{"id":95168,"date":"2019-02-22T10:22:43","date_gmt":"2019-02-22T09:22:43","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=95168"},"modified":"2025-06-21T20:34:27","modified_gmt":"2025-06-21T18:34:27","slug":"evangelisch-lutherisches-kirchspiel-gatschino","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=95168","title":{"rendered":"Ev.-luth. Kirchspiel Gatschino im Gouv. St. Petersburg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:right\"><!-- Navigation --><br>\r\n<i>Sie sind hier: <a href=\"https:\/\/agoff.de\/\">Start<\/a> &#187; <a href=\"?p=843\">FST Russlanddeutsche<\/a> &#187; <a href=\"?p=93660#StP\">Ev.-luth. Kirche<\/a>  &#187; Kirchspiel Gatschino<\/i><\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<table><thead>\r\n<tr>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\">Geschichte<\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\"><a href=\"?p=114512\">Personen<\/a><\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\">Personensuche<\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\"><a href=\"?p=114288\">Kirchenb\u00fccher<\/a><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/thead><\/table>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<table width=\"100%\" border=\"0\">\r\n<tr>\r\n<td width=\"50%\">\r\n<p>Ortsname: <b>Gatschino<\/b> <i>auch<\/i> <b>Gatjina<\/b>, 1919-1929 <b>Trotsk<\/b> <i>oder<\/i> <b>Trock<\/b>, 1929-1944 <b>Krasnogvardejsk<\/b> (<i>fin.<\/i> Hatsina)<\/p>\r\n\r\n<p>Eine deutsche, finnische und estnische Gemeinde in Gatschino. Der Ort mit einer Festung und Palastgeb\u00e4ude der Zarenfamilie befindet sich etwa 40 km entfernt vom St. Petersburger Stadtzentrum. Von den ca. 1.200 Gemeindegliedern um 1860 waren ein F\u00fcnftel Deutsche, der Rest Finnen. 1904 z\u00e4hlte die Gemeinde rund 4.800 Personen aus der Stadt und dem umliegenden Kreisgebiet, davon waren 4.000 Esten, 450 Finnen, etwa 300 Deutsche und 35 Zigeuner.<\/p>\r\n\r\n<p>Zum Kirchspiel geh\u00f6rten:<br>\r\nbis 1851 die <a href=\"?p=95171\">Filialgemeinde in Pawlowsk<\/a><br>\r\nab den 1870er Jahren eine estnische Filialgemeinde in Luga.<\/p>\r\n\r\n<\/td><td width=\"50%\">\r\n<p style=\"text-align: center\">\r\n<img decoding=\"async\" title=\"Kirche in Gatschino\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Kirche-Gatschino.png\" alt=\"Kirche in Gatschino\" width=\"300\" border=\"0\" \/><br><small>Kirche in Gatschino um 1900.<\/small><\/p><\/td>\r\n<\/tr>\r\n\r\n<tr><td colspan=\"2\">\r\n<p>Im Jahr 1783 schenkte Katharina II. das Gut Gatschino mit seinen 3.000 finnischen Bauern ihrem Sohn, dem Thronfolger Paul I. Sein Hauptarchitekt war der italienisch-schweizerische Vincenzo Brenna. Nach seinen Entw\u00fcrfen entstanden viele Parkanlagen und im Jahr 1795 der Wiederaufbau des Palastes. Am 11. November 1796 verlieh Paul I. Gatschino die Stadtrechte.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<br><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<p>F\u00fcr die Lutheraner am Hof des Gro\u00dff\u00fcrsten Paul I. und  dem Garnisionspersonal in Gatschino wurde im Jahr 1789 die ev.-luth. Gemeinde gegr\u00fcndet. Zu dieser neuen Gemeinde z\u00e4hlte anfangs auch der Ort Pawlowsk. 1794 wurde eine Holzkirche fertiggestellt und auf den Namen St. Nikolai geweiht. In den ersten Jahren wurden sie von den Lutheranern und auch von Katholiken genutzt. 1796 bekam Pawlowsk eine eigene Kirche, geweiht auf den Namen Friedrich-Dorotheen-Kirche. Eine neue steinerne Kirche, ebenfalls vom Zarenhaus finanziert, wurde nach dreij\u00e4hriger Bauzeit in Gatschino errichtet und am 22. Oktober 1828 auf den gleichen Namen St. Nikolai geweiht.<\/p> \r\n\r\n<p>Die Gemeinde war urspr\u00fcnglich ausschlie\u00dflich deutsch. Ihr erster Pastor Conrad Friedrich Frantzen zog 1796 nach Petrosawodsk. Im Jahr 1846 wurden die Finnen aus der Garnision ebenfalls nach Karelien verlegt. 