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Die Russlanddeutschen – zu denen im weiteren Sinne auch die von Baltendeutschen bestimmte deutsche Oberschicht vor allem des alten St. Petersburg rechnet – sind überwiegend seit der Herrschaft der Zarin Katharina II. (1762 bis 1796) im Wolgagebiet und in anderen Teilen Südrußlands einschließlich der Ukraine angesiedelt worden; einige Tochtersiedlungen bildeten sich im Südkaukasus und in Sibirien. Mit der „Wolgadeutschen Republik“ besaßen die Russlanddeutschen von 1924 bis 1941 ein autonomes Gebiet. Nach 1941 wurde die Mehrzahl der Russlanddeutschen aus ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten in den asiatischen Teil der Sowjetunion zwangsumgesiedelt bzw. verschleppt.

Ev.-luth. Konsistorialbezirke in Russland um 1914 Kurland - Litauen Kurland - Weißrussland Galizien Wolhynien Podolien Kiew Tschernigow Bessarabien Odessa Krim Cherson Dnipropetrowsk Melitopol Rostow + Donezk Poltawa Luhansk + Slowjansk Grusien Krasnodar Smolensk Gouvernements um St. Petersburg St. Petersburg (Stadt) Kursk Woronesch Dongebiet Untere Wolga Obere Wolga Moskau + Twer Samara + Kasan Orenburg Ufa Kirow + Perm Jekaterinburg + Tscheljabinsk Omsk + Tomsk + Irkutsk + Amurgebiet Kasachstan Mittelasien

Derzeit leben von den in der ehemaligen Sowjetunion beheimateten und dort verbliebenen Deutschen die meisten in der Russischen Föderation (700.000), in Kasachstan (600.000), in Kirgistan (35.000) und in der Ukraine (40.000). Um die Lage der Russlanddeutschen zu verbessern, leistet Deutschland insbesondere dort Hilfe, wo Deutsche in kompakten Siedlungen leben und wohin auch andere zuzuziehen bereit sind. Dies sind vor allem in Westsibirien die beiden Nationalen Rayons (Landkreise) Asowo und Halbstadt (Gebiete Omsk und Altai) sowie die Wolgaregion (Gebiete Saratow und Wolgograd) und die Region um St. Petersburg.

Bessarabien, das Gebiet zwischen Dnjestr, Donau, Pruth und Schwarzem Meer, wurde 1812 dem russischen Zaren zugesprochen, der vor allem in den Jahren 1814 bis 1842 versuchte, seine Herrschaft durch die Ansiedlung deutscher Kolonisten zu festigen. 1856 kam Bessarabien an das Fürstentum Moldau, das aber 1878 wieder darauf verzichten mußte.

Nach dem Zusammenbruch des Zarenreiches annektierte Rumänien 1918 Bessarabien. 1940 wurde es von sowjetischen Truppen besetzt; danach ist die deutsche Bevölkerung auf Grund eines deutsch-sowjetischen Abkommens umgesiedelt worden. 1941 eroberten zwar rumänische und deutsche Truppen dieses Gebiet, jedoch nahm es die damalige Sowjetunion 1944 wieder in Besitz. Im Frieden von Paris vom 10. Februar 1947 bestätigte Rumänien diesen Besitzstand.

Heute gehört der überwiegende Teil Bessarabiens mit der Hauptstadt Kischinew zu Moldawien (bis 1991 Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik), der äußerste Norden und der Südosten zur Ukraine (bis 1991 Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik).

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