{"id":92815,"date":"2018-08-16T10:22:01","date_gmt":"2018-08-16T08:22:01","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=92815"},"modified":"2018-08-20T14:49:45","modified_gmt":"2018-08-20T12:49:45","slug":"joseph-kacer-1829-1871","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=92815","title":{"rendered":"Joseph Ka\u010der (1829-1871)"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><a href=\"http:\/\/www.agoff.de\/wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_kacer_joseph.png\" ><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_kacer_joseph.png\" alt=\"Portrait Joseph Ka&#269;er\" width=\"220px\" height=\"282px\" class=\"alignnone\" \/><\/a><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n<p style=\"text-align: center;\">Portrait Joseph Ka&#269;er<br><em>Quelle: Dr. Zde&#328;ka Kvasni&#269;kov&#225;<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Joseph Ka&#269;er, Pfarrer der b&ouml;hmischen Br&uuml;dergemeinde Gro&#223; Fiedrichstabor wurde  am 30. M\u00e4rz 1802  in Cernilow bei K&ouml;niggr\u00e4tz (<em>tschechisch: Hradec Kralove<\/em>) in B&ouml;hmen, geboren. Sein Vater Karl Ka&#269;er war H\u00e4usler und Tischler in Cernilow, seine Mutter Maria, geborene Kotlant, stammte aus Vyrava. Joseph Ka&#269;er  besuchte das Gymnasium in K&ouml;niggr\u00e4tz. In Ungarn studierte er Theologie an den Hochschulen Papa, Debreczin und Saros Patok (etwa 1823 bis 1827). In dieser Zeit war er auch als Hauslehrer bei dem Baron Vay in L&ouml;k t\u00e4tig. Wieder in B&ouml;hmen war er einige Zeit Aushilfe des Superintendenten Matej Kubes in Ksely bei Kostelec. Danach wurde er Administrator in Vysoka bei Melnik.<br>Seine Ordinationspredigt hielt er in der Kirche zu Libis bei Klomin am 29. Juni 1829. Der oben genannte Superintendent Matej Kubes pr&uuml;fte und ordinierte ihn 1829 f&uuml;r das Predigtamt. Im Jahre 1830  wurde Joseph  Ka&#269;er, von Vysoka aus, als Pastor nach Friedrichstabor berufen, wo er bis zu seinem Tode im Jahre 1871 wirkte.<\/p> \r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1831 heiratete er Sophie, Tochter des Pastors Peter Sikora aus Husinec bei Strehlen. Getraut wurde er in der reformierten Hofkirche zu Breslau.  Am 25. Januar 1863, genau acht Jahre vor ihm, starb seine Frau Sophie mit der er die Kinder Karl (geb. 1832), Philipp (geb. 1833), Maria (geb. 1837), Paul (geb. 1839), Adalbert (geb. 1841) und Procopius (geb. 1844) hatte.<\/p> \r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1870 wurde sein b&ouml;hmisches, episches  Gedicht  &#8222;Kalich, Mec a Kriz&#8223; gedruckt, welches das Entstehen der Reformation in B&ouml;hmen, ihre K\u00e4mpfe und ihre Unterdr&uuml;ckung darstellt. Au&#223;erdem erarbeitete er ein verbessertes b&ouml;hmisches Gesangbuch mit eingef&uuml;gten Melodien. F&uuml;r die Gemeinde von Friedrichstabor arbeitete er einen besonderen Katechismus aus, der bereits in 2. Auflage erschienen ist. Die Epen &#8222;Zizka&#8223; von Alfred Meissner und &#8222;Die bezauberte Rose&#8223; von Ernst C. F. Schulze &uuml;bersetzte er ins Tschechische.<\/p> \r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Joseph  Ka&#269;er  starb  am 25.  