{"id":97855,"date":"2020-01-19T21:27:12","date_gmt":"2020-01-19T20:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/agoff.de\/?p=97855"},"modified":"2023-03-13T20:24:51","modified_gmt":"2023-03-13T19:24:51","slug":"geschichte-der-evangelischen-kirchengemeinde-wloclawek-leslau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/agoff.de\/?p=97855","title":{"rendered":"Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde W\u0142oc\u0142awek (Leslau)"},"content":{"rendered":"<table class=\"Artikelkopf_mit_Siegel\">\r\n<tr>\r\n<td><center><\/center><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Wende des 18. Jahrhunderts siedelten sich in und um W&#322;oc&#322;awek (<em>dt. Leslau<\/em>) deutsch-evangelische Kolonisten, Handwerker und Kaufleute an. Im Jahre 1818 entwickelten sich Bestrebungen, alle Evangelischen in einer Gemeinde zusammenzufassen. Anf&auml;nglich versammelten sie sich zu Gottesdiensten in Privath&auml;usern und wurden von den Pastoren aus Chodecz und Lipno bedient.<br>1821 baten die W&#322;oc&#322;aweker Evangelischen die Beh&ouml;rden, ihnen die alte st&auml;dtische St. Adalbert-Kirche zu gottesdienstlichen Zwecken zu &uuml;berlassen. Ihre Bitte wurde erf&uuml;llt. Am 17. und 18. M&auml;rz 1821 erfolgte die feierlicher &Uuml;bergabe der Kirche an die Evangelischen. Teilnehmer waren u.a. der katholische Kanonikus Cynka, der Kreisadjunkt Przedpe&#322;ski sowie die evangelischen Gemeindevertreter J. C. Braun, Karl Engelmann, Johann Engelmann und Johann Kuntze. Schon am 31. Mai 1821 hielt Pastor Ortmann aus Chodecz in der evangelisch gewordenen Kirche den ersten Gottesdienst. Lehrer und Kantor war damals in Leslau Johann Leopold Wittenmann. Erst 1829 verselbst&auml;ndigte sich W&#322;oc&#322;awek, indem seine Grenzen endg&uuml;ltig abgesteckt und seine Besetzung mit Pastor Ludwig vollzogen wurde.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Jahren 1831-1832 erbaute die Parochie das steinerne Pfarrhaus. Zur Amtszeit des Pastors Johann Gottlieb Tydelski (1841-1868) erkannte man mehr denn je die Notwendigkeit der Errichtung eines neuen Gotteshauses. Die alte, im Jahre 1639 von Adalbert (Wojciech) Roma&#322;owski erbaute und 1821 den Evangelischen &uuml;bereignete Kirche war inzwischen bauf&auml;llig geworden und nicht mehr ausbesserungsf&auml;hig. Au&#223;erdem vermochte sie nur 150 Personen zu fassen. Doch die Gemeinde war viel zu arm, um aus  eigener Kraft den Neubau einer Kirche durchzuf&uuml;hren. Unerwartet vermachte ihr Friedrich Wilhelm Cords, der 1850 verstorbene Gutsbesitzer von Siewiersk, testamentarisch sein Gut im Wert von 16.500 Rubeln. Der Erl&ouml;s vom Gutsverkauf sollte zum Bau eines neuen Gotteshauses, einer Gemeindeschule und eines Krankenhauses verwendet werden. Es vergingen noch viele Jahre, bis das Verm&auml;chtnis rechtskr&auml;ftig wurde; die Angeh&ouml;rigen des Verstorbenen hatten es gerichtlich angefochten. Um den fehlenden Geldbetrag f&uuml;r den Bau einer Kirche zu decken, verpflichteten sich die Eingepfarrten, einen dreifach h&ouml;heren Kirchenbeitrag binnen acht Jahren zu zahlen. Auch die Regierung bewilligte zum Bau des Gotteshauses eine Beihilfe. Bei der Realisierung des Nachlasses und der Durchf&uuml;hrung des Kirchbaues setzte sich Pastor Rudolf Zirkwitz, der Nachfolger von Pfarrer Tydelski, tatkr&auml;ftig ein. Nach vierj&auml;hriger Bauzeit \u2014 Grundsteinlegung war am 15. August 1877 \u2014 wurde die Kirche vollendet und am 25. Oktober 1881 eingeweiht. Noch vor dem Baubeginn des Gotteshauses lie&#223; Zirkwitz das Pfarrhaus renovieren und z. T. umbauen.<br>\r\nDank freiwilliger Gaben konnte die Parochie eine neue Orgel erwerben. Die alte Orgel, ebenfalls durch Spenden finanziert, war 1832\/33 von Wilhelm Bredow gebaut worden. Im November 1881 schenkte Prinz Friedrich Karl von Preu&#223;en der W&#322;oc&#322;aweker Gemeinde zwei neue Glocken, die am 18. Dezember des Jahres eingeweiht wurden. Nachdem Pastor Zirkwitz 1895 in den Ruhestand getreten war, folgte ihm Ernst Julius Filtzer. Zu seiner Zeit ist das polnisch-evangelische Ehepaar Ludwig Bauer und Adele geb. Werner in W&#322;oc&#322;awek durch sein sozial-karitatives Wirken weithin bekannt geworden. Bauer war anf&auml;nglich Besitzer einer Glash&uuml;tte, dann Pr&auml;ses und Leiter der Kujawischen Bank in W&#322;oc&#322;awek. Das Ehepaar hielt zur evangelischen Kirche. Es lie&#223; im Jahre 1905 aus eigenen Mitteln ein Greisenheim und Waisenhaus errichten. Ludwig Bauer begr&uuml;ndete auch die dreiklassige Kaufmannsschule des evang. Kirchenvorstandes zu Leslau, die bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges bestand. Es leitete sie der deutsche P&auml;dagoge und Kulturgeschichtler Karl Grams. Die Geh&auml;lter der Lehrer bestritt Bauer selbst. Frau Adele Bauer (&#8224; 19. Juli 1929) widmete sich mit gro&#223;er Liebe dem Waisenhaus und Greisenheim. Sie nahm sich der Kranken und Siechen an und erzog die elternlosen Kinder der evangelischen Kirchengemeinde. F&uuml;r die Unterhaltskosten kam sie aus ihrer Privatkasse auf. W&auml;hrend des Ersten Weltkrieges bekleidete Ludwig Bauer das Amt des Stadtpr&auml;sidenten von W&#322;oc&#322;awek.