{"id":89117,"date":"2017-08-02T10:59:34","date_gmt":"2017-08-02T08:59:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=89117"},"modified":"2017-08-02T10:59:34","modified_gmt":"2017-08-02T08:59:34","slug":"geschichte-der-katholischen-kirchengemeinde-meseritz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=89117","title":{"rendered":"Geschichte der katholischen Kirchengemeinde Meseritz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Meseritz hatte eine Benediktiner-Abtei, Mezerici genannt (1005). Urkundlich unter dem deutschen Name wird es 1230 zum ersten Mal erw&auml;hnt. Am Zusammenflu&#223; von Obra und Packlitz gelegen, wurde der Ort fr&uuml;hzeitig befestigt, geh&ouml;rte abwechselnd den polnischen und glogauschen Herz&ouml;gen und dem Markgrafen von Brandenburg, seit dem 14. Jahrhundert zu Polen. Seit dem 13. Jahrhundert besa&#223; Meseritz deutsches Stadtrecht und ein bl&uuml;hendes Tuchmachergewerbe. 1545 wurde die Reformation eingef&uuml;hrt und die Pfarrkirche durch den \u00dcbertritt des Propstes Johannnes Lacki den Protestanten &uuml;bergeben. 1604 kam die Pfarrkirche unter K&ouml;nig Siegismund III. dank der Bem&uuml;hungen des Posener Bischofs und des Schlo&#223;hauptmanns wieder in katholischen Besitz. Die feierliche Rekonsiliation erfolgte im gleichen Jahr. In der Schwedenzeit wurde die Kirche 1655 abermals protestantisch, doch nach dem Abzug des Feindes 1657 von den Katholiken wieder hergestellt. Die letzte Konsekration erfolgte 1660. Die Jesuiten, 1660 nach Meseritz entsandt, errichteten 1697 in der N&auml;he des Schlosses eine ansehnliche Niederlassung und &uuml;bten bis 1773 die Seelsorge aus. Im 30j&auml;hrigen Krieg, in den schwedisch-polnischen Kriegen und im 7j&auml;hrigen Krieg litt die Stadt sehr. 1666, 1731, 1824 und 1827 wurde sie durch Feuersbr&uuml;nste heimgesucht. 1824 brannten die Nordseite der Kirche und der neben der Kirche stehende Glockenstuhl ab. Auch die Glocken wurden ein Raub der Flammen. Die Propstei und das Schulhaus, die ebenfalls 1824 vollst&auml;ndig abbrannten, wurden 1834 neu erbaut. Das Feuer war im Stall des Bauern Franz Schulz entstanden und vernichtete 128 Geb&auml;ude, 1600 Einwohner wurden obdachlos. Bis zum Jahr 1834 dauerte es, bis die Kirche St. Johannes d. T&auml;ufer wieder ein Gel&auml;ut erhielt. Dieses war in Klein Welke bei Bautzen durch Meister Gruhl gegossen worden. Die Glocken wurden am 8. Sonntag nach Pfingsten durch den Propst von Meseritz geweiht. Sie mussten im I. Weltkrieg zum Einschmelzen abgegeben werden.<br>Das Propsteivorwerk, die Pfarrhufen in Kainscht und Georgsdorf, die 1796 eingezogen waren, wurden im Juli 1819 vom Preu&#223;ischen Staat &ouml;ffentlich meistbietend verkauft.<br>Quellen, die nach dem Ende des II. Weltkrieges erstellt wurden, bezeichnen Meseritz als zugeh&ouml;rig zur Di&ouml;zese Schneidem&uuml;hl und zum Dekanat Betsche. Der letzte deutsche Seelsorger war Hubert B&ouml;nigk.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">Filialkirchen<ul>\r\n<li>Georgsdorf<br> \r\nGeorgsdorf wurde urkundlich 1259 nebst Kirche erstmalig erw&auml;hnt. Die Kapelle, ein kleiner Fachwerkbau, von 1790 wurde 1873 renoviert und 1926 im Inneren erneuert. Sie hatte einen Altar aus dem ehemaligen Jesuitenkloster Meseritz. Fr&uuml;her war es der Sommersitz der Posener Bisch&ouml;fe und geh&ouml;rte zu den Betscher Tafelg&uuml;tern.