64. Deutscher Genealogentag vom 30. September bis 3. Oktober 2012 in Augsburg

 

Der 64. Deutsche Genealogentag (DGT) wurde vom Bayerischen Landesverein für Familienforschung e.V. (BLF) ausgerichtet.
Bereits im Jahr 2009 fanden zwischen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Verbände e.V. (DAGV) und dem BLF erste Gespräche statt und ein Jahr später war man handelseinig, sodass im Jahr 2010 in Stralsund die Mitgliederversammlung der DAGV die Ausrichtung des DGT 2012 an den BLF vergeben konnte. Bereits in Stralsund hatte der BLF Augsburg als Austragungsort präsentiert und den Termin 30.09.-03.10.2012 benannt.
Teilnehmer, die jährlich den Deutschen Genealogentag besuchen, waren von dem großen Interesse und der ansehnlichen Teilnehmerzahl angenehm überrascht. Nachdem die Veranstaltungen der Vorjahre trotz guter Planung hinter den erwarteten Teilnehmerzahlen zurückgeblieben waren, konnten in Augsburg 380 Teilnehmer begrüßt werden, was sicherlich auf die hervorragende Organisation durch den BLF unter der Leitung von Manfred Wegele und Sabine Scheller zurückzuführen ist.
Der nicht zentral in der Stadtmitte gelegene Austragungsort war gut gewählt. Die Stadt Augsburg hatte ihre Berufsoberschule in der Haunstetter Str. 59., die Balthasar-Neumann-Schule, zur Verfügung gestellt. Als Tagungshotel war das in unmittelbarer Nähe gelegende B&B-Hotel ausgewählt worden. Die Auswahl sicherte genügend Platz für Ausstellungen, Referate und kurze Wege.
Der Genealogentag begann am frühen Freitagnachmittag mit der Eröffnungsveranstaltung und den ersten Vorträgen. Die ohne gesondertes Eintrittsgeld dem Publikum frei zugängliche Ausstellung wurde symbolisch mit dem Zerschneiden eines Bandes und einer anschließenden Führung eröffnet.

Logo 64. Genealogentag

Den guten Besucherzahlen entsprechend fanden auch wieder die einschlägigen Aussteller, es waren 41 zugegen, und Kleingewerbetreibende, die über ihre Arbeit informierten, den Weg zum DGT nach Augsburg. Eine einheitliche Gesamtausstellungsfläche konnte wegen der Baulichkeiten nicht bereitgestellt werden. So waren die in Augsburg repräsentierten Vereine, Aussteller und Kleingewerbetreibenden allein oder thematisch zusammengefügt in den einzelnen Klassenräumen mit ihren Ständen etabliert worden. Diese Aufteilung hielt die Besucher nicht davon ab, die einzelnen Ausstellungsbereiche rege und interessiert aufzusuchen. Dies war nicht zuletzt der hervorragenden Organisation geschuldet, die bereits beim Einlass an allen Veranstaltungstagen nachdrücklich darauf hinwies, dass auch im Obergeschoss besuchenswerte Ausstellungen vorhanden seien. Aufgrund der Aufteilung in einzelne getrennte Räume bzw. je nach Größe der Stände auch in thematischen Gruppen, ließen sich sehr gut Gespräche und Beratungen führen. Ein alles übertönender Gesamtlärmpegel, wie er oft in einem großen Saal oder einer Halle entsteht, störte somit nicht. Dieses Konzept hat sich so bewährt, dass zukünftige Ausrichter sich daran orientieren können. Bei vielen interessanten Gesprächen konnte so manchem Interessierten weitergeholfen werden. Für Sonderveranstaltungen der Mitgliedsvereine, die fest zum Deutschen Genealogentag gehören, wurde allerdings ein finanzieller Beitrag erhoben, was auf wenigGegenliebe der Mitgliedsvereine stieß.

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Die Mitgliederversammlung der DAGV fand am Sonnabendnachmittag statt. Im zurückliegenden Jahr gab es beim Dachverband einige Turbulenzen, die nicht spurlos am Vorstand vorübergegangen sind. Nach der auf der Mitgliederversammlung auf dem 63. Deutschen Genealogentag erfolgten Wiederwahl von Prof. Dr. Herbert Stoyan zum Vorsitzenden legte dieser nach einer kurzen Zeit sein Amt aus persönlichen Gründen nieder. Wenige später traten die Mitarbeiter der DAGV Arbeitsgruppe Genealogentage zurück. Daher standen Nachwahlen zum Vorstadn der DAGV an. Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen:

  • Dirk Weissleder – Vorsitzender
  • Manfred Wegele – stv. Vorsitzender
  • Wolfgang Kaspar – Schatzmeister
  • Hans-Joachim Lünenschloß – Schriftführer
  • Andreas Bellersen – Fortbildung
  • Prof. Dr. Eckart Henning – Beirat für Heraldik
  • Dr. Lupold von Lehsten – Archiv
  • Prof. Dr. Wulf von Restorff – Organisation
  • Sabine Scheller – Deutsche Genealogentage

Der berichterstattende Rechnungsprüfer fiel mehrfach durch pauschale Kritik und Polemik gegen den alten Vorstand auf. Er behauptet unreflektiert eine Verschwendung von Finzanmitteln des Dachverbandes. Es wurde durch die Mitgliederversammlung gebeten, dies zu unterlassen und darauf hingewiesen, dass alle Entscheidungen von der Mitgliederversammlung getragen und die bisherigen Vorstände von ihr stets entlastet wurden.
Die Deutschen Genealogentage sind zumeist lange im Voraus geplant und Ihr Ablauf gesichert. Durch den Rückzug des Vereins Schleswig-Holsteinische Familienforschung e.V. (SHFam) als Ausrichter des 65. Deutschen Genealogentages war die Ausrichtung des DGT 2013 ernsthaft gefährdet. Die DAGV hat daraufhin Gespräche mit FamilySearch, der genealogischen Organisation der Church of Jesus Christ of Latter-day Saints (Mormonen) aufgenommen, die ihre Bereitschaft signalisiert hat, die Ausrichtung eines 65. Deutschen Genealogentages 2013 in Heidelberg zu untersützen. FamilySearch ist nicht Mitglied der DAGV und die Rolle als Ausrichter würde gegen die Satzung der DAGV verstoßen, sodass der Weg einer Untersützung und Förderung gewählt wurde. Daher stimmte die Mitgliederversammlung diesem Modell mehrheitlich zu. Zum Ausrichter des 66. Deutschen Genealogentages wurde die Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck e.V. (GFKW), Sitz Kassel, gegr. 25.11.1924, Gründungsmitglied der DAGV (MNR 7), berufen. Dieser wird voraussichtlich in Kassel durchgeführt werden.
Nach der nun zweiten grundlegenden Erneuerung des Vorstandes der DAGV ist die Hoffnung berechtigt, dass die ruhige und sachliche Arbeit, die der DAGV immerhin eine moderne und zukunftsfähige Satzung und damit Gestaltungsmöglichkeiten an die Hand gegeben hat, weitergeführt wird. Ein erster Hoffnungsschimmer zeigte sich bei dem diesjährigen Genealogentag in Augsburg, dass diese zentrale Veranstaltung wieder stärker in den Fokus der Mitgliedsvereine und Genealogen rückt, was sich an den guten Besucherzahlen ablesen lässt. Die Mehrzahl der Besucher und Aussteller nahmen einen positiven Eindruck vom 64. Deutschen Genealogentag in Augsburg mit nach Hause.

Mario Seifert und Jürgen Frantz

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