<\/p> \r\n<p style=\"text-align: justify;\">Von 1891-1910 war in Modzerowo Eduard Hermann Kersten als Lehrer und Kantor t&auml;tig. 1917 schied Pastor Filtzer aus und trat eine Pfarrstelle in Deutschland an. Das Konsistorium ernannte \u2014 nach dem Verzicht des im Januar 1918 gew&auml;hlten Pfarrers Adolf L&ouml;ffler, Konin \u2014 Pastor Hugo Wosch (&#8224; in Breslau und beerdigt in Leslau am 17. August 1938) zum Administrator von W&#322;oc&#322;awek, der es seit Juli 1918 verwaltete. 1928 fand in Modzerowo die Einweihung der neuerbauten Kapelle statt.<br>\r\nVon 1846-1918 bestand hier eine Kantoratsschule. Bis zum Jahr 1921 wirkten in Bodzie nur deutsche Lehrer und Kantoren. 1930 wurde in W&#322;oc&#322;awek die Leichenkapelle erbaut. Am 25. Oktober 1931 begingen die Eingepfarrten ein dreifaches Fest: das 100j&auml;hrige Bestehen der Gemeinde, das 50j&auml;hrige Kirchweihjubil&auml;um und die 25j&auml;hrige Feier des Hauses der Barmherzigkeit. Zum Administrator des mit dem Tode von Hugo Wosch vakanten Kirchspiels bestellte das Konsistorium Pfarrer Helmut Pr&uuml;fer.<\/p>\r\n\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Gemeinde geh&ouml;rten 1 Kirche, 1 Bethaus, 4 Bets&auml;le, 1 Pfarrhaus, ein Waisenhaus und Greisenheim sowie 2 Schulgeb&auml;ude. 5 Kantorate und zwar in Bodzie, Krzywa G&#243;ra, &#321;&#281;g-Witoszyn, Modzerowo und Sarn&#243;wka \u2013 1 Kirchenchor. 1925 bestanden 2 Schulen in Modzerowo und Krzywa G&#243;ra; mit polnischer Unterrichtssprache und evangelischen Lehrern und 3 Schulen mit deutscher Unterrichtssprache in W&#322;oc&#322;awek, &#321;&#281;g-Witoszyn und Sarn&#243;wka.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n<p class=\"quelle\">Quellen:<br> \r\nKneifel, Eduard: Geschichte der  Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Niedermarschacht &uuml;ber Winsen an der Luhe 1962<br>\r\nKneifel, Eduard: Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Eging, Niederbayern 1970<br>\r\nKneifel, Eduard: Die evangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen &uuml;ber M&uuml;nchen 1971<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<a href=\"#top\">\r\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-content\/pic\/topblue5.gif\" alt=\"nach oben\" \/>\r\n<\/a>\r\n\r\n<hr>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p><a href=\"?p=97852\">Evangelische Kirchengemeinde W&#322;oc&#322;awek (<em>Leslau<\/em>)<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Wende des 18. Jahrhunderts siedelten sich in und um W&#322;oc&#322;awek (dt. Leslau) deutsch-evangelische Kolonisten, Handwerker und Kaufleute an. Im Jahre 1818 entwickelten sich Bestrebungen, alle Evangelischen in einer Gemeinde zusammenzufassen. Anf&auml;nglich versammelten sie sich zu Gottesdiensten in Privath&auml;usern und wurden von den Pastoren aus Chodecz und Lipno bedient.1821 baten die W&#322;oc&#322;aweker Evangelischen die <a href=\"https:\/\/agoff.de\/?p=97855\" class=\"more-link\">\u2026\u00a0<span class=\"screen-reader-text\">  Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde W\u0142oc\u0142awek (Leslau)<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2655,2656],"class_list":["post-97855","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","tag-leslau-ev-kirchengemeinde","tag-wloclawek-ev-kirchengemeinde"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/97855","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=97855"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/97855\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":97859,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/97855\/revisions\/97859"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=97855"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=97855"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/agoff.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=97855"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}