7. Regionaltreffen Brandenburg am 2. Juni 2012 in Potsdam

Regionaltreffen 2012 - Der Stand der AGoFF

Regionaltreffen 2012 – Der Stand der AGoFF

Seit 2004 wird das „Regionaltreffen Brandenburg‟ mit vereinzelten Unterbrechungen in den Räumen des Treffpunkt Freizeit Potsdam, früher Malteser Treffpunkt Freizeit, durchgeführt. Diese Einrichtung ist Veranstalter und stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung.

Das Treffen wurde seinerzeit durch Vereinsmitglieder, die in der Arbeitsgruppe zum 53. Deutschen Genealogentag in Potsdam und 55. Deutschen Genealogentag in Schwerin verantwortlich mitgearbeitet hatten, aus der Taufe gehoben. Brandenburg war zu dieser Zeit aus genealogischer Sicht ein „Weißer Fleck‟ auf der Landkarte. Lediglich die Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e.V. unterhielt einen Arbeitskreis Uckermark, sodass eine erfolgsversprechende Aussicht bestand, dass ein Regionaltreffen angenommen würde. Dies bestätigte sich bereits bei der ersten Veranstaltung.

Zu Beginn wurde bereits festgelegt, dass es ein offenes und nicht vereinsgebundenes Treffen sein sollte. Es sollte keine Konkurrenz zu anderen Vereinen und dem Dachverband Deutsche Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Verbände (DAGV) sein. Aus vorgenannten Gründen wurde der Zeitraum Juni hierfür vorgesehen. Er läßt einen ausreichenden Abstand zu den jährlich stattfindenden Mitglieder- und Jahreshauptversammlungen der Vereine, der Norddeutschen Computergenealogie-Börse sowie zum Deutschen Genealogentag, der ebenso traditionell zumeist im September eines Jahres durchgeführt wird. Weiterhin lag der Zeitrahmen vor der Ferien- und Urlaubssaison, sodass ein jeder die Möglichkeit hat, die Veranstaltung zu besuchen.

Getragen wird das Regionaltreffen Brandenburg von den Vereinen Brandenburgische Genealogische Gesellschaft Roter Adler e.V., HEROLD, Arbeitsgemeinschaft Genealogie Magdeburg, dem Verein für Computergenealogie e.V. und dem Treffpunkt Freizeit Potsdam, die auch den finanziellen Rahmen hierfür bereitstellen. Nach den ersten Jahren und Erfahrungen bei der Organisation eines – gegenüber einem Deutschen Genealogentag – kleinen Treffens, konnte das Gesamtbudget letztendlich für die Mitwirkenden Vereine sehr attraktiv gestaltet werden.

Teilnehmer an einem Vortrag im Raum 1

Teilnehmer an einem Vortrag im Raum 1

Anfangs war es nicht vorgesehen, ein Motto zu benennen. Wir haben uns aber auf die an uns herangetragenen Wünsche der Teilnehmer eingelassen und stellen nun die Veranstaltung immer unter ein Motto oder ein bestimmtes Thema. Der Termin des diesjährigen 7. Regionaltreffens lag daher wieder auf dem ersten Juni-Wochenende, am Sonnabend, den 02.06.2012. Es widmete sich den Archiven und Bibliotheken des Landes Brandenburg sowie tangierenden Themen.

Anders als bei den deutschen Genealogentagen, der Norddeutschen Computergenealogie-Börse oder dem Westfälischen Genealogentag, wird auf Einladungen an bundesweit agierende Aussteller verzichtet und das Engagement auf die Region verlagert. So sind die Ausstellungen immer sehr begrenzt, was die Besucher und Teilnehmer dennoch nicht abhält, das Regionaltreffen zu besuchen. In den kommenden Jahren werden uns weitere Räume zur Verfügung gestellt, sodass wir uns, wenn auch nicht gänzlich, für weitere Aussteller ein wenig mehr öffnen können. Zur Vorbereitung des diesjährigen Treffens am 02. Juni 2012 im Treffpunkt Freizeit Potsdam waren die ersten Helfer bereits um 7:30 Uhr eingetroffen und bereiteten die Vortrags- und Ausstellungsräume vor. Die ersten Aussteller trafen gegen 8:30 Uhr ein.
Die ersten Teilnehmer etwa zur selben Zeit. Insgesamt konnten wir in diesen Jahr 80 Teilnehmer begrüßen.

