{"id":90302,"date":"2017-11-10T19:56:03","date_gmt":"2017-11-10T18:56:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agoff.de\/?p=90302"},"modified":"2023-02-24T12:18:27","modified_gmt":"2023-02-24T11:18:27","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-konin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=90302","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Konin"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einem Kristallisationspunkt evangelisch-lutherischen Gemeindewesens in der Koniner Umgegend entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrh. der Ort &#346;lesin. Schon von 1790 war der 20 km von Konin entfernte Ort mit den Predigtpl&auml;tzen Butterholland (<em>Ma&#347;laki<\/em>), Szyszyner Hauland und Grabina Filial von Witkowo, Provinz Posen. Von 1811-1815 verwaltete &#346;lesin Ortspastor Drechsler. Nach seinem Weggang bereiste bis 1817 Pfarrer R&ouml;hl aus Witkowo alle sechs Wochen die Ortschaften bis die preu&#223;isch-russische Grenze sie vom Kirchspiel Witkowo trennte. Der Versuch, in &#346;lesin eine evang. Gemeinde zu gr&uuml;nden, scheiterte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Siedlungst&auml;tigkeit auf dem Lande setzte im Koniner Bezirk nach 1750 ein. Im Jahr 1765 entstand Dombrowa Hauland bei Kleczew, 1767 etablierte sich auf den L&auml;ndereien des Gutes S&#322;awsk die Kolonie Wenglewer Hauland (<em>W&#281;glewskie Hollendry<\/em>) Die Holl&auml;ndereien Slawsk, Kolno und Rumin wurden zu gleicher Zeit gegr&uuml;ndet. 1775 entstand das Dorf Briesener Hauland (<em>Brzez&#324;iskie Hollendry<\/em>), 1835 Neu-Czarkow. Die nach 1818 in Konin eingewanderten Weber und Tuchmacher behaupteten sich nur bis 1870.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits 1824 kauften die Koniner Evangelischen die 1801 errichtete ehem. h&ouml;lzerne r&ouml;misch-katholische Hl.-Geist-Kirche, die auf dem Platz vor der sp&auml;teren evangelischen Kirche stand. Die Bildung einer lutherischen Parochie in Konin begegnete gro&#223;en Schwierigkeiten, weil sie das Warschauer Generalkonsistorium aus R&uuml;cksicht auf die 3 km von der Stadt entfernte reformierte Gemeinde zu &#379;ychlin nicht genehmigen wollte. Erst auf Befehl des Gro&#223;f&uuml;rsten Konstantin Pawlowitsch wurde die Konstituierung des Koniner Kirchspiels 1826 genehmigt. Viel &Auml;rger und Verdru&#223; hatten die Lutheraner mit der Einrichtung einer evangelischen Schule. Die katholischen Stadtbewohner lie&#223;en unter keinen Umst&auml;nden zu, da&#223; in der von evangelischen und katholischen Kindern besuchten Elementarschule einer der beiden Lehrer evang. Bekenntnisses sein sollte. Durch die Ingerenz des Statthalters Paskewicz, der eine Untersuchungskommission nach Konin abordnete, wurde in dem von Katholiken und Evangelischen gemeinsam erbauten Schulgeb&auml;ude die evang. Schule er&ouml;ffnet. Seit 1826 amtierte Pfarrer Johann August Kegler in Konin, der am 29. Juli 1827 ein gesetzt wurde. Bereits am 27. Dezember 1830 starb er wahrscheinlich eines gewaltsamen Todes. In der Vakanzzeit 1830-1837 administrierte Konin der reformierte Pastor Johann Scholtz aus &#379;ychlin. Nach ihm &uuml;bernahm die Pfarrstelle 1837 Pastor Justus Hermann Otto Hinz. Im Jahr 1840 lie&#223; er das gemauerte Pfarrhaus errichten und rief 1843 das Filial Ma&#347;laki ins Leben, 1846 wurde der evang. Friedhof in Konin angelegt, 1849 schlossen sich die lutherischen Kantorate Schwentz (<em>&#346;wi&#281;cia<\/em>), Borowo und Brzezi&#324;skie H., die in die reformierte Gemeinde &#379;ychlin eingepfarrt waren, an Konin an. In den Jahren 1853-1854 begann man mit dem Bau einer neuen Kirche, und zwar auf dem Platz, den die Evangelischen 1820 gekauft hatten. 