Januar 1871 in (Alt) Friedrich-Tabor, beigesetzt wurde er neben der Kirche. Sein Grabstein mit der Inschrift  &#8222;Pastor Katscher, 25.1.1871&#8223; war 1974 noch in der Baldowitzer Heide, in der N\u00e4he des Gedenksteins &#8222;STARY TABOR 1775-1885&#8223; vorhanden<\/p>   \r\n\r\n<div style=\"text-align:center\">\r\n<table class=\"table_friedhof\">\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td><a href=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/grabstein_pastor_joseph_katscher_1974.jpg\" ><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/grabstein_pastor_joseph_katscher_1974.jpg\" alt=\"Grabstein Pastor Joseph Katscher (Foto: Kurt Matalla 1974)\"  width=\"400px\" height=\"275px\" \/><\/a><\/td>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<tr><td colspan=\"3\">&nbsp;<\/td><\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td>Grabstein Pastor Joseph Katscher<br>(<em>Foto: Kurt Matalla 1974<\/em>)<\/td>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<\/table>\r\n<\/div>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein j&uuml;ngster Sohn Procopius wurde sein Nachfolger als Pfarrer der Gemeinde.<\/p>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKiec, Olgierd: Die evangelischen Kirchen in der Wojewodschaft Posen (Poz&#324;an) 1918 &#8211; 1939, Harrassowitz Wiesbaden 1998;<br>\r\nKvasni&#269;kov&#225;, Dr. Zde&#328;ka: Repatriace &#269;esk&#253;ch pob&#283;lohorsk&#253;ch exulant&#367; z Polska na Bezdru&#269;icko po druh&#233; sv&#283;tov&#233; v&#225;lce (<em>Repatriierung der b&ouml;hmischen Wei&#223;er-Berg-Exulanten aus Polen in die Region Bezdru&#382;ice nach dem 2. WK<\/em>), Dissertation Karlsuniversit\u00e4t Praha 2015;<br>\r\n&#352;t&#277;&#345;&#237;kov&#225;, Edita: Zem&#283; otc&#367; (<em>Land der V&auml;ter<\/em>), 2. Aufl., KALICH Praha 2005, Seite 34-48;<br>\r\nAufzeichnungen von Adolf Schiller;<br>\r\nAufzeichnungen der Familie Katscher (im Besitz der Familie Katscher).<\/p>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\t\t\r\n<table class=\"table_ansprechpartner\">\r\n<thead>\r\n<tr><td>Episoden aus dem Leben Joseph Ka&#269;ers<\/td><\/tr>\r\n<\/thead>\t\t\t\t \r\n<\/table>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die b&ouml;hmische Exulantenkolonie im Baldowitzer Wald lebte weltvergessen und bescheiden ihr kleines Leben. Nach dem Tod des langj\u00e4hrigen Pfarrers Richter blieb die Taborer Pfarrgemeinde neun Jahr unbesetzt. Die Taborer Kirche war in so schlechtem Zustand, dass sie geschlossen werden musste. Erst nach Ausbesserungen im Jahre 1806 konnte sie wieder benutzt werden. Tschechisch sprechende Pfarrer gab es nicht gen&uuml;gend. Die schlecht bezahlte Taborer Pfarrstelle war kein sehr attraktiver Platz. Mit einem Gehalt von 250 Talern j\u00e4hrlich konnte man Anfang des 19. Jahrhunderts nicht viel ausrichten. Erst nach der Erh&ouml;hung des Gehaltes auf 300 Taler j\u00e4hrlich &uuml;berzeugte man den Pfarrer Thomas Kovatsch in Vtelne dazu, die Stelle in Tabor anzunehmen. Er wurde am 18. Oktober 1810 eingestellt.<\/p>\r\n\r\n<div style=\"text-align:center\">\r\n<table class=\"table_friedhof\">\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td><a href=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_08_16_gedenkstein_stary_tabor_foto_1974.jpg\" > <img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_08_16_gedenkstein_stary_tabor_foto_1974.jpg\" alt=\"Gedenkstein Stary Tabor mit Werner Groscheck (Foto: Kurt Matalla 1974)\"  width=\"300px\" height=\"430px\" \/><\/a><\/td>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<tr><td colspan=\"3\">&nbsp;<\/td><\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td>Gedenkstein Stary Tabor mit Werner Groscheck<br>(<em>Foto: Kurt Matalla 1974<\/em>)<\/td>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<\/table>\r\n<\/div>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gab kaum noch Verbindungen der Taborer mit dem fernen Vaterland. Nach dem Tod der beiden ersten Prediger der Taborer