{"id":93367,"date":"2018-10-08T20:01:16","date_gmt":"2018-10-08T18:01:16","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=93367"},"modified":"2018-11-08T09:48:27","modified_gmt":"2018-11-08T08:48:27","slug":"nathanael-katscher-1919-bis-1945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=93367","title":{"rendered":"Nathanael Katscher (1919 bis 1945)"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><a href=\"http:\/\/www.agoff.de\/wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_katscher_nathanael.png\" ><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_katscher_nathanael.png\" alt=\"Portrait Nathanael Katscher\" width=\"220px\" height=\"282px\" class=\"alignnone\" \/><\/a><\/center><\/td>\r\n<\/tr> \r\n<\/table>\r\n<p style=\"text-align: center;\">Portrait Nathanael Katscher<br><em>Quelle: Dr. Zde&#328;ka Kvasni&#269;kov&#225;<\/em><\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nathanael Katscher wurde am 10. Dezember 1890 als drittes Kind des Pfarrers Prokopius Katscher und seiner Ehefrau Anna in Gro&#223; Friedrichs-Tabor geboren. Nach dem Besuch der Dorfschule und dem Vorbereitungsunterricht durch den Vater besuchte er das Gymnasium zun&auml;chst in Kempen, sp&auml;ter in Schrimm, wo er mit dem Abitur abschloss. 1904 starb sein Vater Prokopius, und die Familie zog nach Breslau. Im Fr&uuml;hjahr 1910 begann er in Breslau mit dem Jurastudium, wechselte die Fakult&auml;t und studierte Theologie. Gleichzeitig  befanden sich auch seine Br&uuml;der in der Ausbildung. Zur finanziellen Unterst&uuml;tzung ihrer Mutter und um sein Studium zu finanzieren, war er mehrmals als Hauslehrer auf verschiedenen Stellen t&auml;tig.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Zusammen mit seinem Bruder Timotheus meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. Sein Bruder fiel 1916 als Infanterist in der Schlacht an der Somme in Frankreich. Nathanael diente als Feldartillerist in Frankreich und Russland.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">1917 legte er das erste Examen ab. Nach dem Kriege 1918 kam er in das Predigerseminar nach Naumburg am Queis. Weil ein Teil des Landkreises Gro&#223; Wartenberg Polnisch werden sollte, kam er zur&uuml;ck nach Tabor, um mit seiner Familie deshalb wieder nach Breslau zu ziehen. Da der Pfarrverwalter von Tabor, Pfarrer Bessert aus Bralin, auch nach Deutschland wollte, suchte man einen Nachfolger f&uuml;r seine Gemeinden. Das Konsistorium in Breslau berief Nathanael Katscher zum vorzeitigen Examen und setzte ihn am 1. September 1919 als Pfarrverweser in Gro&#223; Friedrichs-Tabor ein. Neben der Verwaltung der Gemeinde in Bralin geh&ouml;rten noch folgende D&ouml;rfer zur Parochie Gro&#223; Friedrichs-Tabor: Klein Friedrichs-Tabor, Tschermin, Zelinka und Veronickenpol mit den Ortsteilen Utrata, Neutky und Cihelna.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">In Gro&#223; Friedrichs-Tabor wurde meistens Tschechisch, gelegentlich Deutsch; in Bralin Deutsch und Polnisch gepredigt. Bei den Beerdigungen wurden die Ansprachen in tschechischer Sprache, die Trauungen dagegen in deutscher Sprache gehalten. Da die Organisten zugleich deutsche Lehrer waren, verlie&#223;en sie das Land, bevor es am 20. Januar 1920 polnisch wurde. Danach war Nathanael Katscher Pfarrer und Organist in den Gemeinden. In dieser Zeit gr&uuml;ndete er einen Posaunen- und einen Kirchen-Chor.