{"id":87882,"date":"2017-04-21T09:19:32","date_gmt":"2017-04-21T07:19:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=87882"},"modified":"2023-03-19T22:56:51","modified_gmt":"2023-03-19T21:56:51","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-pabianice","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=87882","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Pabianice"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anf&auml;nge der evangelisch-lutherischen Gemeinde zu Pabianice reichen in das erste Jahrzehnt des 19. Jahrh. zur&uuml;ck. Zu s&uuml;dpreu&#223;ischer Zeit, um 1803, betrug die Zahl der Evangelischen in und um Pabianice etwa 1000, f&uuml;r die Gottesdienste von dem in Petrikau stationierten Feldprediger Schramm u. a. im Pabianicer Magistratsgeb&auml;ude gehalten wurden. Um 1820 kamen die ersten Tuchmacher nach Pabianice. In seinem n&auml;heren bzw. weiten Umkreis etablierten sich 27 evangelische D&ouml;rfer als Grundstock einer sp&auml;teren Pfarrgemeinde. Die wichtigsten von ihnen waren: Mark&#243;wka (<em>Hochweiler; gegr. 1803\/1806<\/em>) 2), Bukowiec (<em>K&ouml;nigsbach, gegr. 1803\/1806<\/em>) 3), Starowa G&#243;ra (<em>Effingshausen, 1803\u2014I805<\/em>), am Fu&#223;e des Graberh&uuml;gels von Rzg&ouml;w gelegen, Olech&#243;w (<em>um 1790<\/em>), Rydzyny (<em>um 1790 <\/em>), Rokicie, Ruda, Kolonie Czy&#380;emin und Dorf Czy&#380;emin. Die Siedlung Neu-Czy&#380;emin (um 1918 Czy&#380;eminek) entwickelte sich zwischen 1780-1800. Der Grundherr N.W&#281;gli&#324;ski verkaufte 22 Hufen an 44 deutsche und polnische Landsuchende. 1857 wurde Czy&#380;emin zum ersten Mal als Kantorat erw&auml;hnt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die industrielle Entwicklung von Pabianice pr&auml;gten entscheidend zwei Pers&ouml;nlichkeiten: Benjamin Krusche und Rudolf Kindler. Der im J. 1830 aus Reichenau i. Sa. nach Pabianice eingewanderte Benjamin Krusche begr&uuml;ndete die Firma Krusche und Ender, die vor dem Ersten Weltkrieg etwa 4000 Arbeiter besch&auml;ftigt hat. Zur zweitgr&ouml;&#223;ten Firma in der Stadt entwickelte sich seit 1850 die von Rudolf Kindler, die 1913 2000 Arbeitnehmer z&auml;hlte. Weitere Unternehmen waren die Papierfabrik von Oskar Saenger, die Chemische Fabrik von Schweikert und Fr&ouml;hlich u. a. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen noch weitere Firmen hinzu. Mit dem industriellen Wachstum stieg die Einwohnerzahl der Stadt,1827 waren es  2.000, um 1850 bereits 4.000, 1913 schon 45.000 und 1939 &uuml;ber 50.000.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die am 27. September 1818 stattgefundene Gemeindeversammlung beschlo&#223; die Bildung einer evangelischen Parochie zu Pabianice und die Berufung von Samuel Friedrich J&auml;ckel aus Zduny, Prov. Posen, zum Ortspastor. Die Zahl der Evangelischen in Stadt und Land sch&auml;tzte man damals auf etwa 1400. Pfr. J&auml;ckel amtierte nur 1820-1821. Mit seinem Weggang scheiterte, wie schon vorher zu s&uuml;dpreu&#223;ischer Zeit, der Versuch einer Parochialgr&uuml;ndung. Inzwischen verhandelten die Vertreter der evangelischen Bev&ouml;lkerung mit der Regierung &uuml;ber die Bildung einer lutherischen Gemeinde