{"id":97844,"date":"2020-01-19T19:52:03","date_gmt":"2020-01-19T18:52:03","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=97844"},"modified":"2023-03-13T20:25:58","modified_gmt":"2023-03-13T19:25:58","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-nieszawa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=97844","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Nieszawa"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die &auml;lteste Kolonie nicht nur im Kirchspiel Nieszawa-Nessau, sondern &uuml;berhaupt in der Weichselniederung war S&#322;o&#324;sk, Alt-Schlonsk. 1605 urkundlich belegt, wurde das Kronsgut S&#322;&#261;sk mit etwa 25 Hufen an 12 Holl&auml;nder verpachtet. Im gleichen Jahr nahmen Holl&auml;nder das angrenzende und zum Adelsgut Ciechocinek geh&ouml;rende Dorf Woluszewo in Pacht. Im Jahr 1638 wurde in Schlonsk die erste Schule er&ouml;ffnet. Den Kolonisten verb&uuml;rgte man die freie Schulzenwahl und damit die d&ouml;rfliche Gerichtsbarkeit. &#8222;Die Dorfgesetze wurden in einer sauber geschriebenen Willk&uuml;r niedergelegt&#8223;. Da der n&auml;chste evangelische Pastor etwa 40 km entfernt in Thorn amtierte lie&#223;en die Evangelischen in der Schlonsker Gegend ann&auml;hern 100 Jahre lang Taufen und Trauungen von den katholischen Priestern zu Raci&#261;&#380;ek vollziehen. Die Verstorbenen beerdigte man auf dem r&ouml;misch-katholischen Friedhof in Schlonsk. Auf Anordnung des Bischofs Szembek wurde 1735 die evangelische Schule zu Schlonsk geschlossen. Evangelische Predigten wurden mit 2 Taler und evangelische Gottesdienste mit 10 Taler Strafe geahndet. Nach einem Pr&uuml;fungsbericht aus dem Jahr 1761 betrug die Zahl der Evangelischen in der Schlonsker Gegend &uuml;ber 500 Personen. Ihre religi&ouml;sen Versammlungen hielten sie im Hause der Familie Mielke. So soll der Bauer Peter Mielke in seinem Hause 42 Jahre Gottesdienste gehalten habe. W&auml;hrend im 17. und am Anfang des 18. Jahrhunderts die Evangelischen das r&ouml;misch-katholische Pfarramt zu Raci&#261;&#380;ek in Anspruch nehmen mu&#223;ten, taten sie sp&auml;ter auch das gleiche bei dem katholischen Pfarramt in Schlonsk.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1778 erteilte ihnen Anton Ko&#347;cielski, Kastellan von Bromberg und Starost von Schlonsk, die Genehmigung zum Bau einer Schule, die sie mitsamt einem Betsaal nach drei Jahren errichteten. Am 2. September 1782 schenkte er ihnen ein Grundst&uuml;ck zum Friedhof, &#8222;zwei Morgen lang und breit&#8223;. Au&#223;erdem gab er ihnen am 10. Oktober 1789 einen Platz zum Bau einer Kantorwohnung. Nach fast einem Jahrhundert wurde im Jahr 1878 in Schlonsk eine neue evangelische Schule erbaut. Das gro&#223;e, 1753 gegr&uuml;ndete Kantorat Kamieniec, zu dem &uuml;ber 20 D&ouml;rfer geh&ouml;rten, war sehr zerstreut. Die in und um Nieszawa ans&auml;ssigen Evangelischen w&uuml;nschten hier die Bildung einer eigenen Gemeinde. Ihrer Bitte wurde im Jahr 1838 entsprochen.<br>Die Parochie war insofern schlecht und unzul&auml;nglich organisiert, als sie um 1870 weder Kirche noch Pfarrhaus, noch einen ortsans&auml;ssigen Pastor hatte. In einem gemieteten Bethause hielt der jeweilige Pfarrer aus W&#322;oc&#322;awek (<em>dt. Leslau<\/em>) 12mal im Jahr Gottesdienste in Nieszawa. Auf die Dauer wollten sich die Eingepfarrten mit diesem Zustand nicht zufriedengeben. Ihrem Verlangen nach einer besseren Organisation der Gemeinde kam Pastor Rudolf Zirkwitz, der Nieszawa administrierte, entgegen. Zu seiner Zeit begann man hier mit dem Bau der evangelischen Kirche.