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis dahin f&uuml;hrte seine Mutter Anna den Haushalt. Am 21. Oktober 1929 heiratete er Gertrud Helme Jaschik (geb.1905 in Berlin) in Zerniki. Sie hatten f&uuml;nf Kinder.<\/p>\r\n<td>&nbsp;<\/td>  \r\n<!-- hier  Bild 1 a) mit folgender Unterschrift:--> \r\n<div style=\"text-align:center\">\r\n<table class=\"table_friedhof\">\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td><a href=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_familie_katscher_1929.jpg\" ><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_familie_katscher_1929.jpg\" alt=\"Familie Katscher im Jahre 1929\"  width=\"420px\" height=\"280px\" \/><\/a><\/td>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<tr><td colspan=\"3\">&nbsp;<\/td><\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td><p style=\"text-align: center;\">Familie Katscher im Jahre 1929<br><em>Quelle: Edita &#352;t&#277;&#345;&#237;kov&#225;, aaO, Seite 47<\/em><\/td>\r\n<\/tr> \r\n<\/table>\r\n<\/div>\r\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Alle Personen von rechts nach links:<br>\r\n<strong>Erste Reihe sitzend:<\/strong> Anna, Ehefrau von Josef Vrana &#8211; Klara, Witwe des Pfarrers Prokopius Katscher \u2013 Ehefrau von Erwin Katscher;<br>\r\n<strong>Zweite Reihe:<\/strong> Nathanael Katscher mit Ehefrau Gertrud, Stiefbruder Josef Vrana, Bruder Erwin Katscher mit Gertrud (&#8222;Trudi&#8223;) &#8211; Tochter von Wilhelm Katscher (&auml;ltester Bruder von Nathanael Katscher)<\/em><\/p>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<!-- hier \u2013 wenn m&ouml;glich daneben ? Bild 1 c mit folgender Unterschrift:--> \r\n\r\n<div style=\"text-align:center\">\r\n<table class=\"table_friedhof\">\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td><a href=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_jugendchor_kapelle_50_jubilaeum_800x573.png\" ><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_jugendchor_kapelle_50_jubilaeum_400x287.png\" alt=\"Gro&#223; Friedrichs-Tabor \u2013 Jugendchor und Kapelle,<br>zum 50. Jahrestag der Kirchweihe, 1935&#8243;  width=&#8220;400px&#8220; height=&#8220;287px&#8220; \/><\/a><\/td>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<tr><td colspan=\"3\">&nbsp;<\/td><\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td><p style=\"text-align: center;\">Gro&#223; Friedrichs-Tabor \u2013 Jugendchor und Kapelle,<br>\r\nzum 50. Jahrestag der Kirchweihe, 1935<br> \r\nvorn, Mitte: Nathanael Katscher;<br>rechts daneben Lehrer Newetschersal.<br><em>Quelle: Dr. Zde&#328;ka Kvasni&#269;kov&#225;<\/em><\/td>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<\/table>\r\n<\/div>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Mutter Anna starb am 1. M&auml;rz 1933 in Gro&#223; Friedrichs-Tabor.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1941 wurde er zum Superintendenten der reformierten Gemeinden der fr&uuml;heren Provinz Posen und als Pfarrer der Petrikirche in Posen eingesetzt. Die Gemeinden Gro&#223; Friedrichs-Tabor und Bralin wurden weiter von Nathanael Katscher versorgt.<\/p> \r\n\r\n<!