{"id":95269,"date":"2019-02-25T13:16:40","date_gmt":"2019-02-25T12:16:40","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=95269"},"modified":"2025-07-27T17:03:40","modified_gmt":"2025-07-27T15:03:40","slug":"evangelisch-lutherisches-kirchspiel-moloskowitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=95269","title":{"rendered":"Ev.-luth. Kirchspiel Moloskowitz, Gouv. St. Petersburg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:right\"><!-- Navigation --><br>\r\n<i>Sie sind hier: <a href=\"https:\/\/agoff.de\/\">Start<\/a> &#187; <a href=\"?p=843\">FST Russlanddeutsche<\/a> &#187; <a href=\"?p=93660#Inger\">Ev.-luth. Kirche<\/a>  &#187; Kirchspiel Moloskowitz<\/i><\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<table><thead>\r\n<tr>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\">Geschichte<\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\"><a href=\"?p=115030\">Personen<\/a><\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\">Personensuche<\/td>\r\n      <td width=\"25%\" style=\"text-align:center\"><a href=\"?p=114455\">Kirchenb\u00fccher<\/a><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/thead><\/table>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\">&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<table width=\"100%\" border=\"0\">\r\n<tr>\r\n<td width=\"50%\">\r\n<p>Ortsnamen: <b>Moloskowitz<\/b>, bis 1759 <b>Nowasolka<\/b> (<i>fin.<\/i> Moloskovitsa <i>oder<\/i> Valkeakirkko, <i>rus.<\/i> Moloskovitsy <i>oder<\/i> Belaja Tserkov)<\/p>\r\n\r\n<p>Die finnische, estnische und deutsche Gemeinde in den Ujesden Jamburg und Peterhof geh\u00f6rte zum III. Propstbezirk West-Ingermanland. Um 1860 z\u00e4hlte die Gemeinde ca. 2.800 Mitglieder,\r\ndavon 71 Deutsche und der Rest Finnen. 1905 z\u00e4hlte sie ca. 2.300 Finnen, ca. 2.000 Esten und 50 Deutsche.<\/p>\r\n\r\n<p>Das ev.-luth. Kirchspiel wurde sp\u00e4testens in den 1630er Jahren gegr\u00fcndet, die stattliche Kirche vor 1632 erbaut. In den letzten Jahren der schwedischen Herrschaft gab es in Moloskowitz neben dem Gemeindepastor zwei Kaplane.<\/p>\r\n\r\n<\/td><td width=\"50%\"><p style=\"text-align: center\">\r\n<img decoding=\"async\" title=\"Kirche in Moloskowitz\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Kirche-Moloskowitz.png\" alt=\"Kirche in Moloskowitz\" width=\"360\" border=\"0\" \/><br><small>Kirche in Moloskowitz.<\/small><\/p><\/td>\r\n<\/tr>\r\n\r\n<tr><td colspan=\"2\">\r\n\r\n<p>Nach der russischen Eroberung blieb einer von ihnen, der Kaplan Johannes Govinius, in der Pfarrei, bis er 1708 nach Wologda verbannt wurde. Man geht davon aus, dass er nach dem Ende der Verbannung zur\u00fcckkehrte.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<p>Die Pfarrorte Nowasolka und Unadits, die w\u00e4hrend der schwedischen Herrschaft jeweils einen eigenen Gemeindepfarrer gehabt hatten, wurden mit Moloskowitz vereinigt und als deren Filial gef\u00fchrt. Ein Teil von Unadits ging in Moloskowitz auf, der Hauptteil in Nowasolka, das Ende der 1750er Jahre wieder eine eigenst\u00e4ndiges Kirchspiel wurde. Um 1740 oder kurz davor bekam die Gemeinde eine zweite Pfarrstelle und ein zweites Pfarrhaus wurde errichtet. Diese Stelle wurde 1801 abgeschafft und doch danach stellte der Pfarrer oft einen Adjunkten ein.