Wie in den umliegenden Gebieten hatte sich Reichenberg schnell der Reformation angeschlossen. Doch der Druck infolge der Gegenreformation nahm immer mehr zu und spätestens am Ende des Dreißigjährigen Krieges konnte dem Zwang zur Rückkehr zur katholischen Lehre nur durch die Flucht ins benachbarte Sachsen entgangen werden, wobei es Jahrzehnte dauerte, bis die Glaubensflüchtlinge wirklich vor der gewünschten Rückkehr nach Böhmen geschützt waren. Erst durch die Toleranzpatente Josefs II. konnten wieder protestantische Gottesdienste abgehalten werden.
Allerdings wurde das 1798 eingereichte Gesuch zur Errichtung eines Bethauses von der zuständigen Kreisbehörde abgelehnt, sodass sich die Evangelischen in Gablonz versammelten. Hier entstand 1833 eine evangelische Pfarrgemeinde, Reichenberg wurde Filialgemeinde. Erst nach Erlass des Protestantenpatents im Jahre 1861 und der damit verbundenen Gleichstellung der Evangelischen wurde Reichenberg selbständige Pfarrgemeinde.
Im Ortsteil Christiansstadt entstand mit Unterstützung des Reichenberger Textilfabrikanten Johann Liegieg, des Grafen Eduard Clam-Gallas aus Friedland, der das Baugrundstück zur Verfügung stellte, des Gustav-Adolf-Vereins und des Magistrats der Stadt Reichenberg ein repräsentativer Kirchenbau. Der Grundstein dafür wurde am 19. Oktober 1864 gelegt, 1865 war die nach den Plänen von Gustav Sachers aus Reichenberg errichtete Kirche rohbaufertig und am 20. Oktober 1868 konnte sie eingeweiht werden, nachdem der Preußisch-Österreichische Krieg 1866 zu einer erheblichen Verzögerung geführt hatte.
Die zunehmenden Spannungen zwischen Deutschen und Tschechen in der ersten Republik machten sich auch in von Seiten der Kirche beklagter Ablehnung der evangelischen Gemeinde bemerkbar. Durch die Beneš-Dekrete 1945 und die Vertreibung der Deutschen hörte die Gemeinde auf zu bestehen. Die Christuskirche diente anschließend der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder als Kirche, geriet aber durch die Aufgabe des Gebäudes um 1970 immer mehr in Verfall, insbesondere durch einen Brand, und wurde, nachdem Pläne zur Nutzung als Konzerthaus nicht realisiert worden waren, am 29.Mai 1976 gesprengt. Inzwischen ist an deren Stelle ein Park entstanden.
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