-- hier k&ouml;nnte man das Hochzeitsbild von Marie Schebesta einf&uuml;gen und zwar die Verion von Sep. 2018 mit Nummern durch Photoshop bearbeitet und die Bildunterschrift von WRK-->\r\n\r\n<div style=\"text-align:center\">\r\n<table class=\"table_friedhof\">\r\n<tr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<td><a href=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_hochzeit_marie_albert_800x480.png\" ><img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/uploads\/fgr_boehmische_brueder\/pic\/2018_hochzeit_marie_albert_800x480.png\" alt=\"Hochzeitsfoto Marie Schebesta und Albert Moses\"  width=\"400px\" height=\"240px\" \/><\/a><\/td>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<tr><td colspan=\"3\">&nbsp;<\/td><\/tr>\r\n<tr>\r\n<td colspan=\"3\">Hochzeitsfoto Marie Schebesta und Albert Moses<\/td>\r\n<\/tr> \r\n<\/table>\r\n<\/div>\r\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Alle Personen von links nach rechts:<br>\r\n<strong>Kinder vorne sitzend:<\/strong> NN; Dora Katscher (5) *1934; Erika Katscher (6) *1930.<br>\r\n<strong>Erste Reihe sitzend:<\/strong> Gerhard Katscher (3) *1930; Gertrud Katscher (4) *15.04.1905; Josef Moses (9) *25.04.1856 Gro&#223; Friedrichs Tabor, &#8224; 03.1946 Lestkov \/ Tschechien; Marie Newetscheral (10) *16.10.1869 Gro&#223; Friedrichs Tabor, &#8224; 01.12.1957 Lestkov; Marie Schebesta (1) *03.05.1911 Gro&#223; Friedrichs Tabor, &#8224; 23.08.1995 Lestkov; Albert Moses (2) *23.04.1909 Gro&#223; Friedrichs Tabor, &#8224; 25.06.1992 Lestkov; Friedrich Schebesta (11) *16.09.1876 Gro&#223; Friedrichs Tabor, &#8224; 06.05.1966 Lestkov; NN; Nathanael Katscher (7) *10.12.1890 Gro&#223; Friedrichs Tabor; Hans Newetscheral (8)<br>\r\n<strong>Zweite Reihe von vorne, stehend:<\/strong> NN, NN, NN, Luise Moses (12); Emilie Moses (13);  Karl Blasius (16) *09.12.1884 Gro&#223; Friedrichs Tabor, &#8224; 1945 ; NN; NN; NN.<br> \r\n<strong>Letzte Reihe:<\/strong> alle Personen unbekannt bis auf das zweite junge Paar von rechts Anna Schebesta (14) *17.10.1904 Gro&#223; Friedrichs Tabor, &#8224; 26.09.1993 Lestkov; Richard Franke (15)<\/em><\/p>\r\n\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Januar 1945 setzte die Evakuierung von Posen ein. Familie Katscher verlie&#223; die Stadt und floh &uuml;ber G&ouml;rlitz nach Gr&auml;fenthal im Th&uuml;ringer Wald. Dort &uuml;bernahm Katscher die Pfarrstelle der lutherischen Gemeinde von 1945 bis zum Herbst 1947. Hier starb seine Frau Gertrud am 23. August 1947 kurz vor dem Umzug nach Berlin.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die alte Gemeinde Gro&#223; Friedrichs-Tabor l&ouml;ste sich auf. Ende 1945 fanden die ehemaligen b&ouml;hmischen Emigranten eine neue Heimat in der Tschechoslowakei. In der Gegend von Marienbad (<em>tschechisch: Mari&#225;nsk&#233; L&#225;zn&#283;<\/em>), in den Orten Lestkov, Zhorec und Nejdek, wurden sie angesiedelt. Mit seiner zweiten Ehefrau besuchte Katscher sie dort erstmalig 1965.<br>\r\nAb 1. November 1947 bis zu seiner Emeritierung im Herbst 1967 war er Pfarrer der reformierten Schlosskirche in Berlin-K&ouml;penick. Am 28. Mai 1953 heiratete er Gerda Copek in Berlin-K&ouml;penick. Kurz nach seiner Silberhochzeit starb Nathanael Katscher am 29. Juli 1978 in Berlin-Hermsdorf.