{"id":94218,"date":"2018-12-12T20:46:47","date_gmt":"2018-12-12T19:46:47","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=94218"},"modified":"2023-03-05T12:30:04","modified_gmt":"2023-03-05T11:30:04","slug":"geschichte-der-evangelische-kirchengemeinde-bialystok","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=94218","title":{"rendered":"Geschichte der evangelische Kirchengemeinde Bia\u0142ystok"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Provinz Neu-Ostpreu&#223;en organisierte sich 1796 in Bia&#322;ystok eine evangelische Gemeinde mit dem Prediger Brettschneider. 1802 ver&auml;u&#223;erten die Erben des Hetmans Branicki Bia&#322;ystok an den preu&#223;ischen K&ouml;nig, der es sp&auml;ter an den russischen Zaren Alexander I. verkauft hat. Von 1811-1821 war die Parochie vakant und wurde von Grodno aus verwaltet. 1819 bewilligte Zar Alexander I. dem neuzuberufenden Pastor ein Jahresgehalt. Im Jahr 1829 errichtete die Gemeinde eine steinerne Kirche. Schon 1825 schenkte Zar Alexander I. ein Grundst&uuml;ck, auf dem in der Folgezeit Pfarrhaus und Schule erbaut wurden. Zur Realisierung dieser Vorhaben bewilligte Zar Nikolaus I. eine Beihilfe. Das fr&uuml;here Pastorat soll von den Bauern als Getreidespeicher benutzt worden sein. Vor dem Ersten Weltkrieg geh&ouml;rte die Gemeinde zum Kurl&auml;ndischen Evang.-Luth. Konsistorialbezirk. Dem seit 1903 in Bia&#322;ystok t&auml;tigen Pastor Theodor Zirkwitz geb&uuml;hrt das Verdienst, hier ein Gotteshaus im romanischen Stil nach den Pl&auml;nen der Lodzer Baufirma Wende und Klause erbaut zu haben. Die Grundsteinlegung erfolgte am 31. Oktober 1909. Die Kirche wurde am 28. Juli 1912 durch den kurl&auml;ndischen Generalsuperintendenten Bernewitz unter Assistenz von 15 Pastoren eingeweiht. Am darauffolgenden Tag predigten hier Pastor Behse aus Wyszogr&#243;d in estnischer, Pastor Loppe aus &#321;uck in polnischer und ein weiterer Pastor in lettischer Sprache.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur besseren Betreuung der Eingepfarrten auf dem Lande wurde zun&auml;chst im Jahr 1903 Adjunkt Wilhelm Wilde berufen. Am 30. M&auml;rz 1907 organisierte sich Bia&#322;ystok-Land zu einer selbst&auml;ndigen Parochie unter Leitung des Pfarrers Wilde, die aber nur bis 1919 bestand. Einer Verordnung des Kultusministers zufolge wurde im August 1919 die Gemeinde Bia&#322;ystok an die Evang.-Augsb. Kirche angegliedert.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum 25j&auml;hrigen Amtsjubil&auml;um des Pfarrers Zirkwitz, das er am 24. Januar 1917 beging, beschlo&#223; der Kirchenrat unter F&uuml;hrung seines Pr&auml;ses Brauneck, ein Kinderheim auf den Namen des Ortspastors zu gr&uuml;nden. Mit der Realisierung dieses Projektes wurde Frau Pastorin Viktoria Ida Zirkwitz beauftragt. Schon am 29. Juli 1917 konnte das Kinderheim in Ignatki bei Bia&#322;ystok provisorisch er&ouml;ffnet werden. Der Gutsbesitzer Adolf von Reinhard stellte zu diesem Zweck einige Sommerh&auml;user im Walde zur Verf&uuml;gung. Am 22. November 1917 wurde dann das Kinderheim im Gemeindehaus a. d. Warschauer Str. 48 neben der evangelischen Kirche untergebracht und eingeweiht. Es hie&#223; seitdem &#8222;Pastor-Zirkwitz-Kinderheim&#8223;. Die Zahl der Voll- und Halbweisen stieg in ihm gegen Ausgang des Ersten Weltkrieges auf 58. Im Jahr  1919 wurde ein Altersheim f&uuml;r alte M&auml;nner und Frauen gegr&uuml;ndet, als dessen Stifterin und erste Leiterin Frau Zirkwitz fungierte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stillegung von Betrieben nach 1918 \u2014 von den 20 deutschen Gro&#223;betrieben vor 1914 blieb nur ein einziger \u2014, Arbeitslosigkeit, Verarmung, R&uuml;ckgang der Gemeindeglieder u. a. veranla&#223;ten den Kirchenrat, das Gemeindehaus zwecks finanzieller St&auml;rkung der Kirchenkasse zu vermieten. Diesen Entschlu&#223; konnte es um so mehr fassen, als Frau Natalie Klatt, Bia&#322;ystok, ihr Haus mit Garten a. d. Podle&#347;nastr. 9 (am Stadtwald), dem Kirchspiel mit der Bedingung schenkte, alle kirchlichen Anstalten dorthin zu verlegen und sie selbst bis zu ihrem Lebensende mit zu verpflegen. Die Schenkung erfolgte ihrerseits &#8222;zur Ehrung des 35j&auml;hrigen Amtsjubil&auml;ums ihres Seelsorgers am 24. Januar 1927&#8223;. Am 9. Juni 1929 wurde der Grundstein zum neuen Anstaltsgeb&auml;ude gelegt und dasselbe schon am 1. September des gleichen Jahres eingeweiht.<br>Bereits am 30. Juli 1922 hatte die Gemeinde das Fest der 10j&auml;hrigen Einweihung ihrer Kirche begangen.<br>Der 1930 zum Vikar in Bia&#322;ystok ordinierte, dann als 2. und zuletzt als 1. Pastor wirkende Benno Adolf Kraeter entfaltete hier eine rege T&auml;tigkeit. Im Jahr 1938 trat Pastor Zirkwitz in den Ruhestand. Am 20. Februar 1938 wurde Vikar Kliner als Religionslehrer f&uuml;r Volks- und Mittelschulen eingef&uuml;hrt.<br>Am 15. Mai 1938 wurde die Wahl einer aus 40 Personen bestehenden Gemeindevertretung durchgef&uuml;hrt und Pfingsten 1938 wurde der Kantor und Kirchenmusiker Ewald Wei&#223; angestellt. Am 25. September 1938 wurde die von der Firma H&ouml;rz in Ulm bezogene Turmuhr eingeweiht, f&uuml;r deren Anschaffung Frau Aleksiejewa 6000 Z&#322;oty spendete. Im gleichen Jahr nahm die mit 2000 B&uuml;chern ausgestattete Gemeindebibliothek ihre Arbeit wieder auf. Im Monat Oktober 1938 wurde eine Gemeindeschwester angestellt.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Septembertagen 1939 wurden Ortspastor Kraeter u. a. nach dem KZ Bereza Kartuska verschleppt. Im Zuge der Umsiedlung 1939\/40 h&ouml;rte das Kirchspiel Bia&#322;ystok auf zu bestehen.<\/p> \r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\t\r\n\t\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=83348\">Evangelische Kirchengemeinde Bia&#322;ystok<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Provinz Neu-Ostpreu&#223;en organisierte sich 1796 in Bia&#322;ystok eine evangelische Gemeinde mit dem Prediger Brettschneider. 1802 ver&auml;u&#223;erten die Erben des Hetmans Branicki Bia&#322;ystok an den preu&#223;ischen K&ouml;nig, der es sp&auml;ter an den russischen Zaren Alexander I. verkauft hat. 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