{"id":92849,"date":"2018-08-20T10:27:36","date_gmt":"2018-08-20T08:27:36","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=92849"},"modified":"2018-08-20T14:49:11","modified_gmt":"2018-08-20T12:49:11","slug":"prokop-katscher-1871-1904","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=92849","title":{"rendered":"Prokop Katscher (1871-1904)"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><a href=\"http:\/\/www.agoff.de\/wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_katscher_prokop.png\" ><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_katscher_prokop.png\" alt=\"Portrait Prokop Katscher\" width=\"220px\" height=\"282px\" class=\"alignnone\" \/><\/a><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n<p style=\"text-align: center;\">Portrait Prokop Katscher<br><em>Quelle: Dr. Zde&#328;ka Kvasni&#269;kov&#225;<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 1. September 1844 wurde er als siebentes und letztes Kind des Pfarrers Joseph Ka&#269;er in Gro&#223; Friedrichs-Tabor geboren. Er studierte in Breslau Theologie. Nach beendetem Studium war er als Hauslehrer auf einem Gut in Schlesien und als Pfarrvikar in Branitz in Oberschlesien t&auml;tig. Nach dem Tode seines Vaters Joseph Ka&#269;er wurde er 1871 nach Gro&#223; Friedrichs-Tabor berufen und blieb dort bis zu seinem Tode.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Von 1871 bis zu seiner Heirat f&uuml;hrte ihm seine ledige Schwester Marie den Haushalt. Am 31. Oktober 1886 heiratete er die Witwe Anna Wrana, geb. Korsinek, geb. am 20. August 1849 in Gro&#223; Friedrichs-Tabor. Sie brachte vier Kinder mit in die Ehe: Matthias, Marie, Joseph und  Anna. In der Ehe mit Katscher wurden folgende Kinder geboren: Lydia, Wilhelm, Nathanael, Timotheus und Erwin.<\/p> \t\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Prokop Katscher predigte immer in b&ouml;hmischer und zus&auml;tzlich einmal im Monat in deutscher Sprache. W&auml;hrend seiner Amtszeit erfolgte 1876 die Translokation von Alt Friedrichs-Tabor nach dem neuen Ort bei Gohle.<\/p> \r\nWie sein Vater Joseph Ka&#269;er bet&auml;tigte er sich dichterisch. Er &uuml;bersetzte deutsche Kirchenlieder ins B&ouml;hmische. Diese Lieder sind in dem b&ouml;hmischen Gesangbuch zu finden, welches 1908 in Potstyne (im Verlag der Br&uuml;dergemeinde) gedruckt wurde.\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 17. August 1904, einem Montag, verstarb er pl&ouml;tzlich, nachdem er noch am Sonntag in b&ouml;hmischer Sprache &uuml;ber Lukas 18, Vers 10, den Pharis&auml;er und Z&ouml;llner, gepredigt hatte. Er wurde auf dem neuen Friedhof in Gro&#223;-Friedrichstabor beigesetzt.<\/p>    \r\n\r\n<div style=\"text-align:center\">\r\n<table class=\"table_friedhof\">\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td><a href=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_pfarrhaus_veranda_anna_katscher.png\" ><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_pfarrhaus_veranda_anna_katscher.png\" alt=\"Gro&#223; Friedrichs-Tabor \u2013 Anbau der Veranda an das Pfarrhaus; die alte Frau auf der Veranda: Anna, die Witwe von Prokop Katscher\"  width=\"310px\" height=\"230px\" \/><\/a><\/td>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<tr><td colspan=\"3\">&nbsp;<\/td><\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td>Gro&#223; Friedrichs-Tabor \u2013 Anbau der Veranda an das Pfarrhaus;<br>die alte Frau auf der Veranda: Anna, die Witwe von Prokop Katscher<br>(<em>Quelle: Dr. Zde&#328;ka Kvasni&#269;kov&#225;<\/em>)<\/td>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<\/table>\r\n<\/div>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKiec, Olgierd: Die evangelischen Kirchen in der Wojewodschaft Posen (Poz&#324;an) 1918 &#8211; 1939, Harrassowitz Wiesbaden 1998;<br>\r\nKvasni&#269;kov&#225;, Dr. Zde&#328;ka: Repatriace &#269;esk&#253;ch pob&#283;lohorsk&#253;ch exulant&#367; z Polska na Bezdru&#269;icko po druh&#233; sv&#283;tov&#233; v&#225;lce (<em>Repatriierung der b&ouml;hmischen Wei&#223;er-Berg-Exulanten aus Polen in die Region Bezdru&#382;ice nach dem 2. WK<\/em>), Dissertation Karlsuniversit&auml;t Praha 2015;<br>\r\n&#352;t&#277;&#345;&#237;kov&#225;, Edita: Zem&#283; otc&#367; (<em>Land der V&auml;ter<\/em>), 2. Aufl., KALICH Praha 2005, Seite 34-48;<br>\r\nAufzeichnungen von Adolf Schiller;<br>\r\nAufzeichnungen der Familie Katscher (im Besitz der Familie Katscher)<br>\r\nPers&ouml;nliche Gespr&auml;che mit Familienmitgliedern Katscher.<\/p>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\t\t\r\n<table class=\"table_ansprechpartner\">\r\n<thead>\r\n<tr><td>Episoden aus dem Leben Prokop Katschers<\/td><\/tr>\r\n<\/thead>\t\t\t\t \r\n<\/table>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Prokop Katscher das Gro&#223; Friedrichs-Taborer Pfarramt nach seinem Vater &uuml;bernahm, war er ein Jahr j&uuml;nger als damals sein Vater bei dessen Antritt.