{"id":95395,"date":"2019-02-27T12:33:39","date_gmt":"2019-02-27T11:33:39","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=95395"},"modified":"2023-03-12T10:30:45","modified_gmt":"2023-03-12T09:30:45","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-czestochowa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=95395","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Cz\u0119stochowa"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu s&uuml;dpreu&#223;ischer Zeit gr&uuml;ndeten im Jahr 1802 die preu&#223;ischen Beh&ouml;rden 8 km n&ouml;rdlich von Cz&#281;stochowa (<em>Tschenstochau<\/em>) die deutsch-evangelische Weberkolonie Czarny Las (<em>Hilsbach<\/em>). In Kamienica Polska, 14 km von Cz&#281;stochowa und 20 km von Czarny Las entfernt, siedelten sich tschechische Weber an, die aus Preu&#223;isch-Schlesien stammten und im 19. Jahrhundert zum Katholizismus konvertierten.<br>In der preu&#223;ischen Zeit versorgten hier religi&ouml;s die Evangelischen die preu&#223;ischen Feldprediger und sp&auml;ter die Pfarrer von Tarnowitz. Nach Bildung der evang. Gemeinde in Wielu&#324; 1820 administrierten von dort aus die Pastoren Hilsbach. Im Jahr 1822 wurde hier dank einer Unterst&uuml;tzung des russischen Kaisers Alexander I. ein Bethaus mit Turm, Kanzel und Chor erbaut. Infolge der weiten Entfernung von Wielu&#324; (65 km) waren die Evangelischen gezwungen, Amtshandlungen (Taufen, Trauungen) von r&ouml;misch-katholischen Priestern vollziehen zu lassen. Durch die Bem&uuml;hungen des Wielu&#324;er Pfarrers Eduard Lembke und des Friedensrichters Eduard von Wyttek konnte 1846 in Czarny Las ein Filial organisiert und der zust&auml;ndige Pastor zur zw&ouml;lfmaligen gottesdienstlichen Betreuung im Jahr verpflichtet werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch den Bau der Eisenbahnlinie Warschau\u2014Wien &uuml;ber Koluszki\u2014Petrikau\u2014Tschenstochau\u2014Sosnowiec ver&auml;nderten sich die Verh&auml;ltnisse grundlegend. Die dadurch bewirkte N&auml;he zu Petrikau Tryb., nicht minder die sinkende Zahl der Evangelischen in Czarny Las und die umgekehrt wachsende evangelische Stadtbev&ouml;lkerung in Cz&#281;stochowa, veranla&#223;te 1852 die Verlegung des Filials nach Cz&#281;stochowa. Wegen st&auml;ndiger Meinungsverschiedenheiten mit den Filialangeh&ouml;rigen enthob das Konsistorium Pastor Lembke von der Verwaltung des Filials und ernannte zum Administrator Pfarrer M&uuml;ller, Petrikau, der Cz&#281;stochowa bequem mit dem Zug erreichen konnte. Im Jahr 1853 waren hier zu verzeichnen 31 Taufen, 11 Trauungen, 36 Beerdigungen und 12 Konfirmanden. Die st&auml;dtischen Beh&ouml;rden wiesen neben dem katholischen Friedhof a. d. hl. Rochstra&#223;e einen Platz zum evangelischen Gottesacker zu, den Pastor M&uuml;ller im Juli 1860 einweihte. Man umgab ihn mit einer Mauer und errichtete ein kleines Haus f&uuml;r den Totengr&auml;ber.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1869 genehmigten die Beh&ouml;rden die Er&ouml;ffnung einer evangelischen Schule in Cz&#281;stochowa, nach drei Jahren wurde hier Johann Baum Lehrer und Kantor. Ihm folgte Gottlieb Moderau und von 1894-1923 nur als Kantor Enoch Eckert, der hauptberuflich als Buchhalter in einer Tapetenfabrik t&auml;tig war.<br>\r\nDas Filial erhielt von der Stadtverwaltung einen Platz a. d. Ogrodowastra&#223;e, auf dem mit Hilfe des Konsistoriums und des Leipziger Gustav-Adolf-Vereins ein Bethaus erbaut und am 8. Oktober 1891 durch Bischof von Everth eingeweiht wurde.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1901 trug man sich bereits mit dem Gedanken, das Filial zu verselbst&auml;ndigen und eine Kirche zu errichten. Ma&#223;geblich betrieb dies Adolf Franke, der von 1903 bis 1923 (&#8224;) dem Kirchenkollegium angeh&ouml;rte. 1903 vermachte testamentarisch Christine Lubowska geb. Noffert 6000 Rubel zum Kirchbau. Bis 1908 beliefen sich au&#223;erdem die freiwilligen Gaben der Eingepfarrten f&uuml;r diesen Zweck auf 5092 Rbl. Im Jahr 1909 konstituierte sich das Baukomitee. Das alte Bethaus wurde ver&auml;u&#223;ert und 1911 ein neuer Platz an der Zentralstra&#223;e erworben. Zum Pfarrer der evang. Gemeinde w&auml;hlte man mit Stimmenmehrheit Leopold Wojak. Zu dieser Zeit z&auml;hlte die Parochie 1850 Seelen (370 Familien, davon 50 in