{"id":95523,"date":"2019-03-01T20:53:35","date_gmt":"2019-03-01T19:53:35","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=95523"},"modified":"2023-02-24T17:24:59","modified_gmt":"2023-02-24T16:24:59","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-zdunska-wola","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=95523","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Zdu\u0144ska Wola"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Paprotnia Holland war 1792 eine Gr&uuml;ndung des Gutsbesitzers Jan Sulimierski, der f&uuml;r die Kantoratsschule etwa 4 Morgen Land schenkte. Die Siedlungen Zam&#322;ynie und Annapol (<em>Annafeld<\/em>), von deutschen und polnischen Wirten um 1800 kolonisiert, verdankten ihre Entstehung auf dem Gute Wojs&#322;awice dessen Besitzer Siemi&#261;tkowski. Der gab im Jahr 1803 f&uuml;r die Schule 15 Morgen Land, worauf dann 1810 eine Kantoratsschule er&ouml;ffnet wurde. 1825 entstanden die gemischten evangelisch-katholischen D&ouml;rfer St&#281;szyce, Opiesin, Osmolin, Rozmy&#347;l, Nowe Miasto und Izabel&#243;w. Im Jahr 1837 verkaufte K. Oko&#322;owicz die Kolonie &#321;obudzice, im ganzen 61 Hufen, an zumeist deutsch-reformierte Siedler, insgesamt 560 Personen aus Hessen und Baden. Im gleichen Jahr benutzten sie bereits das ihnen &uuml;bereignete Gutshaus als Betsaal, Schule und Wohnung des Kantors. Die Kantoratsschule erhob man 1850 zu einer Elementarschule. 1842 wurde das Dorf Ogrodzisko, 1864 die Siedlungen Chojny, Stoczki und Stefan&#243;w (jenseits der Warthe) gegr&uuml;ndet.<br>\r\nGraf Prawdzic-Z&#322;otnicki warb 1817\/18 Weber aus Sachsen, B&ouml;hmen und z. T. auch aus der Provinz Posen an, denen er unentgeltlich Baugrundst&uuml;cke, Holz und Ziegeln f&uuml;r Wohnh&auml;user u. a. anwies. Durch ihre Ansiedlung, wie auch von anderen Handwerkern, entwickelte sich aus der T&ouml;pferkolonie &#8222;Zduny&#8223; und den Parzellen &#8222;Wola Polska&#8223; die Stadt Zdu&#324;ska-Wola. Im Jahr 1824 waren hier bereits 143 Tuchmacher, 27 Leinen- und Baumwollweber ans&auml;ssig. 1825 z&auml;hlte der Ort etwa 5000 Einwohner und 360 bebaute Grundst&uuml;cke. Anl&auml;&#223;lich seines Besuches am 20. Juli 1825 verlieh der russische Zar Alexander I., &uuml;ber den kr&auml;ftigen Aufschwung des neuen Fabrikortes beeindruckt und erfreut, ihm noch in demselben Jahr die Stadtrechte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In Gegenwart des Grafen Z&#322;otnicki und des Missionars Wendt aus Petrikau beschlossen am 27. August 1825 die Evangelischen von Zdu&#324;ska-Wola, zur Bildung einer Gemeinde (Kirche, Schule, Prediger- und Lehrerhaus) Spenden zu sammeln. F&uuml;r die eingegangenen Gaben kaufte man ein altes Geb&auml;ude (Schafstall) in Opiesin und baute es zu einem Bethaus (Bet-, Schulsaal und Kantorwohnung) um. Am 28. Oktober 1827 wurde es eingeweiht. Auf Grund des Reskriptes vom 23. Juli 1829, Nr. 8594, genehmigte die Regierungskommission f&uuml;r innere, geistliche Angelegenheiten und Volksbildung die Gr&uuml;ndung der evangelischen Gemeinde zu Zdu&#324;ska-Wola. Der am 20. September 1830 gew&auml;hlte Pastor Wilhelm Biedermann blieb nur 5 Jahre. Ihm folgte Missionar Georg Wendt in Kielce. Nach Wendts Tod (&#8224; 1856) trat die Pfarrstelle Pastor Eduard Ignatius Boerner an, der sie 54 Jahre versehen hat. Der 1825 angelegte evangelische Friedhof in Zdu&#324;ska-Wola, f&uuml;r den Graf Z&#322;otnicki (&#8224; 1847) 273 Ruten Land geschenkt hatte, wurde 1865 und 1889 erweitert. Die neue, im romanischen Stil gehaltene Kirche, deren Grundsteinlegung am 23. Juni 1866 stattfand wurde am 31. M&auml;rz 1868 eingeweiht. Die alte Kirche wurde erst 1872 abgetragen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1839 kauften die Evangelischen von Szadek eine alte kleine r&ouml;m.