<\/p>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\t\t\r\n<table class=\"table_ansprechpartner\">\r\n<thead>\r\n<tr><td>Episoden aus dem Leben Nathanael Katschers<\/td><\/tr>\r\n<\/thead>\t\t\t\t \r\n<\/table>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Krieg, im Jahre 1919 &uuml;bernahm der Enkel von Joseph Ka&#269;er, Nathanael Katscher, das Pfarramt. Zwei S&ouml;hne des Prokop Ka&#269;er, Nathanael und Timotheus studierten Theologie. Durch den Ausbruch des Weltkrieges wurde ihr Studium unterbrochen. Nathanael schrieb in seinem Lebenslauf:<\/p>\r\n<blockquote>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1914 brach der Krieg aus. Mein Bruder Timotheus und ich meldeten uns freiwillig. Timotheus fiel im Jahre 1916 in Frankreich in der Schlacht an der Somme als Infanterist. Ich k&auml;mpfte in Frankreich u. Russland als Artillerist. Im Jahre 1917 bekam ich Urlaub und legte meine erste theologische Pr&uuml;fung ab. Nach dem Krieg war ich  in Naumburg (am Queiss) im theologischen Seminar. Meine Mutter rief mich nach Tabor zur&uuml;ck. Dieses Gebiet sollte an Polen fallen, und unsere Familie wollte deshalb nach Breslau zur&uuml;ckkehren. Pfarrer Bessert in Bralin, welcher auch die Taborer Gemeinde betreute, wollte gleichfalls nach Deutschland ziehen und suchte Verwalter f&uuml;r seine Gemeinden. Die Breslauer Konsistorien luden mich zur vorzeitigen Pr&uuml;fung, und zum 1. September 1919 benannten sie mich zum Verwalter der Taborer Gemeinde. Au&#223;erdem sollte ich auch die Braliner Gemeinde verwalten. In Tabor predigte ich &uuml;berwiegend B&ouml;hmisch, in Bralin Deutsch und Polnisch. Auf Begr&auml;bnissen predigte ich Tschechisch; Hochzeiten dagegen wurden in deutscher Sprache gehalten. Die Orgelspieler, gleichzeitig deutsche Lehrer, verlie&#223;en das Land vor dem 20. Januar 1920 ehe es an Polen fiel. Ich war dann Pfarrer und Kantor. In dieser Zeit gr&uuml;ndete ich den Gesang- und Posaunenchor.\r\n<\/blockquote>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Januar 1920 wurden die Orte der Taborer Gemeinde durch polnisches Milit&auml;r besetzt. Der Anschluss an die neue polnische Republik l&ouml;ste unter den Taborern eine Welle des Unwillens und Erschreckens aus. Ihr evangelisches, tschechisches Gewissen, und vor allen Dingen die deutsche Erziehung in den Schulen und die fast 200j&auml;hrige deutsche Staatszugeh&ouml;rigkeit waren die Ursachen f&uuml;r das grunds&auml;tzliche Misstrauen gegen ein m&ouml;gliches Zusammenleben mit den katholischen Polen. In den ersten Wochen der polnischen Regierung wurden ihre Bef&uuml;rchtungen durch die polnischen Verwaltungsanordnungen best&auml;tigt. Etliche Familien sind von Tabor nach Deutschland gezogen. Auf ihre Grundst&uuml;cke kamen Polen nach Tabor. Als weitere M&ouml;glichkeit eines Ausweges aus dieser unangenehmen Situation sahen die Taborer eine R&uuml;ckkehr in das Land ihrer Vorfahren.\r\nSein Bruder Wilhelm Katscher, Ingenieur der s&auml;chsisch-tschechischen Zementfabrik in Cizkovice, richtete am 1. Oktober 1920 an den Pr&auml;sidenten der Tschechoslowakei einen Brief, welcher folgende dringende Bitte der Taborer enthielt:\r\n<blockquote>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 Die Gemeinden, um welche es sich handelt, sind Gro&#223;-Friedrichs Tabor, Klein-Friedrichs Tabor und Tschermin. In diesen Gemeinden wirkte schon mein Gro&#223;vater, Vater und wirkt gegenw&auml;rtig mein Bruder Nathanael Katscher als Pfarrer. Nun sind diese Orte ohne jegliche Abstimmung in die polnische Republik einverleibt worden. Allerdings wurde damit die Bev&ouml;lkerung allen m&ouml;glichen Gewalttaten und Ungerechtigkeiten der polnischen Unterdr&uuml;cker auf Gnade und Ungnade ausgeliefert. Mich erreichte ein Brief, in dem mir &uuml;ber folgenden Beschwerden berichtet wurde:\r\n<ul style=\"list-style:decimal\"> \r\n<li>B&uuml;rgermeister des Ortes darf nur ein Pole werden, obwohl der Anteil der  polnischen Bewohner nur etwa 3 % betr&auml;gt.