Hilfsmittel für genealogische Forschungen in Wolhynien

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Besonderheiten im Forschungsgebiet

Das gesamte Territorium des ehemaligen russischen Gouvernements Wolhynien ist heute ein Teil der Ukraine. Erst mit der Erlangung der Unabhängigkeit des Landes wurden die Archive zugänglich für die Forschung. Da den Archiven und den Hochschuleinrichtungen im Land sehr oft die nötigen finanziellen Mittel fehlen, ist es noch ein sehr langer Weg, bis ausführliche Findbücher in gedruckter Form oder online im Netz zur Verfügung stehen werden.

In der Ukraine wird heute überwiegend Ukrainisch und Russisch gesprochen. Als Amtssprache galt bis April 1978 die russische Sprache. In Westwolhynien galt in der Zeit der II. Polnischen Republik 1921-1939 die polnische Sprache als Amtssprache. Nach dem derzeitigem Kenntnisstand befinden sich Personenstandsunterlagen aus Wolhynien in mindestens 8 verschiedenen Staaten.
 

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Enteignungslisten 1915/1916

Fast 100 Jahre lang waren die Liquidationslisten für das Gouvernement Wolhynien weder Wissenschaftlern, noch den wolhynischen Nachfahren selbst in vollem Umfang bekannt. An verschiedenen Standorten in der Ukraine und Russland befinden sich nur teilweise erhaltene und überwiegend in schlechtem Zustand befindliche Ausgaben der Zeitung Volynskie gubernskie vedomosti (deutsch: Nachrichtenblatt des Gouvernements Wolhynien) aus den Jahren 1915/16.

Dank der Finanzierung durch den Historischen Verein Wolhynien e.V. (HVW) konnte der Autor die umfangreichen großformatigen Listen kopieren und digitalisieren. In dem vorliegenden Band sind auf 631 Seiten enteignete Pächter und Grundstückseigentümer aus dem Gouvernement Wolhynien mit Namen, Vatersnamen, Ort, Wolost und Ujesd aufgelistet.

  • Kostiuk, Mychajlo: Liquidation wolhyniendeutschen Eigentums in den Jahren 1915/16. Namenslisten. – Luzk 2015. Vorwort und Beschreibung in Deutsch, Englisch und Russisch. Text in Russisch. – Bestellbar bei der HVW-Versandstelle.

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Umsiedlung der Wolhyniendeutschen 1939 bis 1940

Die deutschen Einwohner in der polnischen Wojewodschaft Wolhynien (auch Polnisch-Wolhynien oder Westwolhynien genannt) wurden im Ergebnis der Geheimen Zusatzprotokolle des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages vom 28. September 1939 zwischen dem deutschen Außenminister Joachim von Ribbentrop und dem sowjetischem Außenminister Wjatscheslaw Molotow umgesiedelt.

Der Autor Stephan Döring recherchierte in den Dokumenten des Bundesarchives und stellt in beeindruckender Genauigkeit die Wege der Umsiedlung mit ihren historischen Hintergründen zusammen. Zu den Anlagen gehören u.a. Ortslisten der Sammellager der Volksdeutschen Mittelstelle, die wolhynischen Ortsbezirke mit Abberufungsdatum und die Verteilung der wolhynischen Ortsbereiche auf die Kreise des Warthegaus mit dem Stand vom September 1940.

  • Döring, Stephan: Die Umsiedlung der Wolhyniendeutschen in den Jahren 1939 bis 1940 – erschienen als Band 3 in der Reihe Militärhistorische Untersuchungen, herausgegeben von Merith Niehuss, Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main, 2001, ISBN 3-631-37720-7

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Personenstandsbücher im Standesamt I in Berlin

Im Forschungsgebiet Wolhynien wurden erst mit der deutschen Besetzung im Jahr 1941 Standesämter eingeführt. Erhaltene Bücher und Dokumente befinden sich heute im Standesamt I in Berlin und sind in diesem Gesamtverzeichnis beschrieben:

  • Standesregister und Personenstandsbücher der Ostgebiete im Standesamt I in Berlin – Gesamtverzeichnis für die ehemaligen deutschen Ostgebiete, die besetzten Gebiete und das Generalgouvernement. Verlag für Standesamtwesen, Frankfurt am Main und Berlin, 1992, ISBN 3-8019-5645-8

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Leitfaden für Familienforschung in Wolhynien

Auf der Webseite leitfaden.wolhynien.de haben die Autoren Irene & Gerhard König mit der Unterstützung von Familienforschern und Historikern die bisherigen Erfahrungen im Forschungsgebiet Wolhynien zusammengestellt. Die deutsche Version ist auf dem aktuellerem Stand:

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Forschungsstelle Wolhynien