{"id":87734,"date":"2017-04-13T20:16:57","date_gmt":"2017-04-13T18:16:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=87734"},"modified":"2023-02-12T22:29:35","modified_gmt":"2023-02-12T21:29:35","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-chodecz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=87734","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Chodecz"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1779 wurde durch den Przedeczer Starosten Jakob Sigismund Kretkowski das deutsche Dorf Psary Holl. gegr&uuml;ndet. Zu preu&#223;ischer Zeit nach 1795 wurde ein Teil der zu den Starosteien Kowal und Przedecz geh&ouml;renden Waldungen gerodet und mit deutschen Kolonisten besiedelt. Am 3. Mai 1797 schenkte der preu&#223;ische K&ouml;nig Friedrich Wilhelm III. das &#8222;Grodztwo Kowal&#8223; dem Grafen von L&uuml;ttichau. Bald wanderten auch evang. Handwerker, Tuchmacher und F&auml;rber in die St&auml;dte Kowal und Chodecz ein. Die Siedler stammten aus dem Posenschen, Westpreu&#223;en, W&uuml;rttemberg, Rheinland und Elsa&#223;. So kamen nach Augustopol bei dem St&auml;dtchen D&#261;browice els&auml;ssische Einwanderer, die noch jahrzehntelang franz&ouml;sische Untertanen waren.<br>\r\nIm Jahr 1800 bildete sich die Gemeinde Kowal, die die Siedlungen der sp&auml;teren Parochien Chodecz und Przedecz umfa&#223;te. Man projektierte hier erfolglos den Bau einer Kirche. Die Gottesdienste wurden daher in Privath&auml;usern gehalten. Sein Gehalt erhielt Pastor Pr&auml;&#223;hardt er von der preu&#223;ischen Regierung. Sein Nachfolger, Karl Andreas Wilhelm Freymark, verlegte seinen Wohnsitz nach Chodecz. Um die endg&uuml;ltige Wahl des Pfarrortes bewarben sich au&#223;er Chodecz noch Kowal und Lubie&#324;, die drei verschiedenen Besitzern geh&ouml;rten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Grundbesitzer von Chodecz, Oberst von Lipski, schuf 1815\/16 vollendete Tatsachen. Er errichtete mit Hilfe der evangelischen Stadt- und Landbev&ouml;lkerung eine steinerne Kirche und ein Pfarrhaus. Beide Geb&auml;ude wurden jedoch schnell und schlecht ausgef&uuml;hrt, so da&#223; der Turm, der einzust&uuml;rzen drohte, bereits 1828 abgebrochen werden mu&#223;te. Auf Grund der Legate vom 2. Juli 1812, 1816 und 15. M&auml;rz sowie 29. August 1827 erhielt die Gemeinde 6 Morgen Ackerland, 2 Morgen Garten f&uuml;r den Pastor, 2 Morgen Wiese und 20 Kubikfaden Brennholz j&auml;hrlich. Im Jahr 1837 wurde Kowal zum Filial von Chodecz erhoben. Da gegen das Filial von allen Seiten protestierte wurde verf&uuml;gte das Konsistorium am 20. Oktober 1856 dessen Aufl&ouml;sung. Pastor Georg Heinrich Ortmanns Amtszeit (1817-1849) war u.a. gekennzeichnet durch die Zeit des polnischen Aufstandes 1830\/31, den Wegzug zahlreicher Weber und Tuchmacher nach Lodz und Tomaschow, was zu einer gewissen Verarmung und finanziellen Schw&auml;chung der Parochie f&uuml;hrte. Unter seinem Nachfolger Adolf Bernhard Menzmann stieg die Seelenzahl betr&auml;chtlich von 118 Geburten im Jahr 1850 auf 255 Geburten im Jahr 1866. Der Grund hierf&uuml;r lag darin, da&#223; nach 1860 ehem. preu&#223;ische Gutsbesitzer im Bereich der Chodeczer Gemeinde G&uuml;ter erwarben und evangelische Landarbeiter aus dem Posenschen holten. Am 20. Juni 1860 teilte das Konsistorium die Zuckerfabrik Ostrowy mit ihren evang. Angestellten und Arbeitern der Parochie zu, die vordem in das Filial Kutno eingegliedert war.\r\nIn den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts ebbte die Auswanderungsbewegung nach dem Lubliner Lande und Wolhynien ab.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1858 kaufte das Kirchenkollegium ein Nachbarhaus zum Pastorat und verwendete das fr&uuml;here als Schullokal, sp&auml;ter als Konfirmandensaal sowie Wohnung f&uuml;r Kantor und K&uuml;ster. Am 4. Dezember 1881 beschlo&#223; die Gemeindeversammlung, ein neues massives Pfarrhaus zu errichten. Pastor Armin Paisert erbaute eine neue Kirche die am 12. November 1911 eingeweiht wurde. Bereits im Jahr 1903 beschaffte die Pfarrei eine neue Orgel; die alte hatte in den 70er Jahren Gr&auml;fin von L&uuml;ttichau gestiftet.<br>\r\nIm Jahr 1927 versetzte das Konsistorium Pastor Adolf L&ouml;ffler von Konin noch Chodecz. Drei von der Danziger Werft bezogene Glocken wurden am 29. Mai I930 eingeweiht. Aus Anla&#223; des Umbaues der Orgel fand am 29. Juni 1935 ein Orgelfest statt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch um 1867 waren im Kirchspiel insgesamt 5 Schulen mit 5 Lehrern und 309 Kindern vorhanden. Nach 1938 verlor die Gemeinde s&auml;mtliche deutschen Schulen, so in Chodecz, Kowal, &#321;ani&#281;ta (gegr. 1790), Psary (1779), Augustopol und in der Zuckerfabrik Ostrowy. Trotzdem die Gemeindeglieder in &uuml;ber 180 Ortschaften verstreut lebten, waren die Gottesdienste, Bibelstunden und Hausversammlungen gut besucht und die Zahl der Kommunikanten (1 600 j&auml;hrlich, 900 Frauen und 700 M&auml;nner) beachtlich. Au&#223;er Chodecz waren noch religi&ouml;se Predigtpl&auml;tze in J&#243;zefki, Psary, Durlaty, Golskie Hol., &#321;ani&#281;ta, Gawin, Kowal, Lubraniec und Ostrowy. Als letzter Pastor in Chodecz wirkte Ernst Ludwig (&#8224; 1967).<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=27551\">Evangelische Kirchengemeinde Chodecz<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 1779 wurde durch den Przedeczer Starosten Jakob Sigismund Kretkowski das deutsche Dorf Psary Holl. gegr&uuml;ndet. Zu preu&#223;ischer Zeit nach 1795 wurde ein Teil der zu den Starosteien Kowal und Przedecz geh&ouml;renden Waldungen gerodet und mit deutschen Kolonisten besiedelt. Am 3. Mai 1797 schenkte der preu&#223;ische K&ouml;nig Friedrich Wilhelm III. das &#8222;Grodztwo Kowal&#8223; dem <a href=\"https:\/\/agoff.de\/?p=87734\" class=\"more-link\">\u2026\u00a0<span class=\"screen-reader-text\">  Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Chodecz<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2256],"class_list":["post-87734","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","tag-chodecz-ev-kirchengemeinde"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=87734"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87734\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":87737,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/87734\/revisions\/87737"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=87734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=87734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=87734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}