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">Prokops &auml;ltere Schwester Marie f&uuml;hrte ihm den Haushalt. Beide Geschwister waren auch an der Organisation  des Umzugs der Gro&#223; Friedrichs-Taborer beteiligt und lebten einstweilen in einer Behelfswohnung, bis sie in das neue Pfarramt ziehen konnten. Erst mit 42 Jahren heiratete Pfarrer Prokop Katscher die Witwe Anna Vrana, geb. Korsinek. Sein Haushalt wuchs gleich um vier Kinder aus Annas 1. Ehe. Im Laufe der Zeit kamen noch f&uuml;nf eigene dazu. Seine Schwester Marie zog zu ihrem Bruder nach Prag.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nachkommen von Pfarrer Joseph Ka&#269;er fanden in Gro&#223; Friedrichs-Tabor ihre Heimat genauso wie die Nachkommen der tschechischen Exulanten des 18. Jahrhunderts. Ab dem Jahr 1880 begann Prokop, wahrscheinlich aus praktischen Gr&uuml;nden, vielleicht aber auch auf Dr&auml;ngen preu&#223;ischer Beh&ouml;rden, seinen Namen nicht mehr &#8222;Ka&#269;er&#8223;, sondern &#8222;Katscher&#8223;, also deutsch, zu schreiben. So wie alle anderen b&ouml;hmischen Pfarrer in Schlesien, predigte auch Pfarrer Katscher Tschechisch mit Ausnahme des von den Beh&ouml;rden angeordneten deutschen Gottesdienstes, welcher einmal im Monat stattfand. Prokop Katscher verfolgte das Leben in B&ouml;hmen. Gern &uuml;bersetzte er deutsche Lieder in Tschechisch. Einige seiner &Uuml;bersetzungen wurden auch in B&ouml;hmen &uuml;bernommen und gedruckt. In der Gemeinde hat sich die Kunde erhalten, dass er am Sonntag den 16. August 1904 b&ouml;hmisch auf den Text aus dem Lukas Evangelium 18,10 vom Gebet der Pharis&auml;er u. Z&ouml;llner predigte. Am Montag darauf, dem 17. August 1904, verstarb er pl&ouml;tzlich.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 55 j&auml;hrige Witwe Anna Katscher ist dann mit ihren minderj&auml;hrigen Kindern f&uuml;r einige Zeit nach Breslau gezogen (wohl wegen deren Bildung).<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Februar 1905 hielt in Gro&#223; Friedrichs-Tabor der 28 j&auml;hrige Kandidat Heinrich Duvinage seine Probepredigt. Die Gro&#223; Friedrichs-Taborer waren wenig begeistert, weil Duvinage nicht Tschechisch sprechen konnte. Er war aber jung und versprach Tschechisch zu lernen. Er war der einzige Kandidat. Die Taborer gaben sich also mit ihm zufrieden. Zum 1.Juni desselben Jahres trat er seinen Dienst an. Erst im n&auml;chsten Monat wurde er feierlich ordiniert. In der Gegend um Tabor lebten damals 1260 Tschechen.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">Je l&auml;nger die Fortschritte des Pfarrers in der tschechischen Sprache auf sich warten lie&#223;en, desto eifriger besuchten die Gro&#223; Friedrichs-Taborer h&auml;usliche Versammlungen. In Tschermin organisierten sich damals die Baptisten, welche sich im Jahre 1911 von der reformierten Gemeinde trennten. Im Jahre 1911 z&auml;hlte die evangelisch reformierte Gemeinde in Tabor 1500 Seelen.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im August des Jahres 1911 ging Pfarrer Duvinage von Gro&#223; Friedrichs-Tabor nach Hussinetz. Die Gemeinde blieb ganze 8 Jahre zum gr&ouml;&#223;ten Teil auf Administratoren angewiesen. Am 16. Mai 1913 wurde der junge Pfarrer Paul Goeschke nach Gro&#223; Friedrichs-Tabor berufen, welcher bereit war Tschechisch zu lernen. Wahrscheinlich fiel ihm die Sprache zu schwer, denn nach zwei Jahren, im Mai 1915 verlie&#223; er die Gro&#223; Friedrichs-Taborer Pfarrei.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Text: Wolf-Rainer Kr&uuml;ger, Mei&#223;en, im April 2018<\/em><\/p>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKiec, Olgierd: Die evangelischen Kirchen in der Wojewodschaft Posen (Poz&#324;an) 1918 &#8211; 1939, Harrassowitz Wiesbaden 1998;<br>\r\n&#352;t&#277;&#345;&#237;kov&#225;, Edita: Zem&#283; otc&#367; (<em>Land der V&auml;ter<\/em>), 2. Aufl., KALICH Praha 2005, Seite 34-48;<br>\r\nAufzeichnungen von Adolf Schiller (im Besitz der Familie Katscher);<br>\r\nAufzeichnungen der Familie Katscher;<br>\r\nPers&ouml;nliche Gespr&auml;che mit Familienmitgliedern Katscher.<\/p>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p><a href=\"?p=52756\">Die Parochie Gro&#223; Friedrichs-Tabor<\/a><br>\r\n<a href=\"?p=91001\">Personen der Br&uuml;dergemeinde Gro&#223; Friedrichs-Tabor<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Portrait Prokop KatscherQuelle: Dr. Zde&#328;ka Kvasni&#269;kov&#225; &nbsp; Am 1. September 1844 wurde er als siebentes und letztes Kind des Pfarrers Joseph Ka&#269;er in Gro&#223; Friedrichs-Tabor geboren. Er studierte in Breslau Theologie. Nach beendetem Studium war er als Hauslehrer auf einem Gut in Schlesien und als Pfarrvikar in Branitz in Oberschlesien t&auml;tig. 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