{"id":95562,"date":"2019-03-02T22:19:59","date_gmt":"2019-03-02T21:19:59","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=95562"},"modified":"2023-02-26T19:12:55","modified_gmt":"2023-02-26T18:12:55","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-zagorow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=95562","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Zag\u00f3r\u00f3w"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kloster L&#261;d a. d. Warthe (<em>Lond, Lande<\/em>) verdankte seine Gr&uuml;ndung im Jahr 1145 den deutschen Zisterzienserm&ouml;nchen. Bis 1553 waren die &Auml;bte, im ganzen 25, deutscher Abstammung. Von L&#261;d aus gr&uuml;ndeten die M&ouml;nche u. a. 1145 Zag&#243;r&#243;w, 1257 Pyzdry (<em>Peisern<\/em>), 1269 L&#261;dek (<em>Landeck<\/em>). Mit einem 4 km langen Damm verbanden sie Zag&#243;r&#243;w mit dem Kloster.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Besiedlung der Zag&#243;r&#243;wer Gegend mit deutsch-evangelischen Kolonisten l&auml;&#223;t sich erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts nachweisen. 1746 erhielten deutsche Bauern von Paul von Kolno-Prusi&#324;ski, dem Besitzer des Gutes Tr&#261;bczyn, zur Urbarmachung ein gro&#223;es Waldgel&auml;nde, auf dem das Dorf &#321;azi&#324;sk &#8222;aus gr&uuml;ner Wurzel&#8223; entspro&#223;, die &auml;lteste Kolonie der sp&auml;teren Zag&#243;r&#243;wer Parochie und zugleich auch das gr&ouml;&#223;te Kantorat mit &uuml;ber 150 evangelische Bauern. Das Schul- und Bethaus war mit 18 Morgen Ackerland und 2 Morgen Wiese, der Friedhof mit 2 Morgen und 180 Kreuzruten Wald dotiert. Au&#223;er &#321;azi&#324;sk kam es noch zu nachstehenden Gr&uuml;ndungen Tarszewo (<em>Friedrichsfelde<\/em>), Chru&#347;ciki (<em>Adelshof<\/em>), Michalin&#243;w (Gemeinde Ole&#347;nica) (<em>Emilienheim<\/em>), Olchowo (<em>Sophiental<\/em>), Ma&#322;y Las (<em>Ludwigslust<\/em>), Anielewo (<em>Ingelfingen<\/em>), Augustyn&#243;w (<em>Augustinenhof<\/em>).<br>\r\nIn Zag&#243;r&#243;w lie&#223;en sich zu s&uuml;dpreu&#223;ischer Zeit auch Tuchmacher nieder. Die Einwanderer, die aus dem Posenschen und aus Schlesien stammten, bedienten religi&ouml;s bis 1817 die Pastoren von Wreschen, dann die der benachbarten Parochien Grodziec, Konin und &#379;ychlin (reform.). Seit 1829 waren Bestrebungen im Gange, auf den Besitzungen von Kopojno, die dem Grundherrn Karl Gottlieb Weigel geh&ouml;rten, eine evangelische Kirche zu erbauen. Weigels Tod (&#8224; 1836) und die Schwierigkeiten bez&uuml;glich des Pfarrortes \u2014 gegen Zag&#243;r&#243;w opponierten zahlreiche Ortschaften \u2014 verhinderten dies zun&auml;chst. Trotzdem beschlossen am 29. Juli 1840 die Evangelischen in und um Zag&#243;r&#243;w die Begr&uuml;ndung eines Filials und die Wahl des ersten Kirchenkollegiums. Doch die endg&uuml;ltige Stiftung der Filialgemeinde erfolgte erst 1843. Zun&auml;chst wurden in Zag&#243;r&#243;w Gottesdienste in einem gemieteten Lokal gehalten. Im Jahr 1850 kaufte das Filial ein Haus, dessen eine H&auml;lfte als Betsaal und die andere als Schule und Kantorwohnung diente. Bis Weihnachten 1856 verwaltete Zag&#243;r&#243;w Pastor Orive aus Grodziec.<br>\r\nSeit Weihnachten 1856 wurde es selbst&auml;ndig und erhielt in Wilhelm Winkler den ersten ortsans&auml;ssigen Pfarrer. 1857 erwarb die Parochie zwei kleine H&auml;user zum Pastorat und baute sie entsprechend um. Indessen war mit der Erhebung Zag&#243;r&#243;ws zum Pfarrort der Gutsbesitzer Weigel (Sohn) von Kopojno nicht einverstanden. Am 10. Januar 1858 erkl&auml;rte er durch seinen Bevollm&auml;chtigten Wilhelm Jaenicke, da&#223; er 12 Morgen Land und Ziegeln zum Kirchbau zu schenken gewillt sei, wenn man den Pfarrort von Zag&#243;r&#243;w nach Michalin&#243;w Kopoinski (<em>Emilienheim<\/em>) verlegen w&uuml;rde. Das Konsistorium lehnte jedoch seinen Vorschlag ab.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach vierj&auml;hriger T&auml;tigkeit verlie&#223; Pastor Winkler die Gemeinde. Auch seine drei Nachfolger Eugen Biedermann, Karl Eduard Erdmann und Bernhard Erdmann amtierten hier nur kurz. Zur Zeit Karl Eduard Erdmanns wurde am 8. Mai 1878 der Grundstein zum Bau der evangelischen Kirche in Zag&#243;r&#243;w gelegt. 