<\/li>\r\n<li>Die Schulen haben keine Lehrer.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&Uuml;ber diese Zust&auml;nde ist die Bev&ouml;lkerung sehr verbittert. Ich wurde gefragt, ob es m&ouml;glich w&auml;re, dass sie nach B&ouml;hmen zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnten. F&uuml;r alle n&auml;heren, notwendigen  Angaben stehe ich Ihnen zur Verf&uuml;gung. \r\nIch erlaube mir, die Hoffnung auszusprechen, dass Sie Herr Pr&auml;sident dem Schicksal dieser Landsleute die entsprechende Aufmerksamkeit widmen k&ouml;nnen um ihnen die gew&uuml;nschte  Hilfe zu gew&auml;hren.\r\nUm diese bittet flehend hochachtungsvoll \r\nWilhelm Katscher.\r\n<\/blockquote>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In die Tschechoslowakei kamen in den 1920er Jahren nur Einzelne. Nach Deutschland war das Umsiedeln einfacher. Die Zahl der reformierten Taborer Gemeinde sank j&auml;h. 1913 hatte sie 1500 Mitglieder, im Jahre 1939 waren es nur noch 700. Neben der Auswanderung trug auch die Zunahme des Konvertitentums dazu bei. Vor allen Dingen in Tschermin, wo schon vor dem 1. Weltkrieg eine neue Kirche geplant war, verst&auml;rkte sich der Zulauf zur Baptisten-Gemeinde. Die reformierten Evangelischen f&uuml;hlten das als einen schmerzhaften Einschnitt in ihr bisheriges Gemeindeleben. Pfarrer Nathanael Katscher hat seine Gemeinde indes nicht verlassen. Er unterbrach die Verbindung mit der deutschen Kirche nicht, kn&uuml;pfte aber auch zu anderen tschechischen Gemeinden in Polen Verbindung an. Im Jahre 1924 besuchte er in Begleitung des Kurators der Lodzer reformierten Gemeinde, Josef Hajek, die b&ouml;hmischen Gemeinden in Zelov, Kutschov, Boratin und Michailow. Die Taborer Gemeinde geh&ouml;rte weiterhin unter die Verwaltung der Posener reformierten Konsistoren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nathanael Katschers Mutter Anna starb am 1. M&auml;rz 1933 in Gro&#223; Friedrichstabor.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 1. September 1939 erlebte Gro&#223; Friedrichstabor den ersten Tag des 2. Weltkriegs mit dem &Uuml;berfall Deutschlands auf Polen. 1941 wurde Nathanael Katscher Superintendent der evangelisch reformierten Gemeinde der Provinz Posen und als Pfarrer der Petri-Kirche in Posen eingesetzt. Gleichzeitig versorgte er die Gemeinden Gro&#223; Friedrichstabor und Bralin.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Januar 1945 begann die Evakuierung von Posen und die Familie Katscher musste aus der Stadt fliehen. Weitere Stationen ihrer Flucht waren G&ouml;rlitz und Gr&auml;fenthal in Th&uuml;ringen. Dort war er als kommissarischer Verwalter und Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde von 1945 bis 1947 t&auml;tig. 1947 starb Katschers Frau Gertrud; kurz vor dem Umzug seiner Familie nach Berlin.