{"id":87611,"date":"2017-04-05T22:41:19","date_gmt":"2017-04-05T20:41:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=87611"},"modified":"2023-02-12T21:01:34","modified_gmt":"2023-02-12T20:01:34","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-przedecz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=87611","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Przedecz"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In der zweiten H&auml;lfte des 18. Jahrhunderts wurde durch den Starosten Kosowski in K&#322;odawa die Siedlung D&#281;bina gegr&uuml;ndet. Stypin Hol. etablierte sich 1760, Przysypka 1776. Der Starost von Przedecz, Jakob Sigismund Kretkowski, schlo&#223; 1781  mit den Kolonisten einen Ansetzungsvertrag, den er am 1. M&auml;rz 1788 erneuerte. Zur Schule und zum Friedhof schenkte er 15 Morgen Land. Am 16. Juni 1788 wurde dieser Vertrag  durch K&ouml;nig Stanislaus August von Polen best&auml;tigt. Nach dieser Urkunde bestimmte K&ouml;nig Stanislaus August das <em>&#8222;mit Strauch und Wald verwachsene zu Unserer gedachten Starostey geh&ouml;rige so genannte Dorf Nowawie&#347;-Neudorf dem Ehrbaren Schultzen Michael Harmel und der ganzen Gemeinde . . Ein jeder Wirt soll nehmlich drei&#223;ig gew&ouml;hnliche mit einer sieben und eine halbe Elle enthaltenen Ruthe abgemessene Morgen haben, und von diesen auch wenn er sie nicht ganz ausgerodet hat, auf Sankt Martini zu zwey Gulden poln. zahlen&#8223;.<\/em> Weiter hei&#223;t es noch dort <em>&#8222;Zur Schule und dem Kirchhof sollen sie ohne Zahlung und Abgaben f&uuml;nfzehn Morgen haben&#8223;.<\/em> Nach der Ansetzungsurkunde vom 14. Juli 1855 bevollm&auml;chtigte Marie Mi&#261;czy&#324;iska geb. S&#322;ubicka, Besitzerin der G&uuml;ter Izbica, ihren Ehegatten Mieczys&#322;aw Mi&#261;czy&#324;iski zum Abschlu&#223; eines Vertrages mit den im Bereich der erw&auml;hnten G&uuml;ter anzusiedelnden Kolonisten. Nach der zweiten Urkunde aus dem Jahr 1861 wurden zum Unterhalt des evangelischen Lehrers von Mieczys&#322;awow 4 Morgen Land bestimmt (davon 0,5 Morgen zum Friedhof). In beiden Urkunden wurden die Kolonisten auch zu Naturalleistungen f&uuml;r die r&ouml;misch-katholische Propstei in Modzerowo verpflichtet. Als Ansiedler werden u. a. genannt: Gottlob Schinke, Gottlieb Krieger, Johann Policki, Daniel Matz, Gottlob Litke, Gottfried Liedke, Gottlieb Tonn, Ludwig Nikel.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur F&ouml;rderung der Industrialisierung &uuml;berlie&#223; in den Jahren 1820-1823 die damalige Regierung staatliches, in der N&auml;he der Stadt gelegenes Land eingewanderten deutsch-evangelischen Tuchmachern und Handwerkern. Es waren dies u. a. die Tuchmacher Martin Glokzin, Johann Steinke, Johann Fennig, Christian Winkler, Christoph Radke, Gottlieb K&uuml;hn, Friedrich Traun, Gottlieb Lipski, Johann Stegmann, August Otto, Gottlob K&uuml;hn, Gottfried Moge, Anton Kolb, Michael Schendel, Anton Krentz, Johann Birkner, Martin Behlke, Johann Christoph Karpowski, Johann Lange, Karl Samuel Konrad, Gottfried Arndt, August Heinrich Arndt, Johann Wilhelm Werner, Karl Philipp Pfeiffer, Christian Winkler, Johann Fribus, Martin Fribus, Friedrich Tetzlaf, Gottlieb Belter, dem F&auml;rber August Ferdinand Kleindienst und den Handwerker Johann Stark, Wilhelm Fibig, Johann Heinrich Sander, Johann Schinkler, Karl Kr&uuml;ger, Johann Janke, Friedrich August Regel, Johann Wegner u. a.; sowie dem Apotheker Karl Kramer und dem Kaufmann Johann K&uuml;hn.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor der Konstituierung der Parochie konzentrierte sich der religi&ouml;se Mittelpunkt der deutschen Kolonien in Gro&#223; Neudorf.<br>\r\nKaiser Alexander I. schenkte der evangelischen Bev&ouml;lkerung von Przedecz zum Bau einer Kirche den Platz und die Ruinen der von den Ordensrittern errichteten Moosburg, die sp&auml;ter als Starosten-Schlo&#223; benutzt wurde. Jakob Sigismund Kretkowski hatte neben dem Schlo&#223; einen Turm errichtet. An diesen Turm, der seit den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts als Glockenturm Verwendung fand, wurde die evang. Kirche zu Przedecz in der Zeit von 1824-1828 angebaut. Gleichzeitig erbaute man im Jahr 1827 ein h&ouml;lzernes Pastorat<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf Anordnung der Masovischen Wojewodschaftskommission vom 16. M&auml;rz 1826 wurden der im Entstehen begriffenen