4 Jahre dauerte der Kirchbau. Am 1. Advent 1882 wurde das Gotteshaus eingeweiht. Im Jahr 1898 fiel das Bethaus in Michalin&#243;w einem Brand zum Opfer. Im gleichen Jahr erstellte man ein neues Bethaus in Adelshof. Schon 1913 begann man mit dem Bau des Kantor- und Schulhauses in Zag&#243;r&#243;w, das 1917 vollendet wurde. Am 16. Oktober 1913 wurde f&uuml;r das Pfarrhaus der Grundstein gelegt. Seit 1923 wirkte im Kirchspiel Pastor Alexander Gro&#223;. 1927 stiftete das Ehepaar Ferdinand und Luise Kr&uuml;ger zum Andenken an ihren im polnisch-sowjetrussischen Krieg (1920) verschollenen Sohn Rudolf Kr&uuml;ger eine Turmuhr. Am 16. Oktober 1938 wurde das Pfarrhaus in Zag&#243;r&#243;w eingeweiht. Pastor Gro&#223; betreute bis zu seinem Tod 1945 die Parochie.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<table class=\"table_friedhoefe\">\r\n\t<thead>\r\n\t\t<tr>\r\n\t\t\t<td colspan=\"2\">Das Filial Lissewo-Pyzdry<\/td>\r\n\t\t<\/tr>\r\n\t<\/thead>\r\n<\/table>\t\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stadt Pyzdry (<em>Peisern<\/em>) gr&uuml;ndete 1257 das Zisterzienserkloster L&#261;d a. d. Warthe. Um 1370 w&auml;hlte Peisern noch mit f&uuml;nf anderen St&auml;dten die R&auml;te, die das H&ouml;chste Stadtgericht f&uuml;r die Provinz Gro&#223;polen bildeten, ohne Appellation nach Halle und Magdeburg.<br>In den Jahren 1790-1794 z&auml;hlte Peisern &uuml;ber 3000 Einwohner. Zu s&uuml;dpreu&#223;ischer Zeit wollte man hier eine evangelische Gemeinde organisieren. Eine evang. Garnison- und B&uuml;rgerschule bestand in Peisern seit 1798, die aber nach 1806\/07 einging. Die Alte Holland Peisern wurde um 1770 gegr&uuml;ndet. In Lissewo erbauten die Kolonisten ein Schul- und Bethaus, in Wierzchy existierte das Bethaus schon seit 1803 auf dem dortigen Friedhof. Die jahrzehntelangen Bem&uuml;hungen der Evangelischen in Peisern um die dortige kostenlose \u00dcberlassung der durch einen Brand stark besch&auml;digten r&ouml;misch-katholischen Hospitalkirche (Hl.-Geist-Kirche) verliefen ergebnislos. Mangels einer gottesdienstlichen St&auml;tte am Orte besuchten die Evangelischen das Bethaus in Lissewo oder die evang. Kirche in Wreschen. Auf Bitten der &#8222;&Auml;ltesten von Peysern&#8223; Andrae und Farner erschien der Wreschener Pastor Samuel Gottlieb Schr&ouml;ck in bestimmten Zeitabschnitten bis zu seinem Tode im Jahr 1818 in Peisern und hielt in einem inzwischen gemieteten Lokal Gottesdienste. Die Pastoren Stegmann und dann Orive, beide aus Grodziec, bereisten nun hier die evangelische Bev&ouml;lkerung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Pastor Orive bildete 1842 das Filial in Peisern, was den heftigen Widerspruch der Kantorate hervorrief. Im Jahr 1845 w&uuml;nschten die Kolonisten von Lissewo und Ciemier&#243;w den Sitz des Filials von Peisern nach Lissewo zu verlegen, dagegen die von Wierzchy dessen \u00dcbertragung in ihr Dorf. 1851 lehnte das Konsistorium die Aufl&ouml;sung des Filials ab, das seit 1857\/58 die Bezeichnung &#8222;Lissewo-Pyzdry&#8223; f&uuml;hrte. 1909 kaufte die Filialgemeinde in Peisern am Neuen Markt Nr. 101 ein Haus zum Betsaal und zur Kantorwohnung. Der Zag&#243;r&#243;wer Pastor bereiste sie zw&ouml;lfmal j&auml;hrlich. Bei Vakanzen in Zag&#243;r&#243;w administrierten das Filial die Pfarrer von Grodziec, Konin, Stawiszyn oder aus Mi&#322;os&#322;aw, Prov. Posen. Das Filial hatte kein eigenes Standesamt und darum auch keine Filialkantoren. Man konnte sich &uuml;ber den Ort des Standesamtes nicht einigen. Daher wurden die Register von Lissewo-Pyzdry und von der Gemeinde Zag&#243;r&#243;w gemeinsam gef&uuml;hrt. <\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\t\t\t\t\r\n\t\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=27512\">Evangelische Kirchengemeinde Zag&#243;r&#243;w<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kloster L&#261;d a. d. Warthe (Lond, Lande) verdankte seine Gr&uuml;ndung im Jahr 1145 den deutschen Zisterzienserm&ouml;nchen. 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