Historisches Ortslexikon für die Neumark

Trebschen (Stadt) – Trzebiechów

Lage
„(…) liegt hart an der Schlesischen Grenze, nahe bei dem Gräfl. Reußischen Dorfe und Gute Trebschen.“ (Bra)
 
Karte
Kreiszugehörigkeit
1775, 1817: Kreis Züllichau (Bü, Verz)
1. Art und Verfassung
1775: Marktflecken (Bü)
1800: Flecken oder Städtchen (Bü, Hof)
1817: Adlige Stadt (Verz)
3 d. Siedlungsaufbau
1719: 25 Häuser (Bra)
1730: 18 Häuser (Bra)
1800: 35 Feuerstellen, ganz offen und dorfartig gebaut (Bra, Hof)
4 a. Erste schriftliche Erwähnung, Gründung
Zu Anfang des 18. Jahrhunderts vom Kammerherrn v. Troschke auf dem Grund des Dorfes Trebschen angelegt, erhielt 1707 durch ein kgl. Privilegium das Stadtrecht. (Bra)
4 c. Schreibweisen, Umbenennungen
1707: Friedrichshuld (Bra)
1775, 1791: Friedrichshulde (Bü)
1800, 1817: Trebschen oder Friedrichshuld (Bra, Verz)
5 a. Gerichtszugehörigkeit
1800: Der Besitzer des Orts lässt die Gerichtsbarkeit durch einen Justitiar verwalten, die Polizei wird durch einen Richter besorgt. (Bra)
6 a. Herrschaftszugehörigkeit
Anfang des 18. Jahrhunderts und noch 1791: v. Troschke (Bra, Bü91)
1800: Graf v. Reuß (Bra, Hof)
6 b. Städtische Ämter und Behörden
1800: Da der Ort zum platten Land gehört, entrichtet er weder Akzise noch Servis. (Bra)
7 a. Sozialschichtung
1800: 1 Prediger, 1 Küster, 2 Verwalter, 2 Böttcher, 1 Bäcker, 1 Barbierer, 7 Einlieger, 1 Fleischer, 1 Müller, 1 Maurer, 1 Leinweber, 2 Rademacher, 4 Schneider, 2 Schmiede, 5 Schuhmacher, 1 Töpfer, 1 Tischler, 4 Zimmerleute (Bra)
7 b. Wirtschaft
1800: Außer einigen Gärten haben die Einwohner keine Grundstücke, ihr Vieh weidet auf dem Grund und Boden der Herrschaft. Sie leben daher größtenteils von ihrer Profession. Viehstand: 6 Pferde, 25 Kühe, 4 Stück Jungvieh, 32 Schweine. (Bra)
7 e. Verkehr
1800: Postcours p. Züllichau (Hof). – 1800: Adressort p. Züllichau (Bra)
8 b. Evangelische Kirche
1775: Inspektion Züllichau, eingepfarrt zu Padligar (Bü)
1800: Bei der Kirche steht ein zur Züllichauischen Diözese gehöriger Prediger, der von der Gerichtsherrschaft berufen wird. (Bra)
Ev. Friedhof aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, hinter den Eisenbahngleisen von Trebschen nach Schlawa, mit sich kreuzenden Alleen, 1 ha. Erhalten sind Fragmente der Kapelle, der Grabsteine und der Gusseisenzäune von den Gräbern. Das Gelände ist mit Fliedern und Akazien bewachsen. (Kuf III S. 202)
9 b. Brände, kriegerische Zerstörungen
Feuersbrunst kurz vor 1730 (Bra)
10 a. Herkunft der Bewohner
Glaubensflüchtlinge aus Schlesien und Polen (Bra)
10 b. Einwohnerzahlen
1719: 24 Männer (Bra)
1730: 76 Menschen (Bra)
1800: 186 Menschen oder 168 Einwohner (Bra, Hof)
1817: 218 Seelen (Verz)
10 c. Bevölkerungsverluste
Auswanderungen: 1846 nach Südaustralien 1 Familie (7 Personen). – 185 nach Österreich-Ungarn 1 Familie (4 Personen) … (BLHA Rep. 3B I St)
10 e. Bevölkerungsverzeichnisse
Ev. Kirchenbücher nicht erhalten (Grü)
11 a. Literatur
Troschke, Paul von: Das Haus Schwarmitz-Trebschen. Zeitgeschichtliche Bilder aus Troschkescher Vergangenheit. Görlitz 1914
Neumann, Antje: Henry van de Velde in Polen. Die Innenarchitektur im Sanatorium Trebschen. Potsdam 2007
11 b. Archivalische Sammlungen
1901 befand sich im Besitz des Ortsvorstehers Fellmann in Friedrichshuld ein Ratsprotokoll der Stadt Trebschen, angefangen 1712. (Tro)

Ortschaftsverzeichnisse

Bra. = Bratring, F[riedrich] W[ilhelm] A[ugust]: Statistisch-topographische Beschreibung der gesamten Mark Brandenburg. Band 1-3. Berlin 1804-1809. Kritisch durchgesehene und verbesserte Neuausgabe von Otto Büsch und Gerd Heinrich. Mit einer biographisch-bibliographischen Einführung und einer Übersichtskarte von Gerd Heinrich. Berlin 1968 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, Bd. 22; Neudrucke, Bd. 2)

Bü75. = Büsching, Anton Friderich: Vollständige Topographie der Mark Brandenburg. Berlin 1775

Bü91. = Büsching, Anton Friedrich: Erdbeschreibung. Teil 8: Der obersächsische Kreis. 7. Auflage. Hamburg 1791

Hof. = Hoffmann, P. J. G.: Topographie der Neumark nach ihrem gegenwärtigen statistischen und kirchlichen Zustande. Züllichau 1802

Verz. = Verzeichniß der Ortschaften im Bezirke der Königl. Regierung zu Frankfurt an der Oder. Frankfurt an der Oder 1817

Weitere Hilfsmittel

Grü. = Grüneberg, Georg: Kirchenbücher, Kirchenbuch-Duplikate und Standesamtsregister der ehemals brandenburgischen Kreise Königsberg, Soldin, Landsberg/W., Arnswalde, Friedeberg, Ost- und Weststernberg, Crossen, Züllichau-Schwiebus, Guben und Sorau (östl. der Neiße), Schwerin, Meseritz, Bomst. Bestandsverzeichnis 2025. Lenzen (Elbe) 2025 (=Quellen und Schriften zur Bevölkerungsgeschichte der Mark Brandenburg, Bd. 21)

Literatur

Kuf. = Kufel, Robert Romuald: Cmentarze wyznaniowe do 1945 roku w granicach województwa lubuskiego. Tom I-III, V-VIII, X, XI, XIV, XVI, XVII. Zielona Góra 2012-2023

Tro. = Troschke, Paul von: Altes aus der Neumark. Familiengeschichtliche Notizen über Güter im Kreise Züllichau: In: Der Deutsche Herold, Zeitschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, 31. Jg. (1901), S. 199-200

Archivalische Quellen

BLHA Rep. 3B I St. = Auswandererkartei Regierungsbezirk Frankfurt (Oder), 19. Jahrhundert

Matr25. = Matrikel der Rittergüter in der Mark Brandenburg und der Niederlausitz, 1825: GStA I. HA Rep. 77 Ministerium des Innern Tit. 438 Nr. 64 Bd. 1, 2 (Bd. 1: Kreise Arnswalde, Crossen, Friedeberg, Königsberg, Landsberg, Bd. 2: Kreise Soldin, Züllichau-Schwiebus)

 


 

Forschungsstelle Neumark (Ostbrandenurg)
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