Offizieller Beginn war in diesem Jahr um 9:30 Uhr, um auch alle Referate bis 16:00 Uhr durchführen zu können Die Teilnehmer besuchen das Regionaltreffen oftmals sehr unterschiedlich, mitunter nur halbe Tage, vor- oder nachmittags, und dann wieder ganze Tage. Dies liegt vermutlich einfach am Wetter und ist unabhängig vom Programm. Als Aussteller waren neben den mitwirkenden Vereinen die Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e.V., die Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e.V., die Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V., die Landesvermessung und Geobasis-Information Brandenburg (LGB) und der Stammbaumdrucker mit ihren Ständen vertreten. Wie auch in den Vorjahren waren bereits viele Teilnehmer zu den ersten Vorträgen am Vormittag gekommen. Eine Auslastung der Vorträge kann schwerlich vorausgesagt werden, sodass die Referate mitunter eine sehr unterschiedliche Resonanz erlebten. Aus diesem Grund haben wir bei der Anmeldung in diesem Jahr auch auf eine direkte Anmeldung zu Vorträgen verzichtet. Die Vortragsräume haben eine technische Grundausstattung mit Flipchart, Polylux, Computer, Beamer sowie Internetzugang. Für die Referenten bedeutet dies eine Erleichterung, da die eigene Technik nicht eingerichtet werden muss und es ausreichend ist, nur eine CD oder einen Speicherstick mitzubringen. Es ist möglich, entsprechend der Teilnehmerzahlen eine Kino- oder parlamentarische Bestuhlung vorzunehmen.

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Dem Gesamtthema entsprechend konnten wir Referenten zu nachstehenden Vorträgen einladen:

  • Das Archiv der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg: Dr. Peter Bahl, stellte in seinem Vortrag die Arbeitsmöglichkeiten und ausgewählten Bestände unter personengeschichtlichem Blickwinkel vor.
  • Vorstellung des seit 50 Jahren bestehenden Familienarchivs – und des seit 40 Jahren bestehenden Geschlechterverbandes Goldmann: Dirk Vollmer erläuterte die Anfänge und stellte die selbst gestellten Aufgaben des Goldmann-Archivs vor.
  • 50 Jahre Archiv der AMF – Benutzung, Bestand und Einreichungen: Monika Hönigschmid ging in ihrem Referat auf die Fragestellungen ein, welches Verzeichnungsprogramm wird verwendet, wie werden Nachlässe und Publikationen bearbeitet, welche Vorteile haben Vereinsmitglieder gegenüber Nichtmitgliedern?
  • Verlustlisten Erster Weltkrieg – Vollständige Erreichbarkeit und Indexierung: Dr. Uwe Baumbach warb in seinem sehr interessanten Referat für das Mitmachprojekt des Vereins für Computergenealogie e.V. über die Indexierung der Verlustlisten des ersten Weltkrieges. Die Verlustlisten müssen aus der Sicht der Familiengeschichtsforschung als wichtige Dokumente betrachtet werden, da das Preußische Heeresarchiv am 14. April 1945 bei einem Luftangriff auf Potsdam vernichtet wurde. Informationen über Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkriegs sind daher nur sehr schwer und oft gar nicht zu recherchieren. Die Verlustlisten gehören daher zu den wichtigsten erhaltenen Quellen zu deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs.
  • Paläographie-Schriftgeschichte: Gerd-Christian Treutler gab einen Überblick über die Entwicklung unseres bedeutsamsten Kulturträgers, der Schrift, von ihren Anfängen bis in die Gegenwart, zeigte Grundlagen und Merkmale verschiedener Schriftarten auf und gab Hinweise zur Schriftuntersuchung.
  • Das Archiv der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher:. Dr. Peter Bahl referierte über Standort und das Sammelgebiet des Archivs. Neben eigener AGoFF – Aktenüberlieferung besitzt es vor allem Nachlässe einschlägig tätiger Genealogen sowie einzelne Dokumente, Manuskripte und Ausarbeitungen. Nach einer grundlegenden Neuausrichtung des Archivs werden die Bestände seit 2010 nach und nach verzeichnet, um in Zukunft einer breiteren Benutzung zugänglich gemacht werden zu können.
  • Übernahme und Nutzung der Personenstandsunterlagen im Stadtarchiv Potsdam: Simon Chilla und Sebastian Joneleit gingen auf die Übernahme der Personenstandsunterlagen ab dem Jahr 2009 ein, sowie auf die Möglichkeiten der Familiengeschichtsforscher, die Unterlagen im Stadtarchiv Potsdam zu nutzen. Es wurden verstärkt Fragen gestellt, die sehr bereitwillig und ausführlich durch beide Referenten beantwortet wurden.
  • Genealogische Forschungsmöglichkeiten im Archiv des HEROLD: Andreas Loder zeigte in seinem Referat auf, dass der HEROLD oftmals nur mit der Heraldik in Verbindung gebracht wird, was der Führung der Deutschen Wappenrolle geschuldet ist. Er zeigte die Möglichkeiten auch der genealogischen Forschung durch Nutzung der umfangreichen Fachbibliothek und von Nachlässen und Sammlungen namhafter Genealogen, wie z. B. Carl von Bardeleben, Emil von Maltitz, Albert Serlo und Karl Mosel auf.
  • Vorstellung der Bibliothek AG Magdeburg und des Literaturhauses: Siegfried Reincke stellte die „Arbeitsgemeinschaft Genealogie Magdeburg“ sowie die vereinseigene Bibliothek und das Archiv vor, welche sich beide im Literaturhaus in Magdeburg befinden, in dem auch der Verein seine Geschäftsräume hat.
Leider musste der Vortrag zum Archiv der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft Roter Adler e.V. ausfallen, weil der Referent kurzfristig erkrankte.

