Straßenverzeichnis der Stadt Breslau mit zugehörigen Kirchen und Standesämtern

Einleitung

Breslau ist um 900 entstanden. Als 1000 das Bistum Breslau gegründet und wenig später mit dem Bau des Domes begonnen wurde, hatte die Stadt etwa 1.000 Einwohner, 1329 waren es schon 15.000, 1526 22.000 1640 20.000 und 1700 etwa 40.000.
Die Einwohnerzahl von Breslau wuchs beständig. Lebten nach Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 42 114 Einwohner in der Stadt, waren es 1800 64.500, 1850 114.000, 1871 207.997, 1900 422.709, 1925 557.139 und 1939 620.976 (Rademacher).

Waren es im Mittelalter und der frühen Neuzeit die Elisabethkirche, die Maria-Magdalenenkirche (beide ab 1525 evangelisch) und der Dom, welche für die Bürger zur Verfügung standen, kamen mit den schrittweisen Eingemeindungen und der Zunahme der Bevölkerung immer mehr Kirchen hinzu, so z.B. die St. Barbarakirche, die St. Christophorikirche und die St. Salvatorkirche. Den Kirchen waren Parochien zugeordnet, die sich an den ursprünglichen Ortsgrenzen orientierten.

Bei der Einführung der Standesämter zum 1.10.1874 wurden für Breslau zwei Standesamtsbezirke eingerichtet. Dabei war das Standesamt I für das Zentrum und den Norden der Stadt zuständig und Standesamt II für den Süden der Stadt. Zwischen 1878 und 1903 gab es für die umliegenden Gemeinden ein Standesamt Breslau-Land. Nach dessen Auflösung wurden die genannten Orte weitgehend den vorherigen Standesamtsbezirken wieder eingegliedert
Althofnaß (Ottwitz), Benkwitz (Klein Sägewitz), Brockau (Dürrgoy), Cosel (Pöpelwitz), Dürrgoy, Dürrjentsch (Schönborn), Eckersdorf (Schönborn), Gräbschen, Groß Masselwitz (Stabelwitz), Groß Mochbern, Groß Oldern (Schönborn), Groß Tschansch (Dürrgoy), Hartlieb (Klettendorf), Herdain, Kentschkau (Groß Mochbern), Kleinburg (Klettendorf-April 1897 durch Eingemeindung zu Breslau II), Klein Gandau (Pöpelwitz), Klein Masselwitz (Stabelwitz), Klein Mochbern (Neukirch), Klein Oldern (Schönborn), Klein Sägewitz, Klein Tschansch (Dürrgoy), Klettendorf, Krietern (Klettendorf), Kundschütz (Klettendorf), Lamsfeld (Schönborn), Leipe (Schweinern), Mariahöfchen (Neukirch), Morgenau (Ottwitz), Neukirch, Oltaschin (Herdain), Opperau (Groß Mochbern), Oswitz, Ottwitz, Petersdorf (Schweinern), Pilsnitz (Stabelwitz), Pirscham (Ottwitz), Pleischwitz (Ottwitz), Protsch (Rosenthal), Pöpelwitz (ab April 1897 durch Eingemeindung zu Breslau I), Radwanitz (Klein Sägewitz), Ransern (Schweinern), Rosenthal, Sacherwitz (Klein Sägewitz), Schmiedefeld (Neukirch), Schönborn, Schwentnig (Ottwitz), Treschen (Ottwitz), Weide (Rosenthal), Weidenhof (Schweinern), Wessig (Herdain), Woischwitz (Herdain), Zedlitz.

Im Jahre 1891 wird das Standesamt Breslau III eingerichtet, welches nun den Norden der Stadt umfasst. Zudem werden das Stadtzentrum und der Westen der Stadt zu Breslau I eingegliedert. Zum 1.1.1899 wird Breslau IV durch die Abspaltung des südöstlichen Teils der Stadt geschaffen. Breslau III wird zum 1.1.1920 geteilt, der östliche Teil wird Breslau V.Zum 1.4.1928 kommt es zu umfangreichen Eingemeindungen. Der Standesamtsbezirk Hundsfeld wird Breslau VI, Deutsch-Lissa wird Breslau VII, Stabelwitz wird Breslau VIII und Neukirch Breslau IX. Letzteres wird 1935 aufgelöst und zu Breslau VIII eingegliedert. Letzte Veränderung ist die Auflösung des Standesamtes Breslau VI und seine Eingliederung zu Breslau V.

Für die Suche der zugehörigen Kirchen und Standesämter ist der Wohnort der entsprechenden Person ganz wichtig, oft neben der Straße auch die Hausnummer, weil die Grenzen der Kirchgemeinden und Standesämter innerhalb einer Straße variierten, manchmal ist ein Haus einer anderen Kirche zugewiesen.

Für die Stadt Breslau lässt sich der Wohnort einfach durch die Adressbücher ermitteln, welche seit 1832 in zweijährigen Abständen, seit 1875 bis 1943 jährlich erschienen. Das Buch „Schlesische Adressbücher‟ von Klaus Liwowsky gibt den Bestand aller erschienenen Adressbücher und die Standorte noch vorhandener Bücher wieder. Vollständige Bestände finden sich im Lesesaal des Staatsarchivs Breslau und in der Universitätsbibliothek.
Einzelne Adressbücher sind inzwischen online erschienen und lassen sich auf den Seiten der Schlesischen digitalen Bibliothek in Kattowitz und der Universitätsbibliothek Breslau kostenfrei einsehen und herunterladen. Auch im elektronischen Lesesaal der Martin-Opitz-Bibliothek findet sich eine größere Zahl dieser Adressbücher.

Die derzeitige Abfrage bezieht sich auf das letzte erschienene Adressbuch der Stadt Breslau von 1943. Künftig wird das Verzeichnis um frühere Angaben erweitert.

Berlin, den 2. August 2020. Andreas Rösler

Suchbereich

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Quellen:
Breslauer Adreßbuch 1943. Unter Benutzung amtlicher Quellen. Breslau. Verlag August Scherl Nachfolger 1943
Rademacher, Michael: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Breslau (poln. Wrocław)., Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.

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