Kreis Wongrowitz

Das Gebiet um die westpolnische Stadt Wągrowiec (Wongrowiec) fiel nach dem Wiener Kongress am 15. Mai 1815 an das Königreich Preußen. Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung entstand mit dem 1. Januar 1818 der Kreis Wongrowiec. Er umfasste das überwiegend ländliche Umland der Kreisstadt. Die Bevölkerung bekannte sich mehrheitlich zum katholischen Glauben, Evangelische und Juden waren in der Minderheit.
Das Landratsamt war in der Kreisstadt. Die zuständigen Gerichte waren das Amtsgericht Wongrowitz, Landgericht Gnesen und das Oberlandesgericht Posen. Die Militärdienstleistenden waren dem II. Armeekorps zugeordnet. Die evangelische Minderheit gehörte der evangelische Kirche der altpreußischen Union an.

Als Teil der Provinz Posen wurde der Kreis Wongrowiec am 18. Januar 1871 gleichzeitig Teil des neu gegründeten Deutschen Reiches. 1875 wurde der Kreis Wongrowiec in Kreis Wongrowitz umbenannt. Am 1. Oktober 1887 wurden der östliche Nachbarkreis Znin neu gebildet und der Kreis Wongrowitz gab die Stadtgemeinde und den östlichen Teil des Polizeidistrikts Janowitz und fast den gesamten Polizeidistrik Juncewo ab.
Mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrages am 28. Juni 1919 trat die deutsche Regierung den Kreis Wongrowitz auch offiziell an das neu gegründete Polen ab. Aus dem Kreis Wongrowitz wurde der polnische Powiat Wągrowiec.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges besetzten deutsche Truppen das Kreisgebiet, die Kreisstadt wurde am 6. September 1939 eingenommen. Am 26. Oktober 1939 wurde der Powiat unter der Bezeichnung Landkreis Wongrowitz an das Deutsche Reich angeschlossen. Der Landkreis wurde Teil des Regierungsbezirks Hohensalza im Reichsgau Wartheland. Sitz des deutschen Landratsamts wurde die Kreißtadt. In der Folgezeit wurde der Name des Kreises mehrfach geändert (am 20. April 1941 in Landkreis Eichenbrück, am 21. Mai 1941 wieder in Landkreis Wongrowitz, am 24. Juli 1942 als Zwischenlösung in Landkreis Eichenbrück (Wongrowitz) und am 7. Oktober 1942 schließlich wieder in Landkreis Eichenbrück). Er umfasste am 1. Januar 1945 die vier Städte Gollantsch, Mietschisko, Schokken und Wongrowitz sowie weitere Gemeinden.
Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und wurde danach wieder Teil Polens.

Im Kreis Wongrowitz lagen neben Landgemeinden und Gutsbezirken die vier Städte Gollantsch, Mietschisko, Schokken und Wongrowitz.

Der Kreis Wongrowitz war ein preußischer Landkreis, der zwischen 1818 und 1918 bestand.

Der Kreis Wongrowitz gliederte sich in Stadtgemeinden, Landgemeinden und selbstständige Gutsbezirke. Er bestand am 1. Dezember 1905 aus vier Stadtgemeinden (Gollantsch, Mietschisko, Schokken und Wongrowitz ), 134 Landgemeinden und 114 Gutsbezirken. Die Zahl der Einwohner am 1. Dezember 1905 wird in Klammern angefügt.

Quelle:

  • Wikipedia Artikel Kreis Wongrowitz (besucht am 15. Juni 2017)
  • nach oben  

    Quellen:
    Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 Königreich Preußen/Provinz Posen/Regierungsbezirk Bromberg/Landkreis Wongrowitz (besucht am 15. Juni 2017)
    Gemeindelexikon für das Königreich Preußen – Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen; Heft V. Provinz Posen, Berlin 1908, S. 198-207. Digitalisat in Wielkopolska Biblioteka Cyfrowa (Digitale Bibliothek der Region Wielkopolska; besucht am 15. Juni 2017)

    nach oben

    Kreisseite Meseritz – Stand 01.12.1871
    Kreisseite Meseritz – Stand 01.12.1885
    Posen – Stadt- und Landkreise – Stand 01.12.1905