Gemeinde au&#223;er der Stadt Przedecz noch nachstehende D&ouml;rfer zugeteilt:<\/p>\r\n<ul style=\"text-align: left;\">\r\n<li>aus dem Kujawischen Kreis: Cetty, Zbiewko, Nowawie&#347; Ma&#322;a, Lipiny, Stary i Nowy Jasieniec, Przysypka, Narty, Dziwie, Rybno, Katarzyna, Nowawie&#347; Wielka, Sadok, Kol. B&#322;enno, Gogo&#322;y, &#321;&#261;czewna, Modzerowo, Psary, Zalesie, &#379;arowo, Rogo&#378;no, Chrustowo, Zbiewo, Arkuszewo, Szczecin, Broniszewo, Korzecznik, B&#322;enno, Stadt Brd&#243;w;<\/li>\r\n<li>aus dem Kreis &#321;&#281;czyca: Kol. Koncerzyn, Kol. Korytki, Kol. Kamionka, Leszcze Holendry, Kol. L&#261;cz&#243;wka, Luboniek, Kol. Tarn&#243;wka, Bierzwienna D&#322;uga, Kol. Brzeziny, S&#322;upeczka D&#322;uga und Kol. Maliniec. Dazu noch die D&ouml;rfer Mniszek, D&#281;bina, Cegleinia, Ma&#322;awie&#347; und die Stadt K&#322;odawa;<\/li>\r\n<li>aus dem Kreise Gostynin: Augustopol, Mariapol, Liliopol, R&#243;&#380;opol und Studzin.<\/li>\r\n<\/ul>\t\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 16. Dezember 1827 wurde der erste von der Gemeinde gew&auml;hlte Pastor Peter Paul Berkau ordniert und eingesetzt sowie die Kirche eingeweiht.<br\/>\r\nW&auml;hrend der Amtszeit von Pastor August Hirszowski renovierte wurde die Kirche renoviert und im Jahr 1861 zwei Glocken von der Glockengie&#223;erei Wilhelm Richter in Kalisch angeschafft. Mit Hilfe der Konfirmanden bepflanzte er den Kirchberg mit B&auml;umen. Am 24. M&auml;rz 1864 (Gr&uuml;ndonnerstag) erhielt die Kirche ein Altarbild des Warschauer Malers Gerson. Im Jahr 1869 kaufte die Kirchengemeinde vom Tuchmacher Leopold K&uuml;hn das gegen&uuml;ber dem Pfarrhause gelegene Grundst&uuml;ck mit den darauf befindlichen h&ouml;lzernen Baulichkeiten, dazu 1,5 Morgen Garten samt Wiese und 1,5 Morgen Ackerland (Servitut).<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"> Durch Auswanderung nach Wolhynien nahm die Gemeinde an Seelenzahl ab (1863 \u2014 199 Taufen, 1865 &#8211; 224, 1875 &#8211; 120 und 1880 nur 96 Taufen). In den 70er bis 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wanderten die evangelischen Bewohner des Dorfes Liliopol (Liliental) nach dem Lubliner und Cholmer Lande u. z. T. nach Wolhynien aus. <em>&#8222;Gegenw&auml;rtig ist hier kein Evangelischer ans&auml;ssig.&#8223;<\/em> In den Schwabensiedlungen R&#243;&#380;pol (Rosental) und Alt-Jasieniec (Jaschnitz) bedient man sich nicht mehr der eigenen Mundart, sondern hatte die der sogen. &#8222;Kaschuben&#8223; angenommen, weil diese Bev&ouml;lkerungsgruppe die Mehrheit bildete.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">An Stelle des h&ouml;lzernen Gemeindehauses wurde im Jahr 1900 ein massiv gebautes Gemeindehaus, bestehend aus einem Schulzimmer, Konfirmandensaal, Kantor- und K&uuml;sterwohnung errichtet. Im Jahr 1910 erbaute die Kantoratsgemeinde Mieczys&#322;aw&#243;w ein Schul- und Bethaus; 1911 wurde in Nowawie&#347; Wielka ein neues Schulhaus errichtet. In diesem Jahr bezog die Gemeinde auch eine neue Orgel.<br\/> \r\nDie deutsch-evangelische Schule in Przedecz wurde 1919 zur Zeit des Lehrers Emil Wirschke (&#8224; 17, Juli 1921) aufgel&ouml;st. Im Jahr 1924 wurde die Kirche neu gedeckt und 1927 von innen und au&#223;en instand gesetzt. Am 19. September 1926 wurde eine neue Gloclke geweiht.1927 gr&uuml;ndete Pastor R&uuml;ckert den Posaunenchor in Przedecz. Im Jahr 1928 wurde der Kirchberg geebnet und am 24. Juni 1928 feierte die Gemeinde Przedecz ihr 100-j&auml;hriges Jubil&auml;um. Da der alte Begr&auml;bnisplatz geschlossen werden sollte, erwarb die Gemeinde einen Begr&auml;bnisplatz von der Gr&ouml;&#223;e eines halben Morgens neben dem r&ouml;misch-katholischen Friedhof. Im Jahr 1931 wurde der alte Friedhof in Przedecz geschlossen und am Sonntag, den 26. Juli 1931, der neue Friedhof eingeweiht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Gem&auml;&#223; dem Kirchengesetz vom 27. Dezember 1936 wechselte Przedecz von der Kalischer in die P&#322;ocker Di&ouml;zese.<\/p> \r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKersten, Rudolf: 100 Jahre der Gnade. Ein Gemeindejubil&auml;um, in Hausfreund Volkskalender 1929, S. 94\u201398<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=27558\">Evangelische Kirchengemeinde Przedecz<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der zweiten H&auml;lfte des 18. 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