<br>\r\nIn Brudnowo wurde am 28. September 1911 ein neues Bethaus von Pastor Haefke aus Kleszcz&#243;w eingeweiht. Durch den Ukas vom 13. Juli 1906 schenkte der russische Kaiser Nikolaus II. den Evangelischen im Staatsbad Ciechocinek, in der N&auml;he von Schlonsk gelegen, einen Platz zum Bau einer evangelischen Kirche. Das machte der Erste Weltkrieg zunichte. Im Jahr 1919 erwarb die Gemeinde drei kleine H&auml;user, die als Wohnung f&uuml;r den Pastor und K&uuml;ster sowie als Wirtschaftsgeb&auml;ude benutzt wurden. Au&#223;erdem besa&#223; die Parochie noch das ehemalige Kantoratsgeb&auml;ude mit einer Kantorwohnung und einem Schulsaal.<br>Im Jahr 1919 wurde hier Otto Friedrich Krenz zum ersten Pfarrer berufen. Zu seiner Zeit beabsichtigten die polnischen Beh&ouml;rden, die Bewohner von Schlonsk zu enteignen und sie gegen ihren Willen nach Polessien, in die Sumpf- und Waldlandschaft im Flu&#223;gebiet des Pripjet, umzusiedeln. Man wollte das Staatsbad Ciechocinek bis an die Weichsel ausdehnen, um f&uuml;r die Kurg&auml;ste die sog. Kleine Weichsel zu einem Schwimmbad auszubauen. Hiergegen machtendie evangelischen Schlonsker beim Warschauer H&ouml;chsten Gericht einen Proze&#223; unter Berufung auf die Privilegien der drei letzten polnischen K&ouml;nige anh&auml;ngig, den Sie gewannen.<br>Zum Nachfolger von Pastor Krenz w&auml;hlte das Kirchspiel am 11. Januar 1931 Pfarrer Friedrich Oskar Berthold. 1934 wurde die Kirche renoviert. Im Jahr 1936 wurde als Folge des neuen Kirchengesetzes Nieszawa gegen seinen Willen aus der Superintendentur P&#322;ozk ausgegliedert und an das Gro&#223;polnische Seniorat angeschlossen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Gemeinde geh&ouml;rten 1 Kirche, 3 Beth&auml;user, 3 Bets&auml;le, 3 kleine H&auml;user mit Wohnungen f&uuml;r Pastor und K&uuml;ster sowie Wirtschaftgeb&auml;ude, ein ehemaliges Kantorhaus mit Kantorwohnung und Schulsaal, 4 Kantorate in S&#322;o&#324;sk, Zbrachlin, Kamieniec und Neu-Ciechocinek. \u2013 1 Kirchenchor in S&#322;o&#324;sk und Posauench&ouml;re in Kamieniec, Pinino, Brudnowo und S&#322;o&#324;sk.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br>\r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<br>\r\nMielke, Emil: Schlonsk \u2013 Chronik eines deutschen Dorfes an der Weichsel in Mittelpolen, Dortmund 1972 (<em>Digitale Neuauflage 2004 besorgt von Jutta Dennerlein auf <a href=\"http:\/\/www.upstreamvistula.org\/Documents\/MielkeEmil_Schlonsk.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Upstream Vistula<\/a><\/em>)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=97840\">Evangelische Kirchengemeinde Nieszawa<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &auml;lteste Kolonie nicht nur im Kirchspiel Nieszawa-Nessau, sondern &uuml;berhaupt in der Weichselniederung war S&#322;o&#324;sk, Alt-Schlonsk. 1605 urkundlich belegt, wurde das Kronsgut S&#322;&#261;sk mit etwa 25 Hufen an 12 Holl&auml;nder verpachtet. 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