{"id":93489,"date":"2018-10-31T19:21:28","date_gmt":"2018-10-31T18:21:28","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=93489"},"modified":"2023-02-12T21:32:39","modified_gmt":"2023-02-12T20:32:39","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-stara-iwiczna-alt-ilvesheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=93489","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Stara Iwiczna (Alt Ilvesheim)"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Um das Jahr 1801 vollzog sich die Ansiedlung der deutsch-evangelischen Kolonisten in Alt-Ilvesheim (<em>Stara Iwiczna<\/em>), Neu-Ilvesheim, Ludwigsburg und Schwenningen. Diese vier schw&auml;bischen D&ouml;rfer wurden auf den L&auml;ndereien des Dom&auml;nenamtes Leszno-Wola gegr&uuml;ndet. In der N&auml;he von Warschau legte man die Siedlung Szopy Niemieckie an. In der Zeit von 1807 bis 1835 wanderten zahlreiche Schwaben nach Bessarabien und in das Gouvernement Cherson aus.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die neuen Kolonien waren in die Gemeinde Pilica eingepfarrt und wurden von dort aus betreu. Sie schlossen 1842 zu einem Filial zusammen. Ein Baugrundst&uuml;ck zur Kirche und zum Pfarrhaus wurde angewiesen, wie auch die Kantor- und Lehrerstelle in Alt-Ilvesheim mit vier Morgen Land ausgestattet. Im Jahr 1857 verselbst&auml;ndigte sich das Filial. In Ermangelung von Predigern konnte es nicht mit einem ortsans&auml;ssigen Seelsorger besetzt werden und wurde und nach wie vor von Pilica aus verwaltet. Die dortigen Pastoren, ebenso auch andere, bereisten Alt-Ilvesheim zw&ouml;lfmal und die &uuml;brigen Kantorate sechsmal j&auml;hrlich.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 31. August 1898  wurde das an Stelle der alten Holzkirche errichtete massives Gotteshaus nach f&uuml;nfj&auml;hriger Bauzeit eingeweiht. Im Jahr 1909 stifteten die Eheleute Johann und Philippine Haag mit ihren Kindern eine Glocke, Ludwig Schwartz und Gottlieb G&uuml;nther den 160 Meter langen Kirchenzaun und Eduard Albrecht das eiserne Zauntor.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">W&auml;hrend des Ersten Weltkrieges wurden die Eingepfarrten nach Ru&#223;land ausgesiedelt. Das Gotteshaus, durch Beschu&#223; der Russen besch&auml;digt, konnte wieder hergestellt und zu Weihnachten 1919 seiner Bestimmung &uuml;bergeben werden. Am 29. September 1923 feierte die Gemeinde ihr 25j&auml;hriges Kirchweihjubil&auml;um.<br>Im Jahr 1928 wurde das Pfarrhaus erbaut und 1929 Waldemar Galster zum Ortspastor berufen. 1932 ersetzte man die alte, aus der Warschauer lutherischen Kirche stammende Orgel durch eine neue. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges entsagte Pastor Galster seinem Amt und verzog nach Warschau.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die alte evangelische Schule in Alt-Ilvesheim wurde im Ersten Weltkrieg zerst&ouml;rt. Nach ihrer R&uuml;ckkehr aus der Verbannung wurde sie 1919 sch&ouml;ner und ger&auml;umiger aufgebaut. Im Jahr 1930 wurde die deutsche Schule geschlossen und ihre 150 Kinder auf die polnischen Schulen in dem 3 km von Alt-Ilvesheim gelegenen Piaseczno verteilen. Die deutsche Schule in Julian&#243;w wurden ebenfalls aufgel&ouml;st, was zu Unmut der Gemeindemitglieder f&uuml;hrte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In die Parochie waren einbezogen die Kantorate Kempa Zawadowska (bestand seit 1810), Kempa Okrzeska (schon fr&uuml;her) und G&#243;ra Kalwaria mit den Beth&auml;usern in K&#261;ty und Szulec. Die ersten beiden K&auml;mpen lagen dicht a. d. Weichsel und waren durch zwei D&auml;mme gesichert, die aber durch &Uuml;berschwemmungen immer wieder durchbrochen wurden. Da das Hochwasser das alte Schul- und Bethaus in Kempa Zawadowska vernichtete erbaute man 1852 ein neues. Gleichzeitig gr&uuml;ndete man einen neuen Friedhof, weil der alte von den Fluten der Weichsel zerst&ouml;rt worden war. Am 8. November 1942 feierte das Kirchspiel sein 100j&auml;hriges Jubil&auml;um. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges l&ouml;ste sich die Gemeinde Alt-Ilvesheim durch Evakuierung auf.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Gemeinde geh&ouml;rten 1 Kirche, 1 Pfarrhaus, Kantorhaus mit Schulklasse, K\u00fcsterhaus und Wirtschaftsgeb&auml;ude.<br>Im Jahr 1923 78 Taufen, 20 Trauungen, 31 Todesf&auml;lle, 31 deutsche und 20 polnische Konfirmanden.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=27322\">Evangelische Kirchengemeinde Stara Iwiczna<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um das Jahr 1801 vollzog sich die Ansiedlung der deutsch-evangelischen Kolonisten in Alt-Ilvesheim (Stara Iwiczna), Neu-Ilvesheim, Ludwigsburg und Schwenningen. 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