aufs neue zu den Waffen. In der entscheidenden Schlacht bei K&ouml;nigsgr&auml;tz gelange es ihm, ebenso wie dem Leutnant v. Hindenburg, unserem jetzigen Reichspr&auml;sidenten, eine feindliche Batterie zu &uuml;berrumpeln und zwei Gesch&uuml;tze zu erobern; gleich jenem erhielt er daf&uuml;r den Roten Adler IV. Kl. mit Schwertern. Nach der R&uuml;ckkehr vom Feldzuge ging er von der Richterlaufbahn zur Verwaltung &uuml;ber. Vom Mai 1867 an vertrat er den erkrankten Justitiar bei der Abteilung des Innern in der Regierung zu Breslau. Schon nach 5 Monaten wurde er mit der Verwaltung des Landratsamtes in Obornik n&ouml;rdlich von Posen betraut. Kurz vorher verlobte er sich mit Luise Witte, Tochter des Rittergutsbesitzers Witte in Chrustowo bei Samter. Nachdem er im Sommer 1868 zum Landrat ernannt worden war, fand die Hochzeit am 24. September statt. Der Ehe ist eine Tochter Martha entsprossen, geboren am 6. September 1869. Beim Ausbruch des Krieges 1870 hatte Studt zun&auml;chst als Landrat die Mobilmachungsarbeiten seines Kreises zu leiten; Mitte August aber wurde er selbst eingezogen. Er wurde der Nachrichtenabteilung des stellvertretenden Gro&#223;en Generalstabes in Berlin &uuml;berwiesen. Dann &uuml;bertrag man ihm die F&uuml;hrung eines Generalstabskartentransports nach dem Hauptquartier in Ferri\u00e8res; nach dem Fall von Stra&#223;burg wurde er Adjutant des dortigen Gouvernements, bis ihn Ende Oktober eine Order in die Verwaltung des Generalgouvernement in Reims berief. Er wurde Generalsekret&auml;r des Departements Seine et Marne mit dem Sitz erst in Meaux, sp&auml;ter in Melun, dessen waldreiche Umgebung von Franktireurs wimmelte. Im April 1871 kehrte er, mit dem Eisernen Kreuz geschm&uuml;ckt, heim in sein Amt. Hebung des Volksschulwesens inmitten der &uuml;berwiegend polnischen Bev&ouml;lkerung, Bodenverbesserung und F&uuml;rsorge f&uuml;r das Verkehrswesen, namentlich Landstra&#223;enbau, nahmen seine T&auml;tigkeit in Anspruch. Sein festes und bestimmtes, zugleich aber auch dem sachlichen Gegner gegen&uuml;ber gewandtes und vers&ouml;hnliches Wesen lenkte bald die Aufmerksamkeit der Zentralverwaltung auf ihn. Gegen Ende des Jahres 1875 berief ihn Graf Friedrich Eulenburg als Hilfsarbeiter in sein Ministerium des Innern. F&uuml;r die ihm obliegende Vorbereitung von Gesetzen zur Ab&auml;nderung von Kreis- und St&auml;dteordnung kamen ihm die mehrj&auml;hrigen in Posen unter schwierigen Verh&auml;ltnissen gesammelten Erfahrungen sehr zugute. Die gemeinsame Arbeit mit dem Vortragenden Rat von Brauchitsch f&uuml;hrte zu einer Beteiligung an dem von diesem begonnenen Werk: Kommentar zu den neuen preu&#223;ischen Verwaltungsgesetzen, was nach dem 1882 erfolgten Tode seines Mitarbeiters Studt allein weiterf&uuml;hrte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im April des genannten Jahres ward der vielseitig bew&auml;hrte Beamte zum Regierungspr&auml;sidenten in K&ouml;nigsberg ernannt. In diesem gr&ouml;&#223;ten Regierungsbezirk der preu&#223;ischen Monarchie hatte er ein 41 K&ouml;pfe starkes Kollegium zu leiten. Mit besonderer Sorgfalt nahm er sich der Weiterbildung der 15 Regierungsreferendare an. Die Aufgaben, die seiner harrten, waren, wenn auch in gr&ouml;&#223;erem Umfange, etwa die gleichen, wie in dem fr&uuml;heren Landsratsamt. 1884 bei Bildung des neuen Staatsrates wurde Studt in denselben berufen. Das wichtigste Gesetz, was hier, unter dem Vorsitz des Kronprinzen beraten wurde, war das Ansiedlungsgesetz f&uuml;r Posen und Westpreu&#223;en. Gerade jemand, der sich in schwierigsten Bezirken der Lage voll gewachsen gezeigt hatte, schien geeignet, in die dornenvolle Stellung eines Verwaltungsbeamten in Elsa&#223;-Lothringen einzutreten. Im April 1887 erfolgte Studts Ernennung zum Unterstaatssekret&auml;r in Stra&#223;burg. Statthalter war damals F&uuml;rst Chlodwig Hohenlohe, der sp&auml;tere Reichskanzler. Protestwahlen im Februar, der Fall Schn&auml;bele hatten der deutschen Regierung gro&#223;e Hemmnisse bereitet. Wie sehr Studt sich trotzdem auch hier bew&auml;hrte, beweist der Umstand, da&#223; ihm Ende Mai 1889 das Oberpr&auml;sidium der Provinz Westfalen anvertraut wurde, gerade in gef&auml;hrlichster Zeit. Ein gro&#223;er Bergarbeiterstreik hatte zahlreiche Industrien ergriffen, Milit&auml;r mu&#223;te das Streikgebiet besetzen. Studts festem und gewandtem Auftreten gelang es aber, die Ordnung wiederherzustellen. Er zog aus den Ereignissen dann aber auch die n&ouml;tigen Folgerungen f&uuml;r die Gesetzgebung. Die 10 Jahre, die er in M&uuml;nster zubrachte, sind f&uuml;r die Provinz ganz besonders segensreich gewesen. Eifrige T&auml;tigkeit galt hier namentlich dem Schulwesen, von der Volksschule an bis zur Akademie in M&uuml;nster, deren Interessen er auch noch sp&auml;ter durch Schaffung einer juristischen Fakult&auml;t wahrnahm. An diesem Platz bot sich auch reiches Feld der T&auml;tigkeit f&uuml;r seine Gattin, die an die Spitze des Vaterl&auml;ndischen Frauenvereins trat. Studts Tochter hatte sich schon in Stra&#223;burg mit dem damaligen Oberleutnant v. Drabich-W&auml;chter verm&auml;hlt (6. Oktober 1888). Der Ehe sind drei S&ouml;hne entsprossen, deren j&uuml;ngster, Adolf Friedrich, auf unserem Gymnasium zurzeit der Reifepr&uuml;fung entgegensteuert. Das Ehepaar, nun Generalleutnant v. Drabich-W&auml;chter und Frau, lebt jetzt in dem benachbarten Kynau.