-kath. Kirche, die sie 1867 instand setzten, aber 1909 wegen ihrer Bauf&auml;lligkeit abtragen mu&#223;ten. Infolge Wegzugs bzw. Todes ist die kleine Zahl der Evangelischen hier noch mehr zur&uuml;ckgegangen.<br>1849 wurde das Schul- und Bethaus in Annapole umgebaut. 1857 schlo&#223; man die verwahrlosten Friedh&ouml;fe in Poremby, Paprockie Hol. und Rojk&#243;w.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 15. Juli 1845 regte der Tuchweber E. Beutner die Gr&uuml;ndung einer Br&uuml;dergemeinde in Zdu&#324;ska-Wola an. Anf&auml;nglich leitete sie Beutner, dann Johann und Jakob Kraeter. 1864-1865 erbaute man ein h&ouml;lzernes Bethaus (renoviert 1895 und 1908). Im Jahr 1862 geh&ouml;rten der Br&uuml;dergemeinde 32 Familien an.<br>Um 1870 begannen die Baptisten mit ihrer Werbearbeit in Zdu&#324;ska-Wola. 1876 kauften sie ein Versammlungslokal, 1885 organisierten sie hier die baptistische Gemeinde, 1902 erbauten sie eine 600 Sitzpl&auml;tze z&auml;hlende Kapelle. Doch blieben ihnen gr&ouml;&#223;ere Erfolge versagt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">1875 kaufte die lutherische Parochie zum Pfarrhaus das ehem. Julius Hillesche Besitztum mit Garten und Nebengeb&auml;uden, das 1878 ausgebaut, 1911 und 1927 renoviert wurde. Im Jahr 1895 errichtete ein zweist&ouml;ckiges Geb&auml;ude, in dem 1937 eine 7klassige allgem. Volksschule, die Wohnungen f&uuml;r das Kirchenpersonal und das Lokal des Kirchengesangvereins untergebracht waren.<br>\r\nDurch den Bau der Eisenbahnlinie Lodz\u2014Zdunska-Wola\u2014Kalisch im Jahr 1902 erfuhr das Gemeindewesen einen weiteren Auftrieb. Seit 1895 stellte sich Frau Marie Boerner geb. Rauh, die Gattin des Ortspastors, in den Dienst des Kirchspiels. Sie hielt Frauenversammlungen ab, aus denen sich der Frauenverein entwickelte. Von 1897 bis 1905 leitete sie den Kindergottesdienst mit Gruppensystem. Am 16. M&auml;rz 1900 gr&uuml;ndete sie den Jungfrauenverein, f&ouml;rderte das Greisenheim und die Kinderbewahranstalt. Ebenso schufen am 2. Oktober 1903 die Gemeindeglieder Emil und Waldemar Kraeter den J&uuml;nglingsverein. Pfarrer Boerner wirkte auch &uuml;bergemeindlich. Nach ihm w&auml;hlte am 21. M&auml;rz 1911 das Kirchspiel den Vikar Gustav Manitius zum Ortspastor. Man errichtete zu Ehren von Superintendenden Boerner ein Altersheim (mit zus&auml;tzlichen R&auml;umen f&uuml;r Fr&ouml;belschule, Frauenverein, Jungfrauen- und J&uuml;nglingsverein, Konfirmandensaal u. a.), dessen Bau 1913 begonnen, durch den I. Weltkrieg unterbrochen und erst 1923 vollendet wurde.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im I. Weltkrieg wurde die Kirche in Zdu&#324;ska-Wola besch&auml;digt, das Bethaus der Br&uuml;dergemeinde am 23. November 1914 durch Granatfeuer zerst&ouml;rt, 3 Glocken und s&auml;mtliche Orgelpfeifen beschlagnahmt. Durch den Stillstand der Industrie kehrte Not in viele H&auml;user ein, zahlreiche Weber und Handwerker wanderten nach Deutschland ab, das Vereinswesen ruhte und die parochiale Entwicklung stockte. Bei der Beschie&#223;ung von Zdu&#324;ska-Wola verlie&#223; Pfr. Manitius die Stadt und begab sich nach Lodz. Im Herbst 1924 &uuml;bernahm Pastor Manitius die polnisch-evangelische Gemeinde in Posen. Seit 1925, zuerst als Vikar und von 1926 als gew&auml;hlter Pastor, wirkte in Zdu&#324;ska-Wola Pastor Georg Lehmann. Im Jahr 1925 reaktivierte er den Kindergottesdienst und am 21. M&auml;rz 1927 die Fr&ouml;belschule. 1927 erbaute das Kantorat &#321;obudzice eine kleine Kirche. 1927 verselbst&auml;ndigte sich &#321;ask und trennte sich administrativ von Zdu&#324;ska-Wola. 1928-1929 konnte die Kirche von au&#223;en und innen renoviert werden. 