Gemeinde, welche die polnische Br&uuml;dergemeinschaft den Tschechen schickte, bem&uuml;hte sich der Breslauer reformierte Inspektor um einen Nachfolger. Nach Tomas Kovatsch und Jan Neschpor wurde am 5. Dezember 1829 der 28j\u00e4hrige Joseph Ka&#269;er nach Tabor berufen. Der neue Taborer Pfarrer Ka&#269;er, obwohl er an so entlegenem Orte wirkte, weckte bestimmte Interessen in der tschechischen &Ouml;ffentlichkeit. Einmal wegen seiner Beziehung zu Jan Kollar und Josef Purkyn, zum anderen wegen seiner literarischen Sch&ouml;pfungen. Joseph Ka&#269;er hielt sich selber f&uuml;r einen Vertriebenen aus der b&ouml;hmischen Heimat, wo er wegen Streitigkeiten mit katholischen Priestern fliehen musste. Im schlesischen Tabor litt Ka&#269;er tschechische Begeisterung unter dem Druck preu&#223;ischer Beh&ouml;rden auf seine Exulantengemeinde. Die Taborer hatten von der Erneuerung (sprachlich und freiheitlich) in der Heimat ihrer V\u00e4ter keine Ahnung mehr. Sie beharrten zwar auf ihrer Muttersprache, aber sonst fand Ka&#269;er tschechische Kulturarbeit bei ihnen keinen Anklang. Ka&#269;ers Sehnsucht blieb dennoch eine christlich-slawische Einheit. Die Taborer unterschieden eher zwischen evangelisch und katholisch, als zwischen Slawen und Germanen. Und Ka&#269;er selbst konnte nicht vertrauensvoll mit polnischen Katholiken sprechen, abgesehen davon, dass diese daran kein Interesse zeigten. Die preu&#223;ische Regierung n&ouml;tigte die tschechischen Pfarrer, dass sie sich aktiv an der Arbeit in der evangelischen Unions-Gemeinde beteiligen sollten. Auch hier str\u00e4ubte sich Ka&#269;er, und die Taborer bestanden gleichfalls auf ihrer, ein Dreivierteljahrhundert alten reformierten Tradition. Pfarrer Ka&#269;er erinnerte sich der verlassenen Heimat und seufzte: &#8222;Wenn unsere lieben vaterl\u00e4ndischen Patrioten einmal in sich gingen und erkennen w&uuml;rden, was das Vaterland f&uuml;r Fehler machte, als es seine S&ouml;hne ohne Ursache verstie&#223; und sie aus Blindheit verfolgte.&#8223;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Taborer Schule konnte in den 30er Jahren des 19 Jahrhunderts nicht mehr alle Schulkinder fassen. Es wurde &uuml;ber den Bau einer Schule f&uuml;r die Kinder von Klein Tabor und Tschermin, verhandelt. Die Kolonisten in Klein Tabor blieben unt\u00e4tig, und so erbauten im Jahr 1834 die Tscherminer auf einer 175 m&#178; Gartenfl\u00e4che des Nachbarn Provaznik selbst eine eigene Schule. In Zeiten harter Germanisierungsversuche sollten die Tscherminer einen deutschen Lehrer bekommen. Der Name des ersten Tscherminer Lehrers (Koutecky) aber deutet daraufhin, dass es sich wohl um einen Lehrer tschechischer Herkunft handelte. Dieser blieb nur kurz in Tschermin. Nach ihm kam Vaclav Ka&#269;er aus Hussinetz.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beh&ouml;rden waren mit dieser L&ouml;sung jedoch nicht zufrieden, aber Pfarrer Ka&#269;er hatte Freude an seinem Mitarbeiter mit dem gleichen Namen. &#8222;Ich habe die Hoffnung, den Schullehrer Ka&#269;er in Tschermin zu behalten. Wir k&ouml;nnten wenigstens das Tschechisch Lesen heimlich, neben Deutsch, weiter &uuml;ben, wenn wir auch anderes in Tschechisch vernachl\u00e4ssigen m&uuml;ssten &#8211; ausgenommen Glaubenslehre.&#8223; Der Lehrer Ka&#269;er blieb 13 Jahre in Tschermin. Bis auf Ka&#269;ers Nachfolger, Rudolf Schubert, welcher hier 2 Jahre unterrichtete, kam eine Reihe weiterer Lehrer aus Hussinetz. Dem Unterricht der Jugend widmete sich Pfarrer Ka&#269;er mit besonderem Flei&#223;. Er erarbeitete auch einen eigenen Katechismus, welcher im Jahr 1847 sogar gedruckt erschien: Es war ein christlicher Katechismus vom Sinn des reinen Wortes Gottes f&uuml;r die Jugend, zun\u00e4chst m&uuml;ndlich vorgetragen, nun gedruckt und auf eigene Kosten herausgegeben.