{"id":95205,"date":"2019-02-25T07:12:41","date_gmt":"2019-02-25T06:12:41","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=95205"},"modified":"2025-07-24T11:16:12","modified_gmt":"2025-07-24T09:16:12","slug":"evangelisch-lutherisches-kirchspiel-st-elisabeth-kronstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=95205","title":{"rendered":"Ev.-luth. Kirchspiel St. Elisabeth Kronstadt, St. Petersburg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:right\"><!-- Navigation --><br>\r\n<i>Sie sind hier: <a href=\"https:\/\/agoff.de\/\">Start<\/a> &#187; <a href=\"?p=843\">FST Russlanddeutsche<\/a> &#187; <a href=\"?p=93660#StP\">Ev.-luth. Kirche<\/a>  &#187; Kirchspiel St. Elisabeth Kronstadt<\/i><\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<table><thead>\r\n<tr>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\">Geschichte<\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\"><a href=\"?p=114905\">Personen<\/a><\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\">Personensuche<\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\"><a href=\"?p=114344\">Kirchenb\u00fccher<\/a><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/thead><\/table>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<table width=\"100%\" border=\"0\">\r\n<tr>\r\n<td width=\"50%\">\r\n<p>Auf der Insel Reitsk\u00e4r (<i>fin.<\/i> Retusaari, <i>rus.<\/i> Kotlin) erbaute Peter der Gro\u00dfe im Winter 1704 die Festung Kronschloss. Im Innern entstand ein Kriegshafen und daneben ein Handelshafen, da gro\u00dfe Schiffe in den seichten Gew\u00e4ssern nicht bis nach St. Petersburg fahren konnten. Auf der Insel entstand eine Stadt f\u00fcr Seefahrer, Werftarbeiter und Handelspersonal, die 1721 <b>Kronstadt<\/b> genannt wurde.<\/p>\r\n\r\n<p>Ab 1705 wurden im Haus von Vizeadmiral Cruys Gottesdienste vom 1710 verstorbenen deutschen Pfarrer in St. Petersburg Wilhelm Tolle abgehalten. In den folgenden Jahren wurde die Insel von Predigern geleitet, die kein Gehalt bezogen, sondern w\u00e4hrend der Gottesdienste gesammeltes \u201eTellergeld\u201c.<\/p>\r\n\r\n<\/td><td width=\"50%\">\r\n<p style=\"text-align: center\">\r\n<img decoding=\"async\" title=\"Kirchensiegel St. Elisabeth Kronstadt 1884\" src=\"\/wp-content\/uploads\/siegel\/fst_russland\/kronstadt_elisabeth_1884.png\" alt=\"Kirchensiegel St. Elisabeth Kronstadt 1884\" width=\"200\" border=\"0\" \/> <img decoding=\"async\" title=\"Kirchensiegel St. Elisabeth Kronstadt 1895\" src=\"\/wp-content\/uploads\/siegel\/fst_russland\/kronstadt_elisabeth_1895.png\" alt=\"Kirchensiegel St. Elisabeth Kronstadt 1895\" width=\"219\"  border=\"0\" \/><br><small>Kirchensiegel St. Elisabeth in Kronstadt um 1884 und 1895.<\/small><\/p><\/td>\r\n<\/tr>\r\n\r\n<tr><td colspan=\"2\">\r\n\r\n<p>Zur Zeit des Predigers Johan Krook (1715\u20131717) kam ein Abenteurer namens L\u00e4tke nach Kronstadt, der sich als Priester ausgab und als Sprachwissenschaftler mit flie\u00dfender Zunge begann, in einem gemieteten Raum Gottesdienste abzuhalten, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen durchzuf\u00fchren, jedoch bei der Austeilung der Kommunion einen Schluck vorenthalten. Dies dauerte \u00fcber ein ganzes Jahr, bevor Krook herausfand, dass er ein Betr\u00fcger war, und die Angelegenheit den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden meldete.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<br><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<p>Die evangelisch-lutherische Gemeinde St. Elisabeth in Kronstadt wurde im Jahr 1719 gegr\u00fcndet. Ein Kirchengrundst\u00fcck wurde erworben und Gelder f\u00fcr die Bezahlung eines Pfarrers bereitgestellt. Ein Bethaus wurde 1719 fertiggestellt, aber 1733 abgerissen, da es angesichts der Befestigungsanlagen ungeeignet war. Die Gemeinde bekam 1753 eine neue Holzkirche und sie wurde am 12. Dezember des Jahres auf den Namen der Heiligen Elisabeth geweiht. Gleichzeitig wurde ein Pfarrhaus errichtet. Die Kirche brannte 1833 nieder. Mit Spenden von Kaiser Nikolaus I. wurden eine neue Steinkirche und ein neues Pfarrhaus errichtet. Die Kirche wurde am 20. Dezember 1836 auf den gleichen Namen St. Elisabeth eingeweiht. Ab 1852 war die Marine f\u00fcr die Instandhaltung der Kirche und des Pfarrhauses verantwortlich. Die Kirche erhielt 1901 eine Renovierung.