<\/li>\r\n<li>Kainscht<br>\r\nKainscht befand sich 1328 im Besitz des Bischofs von Lebus, 1309 im Besitz deutschen Rechts. Es war ein Zinsdorf der Herrschaft Meseritz. Mit dem Jahr 1831 sind die Besitzer von Kainscht freie Bauern. Die St. Martinskirche von Kainscht war fr&uuml;her Pfarrkirche, zu der die Allerheiligenkirche von Nipter geh&ouml;rte. Kainscht wurde 1641 mit der Hospitalkirche von Meseritz vereinigt. Nach dem Ende der Hospital-Pr&auml;positur kam Kainscht als Tochterkirche zur Pfarrkirche von Meseritz. Die 1939 noch stehende St. Martinskirche ist im Jahr 1728 erbaut worden. Wertvoll waren die alten Bildhauerarbeiten am Hochaltar und der Taufstein. Der Seitenaltar stammt aus der eingegangenen Allerheiligenkirche in Nipter. Um die Kirche herum lag der alte Friedhof, aus dem fr&uuml;her alle Bewohner des Dorfes beerdigt wurden.<\/li><\/ul>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ortschaften (Stand Anfang 1939):<ul>\r\n\t<li>Meseritz-Obrawalde mit Gut und Heilanstalt, Gumpertshof, Hohenbirken (fr&uuml;her Sorge), Schlo&#223; Meseritz mit Vorwerk Wilhelmstal, Bobelwitz mit Bahnhof Bobelwitz und Vorwerk Karlsruh, Nipter mit Seiffertshof, Kulkan mit Marienhof (Kulkan geh&ouml;rte bis 1925 zu Betsche, seitdem zur Pfarrei Meseritz), Kupferm&uuml;hl mit Heidem&uuml;hl, Oberg&ouml;rzig mit Bahnhof und Vorwerk Tiesee (Glembuch), ferner mit Kleinvorwerk und Gut Samst, Pieske mit Eichvorwerk, Solben, Forsthaus Johanneshof (nun zur Gemeinde Kalzig geh&ouml;rig, Standesamt in Rokitten, geh&ouml;rte fr&uuml;her zum Dominium Sorge (jetzt Hohenbirken), liegt jetzt im Kreise Schwerin a. W.).<\/li><\/ul>\r\n\t\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchenb&uuml;cher:<ul>\r\n\t<li>*, oo und &#8224; seit 1645.<\/li><\/ul>\r\n\t\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben einem Bestand an alten Kirchenb&uuml;chern, der sich in der &ouml;rtlichen Pfarrei befinden soll, gibt es Best&auml;nde sowohl in der Zentralstelle f&uuml;r Genealogie in Leipzig und im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam. Viele Best&auml;nde sind durch die Kirche der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) verfilmt worden.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In den &auml;ltesten Kirchenb&uuml;chern finden sich ltd. Volkmann u.a. die Familiennamen Bentsch, Cerba (Zerbe), Findassen (Findeisen), Grabky, Hibner, K&auml;sche, Klingsporn, Kluck, Kowal (Schmidt), Lang, Miller, Modrak, Pol, Spiler, Stiler, Stulp (Stolpe), Tarchot, Witkie (Wittchen), Wondray (Wandrei), Z&auml;uner.<\/p>\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Literatur:<br\/>\r\n<ul style=\"text-align: left;\">\r\n\t<li>Handbuch &uuml;ber die katholischen Kirchenb&uuml;cher in der Ostdeutschen Kirchenprovinz &ouml;stlich von Oder und Nei&#223;e und dem Bistum Danzig, M&uuml;nchen 1962<\/li>\r\n\t<li>Volkmann, W.: Die Kirchenb&uuml;cher der katholischen Pfarreien in der fr&uuml;heren Provinz Grenzmark Posen-Westpreu&#223;en, Schneidem&uuml;hl 1939 (Sonderheft der Grenzm&auml;rkischen Heimatbl&auml;tter)<\/li><\/ul>\r\n\r\n<p><a href=\"?p=89114\">Katholische Kirchengemeinde Meseritz<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meseritz hatte eine Benediktiner-Abtei, Mezerici genannt (1005). 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