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den Taborer Bedingungen konnte sich Ka&#269;er lange nicht zufrieden geben. Als im Jahre 1837 sein Schwager, Pfarrer Peter Sikora in Friedrichgr\u00e4tz (Hradec Kralove) starb, &uuml;berlegte er, diesen Platz zu &uuml;bernehmen. Die preu&#223;ischen Beh&ouml;rden aber w&uuml;nschten das nicht, und so resignierte er&#8230; &#8222;Sei es wie es sei -, es geschehe der Wille Gottes. Auch in Tabor hat das Brot zwei Krumen, wenn auch bescheiden.&#8223; Er wiederholte so die Resignation, die er schon 3 Jahre vorher ausgesprochen hatte: &#8222;Wenn es m&ouml;glich w\u00e4re, gern w&uuml;rde ich mit meinem vorherigem Stand in B&ouml;hmen tauschen, aber wie ich es sehe, werde ich von hier nicht befreit.&#8223; Ka&#269;ers gro&#223;er Wunsch blieb noch: &#8222;Wenn es m&ouml;glich w\u00e4re, wenigstens die Kinder in B&ouml;hmen unterzubringen.&#8223; Aber auch diese Hoffnung gab er nach Jahren auf: &#8222;Meinen Kindern ist nicht zu raten zur&uuml;ck zu kehren ins Vaterland, wo sie, wenn auch besseren Glaubens, in Gefahr sind, und ohne Umkehr im Glauben kein Vorteil bl&uuml;ht.&#8223;<br>\r\nEiner von Ka&#269;ers S&ouml;hnen, Adalbert, kehrte doch nach B&ouml;hmen zur&uuml;ck und starb 1925 in Prag. Gleichfalls starb auch Tochter Marie in Prag. Der j&uuml;ngste Sohn Procop wurde 1871 Nachfolger seines Vaters in Gro&#223; Tabor.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">F&uuml;rst Kalixt Peter Biron lie&#223; in den 1850er Jahren das alte Wartenberger Schloss erneuern und erweitern und siedelte sich dort an. Das Verh\u00e4ltnis zwischen dem F&uuml;rsten  und der Taborer Pfarrei war gut. Pfarrer Joseph Ka&#269;er lobte die F&uuml;rstin Biron; die F&uuml;rstin interessierte sich f&uuml;r das Leben an der Pfarrei. Der F&uuml;rst bot ihnen die Umsiedlung des Ortes an eine r\u00e4umlich gr&ouml;&#223;ere Stelle an, wo sie auch mehr Ackerland h\u00e4tten. Es dauerte fast 20 Jahre, bis sich die Taborer zur Umsiedlung ihres Ortes bewegen lie&#223;en. Am 10. Juni 1870 unterzeichnete die k&ouml;nigliche Kommission die &Uuml;bereinkunft der Taborer Tschechen mit dem F&uuml;rsten Biron. Die Ausma&#223;e an der neuen Stelle sollten nicht gr&ouml;&#223;er sein, jedoch der Boden von besserer Qualit\u00e4t. Die Grundst&uuml;cke sollten uneingeschr\u00e4nktes Eigentum der Landwirte werden. Die Taborer verpflichteten sich daf&uuml;r, auf die Nutzung des Waldes zu verzichten und mit ihren H\u00e4usern auf eigene Kosten umzuziehen. F&uuml;r das Umsiedeln der Schule und Pfarrei wollte zur H\u00e4lfte die Wartenberger Beh&ouml;rde aufkommen, welche sich auch an dem Aufbau einer neuen Kirche beteiligen sollte.<\/p> \r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Pfarrer Joseph Ka&#269;er hat den Umzug nicht erlebt. Er diente der Taborer Gemeinde 41 Jahre. Bald nach seiner Ankunft in Tabor heiratete er in Breslau die Tochter des schon verstorbenen Pfarrers Schikora aus Hussinetz. An der Taborer Pfarrei zog er seine 7 Kinder auf. Im Jahre 1863 begrub er in Tabor seine Frau im Alter von 69 Jahren. Am 25. Januar 1871 starb er, und wurde auf dem noch genutzten Friedhof in Alt Tabor neben der Kirche begraben. Sein Grab war noch nach 100 Jahren auf vom Wald bewachsener Stelle zu finden.