63. Deutscher Genealogentag vom 9. bis 11. September 2011 in Erlangen

 

63. Deutscher Genealogentag in Erlangen

In diesem Jahr fand vom 9. bis 11. September in Erlangen der 63. Deutsche Genealogentag statt. Gastgeber und Ausrichter war der „Genealogische Kreis Siemens in Erlangen‟. Die Veranstaltung wurde in der „Heinrich-Lades-Halle‟, Am Rathausplatz, in Erlangen durchgeführt. Sie genügte den Ansprüchen voll und ganz und hätte noch deutlich mehr Besuchern Platz geboten. Wegen der zentralen Lage und der guten Verkehrsanbindung lagen die Erwartungen des Ausrichters bei 400 Teilnehmern und mehr, eine Zahl von ca. 350 wurde erreicht.
Nach der Eröffnungsveranstaltung wurde die begleitende Ausstellung um 15:00 Uhr eröffnet.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Vorträge und des Gedankenaustausches der sich vor Ort treffenden Genealogen, Vereinsmitglieder und alter und neuer Bekannter. Das Angebot an Vorträgen, die teilweise thematisch in Gruppen zusammengefaßt waren, war außerordentlich umfangreich. Die Vorträge fanden überwiegend großes Interesse. Das größte Interesse fand wie seit Jahren schon das Thema Genealogie und Computer. Obwohl die Sonderveranstaltungen mehrfach zeitlich und räumlich verlegt wurden, waren diese, darunter auch die unsrige, recht gut besucht. Die stiefmütterliche Behandlung der Sonderveranstaltungen der Vereine durch den Gastgeber und Ausrichter werden die Organisatoren künftiger Genelogentage abzustellen haben.
Am Informationsstand der AGoFF, der von den Organisatoren räumlich außerhalb des Rondells der Mehrzahl der Aussteller platziert worden war, leisteten unsere Vorstandsmitglieder Stefan Guzy und Dirk Vollmer hervorragende Arbeit. Trotz der etwas abseitigen Lage stieß der Stand auf reges Interesse, und es konnten viele neue Kontakte hergestellt und auch einige neue Mitglieder gewonnen werden. Die qualifizierten Auskünfte von und die eingehende Beratung durch unsere Fachleute sprachen sich schnell unter den Besuchern herum.
Bei den Ausstellern war die Stimmung unterschiedlich. Während die ausstellenden Vereine großes Interesse verzeichnen konnten, wurden die Stände von Programmanbietern und weiteren Ausstellern weniger frequentiert. Etwas Unmut kam auf, weil das Laufpublikum gänzlich ausblieb. Es scheint an der vorherigen Öffentlichkeitsarbeit gemangelt zu haben. So gab es keine Hinweisschilder in der Stadt oder auf den Wegen und dem Platz vor der Stadthalle.
Der Samstag schloss mit einem „Fränkischen Abend‟ und ansprechendem Buffet fränkischer Spezialitäten.
Der bayerische Innenminister und Schirmherr des 63. Deutschen Genealogentages Joachim Herrmann überbrachte sein Grußwort persönlich und würdigte dabei die durch den Krieg dorthin vertriebenen und dort sesshaft gewordenen Neubürgerinnen und Neubürger der Stadt Erlangen, was ein Beispiel für gelungene Integration sei. Hervorzuheben ist, dass diese ein Grußwort sprengende Rede – auch wenn in ihr die eine oder andere politische Botschaft verpackt war – die einzige konzeptionelle Rede zum Thema war, die auf dem Genealogentag zu hören war. So wurden nicht nur Fragen der Vertreibung, des Neuanfangs, der Integration, sondern auch die Besorg- und Erschwernisse der Genealogen durch überzogenen Datenschutz und das neue Personenstandsrecht angesprochen. Inhaltliche Themen, die man in einem Grußwort nicht erwartet.
Der Sonntag war bereits der Schlusstag des 63. DGT. Neben weiteren interessanten und gut besuchten Vorträgen und Sonderveranstaltungen war die Ausstellung bis 16:00 Uhr geöffnet. In diesem Jahr wurden nach dem offiziellen Teil des Genealogentages keine geführten Veranstaltungen/Exkursionen durch den Ausrichter angeboten. Hierauf hatte der Gastgeber bereits auf seiner Homepage aufmerksam gemacht und entsprechende Hinweise eingestellt.
Am Sonntagvormittag fand die Mitgliederversammlung des Dachverbandes statt. In diesem Jahr war vorab zu vermuten, daß diese Sitzung länger als gewohnt andauern würde. Erneut stand eine reformierte Satzung zur Abstimmung, und es waren satzungsgemäß Neuwahlen durchzuführen. Zur Mitgliederversammlung waren 34 stimmberechtigte Vertreter und ein Neumitglied anwesend. Nach den Berichten des Vorstandes und der Sonderbeauftragten sowie der Schatzmeisterin wurde der Vorstand mehrheitlich entlastet. Im Bericht des Vorsitzenden Prof. Dr. Stoyan spiegelten sich wenige Ergebnisse der Tätigkeit wider, was u. a. darauf zurückzuführen ist, dass die Neufassung der Satzung im Jahr 2010 nicht angenommen worden war. Hierdurch waren sowohl Vorstand als auch der Dachverband für ein Jahr zur Untätigkeit verdammt, worauf ich bereits 2010 hingewiesen hatte. Nach einem Jahr reger Diskussionen und Vorbereitung wurde nun eine moderne Satzung mit nur einer Gegenstimme angenommen. Der Wahl des DAGV-Vorstandes wurde mit Spannung entgegen gesehen, weil viele verdiente Vorstandsmitglieder sich nicht zur Wiederwahl stellten. Der neue Vorstand des Dachverbandes setzt sich nun wie folgt zusammen:

  • Prof. Dr. Herbert Stoyan, Vorsitzender
  • Dirk Weissleder, Stv. Vorsitzender
  • Wolfram Kasper, Schatzmeister
  • Hans-Joachim Lünenschloß, Schriftführer
  • Dr. Lupold v. Lehsten, Archiv und Bibliothek
  • Andreas Bellersen, Weiterbildung
  • Dieter Schubert, Jugendarbeit
  • Mario Seifert, Genealogentage und Anfragenstelle

Abschließend lud der Landesvorsitzende des BLF für den 31. August bis 3. September 2012 zum 64. Deutschen Genealogentag nach Augsburg ein.
Ein Besuch des Genealogentages ist trotz der einen oder anderen berechtigten Kritik für jeden passionierten Genealogen stets ein lohnendes Ziel. Sorge muss der Zukunft des Dachverbandes gelten. Zwar schaffte es in diesem Jahr die Mitgliederversammlung der DAGV, eine moderne Satzung zu verabschieden, wählte aber, nachdem der Großteil der bisherigen Vorstandsmitglieder nicht zur Wiederwahl antrat, einen Vorstand dessen Teamfähigkeit sich noch beweisen muss. Die DAGV muss derzeit von ihrer inhaltlichen Tätigkeit her als nicht handlungsfähig betrachtet werden. Ihr Fortbestehen darf auch angesichts der leeren Kassen daher mit Recht hinterfragt werden.

Jürgen Frantz

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