Zawiercie), 71 Taufen, 4o Konfirmanden, 14 Trauungen, 42 Beerdigungen und 701 Kommunikanten. Der Bau des Gotteshauses machte Fortschritte. Mit namhaften Stiftungen bedachten die Eingepfarrten die Kirche, den eichenen Altar schenkte Familie W&uuml;nsche aus Nieznanice, die Kanzel Familie Klawe, die elektrische Installation die Frau des Richters Roessler, 3 sch&ouml;ne Glocken Alexander und Marie Steinhagen, 3 k&uuml;nstlerische Kirchenfenster die Familien L. Buhle, A. Franke und E. Roeder. Das Gotteshaus, dessen Grundsteinlegung am 6. Juni 1911 erfolgte, am 8. Dezember 1913 eingeweiht. Im I. Weltkrieg requirierten die deutschen Besatzungsbeh&ouml;rden die Glocken. Und so schenkte im Jahr 1929 die Familie Steinhagen zum zweiten Male ein sch&ouml;nes Glockengel&auml;ut, das aber w&auml;hrend des zweiten Weltkrieges wieder der Requirierung anheimfiel. In Cz&#281;stochowa amtierte Pastor Wojak von 1912 bis 1953. Er organisierte den Kindergottesdienst, den Religionsunterricht in den Schulen, den Kirchenchor, den Jugendbund, ein Damen-F&uuml;rsorgekomitee und schuf ein Altenheim. Aufgrund seiner Initiative wurde das Pfarrhaus mit einer Kapelle im Untergescho&#223; erbaut und am 25. Januar 1931 eingeweiht. Im Dorf Lindow, 30 km von Cz&#281;stochowa entfernt, wurde 1936 unter gro&#223;en Opfern ein Bethaus errichtet.<\/p> \r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<table class=\"table_friedhoefe\">\r\n\t<thead>\r\n\t\t<tr>\r\n\t\t\t<td colspan=\"2\">Das Filial Zawiercie<\/td>\r\n\t\t<\/tr>\r\n\t<\/thead>\r\n<\/table>\t\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1860 hielt Pastor M&uuml;ller, Petrikau, den ersten evangelischen Gottesdienst in Por&#281;ba, damals im Besitz des Barons Adolf von Kr&uuml;ger. Zawiercie, in jener Zeit ein Dorf mit einer Anzahl evangelischer Familien, geh&ouml;rte zu den G&uuml;tern Por&#281;ba Mrzyg&#322;odzka. Der evangelische Friedhof in Por&#281;ba wurde am 28. April 1861 eingeweiht. Erst in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts begann sich Zawiercie zu einem Fabrikort zu entwickeln. Am 12. November 1877 beschlo&#223; man, hier ein Kantorat zu bilden. Erster Kantor war 1879 Daniel Stein.  Bis 1888 war Zawiercie in das Filial Dombrowa und von diesem Jahr ab in das zu Cz&#281;stochowa einbezogen. Die Sch&uuml;lerzahl betrug hier bis 150. Am 12. Januar 1883 schlo&#223; die Schulbeh&ouml;rde das Kantorat. Demzufolge benutzten, die Evangelischen zu Gottesdiensten den Schulsaal des neuerbauten Geb&auml;udes der Baumwollfabrikate AG in Zawiercie. Am 30. November 1890 fa&#223;te die Gemeindeversammlung den Beschlu&#223;, eine Kirche zu errichten. Mit dem notariellen Akt vom 22. April 1891 &uuml;berlie&#223; Friedrich M&ouml;nch kostenlosen Grund und Boden zum Kirchbau. Am 24. November 1895 wurde der Bauplan von der H&ouml;heren Beh&ouml;rde endg&uuml;ltig best&auml;tigt. Die Mitglieder des Friedhofsvorstandes Theophil Weidmann und Adolf Buchholtz sammelten in den H&auml;usern Gaben f&uuml;r den Kirchenbau. Um die Jahrhundertwende wohnten in Zawiercie ann&auml;hernd etwa 80 evangelische Familien, deren Opferwilligkeit ungew&ouml;hnlich hoch war. Auch aus anderen Parochien gingen Spenden ein. Im Mai 1892 &uuml;bertrug man die Gottesdienste aus dem Schulsaal in einen privaten Raum, der in einem Fabrikgeb&auml;ude f&uuml;r 10 Jahre gemietet wurde. Die pastoralen Gottesdienste erh&ouml;hte man auf 6 j&auml;hrlich. Zweimal im Jahr, morgens vor den deutschen Gottesdiensten, fanden polnische statt. Die Grundsteinlegung der Kirche erfolgte am 9. Juni 1898 und ihre Einweihung am 29. Oktober 1899. Um den Bau des im gotischen Stil errichteten Gotteshauses erwarb sich der langj&auml;hrige Kantor Uhle gro&#223;e Verdienste . Der Industrielle Ernst Erbe (&#8224; am 27. Dezember 1926) f&ouml;rderte das kleine Filial.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\t\t\r\n\t\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=27353\">Evangelische Kirchengemeinde Cz&#281;stochowa<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu s&uuml;dpreu&#223;ischer Zeit gr&uuml;ndeten im Jahr 1802 die preu&#223;ischen Beh&ouml;rden 8 km n&ouml;rdlich von Cz&#281;stochowa (Tschenstochau) die deutsch-evangelische Weberkolonie Czarny Las (Hilsbach). 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