<\/p>\r\n\r\n<p>Das wei\u00df get\u00fcnchte Kirchengeb\u00e4ude stand auf einem H\u00fcgel und war weithin sichtbar. Es gab der Gemeinde ihren finnischen und russischen Namen &#8222;Wei\u00dfe Kirche&#8220;. Die Kirche war lange Zeit das \u00e4lteste lutherische Geb\u00e4ude in Ingermanland. Im Jahr 1877 spendete ein Gemeindemitglied die finanziellen Mittel f\u00fcr den Bau eines Glockenturms. 1902 wurde das Bethaus umgebaut, wobei unter anderem das steile Dach abgesenkt und flacher gemacht wurde.<\/p>\r\n\r\n<p>Ab den 1860er Jahren str\u00f6mten estnische Einwanderer nach Moloskowitz. Ab 1874 wurden dort Gottesdienste auf Estnisch abgehalten. Auf dem Gut Simitits wurde f\u00fcr die Esten eine steinerne Schule und ein Bethaus errichtet. In einem Bericht an das Konsistorium \u00fcber die Verh\u00e4ltnisse der estnischen Bev\u00f6lkerung im Petersburger Gouvernement stellte Pfarrer R. v. Holst 1894 fest, dass die 2.200 Esten in Moloskowitz &#8222;geordnete Verh\u00e4ltnisse&#8220; f\u00fchrten.<\/p>\r\n\r\n<p>Der Pastor wurde von der Gemeinde gew\u00e4hlt, die Wahl vom Innenminister und ab 1904 vom Gouverneur best\u00e4tigt. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurden in der Hauptkirche j\u00e4hrlich 60 Gottesdienste auf Finnisch, 42 auf Estnisch und 8 auf Deutsch abgehalten. Der Vikar in Tesjkovo hielt zwei der vier estnischen Gottesdienste in Simitits ab. Ab 1903 reiste der Gemeindepfarrer in Moloskowitz zudem viermal j\u00e4hrlich 40 Werst zum Gut Dolga im Ujesd Gdow, um dort estnische Gottesdienste abzuhalten.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<p>Nach dem B\u00fcrgerkrieg im Jahr 1919 wurde das Kirchspiel Moloskowitz sprachlich geteilt. Eine estnische Gemeinde &#8222;Moloskowitz und Opolje&#8220; umfasste auch Nowasolka und wurde mindestens ab 1921 vom Pastor Leo Johannes Schultz betreut. Die finnische Gemeinde in Moloskowitz kam unter die Betreuung von Gemeindepfarrer Mikko Korpelainen.<\/p>\r\n\r\n<p>Ab Herbst 1932 wurde die Gemeinde haupts\u00e4chlich vom Prediger der Evangeliumschristen, Jooseppi Ijavainen, geleitet. Gottesdienste wurden nur selten von Gastpredigern abgehalten. Pfarrer Schultz konfirmierte die Jugendlichen, nachdem Ijavainen ihnen Bibelunterricht erteilt hatte.\r\nIjavainen wurde 1935 in den Ural verbannt. Der finnische Gottesdienst wurde anschlie\u00dfend vom Seelsorger der estnischen Gemeinde Moloskowitz \u00fcbernommen.<\/p>\r\n\r\n<p>Im Jahr 1937 wurde Pfarrer Schultz w\u00e4hrend eines laufenden Gottesdienstes verhaftet und im Sp\u00e4tsommer wurde die Kirche von der sowjetischen Beh\u00f6rde geschlossen.<\/p>\r\n\r\n<\/td><\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<\/p>\r\n<ul><li>Amburger, Erik <i>Die Pastoren der evangelischen Kirchen Russlands, vom Ende des 16. Jahrhunderts bis 1937<\/i>, ein biographisches Lexikon; Institut &#038; Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk L\u00fcneburg, Martin-Luther-Verlag Erlangen, 1998; ISBN 3-922296-82-3<\/li>\r\n<li>Luther, Georg <i>Herdaminne f\u00f6r Ingermannland &#8211; Band II &#8211; De finska och svenska f\u00f6rsamlingarna och deras pr\u00e4sterskap 1704-1940<\/i>, Helsingfors, Svenska Litteraturs\u00e4llskapet i Finland 2000 (\u00dcbersetzung aus dem Schwedischen von Lars-Bertl Ohlsson, April 2019)<\/li><\/ul>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"?p=843\">Forschungsstelle Russlanddeutsche<\/a><\/p>\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sind hier: Start &#187; FST Russlanddeutsche &#187; Ev.-luth. 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