{"id":95239,"date":"2019-02-25T10:49:07","date_gmt":"2019-02-25T09:49:07","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=95239"},"modified":"2025-06-21T18:05:43","modified_gmt":"2025-06-21T16:05:43","slug":"evangelisch-lutherisches-kirchspiel-markowa-jaervisaari","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=95239","title":{"rendered":"Ev.-luth. Kirchspiel Markowa-J\u00e4rvisaari, Gouv. St. Petersburg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:right\"><!-- Navigation --><br>\r\n<i>Sie sind hier: <a href=\"https:\/\/agoff.de\/\">Start<\/a> &#187; <a href=\"?p=843\">FST Russlanddeutsche<\/a> &#187; <a href=\"?p=93660#Inger\">Ev.-luth. Kirche<\/a>  &#187; Kirchspiel Markowa-J\u00e4rvisaari<\/i><\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<table><thead>\r\n<tr>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\">Geschichte<\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\"><a href=\"?p=114606\">Personen<\/a><\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\">Personensuche<\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\"><a href=\"?p=114394\">Kirchenb\u00fccher<\/a><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/thead><\/table>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<table width=\"100%\" border=\"0\">\r\n<tr><td colspan=\"2\">\r\n\r\n<p>Das finnische Kirchspiel Markowa-J\u00e4rvisaari bestand aus den zwei gleichnamigen Landgemeinden und geh\u00f6rte zum I. Propstbezirk Schl\u00fcsselburg. Beide Gemeinden waren bis 1831 selbst\u00e4ndig. Da in den Folgejahren die Zweitschriften der Kirchenb\u00fccher \u00fcberwiegend mit <i>Gemeinde Markowa<\/i> beschriftet wurden, kann die Gemeinde J\u00e4rvisaari als Filialgemeinde im Kirchspiel Markowa bezeichnet werden.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<br><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr><td width=\"50%\">\r\n<h3>Gemeinde J\u00e4rvisaari (bis 1831)<\/h3>\r\n\r\n<p>Ortsname: <b>J\u00e4rvisaari<\/b> (<i>rus.<\/i> Jeroselskij)<\/p>\r\n\r\n<p>Die Gemeinde in J\u00e4rvisaari wird seit 1638 erw\u00e4hnt und hatte in den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts einen eigenen Pfarrer und Kaplan. Die Kirche stand im Dorf Liesjoki (<i>rus.<\/i> Lesja). Nach der russischen Eroberung zogen orthodoxe Familien in das Dorf.<\/p>\r\n\r\n<p>Eine lutherische Kirche wurde im Dorf Siikala erbaut und 1774 nach Hattula verlegt, wo sie in den 1840er Jahren durch eine neue steinerne Kirche ersetzt wurde. Sie wurde am 15. Juni 1846 auf den Namen des Heiligen Jakob geweiht.<\/p>\r\n\r\n<\/td><td width=\"50%\"><p style=\"text-align: center\">\r\n<img decoding=\"async\" title=\"Kirche in J\u00e4rvisaari\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Kirche-Jaervisaari.png\" alt=\"Kirche in J\u00e4rvisaari\" width=\"300\" border=\"0\" \/><br><small>St. Jakobs Kirche in J\u00e4rvisaari.<\/small><\/p><\/td>\r\n<\/tr>\r\n\r\n<tr><td colspan=\"2\">\r\n\r\n<p>Von den 1720er Jahren bis 1753 gab es in den Gemeinden Markowa und J\u00e4rvisaari wahrscheinlich nur einen Pfarrer. In Markowa wird 1724 ein Seelsorger erw\u00e4hnt, in J\u00e4rvisaari vor 1728 keiner. Bis 1753 sind Pfarrer in J\u00e4rvisaari \u00fcberliefert, jedoch keiner in Markowa.<\/p>\r\n\r\n<p>Etwa ab der zweiten H\u00e4lfte der 1750er Jahre bis zum Jahr 1831 waren J\u00e4rvisaari und Markowa zwei unabh\u00e4ngige Gemeinden mit einem eigenem Pastor. In der Folgezeit wurde ein Pastor ernannt, der zust\u00e4ndig f\u00fcr beide Gemeinden war.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<br><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<\/td><\/tr>\r\n<tr><td>\r\n\r\n<h3>Gemeinde Markowa (bis 1831)<\/h3>\r\n\r\n<p>Ortsname: <b>Markowa<\/b> <i>auch<\/i> <b>Markova<\/b> (<i>fin.<\/i> Markkova, <i>rus.<\/i> Markovo)<\/p>\r\n\r\n<p>Eine finnisch-estnische Gemeinde im s\u00fcdlichen Teil des Kreises Schl\u00fcsselburg. Um 1860 z\u00e4hlte das Kirchspiel ca. 2.100 Finnen zu ihren Gemeindegliedern. Im Jahr 1905 waren es 4.900 Personen, davon ca. 4.300 Finnen und ca. 600 Esten.<\/p>\r\n\r\n<p>Im Ort Loppis s\u00fcdlich vom Ladogasee befand sich die \u00f6stlichste Pfarrei Schwedisch-Ingermanlands. Vor der russischen Eroberung gab es dort einen Pastor und einen Kaplan. Beide Seelsorger flohen und die Kirche im Dorf Putilla (<i>rus.