{"id":87728,"date":"2017-04-13T09:01:54","date_gmt":"2017-04-13T07:01:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=87728"},"modified":"2023-02-12T18:06:43","modified_gmt":"2023-02-12T17:06:43","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-petrikau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=87728","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Petrikau"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 18. Jahrhundert wurde das Kantorat Leon&#243;w gegr&uuml;ndet und gilt damit als das &auml;lteste im Kirchspiel Piotrk&#243;w-Petrikau Tryb. Es besa&#223; es ein Bethaus, dessen Bau zu napoleonischer Zeit begonnen, wegen der Kriegswirren stockte und nach seiner Fertigstellung am 2. November 1813 von einem Reiseprediger eingeweiht wurde. Es diente anf&auml;nglich auch als Schule. Nach Errichtung einer Schule im Jahr 1919 erf&uuml;llte das Bethaus seine urspr&uuml;ngliche Bestimmung. Im Jahr 1935 z&auml;hlte Leon&#243;w 22 evangelische Familien, denen Gottlieb Schinkel 55 Jahre als Kantor \u2014 im ganzen bekleidete er 67 Jahre dieses Amt \u2014 gedient hatte.<br>\r\nUm die Stadt Petrikau etablierten sich die Kolonien Polichno, Meszcze und vor 1830 Kamocin. Nach der zweiten Teilung Polens 1793 und der dritten 1795 beherbergte Petrikau zahlreiche preu&#223;ische Beamten, Milit&auml;rpersonen, Handwerker u. a., die von einem Milit&auml;rprediger religi&ouml;s betreut wurden. Zur Bildung einer evangelischen Gemeinde kam es hier 1796, als sich in Petrikau das s&uuml;dpreu&#223;ische Konsistorium konstituierte. Konsistorialrat und 1. Prediger war Karl Friedrich Wedig Herzberg, 2. Pastor und Schulrektor Karl Gottlieb Bartsch. Im Jahr 1798 verlegte man den Sitz des Konsistoriums nach Kalisch. Die Petrikauer evangelische Gemeinde, administriert mutma&#223;lich nach 1798 vom Milit&auml;rprediger Friedrich Wilhelm Schramm, bestand wohl mehr in loser Form bis 1806, d. h. bis zum Ende der preu&#223;ischen Herrschaft.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">1795 erhielten die Deutsch-Evangelischen von Petrikau und Umgegend von den preu&#223;ischen Beh&ouml;rden als Gotteshaus die ehem. Klosterkirche der Piaristen. Zu gleicher Zeit wurde der alte evangelische Friedhof angelegt. Das Schicksal des Kirchengeb&auml;udes war wechselhaft: 1806-1808 benutzte man es als Milit&auml;rmagazin, 1813 als Hospital der russischen Armee und anschlie&#223;end als Krankenhaus f&uuml;r die st&auml;dtische Bev&ouml;lkerung. Im Jahr 1817 wurde das Geb&auml;ude den Evangelischen wieder zur&uuml;ckgegeben.<br> Von 1807-1824 war die evangelische Bev&ouml;lkerung von und um Petrikau in geistlicher Hinsicht verwaist. Nur zeitweise besuchten sie die Pastoren aus &#321;ask, Bru&#380;yca bei Alexandrow und aus I&#322;ow. 1824 entsandte die Britische Missionsgesellschaft die Missionare Ludwig Hoff und Georg Wendt nach Polen, die ihren Wohnsitz in Petrikau hatten. Neben ihrer Missionsarbeit unter der j&uuml;dischen Bev&ouml;lkerung nahmen sie sich auch der zerstreuten und wenig betreuten Evangelischen an. Auf ihre Anregung versah man die Kirche mit B&auml;nken, einem Seitenchor und einer kleinen Sakristei. 1827 erfolgte die Neubegr&uuml;ndung und Besetzung der Petrikauer Parochie mit einem Pastor, dem cand. theol. Johann Jakob Benni. Pfr. Leopold Martin Otto erbaute das Pastorat auf dem von der evangelischen Gemeinde erworbenen Grundst&uuml;ck des ehem. Piaristenklosters, das um 1830 von einer Feuersbrunst zerst&ouml;rt wurde.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&Uuml;ber 55 Jahre \u2014 von 1850-1905 \u2014 war Pastor Ludwig Julius Daniel M&uuml;ller in und au&#223;erhalb von Petrikau t&auml;tig. 1852 organisierte er das Filial Przedborz, 1857 das zu Pilica im Kreis Olkusz, 1873 (1874) das zu Kamocin, wo er eine Kirche und Schule erbaute. Er regte auch die Errichtung der Beth&auml;user in Tschenstochau und Zawiercie an, die er betreute, wie auch in Kamocin, Pilica, Przedborz, Dombrowa, Dziep&#243;&#322;&#263; u. a. 1876 legte er den neuen evangelischen Friedhof in Petrikau an. 1904 wurde die Petrikauer Kirche gr&uuml;ndlich renoviert.<br>\r\nAus Anla&#223; seines 50j&auml;hrigen Jubil&auml;ums stiftete Sup. M&uuml;ller am 20. Februar 1900 je eine Glocke f&uuml;r Petrikau und Zawiercie. Seine Verdienste um Petrikau und die Gesamtkirche fanden eine geb&uuml;hrende W&uuml;rdigung. 1905 legte er seine Amter wegen Altersschw&auml;che nieder, am 9. Januar 1907 verstarb er. Am 8. August 1907 wurden ein J&uuml;nglings-und Jungfrauenverein sowie der Evang.-Augsb. Wohlt&auml;tigkeitsvereingegr&uuml;ndet. Anfang Oktober 1908 wurde das Greisenheim er&ouml;ffnet. Im Jahr wurde 1923 ein Jugendbund E. C. gegr&uuml;ndet und am 21. Oktober 1928 drei neue Glocken eingeweiht. Im Sp&auml;therbst 1934 wurde der Kirchengesangverein &#8222;Jubilate&#8223; reaktiviert.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=4294\">Evangelische Kirchengemeinde Petrikau<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im 18. Jahrhundert wurde das Kantorat Leon&#243;w gegr&uuml;ndet und gilt damit als das &auml;lteste im Kirchspiel Piotrk&#243;w-Petrikau Tryb. 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