Mitgliedertreffen und Mitgliederversammlung 2012 in Bielefeld

Das Mitgliedertreffen 2012

Das Mitgliedertreffen 2012 fand vom 30. März bis 1. April im Hotel „Bielefelder Hof‟ in Bielefeld statt.
Am Freitagnachmittag begann die Veranstaltung mit einer Führung durch die Altstadt mit Schwerpunkt Kirchengeschichte. Anschließend sprach Andreas Rösler (FST Schlesien) über Vertriebenentransportlisten als Beispiel für Massendatenquellen. Neben der Erläuterung der Besonderheiten der Maientaler Listen ging er ausführlich auf ähnliche Quellen (Vertreibungslisten in Polen, Waggonlisten, Akten des Lastenausgleichsarchivs, der Heimatortskartei, Anträge auf Vertriebenenausweise und Karteien der Ämter für deutsche Umsiedler in der SBZ) ein. Jürgen Frantz und Dieter Pechner (FGR Kalisch) beschrieben die aktuellen Ergebnisse der Forschung im Bereich Kalisch in Mittelpolen und demonstrierten dies sehr anschaulich anhand des Webauftritts der Forschungsgruppe. Den Abschluss des Tages bildete ein Vortrag von Dr. Hans-Jakob Tebarth, Leiter der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne, über die Bestände seiner Einrichtung, aktuelle und künftige Digitalisierungsprojekte, insbesondere historischer Zeitschriften, und die vielfältigen Möglichkeiten der Nutzung der Bestände.
Den Samstag eröffnete Dr. Peter Bahl mit einem Vortrag über Forschungsmöglichkeiten zur Genealogie in ausgewählten Berliner Archiven. Sehr kenntnisreich beschrieb er die vielfältigen Möglichkeiten der Arbeit z.B. im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, im Archiv der Universität der Künste und im Landesarchiv Berlin, wobei letzteres gerade im Hinblick auf die anstehende Übernahme der Bestände des Standesamtes I große Bedeutung hat. Diedrich Hesmer stellte gemeinsam mit Hans Fuhrich sein Programm „Ortsfamilienbuch“ und dessen vielfältige Möglichkeiten als unabhängige Ausgabeplattform für Ortsfamilienbücher, Familienbücher und Ahnenlisten vor. Anschließend referierte Dr. Peter Bahl über die Möglichkeiten der Publikation familiengeschichtlicher Forschungsergebnisse und ging auf mögliche Fragen und Probleme ein, die sich dabei ergeben können. Von 16.00 bis 17.45 Uhr folgte die 14. Mitgliederversammlung der AGoFF. Als Abschluss des Tages führte Dr. Ulrich Schmilewski den Film „Die Schaffgotsch, Chronik einer vergessenen Adelsfamilie“ von Andrzej Klamt vor, der in eindrucksvollen Bildern besonders Flucht und Nachkriegszeit behandelte. Über das schlesische Adelsgeschlecht der Schaffgotsch ist bereits in der „Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte“ (2011, S. 129–148) in einem Gesamtüberblick berichtet worden.
Der letzte Tag der Mitgliederversammlung war dem Schwerpunktthema Schlesien gewidmet. Anläßlich des 300. Geburtstags König Friedrichs II. von Preußen untersuchte Dr. Ulrich Schmilewski am Sonntagvormittag in einem Vortrag dessen wirkungsreichste Leistung, nämlich die Eroberung Schlesiens, in ihrer Bedeutung für den preußischen Staat sowie in ihren Auswirkungen auf Schlesien und die Schlesier selbst. Zum Abschluss der Veranstaltung stellten Stefan Guzy und Andreas Rösler im Rahmen eines Workshops auf Schlesien bezogene personengeschichtliche Quellen jenseits der Kirchenbücher vor und erläuterten am Beispiel von sogenannten toten Punkten, welche Möglichkeiten der Forschung sich im konkreten Fall anbieten.