<\/i> Putilovo) wurde w\u00e4hrend des Krieges im fr\u00fchen 18. Jahrhundert zerst\u00f6rt.<\/p>\r\n\r\n<\/td><td width=\"50%\"><p style=\"text-align: center\">\r\n<img decoding=\"async\" title=\"Kirche in Markowa\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Kirche-Markowa.png\" alt=\"Kirche in Markowa\" width=\"300\" border=\"0\" \/><br><small>St. Johannes Kirche in Markowa.<\/small><\/p><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr><td colspan=\"2\">\r\n\r\n<p>Zar Peter I. siedelte im zerst\u00f6rten Dorf russische Bauern an und aus Loppis wurde Markowa. 1722 wurde im Dorf Markowa eine neue lutherische Kirche erbaut. Die Stadt- und Festungsgemeinde N\u00f6teborg nordwestlich von Loppis \u00fcberlebte die russische Eroberung nicht. Die Festung erhielt den deutschen Namen Schl\u00fcsselburg. Die Lutheraner in der Festung und in der Stadt Nowaja Ladoga kamen zur Gemeinde Markowa.<\/p>\r\n\r\n<p>Die Kirche in Markowa war 1777 bauf\u00e4llig und wurde durch einen Neubau ersetzt. <\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<br><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<h3>Gemeinde Markowa-J\u00e4rvisaari (ab 1831)<\/h3>\r\n\r\n<p>Die benachbarten Gemeinden wurden im November 1831 vereinigt. Ein Pastor betreute beide Gemeinden. In den 1840er Jahren wurden beide Kirchen renoviert. Die St. Johannes Kirche in Markowa wurde am 16. Dezember 1845 und die St. Jakobs Kirche in J\u00e4rvisaari am 15. September 1846 geweiht. Ein Pfarrhaus befand sich in Markowa, erbaut im Jahr 1830.<\/p>\r\n\r\n<p>Ab Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Einwanderung estnischer Siedler stark zu. Ab den 1880er Jahren wurde eine Teilung der Gemeinden wie 50 Jahre zuvor diskutiert. Ob eine solche vollzogen wurde, ist in den Kirchenb\u00fcchern bis 1917 nicht erkennbar.<\/p>\r\n\r\n<p>Die Gemeinde w\u00e4hlte ihren Pastor. Bis 1904 wurde die Wahl vom Innenminister und anschlie\u00dfend vom Gouverneur best\u00e4tigt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden abwechselnd jeden zweiten Sonntag finnische Gottesdienste in Markowa und in der Kirche von J\u00e4rvisaari statt. Zus\u00e4tzlich wurde monatlich ein Gottesdienst in estnischer Sprache abgehalten, ebenso abwechselnd in beiden Kirchorten. Dar\u00fcber hinaus gab es j\u00e4hrlich sechs bis acht Gottesdienste in Schl\u00fcsselburg und einer in Neu-Ladoga auf Finnisch, manchmal auch auf Deutsch.<\/p>\r\n\r\n<p>Beide Gemeinden beriefen 1921 den Wanderprediger Johannes Varjovaara, der geb\u00fcrtig aus Spanko stammt und seit 1914 in Finnland lebt, zu ihrem Gemeindepfarrer. Er erhielt in der Sowjetunion jedoch keine Einreisegenehmigung und konnte seinen Dienst nie antreten. Die wirtschaftlichen und administrativen Verbindungen zwischen den beiden Kirchen wurden aufgel\u00f6st, aber sie teilten sich bis 1929 den gleichen Pastor.<\/p>\r\n\r\n<p>Die Kirche in Markowa war mindestens bis 1937 in Betrieb. Der letzte Gottesdienst in J\u00e4rvisaari fand am 13. M\u00e4rz 1938 statt. Danach wurde die Kirche geschlossen.<\/p>\r\n\r\n<\/td><\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<\/p>\r\n<ul><li>Amburger, Erik <i>Die Pastoren der evangelischen Kirchen Russlands, vom Ende des 16. Jahrhunderts bis 1937<\/i>, ein biographisches Lexikon; Institut &#038; Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk L\u00fcneburg, Martin-Luther-Verlag Erlangen, 1998; ISBN 3-922296-82-3<\/li>\r\n<li>Luther, Georg <i>Herdaminne f\u00f6r Ingermannland &#8211; Band II &#8211; De finska och svenska f\u00f6rsamlingarna och deras pr\u00e4sterskap 1704-1940<\/i>, Helsingfors, Svenska Litteraturs\u00e4llskapet i Finland 2000 (\u00dcbersetzung aus dem Schwedischen von Lars-Bertl Ohlsson, April 2019)<\/li><\/ul>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<br><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"?p=843\">Forschungsstelle Russlanddeutsche<\/a><\/p>\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind hier: Start &#187; FST Russlanddeutsche &#187; Ev.-luth. 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