Zwischen den einzelnen Referaten war jeweils eine kurze Pause von 15 Minuten vorgesehen, die von den Teilnehmern für persönliche Kontakte, Gespräche und den Besuch der Ausstellungsstände rege genutzt wurde, ebenso die Mittagspause von über einer Stunde.

Das Thema „Tagungs- oder Referatsband‟ bewegt uns immer wieder. Es ist leider sehr schwierig, die Referate in schriftlicher Form einzuloben. Viele Referenten sprechen frei und sehen sich, meist berufsbedingt, nicht in der Lage zusätzlich zum Vortrag eine Papierversion zum Nachlesen zur Verfügung zu stellen. Wir werden dennoch weiter bemüht sein, hier einen attraktiven Weg für alle Beteiligten zu finden.

Begleitend zur Veranstaltung betreuten fleißige Helferinnen im Tagungsbüro die Teilnehmer, gaben Hinweise und Auskünfte. Hier erhielt man auch ein Programmheft, welches durch den Tag führte.

Resümee:
Wir werden auch in den Folgejahren das Regionaltreffen als offene Veranstaltung weiterführen.

Es ist vorgesehen, das Regionaltreffen bereits im nächsten Jahr etwas zu vergrößern, den regionalen Ausstellern mehr Raum für ihre Präsentation zu geben. Hierfür haben wir durch den Veranstalter bereits „Grünes Licht‟ erhalten. Gleichzeitig werden wir bemüht sein, weitere Vereine / Einrichtungen verantwortlich einzubinden und hoffen auch weiter auf deren Unterstützung.

Ein kleiner Lapsus schlich sich auch noch ein … die Zeit bei der organisatorischen Arbeit war so schnell vergangen, dass die kurze Begrüßung im Eingangsbereich des Hauses diesmal gänzlich „in’s Wasser fiel‟, weil die Teilnehmer bereits in den Vortragsräumen Platz genommen hatten … Organisatoren sind eben auch nur Menschen.

Sehr erfreulich war, dass die Besucher nicht, wie oben erwähnt „alternierend‟, d.h. nur morgens oder nur nachmittags, das Regionaltreffen besuchten, sondern dass über den Tag bis zum Schluss der Veranstaltung viele Teilnehmer anwesend waren.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die uns / mich auch bei dieser 7. Tagung wieder unterstützten, materiell, mit ihrem Wissen oder mit der eigenen Arbeitskraft. Ich hoffe, im nächsten Jahr sind wieder alle dabei und auch die Teilnehmer können sich erneut an unserem Programm erfreuen.

Mario Seifert nach oben
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