<\/p>\r\n\r\n<p>Bis Mitte des 18. Jahrhunderts besuchten die Gemeindepfarrer aus Tyris die Insel Kronstadt. Mit der abnehmenden Zahl der Gemeindeglieder brach auch die Verbindung zur Gemeinde Tyris ab. Zwischen 1719 und 1802 waren die Priester in Kronstadt Deutsche, aber auch Finnen, Schweden und Esten geh\u00f6rten der Gemeinde an. In den 1750er Jahren gab es laut Pastor Bogemell etwa 200 Mitglieder im Alter f\u00fcr die Kommunion, darunter etwa 180 Deutsche und ein Dutzend Finnen. Im 19. Jahrhundert kam eine Gruppe Letten hinzu. Damit die verschiedenen Sprachen auch bedient werden konnten, wurde ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts verlangt, dass die Pastoren der St. Elisabeth Gemeinde Finnisch sprechen konnten.<\/p>\r\n\r\n<p>Ab den 1840er Jahren fanden jeden Sonntag zwei Gottesdienste statt, einer auf Deutsch und der andere abwechselnd auf Estnisch, Lettisch, Schwedisch und Finnisch. Ab 1844 besch\u00e4ftigte die Gemeinde Adjunkten f\u00fcr die estnischen und lettischen Gemeindeglieder. Sie stammten zun\u00e4chst aus Finnland. Die Adjunkten Beyrath und Sirelius sollen &#8222;mit gro\u00dfem Eifer und seltsamer Faszination&#8220; nicht nur Estnisch, sondern auch Lettisch gelernt haben (lt. Busch 1867).<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<br><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<p>Ab 1854 dienten Adjunkten aus den baltischen L\u00e4ndern mit Lettischkenntnissen in der Gemeinde. Die vielen Sprachen verursachten jedoch anhaltende Schwierigkeiten im Gemeindeleben. Sie f\u00fchrten 1858 zur Spaltung der Gemeinde, als die Pfarrstelle vakant wurde. Der Beschluss zur Spaltung wurde 1859 gefasst und erst im folgenden Jahr umgesetzt, als die Adjunkten Stegman und Bosse, die die Gemeinde seit dem Weggang von Pfarrer Ehrstr\u00f6m geleitet hatten, zu regul\u00e4ren Gemeindepfarrern in ihren jeweiligen Gemeinden ernannt wurden.<\/p>\r\n\r\n<p>Finnen, Schweden und Esten wurden in Pfarrer Stegmans neue Gemeinde, die sp\u00e4tere <a href=\"?p=95207\">St. Nikolai Gemeinde<\/a>, versetzt. Die St. Elisabeth Gemeinde war nun deutsch-lettisch. Der Pfarrer der St. Elisabeth Gemeinde war zugleich Divisionsprediger der Baltischen Flotte und erhielt in dieser Funktion einen Gro\u00dfteil seines Gehaltes von der Krone. Er wurde vom Konsistorium in St. Petersburg gew\u00e4hlt und die Wahl vom Innenminister best\u00e4tigt. Bis 1924 diente ein deutscher Pfarrer in der Gemeinde.<\/p> \r\n\r\n<\/td><\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<\/p>\r\n<ul><li>Amburger, Erik <i>Die Pastoren der evangelischen Kirchen Russlands, vom Ende des 16. Jahrhunderts bis 1937<\/i>, ein biographisches Lexikon; Institut &#038; Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk L\u00fcneburg, Martin-Luther-Verlag Erlangen, 1998; ISBN 3-922296-82-3<\/li>\r\n<li>Luther, Georg <i>Herdaminne f\u00f6r Ingermannland &#8211; Band II &#8211; De finska och svenska f\u00f6rsamlingarna och deras pr\u00e4sterskap 1704-1940<\/i>, Helsingfors, Svenska Litteraturs\u00e4llskapet i Finland 2000 (\u00dcbersetzung aus dem Schwedischen von Lars-Bertl Ohlsson, April 2019)<\/li><\/ul>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<br><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"?p=843\">Forschungsstelle Russlanddeutsche<\/a><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind hier: Start &#187; FST Russlanddeutsche &#187; Ev.-luth. 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