1934 errichtete Pfarrer Lehmann auf dem st&auml;dtischen evang. Friedhof einen Glockenturm, in welchem die alte Glocke aus dem Jahr 1839 als Totenglocke ihren Dienst verrichtete und auf dem Turm das Kreuz des alten Bethauses aus dem Jahr 1827 emporragte. Am 27. Juli 1930 wurde das neuerbaute Bethaus der Br&uuml;dergemeinde vom Missionsinspektor Vogt aus Herrnhut eingeweiht. Die Br&uuml;dergemeinde z&auml;hlte damals 123 Mitglieder. Ihr l00j&auml;hriges Jubil&auml;um feierte die Kirchengemeinde am 7. und 8. Dezember 1930. Pfr. Lehmann amtierte hier bis 1945.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<table class=\"table_friedhoefe\">\r\n\t<thead>\r\n\t\t<tr>\r\n\t\t\t<td colspan=\"2\">Das Filial Sieradz<\/td>\r\n\t\t<\/tr>\r\n\t<\/thead>\r\n<\/table>\t\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In der zweiten H&auml;lfte des 18. Jahrhunderts waren in Sieradz nur einzelne Evangelische ans&auml;ssig. Zu s&uuml;dpreu&#223;ischer Zeit vermehrte sich durch Zuzug von Beamten, Handwerkern u. a. die evangelische Bev&ouml;lkerung, die sich einen kirchlichen Mittelpunkt zu schaffen bem&uuml;hte. Sie hielt ihre Gottesdienste in einem privaten Raum und sp&auml;ter sogar in einem Theatersaal. Pastor Samuel Gottlieb Sachs aus Wielu&#324; bediente sie viermal j&auml;hrlich. Im Auftrage der Evangelischen von Sieradz bat am 21. Januar 1838 Jakob Burmeister das General-Konsistorium, Pfarrer Sachs solle nach wie vor die Administration von Sieradz innehaben. Dieses aber &uuml;bertrug sie dem jeweiligen Pastor von Zdu&#324;ska-Wola. Im Jahr 1897 weihte Pastor Boerner hier des neuerrichtete Bethaus ein. Den Bauplatz schenkte August H&auml;rtig, Lodz, den Betrag von 2000 Rubeln spendete Georg Duday, der Besitzer des Gutes Dombrowa bei Sieradz. Dem Baukomitee geh&ouml;rten an Georg Duday, Karl Dre&#223;ler, August Mosch, Konstantin Kawecki und Adolf Rathe. In der Zeit 1870-1880 umgab man den evangelischen Friedhof mit einer Mauer. 1920 beschlossen die Evangelischen das Bethaus umzubauen. Zun&auml;chst wurde ein Turm erstellt und am 15. August 1923 eingeweiht. Darauf errichtete man Dach und Gew&ouml;lbe, deren Kosten durch den Verkauf eines Grundst&uuml;cks am Friedhof bestritten wurden. Mitglieder des Baukomitees waren Theophil Mosch, August Fiedler, Julian Ga&#223;mann, Michael Kawecki und Albert Dre&#223;ler. Auf Grund des neuen Kirchengesetzes von 1936 wurde Sieradz zum Filial erhoben.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\t\t\r\n\t\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=27451\">Evangelische Kirchengemeinde Zdu&#324;ska-Wola<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paprotnia Holland war 1792 eine Gr&uuml;ndung des Gutsbesitzers Jan Sulimierski, der f&uuml;r die Kantoratsschule etwa 4 Morgen Land schenkte. Die Siedlungen Zam&#322;ynie und Annapol (Annafeld), von deutschen und polnischen Wirten um 1800 kolonisiert, verdankten ihre Entstehung auf dem Gute Wojs&#322;awice dessen Besitzer Siemi&#261;tkowski. Der gab im Jahr 1803 f&uuml;r die Schule 15 Morgen Land, worauf <a href=\"https:\/\/agoff.de\/?p=95523\" class=\"more-link\">\u2026\u00a0<span class=\"screen-reader-text\">  Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Zdu\u0144ska Wola<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2269],"class_list":["post-95523","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","tag-zdunska-wola-ev-kirchengemeinde"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=95523"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":95527,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/95523\/revisions\/95527"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=95523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=95523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=95523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}