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Die 14. Mitgliederversammlung am 31. März 2012

Da in diesem Jahr weder Wahlen anstanden, noch Anträge vorlagen, beschränkt sich die Mitgliederversammlung auf Rechenschaftsberichte.
Der Vorsitzende legte neben seinem eigenen auch den Rechenschaftsbericht des Schatzmeisters vor. Er würdigte nach der Feststellung der Beschlussfähigkeit noch einmal die Arbeit des am 1. Dezember 2011 verstorbenen Leiters der Forschungsstelle Neumark, Dr. Gerd Schmerse. Neben der langjährigen Leitung der Forschungsstelle war er viele Jahre als IT-Referent Mitglied des Vorstandes und hat maßgeblichen Anteil am Webauftritt des Vereins. Sein gesamtes genealogisches Werk, das die AGoFF erhalten hat, wird gepflegt und den Forschern zugänglich gemacht, die IT-Daten gemeinsam mit dem Verein für Computergenealogie.
Nachfolgend berichtete er über die Entwicklung des Vereins seit 23. Januar 2010. Die in Hannover neugefasste Satzung gilt seit 12. März 2010. Der Mitgliederbestand ist in dieser Zeit durch Neu- und Wiedereintritte konstant bei etwa 860 Personen geblieben. Seit Mai 2010 gibt der Verein mit der Zeitschrift für Ostdeutsche Familiengeschichte (ZOFG) eine eigene Zeitschrift heraus; das Archiv ostdeutscher Familienforscher (AOFF) erscheint als repräsentativer Jahresband. Das in Herne in der Martin-Opitz-Bibliothek liegende Archiv des Vereins ist durch Dr. Peter Bahl in weiten Teilen geordnet worden und wird laufend erweitert. Kontakte zu befreundeten Vereinen wurden aufgefrischt, Tauschpartnerschaften wiederbelebt bzw. erweitert, gegenwärtig bestehen 34 Tauschpartnerschaften.
Bei den Forschungsstellen und Forschungsgruppen hat es einige Wechsel gegeben, wodurch deren Arbeit deutlich belebt wurde, inaktive Forschungsgruppen wurden aufgehoben. In diesem Bereich sieht der Vorsitzende noch Handlungsbedarf. Mit mehreren Verkaufsaktionen unter der Leitung von Dieter Pechner konnten der Bestand alter AOFF-Hefte deutlich gesenkt und erhebliche Einnahmen erzielt werden. Die neu begründete Schriftenreihe hat in Fachkreisen große Anerkennung gefunden. Beim Arbeitsbericht (ARB) ist das Layout überarbeitet worden, nach intensiver Arbeit durch Gerhard König ist nunmehr Oliver Rösch deren Schriftleiter. Die neue Webpräsenz des Vereins konnte noch nicht fertiggestellt werden, dies wird entsprechend der zeitlichen Möglichkeiten der Mitarbeiter schrittweise erfolgen. Präsent war der Verein bei vielen genealogischen Veranstaltungen, wobei insbesondere Dirk Vollmer mit dem Vereinsstand unterwegs war. Nicht alle sich zu Anfang gestellte Aufgaben konnte der Vorstand in den ersten zwei Jahren erfüllen. Dies ist unter anderem auch dadurch bedingt, dass zwei Vorstandsämter, die des Schatzmeisters und des IT-Referenten, nach der Wahl in Hannover wieder vakant wurden und bisher nicht besetzt werden konnten.
Ziele für die kommenden beiden Jahre sind die Fertigstellung der Webpräsenz, die weitere Erschließung und Verzeichnung des Archivs, die Digitalisierung der Schlesienkartei, die Edition eines OFK-Generalindex- und registers, die Verbesserung der Kontaktmöglichkeiten zwischen den Mitgliedern und die Verstärkung von Mitmachprojekten.
Der stellvertretende Vorsitzende Stefan Guzy regte in seinem Bericht an, zukünftig gemeinsame Forschungsreisen in das Forschungsgebiet zu verabreden, um u. a. die Mitgliedern zu solchen Reisen zu ermutigen, die hiervon bisher abgesehen haben. Es schlossen sich die Berichte der weiteren Vorstandsmitglieder, der Schriftleiter und des Leiters der Versandstelle an, wobei Dr. Peter Bahl einen ausführlichen Überlick über den aktuellen Verzeichnisstand des Vereinsarchivs gab. Alle Berichte wurden ohne Aussprache von der Mitgliederversammlung gebilligt. Die Mitgliederversammlung endete ohne weitere Wortmeldungen.
Das Protokoll der Mitgliederversammlung ist gemäߧ 11 Nr. 5 Satz 2 der Vereinssatzung in den Arbeitsberichten (Heft 2/2012) abgedruckt.

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