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Laufe des Jahres 1876 entstand Gro&#223; Friedrichs-Tabor an neuer Stelle. Die Kolonisten rissen ihre bisherigen H\u00e4user ab und transportierten gesunde Balken auf die neu zugeteilten Grundst&uuml;cke, um sie hier zum Bau neuer Wohnungen zu benutzen. Das Pfarramt und die Schule waren an dem neuen Platz in den Jahren 1879 &#8211; 1880 schon aus Ziegeln erbaut worden. Im Jahre 1883 legten die Taborer den Grundstein f&uuml;r die neue Kirche, die auch aus Ziegeln entstand. Zwei Jahre sp\u00e4ter kam Superintendent Erdmann, um mit den Taborern die Er&ouml;ffnung zu feiern. Erdmann predigte auf den Bibeltext aus Matth\u00e4us 17,4 &#8211; welche sich die Taborer bei der Gr&uuml;ndung ihrer Kolonie auf ihr Siegel haben schreiben lassen: &#8222;Hier ist uns gut zu sein!&#8223; Das alte Kirchlein, welches in Alt Tabor bisher diente, musste nach dem Vertrag abgerissen werden. Es wurde f&uuml;r 924 Mark an Jelinek in Tschermin verkauft. Dieser nutzte noch gutes Holz zum Bau eines Mietshauses auf seinem Grundst&uuml;ck.<br>\r\nIm Jahre 1886 errichteten sich die Tscherminer &#8222;am Berg&#8223; ihren eigenen Friedhof, weil auf dem gemeinsamen tschechischen (an der alten Taborer Kirche) nicht mehr bestattet werden durfte. Und nach Neu Gro&#223; Tabor war es zu weit. Tschermin geh&ouml;rte auch weiterhin zur Taborer Gemeinde.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Text: Wolf-Rainer Kr&uuml;ger, Mei&#223;en, im April 2018<\/em><\/p>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKiec, Olgierd: Die evangelischen Kirchen in der Wojewodschaft Posen (Poz&#324;an) 1918 &#8211; 1939, Harrassowitz Wiesbaden 1998;<br>\r\n&#352;t&#277;&#345;&#237;kov&#225;, Edita: Zem&#283; otc&#367; (<em>Land der V&auml;ter<\/em>), 2. Aufl., KALICH Praha 2005, Seite 34-48;<br>\r\nAufzeichnungen von Adolf Schiller (im Besitz der Familie Katscher);<br>\r\nAufzeichnungen der Familie Katscher;<br>\r\nPers&ouml;nliche Gespr\u00e4che mit Familienmitgliedern Katscher.<\/p>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p><a href=\"?p=52756\">Die Parochie Gro&#223; Friedrichs-Tabor<\/a><br>\r\n<a href=\"?p=91001\">Personen der Br&uuml;dergemeinde Gro&#223; Friedrichs-Tabor<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Portrait Joseph Ka&#269;erQuelle: Dr. Zde&#328;ka Kvasni&#269;kov&#225; &nbsp; Joseph Ka&#269;er, Pfarrer der b&ouml;hmischen Br&uuml;dergemeinde Gro&#223; Fiedrichstabor wurde am 30. M\u00e4rz 1802 in Cernilow bei K&ouml;niggr\u00e4tz (tschechisch: Hradec Kralove) in B&ouml;hmen, geboren. Sein Vater Karl Ka&#269;er war H\u00e4usler und Tischler in Cernilow, seine Mutter Maria, geborene Kotlant, stammte aus Vyrava. Joseph Ka&#269;er besuchte das Gymnasium in K&ouml;niggr\u00e4tz. <a href=\"https:\/\/agoff.de\/?p=92815\" class=\"more-link\">\u2026\u00a0<span class=\"screen-reader-text\">  Joseph Ka\u010der (1829-1871)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1719,102],"tags":[2471,2470],"class_list":["post-92815","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gross-friedrichstabor-ref-kirchengemeinde","category-personendaten","tag-kacer","tag-katscher"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92815","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=92815"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92815\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":92852,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/92815\/revisions\/92852"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=92815"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=92815"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=92815"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}