{"id":90262,"date":"2017-11-04T19:44:22","date_gmt":"2017-11-04T18:44:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=90262"},"modified":"2024-03-01T22:46:08","modified_gmt":"2024-03-01T21:46:08","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-nowy-dwor-maz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=90262","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Nowy Dw\u00f3r Maz."},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gnesener Erzbischof F&uuml;rst Stanislaw Poniatowski, Neffe des letzten polnischen K&ouml;nigs Stanislaw August, gr&uuml;ndete 1775 das Niederungsdorf Rajszewo. Das gegen&uuml;ber der Festung Modlin gelegene Mennonitendorf Deutsch-Kazu&#324; entstand 1776. Der gleiche Erzbischof erwarb 1782 f&uuml;r seinen Gutshof Nowy Dw&#243;r, der zwischen den Fl&uuml;ssen Narew und Weichsel lag, das Stadtrecht. In die neue Stadt Nowy Dw&#243;r (<em>Neuhof<\/em>) wanderten von I783-1790 zahlreiche deutsch-evangelische Handwerker ein, darunter 29 Tuchmacher, je 3 Tuchscherer, Schlosser, Tischler u. a. Ihnen folgten zur s&uuml;dpreu&#223;ischen Zeit (1793-1806) auch 13 Schiffer und gegen&uuml;ber von Nowy Dw&#243;r auf dem rechten Weichselufer zwei Schiffbauer aus Berlin und Stargard. Die Siedlungen &#321;&#261;czna (<em>Wiesenhof<\/em>) und Skierdy bei Nowy Dw&#243;r verdankten 1782 dem Erzbischof gleichfalls ihre Entstehung. 1786 etablierte sich Dembina Holl. bei Kazu&#324;. Weitere Kolonien waren um 1803 die Schwabend&ouml;rfer Neu-Modlin, Luisenfelde und Kleinfelde-Koszewsko, 1830 Dziekan&#243;w und 1890 deren Tochterkolonie &#321;omianki G&#243;rne. Die Gr&uuml;ndung Tarchomin regte ein Herr von Mohr an.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Erzbischof Poniatowski sicherte als Grundherr den evangelischen st&auml;dtischen und l&auml;ndlichen Ansiedlern v&ouml;llige Religionsfreiheit zu. 1782 stifteten sie die Gemeinde Nowy Dw&#243;r, die im darauffolgenden Jahr ihren ersten Prediger namens Gottfried Leske erhielt. Anf&auml;nglich wurde der Gottesdienst in einem Privathaus gehalten. Im Jahre 1806 benutzten die Evangelischen mit Genehmigung des Grundherrn das obere Stockwerk des Rathauses. 1818 schenkte Graf Gutakowski, der sp&auml;tere Grundherr, der Parochie ein Haus f&uuml;r den Prediger. Im Jahr 1826 wurde auf Veranlassung der Regierung das Rathaus der evangelischen Gemeinde &uuml;berlassen und zur Kirche umgebaut. Pastor Bando, Leskes Nachfolger, verlie&#223; 1813 Nowy Dw&#243;r. Die starke \u00dcberschwemmung der Weichsel, die Belagerung der Festung Modlin, die Kriegswirren 1812\/13 zwangen ihn zur Flucht nach Warschau, wo er kurz darauf verstarb. Die 1813-1818 vakant gewordene Gemeinde litt damals sehr. Das aufbl&uuml;hende Tuchgewerbe l&ouml;ste sich restlos auf. Durch die Durchm&auml;rsche der Truppen, Requirierungen u. a. wurde auch die evangelische Landbev&ouml;lkerung in Mitleidenschaft gezogen. Erst mit Pfr. Samuel Tock besserte sich die Lage. Der im Kirchspiel 27 Jahre wirkende Pastor Wilhelm Helbing leitete einen neuen Abschnitt in dessen Entwicklung ein. Ihn l&ouml;ste sein Schwiegersohn Pastor Ludwig Behrens ab.. Zu seiner Zeit bestanden bereits 11 Kantorate und eine Elementarschule. 1867 lie&#223;en Oberst von Baumgarten und dessen Schwiegersohn Kirche und Pfarrhaus in Nowy Dw&#243;r auf eigene Kosten renovieren. 1873 legte Major Baron von Engelhardt einen Spaziergarten an der Kirche f&uuml;r die von ihm gespendeten 4.000 Rubel an.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Pastor Edmund Hermann Schultz begann in Nowy Dw&#243;r die Reihe polnischer Prediger. Schultz bem&uuml;hte sich um den Um- und Ausbau des Gotteshauses und die F&ouml;rderung des Gemeindelebens. Eine t&uuml;ckische Krebskrankheit raffte ihn im J. 1903 dahin. Ihm folgte Pastor Oskar Ernst, der den Umbau des Gotteshauses vollendete, das 1906 eingeweiht werden konnte. Im Jahr 1907 fielen 120 H&auml;user in Nowy Dw&#243;r einer Feuersbrunst zum Opfer. Nach dem Tode von Pastor Ernst 1922 trat nach der Vakanz die Pfarrstelle Pastor Karl Wolfram an. Er stammte aus der Modliner Kolonie und wurde hernach Prof. der Theologie in Warschau. Von 1929 bis 1939 amtierte in Nowy Dw&#243;r Pfarrer Robert Nitschmann. Am 25. September 1932 beging die Gemeinde ihr 150j&auml;hriges Jubil&auml;um. 1937 wurde die Friedhofskapelle eingeweiht. Noch 1925 bestanden in der Pfarrei f&uuml;nf deutschsprachige Volksschulen, die kurze Zeit sp&auml;ter in staatliche Schulen umgewandelt wurden. Und zwar in Neu-Modlin, Kikol (<em>K&auml;mpe<\/em>), Skierdy, Szamocin und Kazu&#324;. Langj&auml;hrige Kirchenvorsteher waren Adam Fritz aus der Neuhofer K&auml;mpe und Heinrich Metz aus Deutsch-Dziekan&#243;w. Den Organistendienst versah mehrere Jahre Frau Pastor Nitschmann, eine Klaviervirtuosin. Das K&uuml;steramt hatte hier weit &uuml;ber 100 Jahre die Familie Goeppert inne. Der letzte K&uuml;ster war ein Ururenkel des ersten.<\/p> \r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=27319\">Evangelische Kirchengemeinde Nowy Dw&#243;r<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gnesener Erzbischof F&uuml;rst Stanislaw Poniatowski, Neffe des letzten polnischen K&ouml;nigs Stanislaw August, gr&uuml;ndete 1775 das Niederungsdorf Rajszewo. 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