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Studt 1899 zur Erholung im Engadin weilte, berief ihn ein schleuniges Telegram nach Berlin. Am 2. September erfolgte seine Ernennung zum Kultusminister. Die Trauer in M&uuml;nster &uuml;ber den Fortgang Studts und seiner Gattin war gro&#223;! Ein Fackelzug von &uuml;ber 6000 Teilnehmern bewies, welche Liebe beiden von weitesten Kreisen der Bev&ouml;lkerung darbebracht wurde. Eine in Westfalen vielverbreitete Postkarte enthielt sein Bild mit der Unterschrift:<\/p>\r\n\t\t<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Achtung, Liebe bracht\u2018 entgegen<br>\r\n\t\tJeder Mann Dir, jeder Stand,<br>\r\n\t\tUnd Dein Wirken war ein Segen<br>\r\n\t\tF&uuml;r der roten Erde Land!&#8223;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Hauptleistung in der neuen Stellung war die Entwerfung und gl&uuml;ckliche Durchbringung eines seit 80 Jahren immer wieder vergeblich angestrebten Volksschulunterhaltungsgesetzes. Unendliche Verhandlungen mit den Parteien des Abgeordneten- wie des Herrenhauses, das Aufbieten der ganzen ihm eigenen Gesch&auml;ftsgewandtheit war n&ouml;tig, um das oft gef&auml;hrdete Werk unter Dach zu bringen. Am 6. Juli 1906 konnte eine Depesche nach Aalesund dem Kaiser das endliche Gelingen melden. Die Antwort war die Verleihung des Schwarzen Adlerordens, mit dem der erbliche Adel verbunden ist. Am 14. Juni des folgenden Jahres veranla&#223;ten die Beschwerden des herannahenden Alters Studt, den Abschied zu nehmen. Derselbe ward unter anerkennendsten Worten zugleich mit lebensl&auml;nglicher Berufung ins Herrenhaus genehmigt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom 24. bis 26. Januar 1908 feierte unser Gymnasium sein 200j&auml;hriges Jubelfest. Da hatten wir die hohe Ehre und Freude, an der Spitze von 400 zum Teil von weither geeilten fr&uuml;heren Sch&uuml;lern auch Seine Exzellenz den Staatsminister Dr. von Studt hier begr&uuml;&#223;en zu k&ouml;nnen. In dankbarem Andenken steht es uns, die wir an dem Fest teilnahmen, wie seine hohe ehrfurchtsgebietende Gestalt sich bei Tafel erhob, um den ersten Trinkspruch auf den Landesherren auszubringen!<br>\r\nAls Ruhestandssitz w&auml;hlte er sich erst Hannover, sp&auml;ter Berlin. Noch manche gl&uuml;ckliche Jahre waren ihm beschieden; aber auch den Zusammenbruch des Vaterlandes zu schauen, blieb ihm nicht erspart. Am 29. Oktober 1921, in dem hohen Alter von 83 Jahren, ist er heimgegangen! Wahrlich, ein Leben, was k&ouml;stlich war, da es M&uuml;he und Arbeit gewesen ist!<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Worthmann<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\n<li>Abiturientenvita, Gymnasialberichte 1855, 1856, 1857, Geschichte des Gymnasiums von Prof. Dr. Schmidt, E. Landsmann, Konrad v. Studt, Berlin, Heymann 1908.)<\/li>\r\n<li>Nachrichtenblatt Nr. 4 \u2013 1925 \/ Schweidnitz, im Januar 1926 \/ 2. Jahrgang<\/li><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<p><a href=\"?p=86187\">Zur&uuml;ck zu: Das Schweidnitzer Gymnasialblatt als genealogische Quelle<\/a><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was aus einem Schweidnitzer Kinde alles werden kann Man schrieb den 26. M&auml;rz 1856. Unser liebes Schweidnitz trug noch sein schweres, beengendes Festungsgewand; wo heut unsre sch&ouml;nen Promenaden die Stadt umgeben, sagen Glacis und Sternschanzen; in der Linie von Moltke-, Margareten-, Wilhelm- und Breslauer Stra&#223;e zog sich der innere Wall. Der Bahnhof war aber schon <a href=\"https:\/\/agoff.de\/?p=87497\" class=\"more-link\">\u2026\u00a0<span class=\"screen-reader-text\">  Dr. Konrad von Studt<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[2140],"tags":[2222,2141],"class_list":["post-87497","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-schweidnitzer-gymnasialblatt","tag-biogramme","tag-schweidnitzer-gymnasialblatt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87497","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=87497"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":87523,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87497\/revisions\/87523"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=87497"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=87497"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=87497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}