1866 kamen dann Finnen aus der Gemeinde Slaw\u00e4nka nach Gatschino. In dieser Zeit wurde das Filial Pawlowsk abgetrennt und kam zur Gemeinde <a href=\"?p=95191\">Zarskoje Selo<\/a>.<\/p>\r\n\r\n<p>Die Palastverwaltung in Gatschino war f\u00fcr die Instandhaltung der Kirche und Unterkunft des Pastors verantwortlich. Bis 1857 wurden im Wohnr\u00e4ume im Ort zur Verf\u00fcgung gestellt. Mit der Unterst\u00fctzung des Zaren, der sich mit 1.500 Rubeln an den Baukosten beteiligte, erhielt die Gemeinde um 1860 ein eigenes Pfarrhaus.<\/p>\r\n\r\n<p>Ab Ende der 1860er Jahren f\u00fchrte eine starke estnische Einwanderung zu einer Verschiebung der Nationalit\u00e4tenverh\u00e4ltnisse innerhalb der Gemeinde. Die Hauptsprache wurde jetzt Estnisch. Ab den 1870 unterhielt das Kirchspiel eine Filiale in Luga, wo 1883 eine Schule er\u00f6ffnet und ein Gebetshaus f\u00fcr Esten eingeweiht wurde. Ein weiteres Gebetshaus wurde auf dem Gut Wochono errichtet, wo zahlreiche estnische Siedler Land gepachtet hatten. Zur Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Seelsorge der verstreut lebenden Gemeindeglieder stellte der Pastor einen Adjunkten an.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<br><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<p>In den Jahren 1888 bis 1926 leitete Pastor Palsa die Geschicke der Gemeinde, wurde 1921 zum Bischof ernannt und mu\u00dfte die Auswirkungen der Oktoberrevolution miterleben. In Gatschino gab es eine deutsch-estnische und eine finnische Gemeinde. Die Esten aus Spanko schlossen sich der erstgenannten Gemeinde an. Finnischen Gemeindeglieder aus Slaw\u00e4nka im Jahr 1924 und aus Kokkola 1929 schlossen sich der Gemeinde in Gatschino an.<\/p>\r\n\r\n<p>W\u00e4hrend der Reise von Bischof Palsa nach Sibirien im Jahr 1926 und nach seinem Tod 1929 wurden die Gl\u00e4ubigen von verschiedenen Seelsorgern betreut. Noch bis in das Jahr 1936 wurde einmal im Monat ein deutscher Gottesdienst in Gatschina abgehalten. Die letzte finnische Andacht war am 20. Dezember 1938. Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest schlossen die sowjetischen Beh\u00f6rden die Kirche. 1942 wurde von zur\u00fcckweichenden Soldaten das Kirchengeb\u00e4ude niedergebrannt.<\/p>\r\n\r\n<\/td><\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<\/p>\r\n<ul><li>Amburger, Erik <i>Die Pastoren der evangelischen Kirchen Russlands, vom Ende des 16. Jahrhunderts bis 1937<\/i>, ein biographisches Lexikon; Institut &#038; Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk L\u00fcneburg, Martin-Luther-Verlag Erlangen, 1998; ISBN 3-922296-82-3<\/li>\r\n<li>Artikel <i><a href=\"https:\/\/ru.wikipedia.org\/wiki\/\u0413\u0430\u0442\u0447\u0438\u043d\u0430\">Gatchina<\/a><\/i> in <i>Vikipedija Svobodnaja Jenciklopedija<\/i> (in Russisch). (gelesen am 22.2.2019)<\/li>\r\n<li>Artikel <i><a href=\"https:\/\/ru.wikipedia.org\/wiki\/\u0426\u0435\u0440\u043a\u043e\u0432\u044c_\u0421\u0432\u044f\u0442\u043e\u0433\u043e_\u041d\u0438\u043a\u043e\u043b\u0430\u044f_(\u0413\u0430\u0442\u0447\u0438\u043d\u0430)\">Cerkov&#8216; Svjatogo Nikolaja (Gatchina)<\/a><\/i> in <i>Vikipedija Svobodnaja Jenciklopedija<\/i> (in Russisch). (gelesen am 22.2.2019)<\/li>\r\n<li>Luther, Georg <i>Herdaminne f\u00f6r Ingermannland &#8211; Band II &#8211; De finska och svenska f\u00f6rsamlingarna och deras pr\u00e4sterskap 1704-1940<\/i>, Helsingfors, Svenska Litteraturs\u00e4llskapet i Finland 2000 (\u00dcbersetzung aus dem Schwedischen von Lars-Bertl Ohlsson, April 2019)<\/li><\/ul>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"?p=843\">Forschungsstelle Russlanddeutsche<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind hier: Start &#187; FST Russlanddeutsche &#187; Ev.-luth. Kirche &#187; Kirchspiel Gatschino &nbsp; Geschichte Personen Personensuche Kirchenb\u00fccher &nbsp; Ortsname: Gatschino auch Gatjina, 1919-1929 Trotsk oder Trock, 1929-1944 Krasnogvardejsk (fin. Hatsina) Eine deutsche, finnische und estnische Gemeinde in Gatschino. 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