{"id":94234,"date":"2018-12-12T21:27:38","date_gmt":"2018-12-12T20:27:38","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=94234"},"modified":"2023-03-05T12:29:11","modified_gmt":"2023-03-05T11:29:11","slug":"evangelische-kirchengemeinde-bialystok-filial-michalowo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=94234","title":{"rendered":"Evangelische Kirchengemeinde Bia\u0142ystok &#8211; Filial Micha\u0142owo"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kasimir Micha&#322;owski, der Grundherr des 35 km von Bia&#322;ystok entfernten Gutes Niezbudka, bem&uuml;hte sich um Ansiedlung deutscher Tuchmacher auf seinen L&auml;ndereien. Nachdem sich im Jahr 1832 zehn Familien eingefunden hatten, lie&#223; er ihnen H&auml;user zur ratenweisen Abzahlung erbauen und bestimmte auch 1835 ein Geb&auml;ude zum Betsaal und zur Schule mitsamt einer Wiese und einem Garten f&uuml;r den Kantor. Die neue Siedlung nannte man nach dem Familiennamen ihres Stifters Micha&#322;owo.<br>1838 wanderten hier aus dem Posenschen und aus Preu&#223;en weitere evangelische Deutsche ein. Im gleichen Jahr wies Micha&#322;owski ein neues Haus am Markt als Betsaal und Schule an. Als erster Lehrer und Kantor war von 1835 Gottfried Launer t&auml;tig. Durch Selbstbesteuerung wurde die Schule von den Micha&#322;owoern erhalten. 1841 erwarb man eine Glocke.<br>Im Jahr 1857 schenkte Severin Micha&#322;owski den Evangelischen ein gr&ouml;&#223;eres Grundst&uuml;ck zur Schule, die sie selbst erbauten und nach einem Jahrzehnt noch erweiterten. Sie wurde am 2. Advent 1871 eingeweiht. 1882 wurde die 50j&auml;hrige Gr&uuml;ndungsfeier von Micha&#322;owo durch Pastor Keuchel, Bia&#322;ystok, durchgef&uuml;hrt. Um das hier seit 1832 bestehende Filial machten sich insbesondere zwei M&auml;nner verdient, der Fabrikant Otto Fitzke und Lehrer Karl Marggraf. Letzter wirkte hier seit 1851 &uuml;ber 20 Jahre zur allgemeinen Zufriedenheit.<br>Da der alte, im Ort gelegene Friedhof aufgehoben wurde, schenkte 1894 der Erbherr Baron von Engelhardt ein Grundst&uuml;ck zu einem neuen Friedhof. Schon seit 1885 erwog man den Bau einer Kirche. Eine neue Anregung hierzu ging 1893 vom Adjunkten Paetsch, Bia&#322;ystok, aus. Den Bauplan entwarf Architekt Friedrich Lehmann in Ponewesch. Im Jahr 1895 wurde die Genehmigung zum Kirchbau und zu einer Kollekte erteilt. Der Grundstein wurde 1897 durch Pastor Liss gelegt. Der Kirchbau, von den langj&auml;hrigen Kirchenvorstehern Robert Klemt und Ferdinand Potempa tatkr&auml;ftig gef&ouml;rdert, war schon 1898 vollendet. Das unter dem Namen &#8222;Kreuzkirche&#8223; errichtete Gotteshaus konnte nahezu 1000 Personen fassen. Seine Einweihung, an der sich die Pastoren Liss, Tittelbach, Schultz und Needohl beteiligten, fand am 31. Oktober 1898 statt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum Jahr 1905 verwalteten Micha&#322;owo die Pastoren von Bia&#322;ystok, die durchschnittlich viermal j&auml;hrlich Gottesdienste hielten. Seit 1905 ging die religi&ouml;se Betreuung auf Pastor Plamsch, Grodno, &uuml;ber, mit Unterbrechung im Ersten Weltkrieg. 1910 tagte in Micha&#322;owo die Synode des Wilnaer Propsteibezirkes. Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Filial g&uuml;nstig, dann aber wurde seine weitere Existenz in Frage gestellt. 1915 verbannten Russen den Gro&#223;teil der etwa 1000 Evangelischen (unter 3300 Ortsbewohnern), von denen fast ein Drittel Reichsdeutsche waren. Im gleichen Jahr requirierten sie drei Kirchenglocken. Im Jahr 1917 schaffte das Filial nur noch eine Glocke an. Mit Ausnahme der Reichsdeutschen u. a. kehrten die meisten der Vertriebenen aus Russland wieder zur&uuml;ck. Die ver&auml;nderten Verh&auml;ltnisse und die durch die Stillegung von Betrieben fehlenden Arbeitspl&auml;tze bedingten eine starke Abwanderung j&uuml;ngerer Kr&auml;fte. Stellten die evangelischen Deutschen vor 1914 die Ortsvorsteher, so schrumpfte ihre Zahl im Jahr 1932 auf etwa 300 Seelen zusammen. Am 14. und 15. August 1932 beging man das 100j&auml;hrige Gr&uuml;ndungsjubil&auml;um von Micha&#322;owo und seines Filials. Bestand hier fr&uuml;her eine dreiklassige Kirchenschule mit 150 Kindern, so besuchten 1925 die Micha&#322;owoer Privatschule nur 50 Kinder. Pastor Adolf Oswald Plamsch, Grodno, war hier sehr beliebt. Er wurde seinem Wunsch entsprechend im Februar 1939 auf dem evangelischen Friedhof in Micha&#322;owo beerdigt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die standesamtlichen Register wurden in Bia&#322;ystok gef&uuml;hrt.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\t\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=83348\">Evangelische Kirchengemeinde Bia&#322;ystok<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kasimir Micha&#322;owski, der Grundherr des 35 km von Bia&#322;ystok entfernten Gutes Niezbudka, bem&uuml;hte sich um Ansiedlung deutscher Tuchmacher auf seinen L&auml;ndereien. 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