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In Gro&#223; Friedrichs-Tabor vollzieht sich zu Weihnachten 1945 die Umsiedlung von 109 Familien in die Tschechoslowakei, in mehrere Orte im Umkreis von Bezdruzice (<em>dt. Weseritz<\/em>). Nathanael Katscher wollte zusammen mit seiner b&ouml;hmischen Gemeinde in diese neue Heimat im &#8222;Land der &#8223; umsiedeln. Von den tschechischen Beh&ouml;rden wurde das abgelehnt, weil seine Frau und Kinder nicht Tschechisch sprachen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nathanael Katscher wirkte von 1947 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1967 als Pfarrer der reformierten Schlosskirche in Berlin \u2013 K&ouml;penick.\r\nEr starb am 29.Juli 1978 in Berlin.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Text: Wolf-Rainer Kr&uuml;ger, Mei&#223;en, im April 2018<\/em><\/p>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKiec, Olgierd: Die evangelischen Kirchen in der Wojewodschaft Posen (Poz&#324;an) 1918 &#8211; 1939, Harrassowitz Wiesbaden 1998;<br>\r\nKvasni&#269;kov&#225;, Zde&#328;ka: Repatriace &#269;esk&#253;ch pob&#283;lohorsk&#253;ch exulant&#367; z Polska na Bezdru&#269;icko po druh&#233; sv&#283;tov&#233; v&#225;lce (<em>Repatriierung der b&ouml;hmischen Wei&#223;er-Berg-Exulanten aus Polen in die Region Bezdru&#382;ice nach dem 2. WK<\/em>), Dissertation Karlsuniversit&auml;t PraG 2015;<br>  \r\n&#352;t&#277;&#345;&#237;kov&#225;, Edita: Zem&#283; otc&#367; (<em>Land der V&auml;ter<\/em>), 2. Aufl., Kalich Prag 2005;<br>\r\nMeinhof, F.: Th&uuml;ringer Pfarrerbuch; <br>\r\nAufzeichnungen von Adolf Schiller (im Besitz der Familie Katscher);<br>\r\nAufzeichnungen der Familie Katscher;<br>\r\nPers&ouml;nliche Gespr&auml;che mit Familienmitgliedern Katscher und Freunden.<\/p>\r\n<td>&nbsp;<\/td>\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p><a href=\"?p=52756\">Die Parochie Gro&#223; Friedrichs-Tabor<\/a><br>\r\n<a href=\"?p=91001\">Personen der Br&uuml;dergemeinde Gro&#223; Friedrichs-Tabor<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Portrait Nathanael KatscherQuelle: Dr. Zde&#328;ka Kvasni&#269;kov&#225; &nbsp; Nathanael Katscher wurde am 10. Dezember 1890 als drittes Kind des Pfarrers Prokopius Katscher und seiner Ehefrau Anna in Gro&#223; Friedrichs-Tabor geboren. Nach dem Besuch der Dorfschule und dem Vorbereitungsunterricht durch den Vater besuchte er das Gymnasium zun&auml;chst in Kempen, sp&auml;ter in Schrimm, wo er mit dem Abitur <a href=\"https:\/\/agoff.de\/?p=93367\" class=\"more-link\">\u2026\u00a0<span class=\"screen-reader-text\">  Nathanael Katscher (1919 bis 1945)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1719,102],"tags":[2471,2470],"class_list":["post-93367","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gross-friedrichstabor-ref-kirchengemeinde","category-personendaten","tag-kacer","tag-katscher"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93367","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=93367"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93367\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":93625,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93367\/revisions\/93625"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=93367"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=93367"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=93367"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}