in Pabianice, wozu beh&ouml;rdlicherseits am 2. April 1827 die Genehmigung erteilt wurde. Noch im gleichen Jahr begann die Parochie den Bau der Kirche, die sie im J. 1830 vollendete. Das h&ouml;lzerne Pfarrhaus erbaute man bereits 1828. Schon 1827 trat die Pfarrstelle der aus Schlesien geb&uuml;rtige Pastor Gottfried Hayn an, der bereits im April 1828 verstarb. Pfarrer Daniel Gottlieb Biedermann und seine beiden Nachfolger, die Pastoren Reinhold Wilhelm Zimmer und Rudolf Moritz Schmidt wirkten hier jedoch &uuml;ber Jahrzehnte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Pfarrer Biedermann hielt au&#223;er in Pabianice noch Gottesdienste in K&ouml;nigsbach 9mal j&auml;hrlich, in Olechow 3mal und in Effingshausen 2mal. Im Jahr 1864 waren in das Kirchspiel 780 evangelische Familien mit 3000 Seelen eingemeindet. Pastor Zimmer baute in den Jahren 1875-1876 die kleine und bescheidene Kirche um und erweiterte sie durch die Errichtung eines zweiten Chores und den Anbau eines Turmes.<br>Zimmer, p&auml;dagogisch begabt und stark interessiert, gr&uuml;ndete neue Schulen, beaufsichtigte und f&ouml;rderte sie. In Anerkennung seiner T&auml;tigkeit auf schulischem Gebiet zeichneten ihn die russischen Beh&ouml;rden aus. In Pastor Rudolf Schmidt, der Ende 1896 nach Pabianice kam und hier bis zu seinem Tode im Jahr 1938 blieb, erhielt die Parochie einen pr&auml;genden Pfarrer. Im Jahr 1902 erbaute Pastor Schmidt das neue Pfarrhaus und 1903 das evangelische Gemeindehaus als Zentrum der Inneren Mission. Am 4. Advent 1909 wurde das Evang. Greisenheim eingeweiht. Im Jahr 1927 spendeten Fam. Ender, Felix Krusche und seine Frau sowie Oskar Saenger aus Warschau drei neue Glocken. Vom 11. bis 13. Juni 1927 beging das Kirchspiel sein l00j&auml;hriges Jubil&auml;um. Am11. Dezember 1927 wurde die Arbeiterkolonie Czy&#380;erninek bei Pabianice eingeweiht. Im ersten Jahr ihres Bestehens beherbergte sie 21 Obdach- und Arbeitslose. 1929 wurde eine Diakonusstelle eingerichtet. Am 2. Juni 1929 weihte Pfarrer Schmidt in Kalino das neue Schul- und Bethaus ein und 1934 wurde eine Sterbekasse gegr&uuml;ndet, der nach vier Jahren schon 528 Mitglieder beigetreten waren. Am 24. April 1937 feierte Pastor Schmidt unter starker Beteiligung der Gemeinde sein 50j&auml;hriges Amtsjubil&auml;um.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\"> Im Jahr 1936 wurde das neue Bethaus in Zofj&#243;wka eingeweiht. Das Kantorat, aus sechs D&ouml;rfern mit 40 Familien bestehend, besa&#223; seit 1860 ein altes Bethaus, das auf einem Grundst&uuml;ck der politischen Gemeinde erstellt war. Pastor Horn regte den Bau eines gemauerten Bethauses an. Am 24. August 1938 feierte das Kantorat Czy&#380;eminek, das kleinste der Parochie, das 25j&auml;hrige Jubil&auml;um seines Bethauses. Hier befand sich auch die von Pastor Friedenberg, Pra&#380;uchy, gegr&uuml;ndete Arbeiterkolonie.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=84481\">Evangelische Kirchengemeinde Pabianice<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anf&auml;nge der evangelisch-lutherischen Gemeinde zu Pabianice reichen in das erste Jahrzehnt des 19. Jahrh. zur&uuml;ck. 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