1859 erwarb man eine Orgel, errichtete 1872 einen Glockenturm und schaffte auch Stahlglocken an.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Tode von Pastor Hinz (gest. 1882) bewarb sich um die vakante Parochie der reformierte Pastor Karl Henkel aus &#379;ychlin, der (1869-1884). Das Konsistorium widersetzte sich aus Bekenntnisgr&uuml;nden seiner Berufung. Da aber das Kirchspiel ihn unbedingt zu seinem Seelsorger haben wollte, weil er sich sich in der Koniner Gegend eines sehr guten Rufes erfreute. Das Konsistorium gab seinen anf&auml;nglichen Widerstand auf, zumal er sich verpflichtet hatte, das lutherische Bekenntnis in seiner Amtsf&uuml;hrung zu respektieren und zu praktizieren. Daraufhin w&auml;hlte ihn am 30. April 1884 die Gemeinde zu ihrem Pfarrer. Nach einem Jahrzehnt kaufte die Parochie einen Acker und eine Wiese, um ihrem Pastor zu erm&ouml;glichen, mit eigenem Gespann Amtsfahrten u. a. zu verrichten. Ferner wurde ein Gemeindehaus mit R&auml;umlichkeiten f&uuml;r die evangelische Schule, f&uuml;r Lehrer und Kantor, K&uuml;ster und Totengr&auml;ber erbaut. Im Jahr 1906 verlegte man die evangelische Schule in das Gemeindehaus, an das schon vorher ein Greisenheim f&uuml;r arme Evangelische der Stadt Konin angebaut wurde. Letzteres weihte Henkel am 8. Juli 1905 ein. Die Gemeindeversammlungen vom 9. Februar 1902, vom 11. M&auml;rz 1906 und 14. Februar 1909 fa&#223;ten Beschl&uuml;sse hinsichtlich des Umbaues, der Erweiterung und Renovierung der Kirche und ihrer w&uuml;rdigen Ausstattung. Am 3. Mai 1915 verschied Pastor Henkel. Nach der Administration des Kirchspiels durch den reichsdeutschen Pfarrer Schnorr amtierte in ihm von 1917-1927 Pastor Adolf L&ouml;ffler. Ihm oblag es nach 1918, die evangelische Bev&ouml;lkerung auf dem Lande zu sch&uuml;tzen und ihre Rechte zu wahren. W&auml;hrend sie ihm Vertrauen und Achtung zollte, hatte er Schwierigkeiten seitens einer kleinen Gruppe evangelischer Polen und der Koniner Lokalbeh&ouml;rden. Dies gen&uuml;gte, um ihn gegen den Willen der deutschen Mehrheit der Gemeinde nach Chodecz zu versetzen. Seit 1928 war hier Pastor Robert Gustav Badke t&auml;tig. Im nachfolgenden Jahr wurden Kirche und Pfarrhaus renoviert sowie die Orgel instand gesetzt. Die elektrische Lichtanlage f&uuml;r das Gotteshaus schenkte der evangelische Stadtb&uuml;rger August Walter. Am 1. Advent 1929 fand die Kirchenvisitation, verbunden mit Pastor Badkes Installation, dem 100j&auml;hrigen Gemeindejubil&auml;um und der Weihe einer Gedenktafel zu Ehren weil. Pfarrer Henkels statt. Schwentz, eines der gr&ouml;&#223;ten Kantorate, z&auml;hlte nahezu 100 Familien und hatte einen ger&auml;umigen Betsaal, einen Posaunenchor, Gesangschor und sogar eine &#8222;Evang. Feuerwehr&#8223;.<\/p> \r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=27486\">Evangelische Kirchengemeinde Konin<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu einem Kristallisationspunkt evangelisch-lutherischen Gemeindewesens in der Koniner Umgegend entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrh. der Ort &#346;lesin. 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